Beschreibung des Oberamts Neckarsulm/Kapitel A 2

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Natürliche Beschaffenheit.


Geognostische Verhältnisse.[1]
Einen Überblick über das größere Gebiet, welchem unser Bezirk angehört, gewährt am besten einer der Höhenpunkte des Keuperzuges an der südlichen Grenze des Oberamtes. Von dem Aussichtsthurm auf dem Kieselsandstein des Keupers über dem Dorfe Sternenfels, in der Achse des Kraichthales gelegen, oder in demselben geognostischen Horizonte von dem neuen Aussichtsthurm auf dem Schweinsberg bei Heilbronn ist die Aussicht gegen Westen nicht mehr, wie von anderen Keuperpunkten unseres Landes, durch die waldigen Höhen des Schwarzwaldes oder| des Odenwaldes beschränkt, der Blick reicht vielmehr weit hinaus in die Rheinebene und erst das linksrheinische Gebirge, das zwischen Schwarzwald und Odenwald hervortritt, bildet den fernen Abschluß des umfassenden landschaftlichen Bildes.

Deutlich erkennt man die beiden von buntem Sandstein gebildeten, sich gegenüberstehenden äußersten Höhen des Schwarzwaldes und Odenwaldes, rechts den südlichsten Punkt des letzteren, den Königsstuhl bei Heidelberg, links den nördlichsten Ausläufer des Schwarzwaldes bei dem Dorfe Dobel. Die tiefe Schichteneinsenkung zwischen diesen beiden Punkten bildet der bunte Sandstein, welcher vom Dobel gegen Norden, vom Königsstuhl gegen Süden einfällt. Auf der Sohle der Mulde dehnt sich der Muschelkalk aus. Die waldigen vor uns liegenden Berge, wie der Eichelberg u. s. w. gehören der Keuperformation an, auf deren dem Rheinthal zu treppenförmig abgebrochenen Schichten bei Langenbrücken der ganze Lias mit dem unteren braunen Jura folgt.

Bei der Betrachtung dieser mannigfaltigen und formenreichen Landschaft kehrt das Auge immer wieder auf zwei Berge zurück, es sind dies der aus Nephelindolerit bestehende Katzenbuckel und der basaltische Steinsberg bei Weiler. Diese beiden aus krystallinischem Gestein bestehenden Berge tertiären Alters sind unter sich sehr ähnlich, aber nach Alter und Entstehung, wie der Form nach Fremdlinge unter den sie umgehenden Flötzformationen.

Die Schichteneinsenkung zwischen Schwarzwald und Odenwald findet ihren Abschluß gegen Osten mit dem Stromberg, dem Heuchelberg und den Löwensteiner Bergen und gehört unser Bezirk der Stelle an, wo der nördliche Flügel dieser Mulde allmählig in das fränkische Plateau umbiegt.

Von dem Steilrand des Keupers, der südlich das Hohenlohische Plateau begrenzt, greifen die untersten Keupermergel nördlich noch bis zum Kocher und der Jagst hinaus und lassen das Einfallen der Muschelkalkschichten dem Auge weniger bedeutend erscheinen, als dies nach Höhenbestimmungen in der That der Fall ist. Da uns Höhenzahlen für ein und denselben geognostischen Horizont durch den ganzen Bezirk nicht zu Gebot stehen, so wählen wir zur Vergleichung Zahlen über die Höhenlage der 14–20 m mächtigen Lettenkohle.

| Der höchste Punkt der Bahnlinie Jagstfeld-Mergentheim, jenseits Station Eubigheim mit 366,6 m liegt in der Lettenkohle, welche auf der Wasserscheide zwischen Jagst und Tauber über 400 m Höhe ansteigt. Auf der Markung Oberkessach erreicht die Lettenkohle im Peterstein die Höhe von 365 m, auf der Höhe bei Hopfengarten 361 m, bei Roigheim im Hemmrichsholz und im Hohenten auf der Markung Bieringen 344 m, im Schiffarth bei Siegelbach 322 m. Mehr im Fallen der Schichten liegt die Lettenkohle bei Widdern am Seehaus 314 m, auf der alten Schanze 306 m, bei Sindringen auf dem Eisenhut und dem Trautenberg 298 m hoch. Dagegen liegen dieselben Schichten unterhalb Öhringen am Einfluß des Westerbachs in die Ohrn 215 m, bei Langenbeutingen 206 m, bei Neuenstadt 181 m, bei Oedheim 162 m. Die Grenze der Lettenkohle gegen den Keuper bei Neckarsulm 169 m, die Grenze der Lettenkohle gegen den Muschelkalk im Schacht von Friedrichshall 157 m und wiederum im Ansteigen der Schichten das kleine Fleckchen Lettenkohle auf dem Michelsberg bei Gundelsheim 227 m hoch.

