Beschreibung des Oberamts Nagold/Kapitel B 14

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
« Kapitel B 13 Beschreibung des Oberamts Nagold Kapitel B 15 »
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).
|
Ettmannsweiler,
Gemeinde III. Kl. mit 187 evang. Einw. – Dorf, Filial von Simmersfeld.


Oben an dem Abhange gegen das Kollbach-Thal liegt etwas geschützt in einer wiesenreichen Flachmulde der sehr weitläufig gebaute Ort, dessen meist ansehnliche Bauernwohnungen im ländlichen Schwarzwaldstyl erbaut sind.

Die Entfernung von der südöstlich gelegenen Oberamtsstadt beträgt 41/4 Stunden und die von dem westlich gelegenen Mutterort 1/2 Stunde.

Durch eine Straße, welche in die nahe vorbeiführende Altensteig-Simmersfelder Vicinalstraße eingeht, ist der Ort mit der Umgegend in Verbindung gesetzt.

Das vor etwa 20 Jahren erbaute Schulhaus enthält ein Lehrzimmer, die Wohnung des Schulmeisters und ein Gelaß für den Gemeinderath.

Der Ort erhält sein mittelgutes Trinkwasser nur aus Pump- und Schöpfbrunnen, die übrigens in trockenen Jahrgängen so sehr nachlassen, daß das Wasser in einer Entfernung von etwa 1/4 Stunde geholt werden muß.

Die natürlichen, landwirthschaftlichen und ökonomischen Verhältnisse sind denen im Mutterort ziemlich gleich, nur trifft man in Ettmannsweiler verhältnißmäßig mehr Bauern und weniger Holzmacher, als in Simmersfeld.

Die Gemeinde besitzt etwa 600 Morgen Waldungen, aus denen das alljährlich gefällte Nutzholz verkauft und der Erlös an die Bürger | vertheilt wird, wobei je Einem gegen 80 fl. zukommt; überdieß erhält jeder Bürger von dem gefällten Scheiterholz 1–11/2 Klafter. Der Rest wird verkauft und mit dem Erlös der Gemeindeschaden bestritten. Auch hat jeder Bürger noch eigene Waldungen.

E. kam 1603 mit Altensteig an Württemberg.

„Ezzemannezwiler“ erscheint es 1303 in einem Vertrag Graf Burkhards von Hohenberg mit dem Probst des Klosters Allerheiligen, als „Etzmannswiler“ am 1. Nov. 1330 unter den Orten, wo das Enzklösterle schon vor längerer Zeit her Widemsgüter besaß.


« Kapitel B 13 Beschreibung des Oberamts Nagold Kapitel B 15 »
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).