Aber auch auf der linken Neckarseite fallen die Schichten dem Flusse zu, der somit eine tiefste Lage in der dortigen Gegend einnimmt. Wie schon erwähnt, liegt die obere Grenze der Lettenkohle bei Neckarsulm 169 m hoch, bei Heilbronn ist dieselbe Grenze bei 140 m, bei Biberach 189,5 m, bei Massenbach 213 m, bei Bonfeld liegt die Lettenkohle (nicht die Grenzschichte) 205 m, bei Fürfeld 226 m hoch.

Der beachtenswertheste Punkt unseres Bezirkes liegt da, wo in einer Entfernung von noch nicht 2 km Kocher und Jagst in den Neckar münden.

Da der Lauf dieser beiden Flüsse in neun verschiedene Oberämter fällt, so werfen wir hier an der Mündung einen Blick auf ihren ganzen Lauf zurück.

Unter allen Nebenflüssen des Neckars haben es Kocher und Jagst allein zu einer gewissen Selbständigkeit gebracht.

Die Länge ihres Laufes beträgt der Flußbahn nach gemessen 184 beziehungsweise 202 km. Sie sind somit die längsten Nebenflüsse des Neckars, der selbst bis zur Kochermündung 264 km zurücklegt.

Von dem Neckargebiet zwischen Alb einerseits, dem Schwarzwald und dem Odenwald andererseits gehört das Gebiet zwischen| Odenwald und Alb zum größten Theil dem Kocher und der Jagst an. Nach Kohlers Angaben beträgt das Flußgebiet des Neckars bis
zur Kochermündung 1600/0 Meilen,
des Kochersündung 0370/0 Meilen,
der Jagst.rmündung 0321/2 Meilen.
      Zusammen.ung 0691/2 Meilen.

Leider liegen keine Messungen der Wassermenge von Jagst und Kocher vor. Bei einem mittleren Wasserstand von 1,097 m am Heilbronner Pegel beträgt die Wassermenge des Neckars oberhalb der Kochermündung pro Sekunde 66,1 kbm und unterhalb der Jagstmündung pro Sekunde 80,1 kbm. Die Wassermenge des Neckars vermehrt sich somit durch den Zufluß an der Kocher- und der Jagstmündung um 14 kbm, hiezu kommt noch die Wassermenge des Jagstkanals, der bei Offenau mündet und dessen Wassermenge pro Sekunde bei mittlerem Wasserstand 3 kbm betragen wird, woraus sich eine Wassermenge des Kochers und der Jagst zusammen von 17 kbm pro Sekunde ergibt.

Kocher und Jagst mit ihrem so ausgezeichneten Parallellauf und der so großen Übereinstimmung in der Natur ihrer Thäler hat man nicht mit Unrecht das „Zwillingspaar“ unter den Nebenflüssen des Neckars genannt.

Der Kocher entspringt in einem Querthal der Alb, mit der einen Quelle am Albuch mit der anderen am Härdtsfeld; die Jagst im Quelltopf bei Walxheim, somit beide im Jura; sie durchbrechen den Keuper, die Lettenkohle, auf langem Wege den Muschelkalk, und treten, nachdem sie 2/3 ihres Laufes in nordöstlicher Richtung zurückgelegt haben, der Kocher von Ingelfingen bis Niedernhall, die Jagst von Klepsau bis Altkrautheim in den bunten Sandstein ein. An dieser Stelle machen beide Flüsse eine entschiedene Wendung nach Südwest, sie durchbrechen nochmals, aber in umgekehrter Richtung, die Schichten des Muschelkalks und münden im oberen Hauptmuschelkalk bei Kochendorf und Jagstfeld in den Neckar.

Die Länge ihres Laufes beträgt der Flußbahn nach gemessen, beim Kocher 184 km, bei der Jagst, welche den äußeren und darum größeren Bogen durchläuft, 202 km.

Die natürlichen Abschnitte im Verlaufe der beiden Flüsse bilden die Formationsgrenzen.

Der Juraformation gehört von dem Lauf des Kochers und der Jagst eine für beide Flüsse gleich lange Strecke von 22,9 km an.

| Mit dem Eintritt in den Keuper bei Hüttlingen und der Mündung des Aybachs bei Buch in die Jagst treten sich die beiden Flüsse zum ersten Male auf eine Wegstunde nahe. Im Keuper durchläuft der Kocher bis zur Rothmündung bei Gaildorf den längeren Weg mit 46,47 km gegen 35,06 km der Jagst bis zur Speltachmündung bei Jagstheim. Zwischen diesen beiden letzteren Punkten liegt die größte Entfernung beider Flüsse auf ihrem ganzen Lauf mit 25 km.

Der Kocher durchbricht bis zum Eintritt in die bunte Sandsteinformation bei Ingelfingen die Lettenkohle mit dem ganzen Muschelkalk in 64,52 km, die Jagst bis zur bunten Sandsteinformation bei Altkrautheim in 77,47 km. Hier im bunten Sandstein liegt die größte Entfernung der beiden Flüsse im Unterlauf von 9 3/4 km, wie im Keuper im Mittellauf, während sie sich im Muschelkalk bei Langenburg schon auf 41/2 km nahe getreten sind.

Von dem bunten Sandstein bei Niedernhall und bei Altkrautheim legt der Kocher einen Weg von 50,23 km, die Jagst von 63,59 km bis zur Mündung in den Neckar zurück. Auf dieser Strecke treten sich beide Flüsse mehrmals sehr nahe, insbesondere unterhalb Sindringen und bei Heuchlingen.

Der Ursprung des Kochers liegt 498,56 m hoch im weißen Jura, der Ursprung der Jagst 517,94 m im braunen Jura, also der letztere absolut höher, aber nicht soweit im Fallen der Schichten gegen Südosten, daher gleichwohl in dem geognostisch tieferen Horizont.

      Der Wasserspiegel des Kochers liegt: Meter.
beim Eintritt in den Keuper bei Hüttlingen 397,38
beim Eintritt in die Lettenkohle an der Rothmündung 324,95
im bunten Sandstein bei Ingelfingen 202,70
bei der Mündung in den Neckar 142,19
      Die Jagst dagegen liegt:
beim Eintritt in den Keuper unterhalb Buch 443,07
beim Eintritt in die Lettenkohle an der Speltachmündung bei Jagstheim 403,00
im Bunten Sandstein unterhalb Klepsau 230,50
an der Mündung in den Neckar 141,54

Die Jagst ist somit auf ihrem ganzen Laufe höher, mündet aber unterhalb des Kochers in den Neckar und ist der Höhenunterschied zwischen Roth- und Speltachmündung, wo Jagst und Kocher am weitesten entfernt sind, am bedeutendsten.

| Das Gefäll der beiden Flüsse ist auf der Strecke im Jura, also im Oberlauf am stärksten; es beträgt beim Kocher 0,442 %, bei der Jagst 0,326 %.

Im Keuper ist das Gefäll sehr schwach, beim Kocher 0,155 %, bei der Jagst sogar am kleinsten auf dem ganzen Lauf, nämlich 0,105 %.

Von der Rothmündung bei Gaildorf bis Ingelfingen fällt der Kocher um 122 m oder 0,189 %, die Jagst von Jagstheim bis Klepsau um 172 m oder 0,231 %, während die Mächtigkeit der von beiden Flüssen durchbrochenen Schichten der Lettenkohle, des Hauptmuschelkalks, der Anhydritgruppe, des Wellenkalks und Dolomits zusammen mindestens 220 m beträgt. Der Schichtenfall geht somit auf dieser Strecke dem Flußlauf entgegen.

Von Ingelfingen bis zur Mündung in den Neckar beträgt das Gefäll des Kochers 60 m oder 0,120 %, das der Jagst von Klepsau bis zur Mündung 99 m oder 0,128 %. Auf diesem Wege durchbrechen die beiden Flüsse die Schichten vom bunten Sandstein bis zum oberen Hauptmuschelkalk mit einer Mächtigkeit von 185 m, die Schichten fallen somit stärker als die beiden Flüsse, die auf dieser Strecke, wo sie in der Richtung des Schichtenfalls, also über die Schichtenköpfe hinweg fließen, ein schwächeres Gefäll haben, als auf dem Weg von der Lettenkohle zum bunten Sandstein, wo die Schichten in der Richtung gegen den Fluß fallen.

Dieser ausgezeichnete über 160 km lange Parallellauf von Kocher und Jagst ist keineswegs durch die Stellung der Schichten bedingt. Vielmehr wäre der Umstand, daß die Jagst durchaus höher liegt als der Kocher, einer Vereinigung beider Flüsse nur günstig gewesen. In der That geht auch unter den Bewohnern des Jagstthales da und dort die Sage von einem unterirdischen Zusammenhang beider Flüsse: es soll Wasser in der Jagst verfallen und im Kocher wieder zu Tag treten. Ja unterhalb Jagsthausen und Sindringen, wo sich Jagst und Kocher auf 11/2 km Entfernung nahe treten, sind die beide Thäler trennenden Gebirgsschichten eingesunken und liegen die Schichten an den Pfitzhöfen und auf der Höhe der Straße von Jagsthausen nach Sindringen tief unter dem gleichen geognostischen Horizonte am Trautenhof und den Pfahläckern, auch führt an diesem Punkte ein tiefer Wasserriß vom Kocherthal bis hart an den Rand des Jagstthales.

| Die beiden Flüsse treten sich am nächsten bei Langenburg, bei Sindringen und bei Heuchlingen, somit im oberen Muschelkalk und entfernen sich am weitesten im Keuper, im unteren Wellenkalk und im Röth des bunten Sandsteins. Eine der Hauptursachen des so lang gedehnten Parallellaufes der beiden Flüsse liegt offenbar in dem mehrmaligen Wechsel der von denselben durchbrochenen Gebirgsschichten, welche je nachdem sie aus Kalk oder vorherrschend aus Mergel bestehen, in so entgegengesetzter Weise bestimmend auf die Richtung des Flußlaufes einwirken.

Der Neckar tritt oberhalb Heilbronn in die Lettenkohlenformation ein, welche noch zwischen Neckarsulm und Kochendorf den Thalrand bildet. Auf große Strecken wie zwischen Neckar-Gartach und Ober-Eisisheim und zwischen Neckarsulm und Kochendorf, begleiten diluviale Kiesterrassen, die stellenweise zu harten Conglomeratbänken werden, über der Lettenkohle den Fluß, oder es senkt sich der Lehm von den sanft ansteigenden Höhen der beiden Ufer bis auf die Alluvionen der Thalsohle herab.

Bei Unter-Eisisheim am linken Ufer tritt zuerst noch schwach der Muschelkalk hervor, erst unterhalb der Kochermündung bespült der Neckar die erste circa 10 m mächtige Muschelkalkwand. Damit beginnt der romantische Durchbruch des Neckars durch den Hauptmuschelkalk, den der Fluß erst unterhalb Gundelsheim verläßt. Der ruinengeschmückte, malerische Steilrand auf dem linken Ufer verdankt seine Höhe nicht dem Muschelkalk und der hier bis an den Thalrand hervortretenden Lettenkohle allein, seine höchsten Partien, wie die Höhen hinter Wimpfen, bilden die unteren Keuper-Mergel. Schloß Heinsheim und die Burgen Guttenberg und Ehrenberg liegen auf Muschelkalk und erhält die letztere ihr Wasser aus der über derselben ansteigenden Lettenkohlenformation.

Den bedeutendsten mineralischen Schatz der Gegend, welchen die Salinen Friedrichshall, Offenau, Wimpfen und Rappenau gemeinschaftlich ausbeuten, hat Württemberg durch den Schacht bei Friedrichshall aufgeschlossen. Dabei wurden nachstehende Schichten durchsenkt:

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Mächtigkeit
in Meter.
     Ganze Tiefe.
Meter.
Lettenkohle 4,30 4,30
Hauptmuschelkalk 91,68 95,98
Anhydrit-Gruppe:
Dolomitische Kalkbänke und bituminöse Mergel 7,16 103,14
Anhydrit mit blättrigem Gips, Hallerde Blättriger Gips und Anhydrit, fester Anhydrit 50,06 153,20
Salzthon mit Fasergips und faserigem Steinsalz
Dolomitmergel mit Nestern v. Anhydrit durchzogen von Schnüren von Fasergips,
nach unten faseriges Steinsalz
Steinsalz 12,60 165,90
Anhydrit und Salzthon 1,72 167,62
Wellenkalk mit Myophoria orbicularis 4,37 171,89
Ganze Tiefe       171,89

In der obersten Schichte der Anhydritgruppe, den 7,16 m mächtigen dolomitischen Kalkbänken und Mergeln lag, 98,8 m unter dem Tagkranz des Schachtes, die wasserreiche Schichte, welche dem Schachtbau so bedeutende Schwierigkeiten bereitet hat.[2] Der Tagkranz des Schachtes liegt 161,17 m hoch, die Tiefe bis zur Fördersohle in der Grube beträgt 163,30 m, die letztere ist somit unter dem Meeresniveau.

Die durchschnittliche Mächtigkeit des Steinsalzlagers beträgt in der Grube 111/2 m. Die horizontale Ausdehnung des Lagers ist nicht bekannt; jedenfalls ist bei Offenau kein Steinsalz mehr, wie man aus dort angestellten Bohrversuchen weiß.

Das Dach des Steinsalzlagers in der Grube und, wie Bohrversuche gezeigt haben, ebenso auf dem linken Neckarufer, fällt, wie die Gebirgsschichten, von beiden Seiten dem Neckar zu und es nimmt im Ansteigen der Schichten die Mächtigkeit des Lagers ab.

Von dem 111/2 m starken Lager bleiben beim Abbau 70 bis 85 cm Steinsalz am Dach und 11/2 bis 13/4 m desselben| an der Sohle stehen. In dem ausgebauten Raume wird das Dach von 8 m hohen Steinsalzpfeilern getragen, so daß der ganze abgebaute Raum, aus dem bis jetzt über 16 Millionen Ctr. Steinsalz gewonnen wurden, einer imposanten Säulenhalle gleicht.

Das Salz selbst ist durchaus farblos, kristallinisch blättrig und erscheint nur durch das Mitvorkommen von Salzthon und thonigem Anhydrit hellgrau. Im Allgemeinen ist dasselbe sehr rein und sind kleinere Stücke von wasserhellem Krystallsalz ganz gewöhnlich. Die Reinheit des Lagers nimmt von oben nach unten ab und ist dasselbe oben mehr durch Anhydrit, der in großen Knollen mit abgerundeten Kanten vorkommt, unten mehr durch Thon verunreinigt; doch betragen diese Beimischungen von dem geförderten Salz nach dem Scheiden nur circa 2 %.

Stellenweise durchsetzt Thon in senkrechten Striemen von 2 bis 3 cm Durchmesser das Lager; wird eine solche Masse bis zu 1′ und noch stärker, was da und dort bis auf Manneshöhe vorkommt, so sagt der Bergmann: „es steht ein Mann im Salz“.

Fasersalz findet sich meist im Dach als Auskleidung kleiner Klüfte und außerdem weingelb gefärbt bis zu 70 mm stark, aber selten auf der Sohle des Lagers.

Bläschen mit Gas und Flüssigkeit gefüllt sind in Krystallsalzstücken nicht selten. An einer Stelle der Grube kam man auf Salz, das sehr häufig kleine Bäschen enthielt, die beim Schlitzen des Salzes, was durch Auflösen des Salzes mit einem dünnen Wasserstrahl geschah, mit einem lauten Knall, wie von einer Peitsche, zersprangen.

Beim Anbohren des Dachs zeigte sich an einer Stelle eine starke aber vorübergehende Gasentwicklung.

An verschiedenen Stellen der Grube, insbesondere in der Nähe des Schachts, finden sich auf der Sohle, wo sonst das Steinsalz weniger rein zu sein pflegt, große, wasserhelle Blöcke von Steinsalz, die auf der Unterseite auf einem Besteg von dunklem Thon aufliegen.

Einige dieser Blöcke wurden mit besonderer Sorgfalt ganz aus dem Gebirge herausgehauen. Ein solcher Block befindet sich im Stuttgarter Naturalienkabinet, ein anderer im Gewicht von 16 Ctr. war im Jahr 1867 in Paris, ein weiterer 32 Ctr. schwer im Jahr 1873 in Wien ausgestellt.

Der Bahnhof Jagstfeld liegt in den obersten Bänken des Hauptmuschelkalks, der in der gleichen Höhe befindliche Bahnhof Offenau in der Lettenkohle, also in einem geognostisch höheren| und nicht, wie man nach dem Fallen der Schichten erwarten sollte, in einem geognostisch tieferen Horizonte als der Bahnhof Jagstfeld. In der Lettenkohlenmulde bei Offenau sollen früher mehrere Soolquellen entsprungen sein, eine davon fließt noch jetzt am unteren Ende des dortigen Lauers in den Neckar. Offenau ist daher eine alte Saline und ein noch älteres Soolbad. Als die Quellen ärmer wurden und nicht mehr für die dortige Saline genügten, wurde bei Offenau gebohrt, sogar bis in den bunten Sandstein, ohne daß man dabei auf Salz kam. Dieselbe Erfahrung hat man in Hall und in Sulz gemacht. In Wilhelmsglück und in Bergfelden wurde Salz gefunden, wie in dem 1 Stunde von Offenau entfernten Friedrichshall, und nicht im Gebiete der Soolquelle selbst, die wohl nur die Auslaugung eines zerstörten Salzgebirges ist, über dem bei Offenau die Schichten eingesunken sind.

Zwischen Offenau und Gundelsheim stehen die Schichten des Ceratites nodosus an, also mittlerer Hauptmuschelkalk.

Die erste bedeutende Höhe auf dem rechten Ufer unterhalb Offenau ist der Michelsberg bei Gundelsheim (226,57 m), auf dem noch ein wenig Lettenkohle aufliegt, aus der die Quelle auf der Höhe des Berges hervorkommt. Am Fuß des Berges, da wo der Fluß die Landesgrenze verläßt, tritt der Neckar in das Anhydritgebirge ein; der Michelsberg repräsentirt daher mit seiner Höhe über dem Neckar die volle Mächtigkeit des Hauptmuschelkalks, welcher hier 92 m beträgt.

Von dem Michelsberg nur durch den Neckar getrennt, liegt der Hühnerberg bei Haßmersheim, an dessen Fuß zwar die Anhydritgruppe noch herauskommt, der aber der Hauptsache nach aus Encrinitenkalken besteht, welche noch auf dem höchsten Punkte des Berges anstehen.

Am südöstlichen Abhang des Hühnerberges wurde 1822 bis 1823 von der badischen Regierung auf Salz gebohrt, aber ohne Erfolg. Dagegen drang aus der Tiefe von 127 bad. Fuß ein starker, artesischer Brunnen von 6 % Salzgehalt mit großer Gewalt hervor[3], was ganz der Stellung der Schichten entspricht, die auch hier von beiden Seiten dem Neckar zu fallen und daher das Wasser dem tiefsten Punkte zuleiten, in dem es hier erbohrt wurde.

| In den großartigen Steinbrüchen am Hühnerberg folgen

von unten nach oben:

Meter.
Eine Kalkbank zu Pflastersteinen 0,14
Schieferthon zu Cement 0,57
Eine Kalkbank zu Pflastersteinen 0,14
Schieferthon zu Cement 1,15
Eine Kalkbank zu Pflastersteinen 0,43
Schieferthone zu Cement 1,43
I. Encrinitenbank 0,28
Schieferthon 2,00
II. Encrinitenbank 0,57
Schieferthon 0,57
III. Encrinitenbank 0,57
Dichte Kalkbänke ohne Zwischenmittel 8,60
3 Bänke besonders reich an Encriniten und Terebrateln 3,00

Die Encrinitenbänke I–III sind ganz erfüllt mit Petrefakten und ist der Reichthum dieser Schichten hieran ein ganz außerordentlicher.

Die Kalksteine und Thone werden direkt ins Schiff auf dem am Fuß des Berges vorüberfließenden Neckar verladen und gehen die Kalksteine für die neue Sodafabrik nach Heilbronn, die Thone zur Cementfabrikation nach Mannheim.

Etwas unterhalb der Burg Hornberg, auf dem rechten Neckarufer ist ein Stollen auf Gips im Anhydritgebirge getrieben. Zwischen Haßmersheim und Hochhausen tritt der Neckar in den Wellenkalk ein, der an der steilen Wand hart am Neckar, gegenüber Neckarzimmern gebrochen, und zur Cementfabrikation nach Mannheim geführt wird. Eine Thonschichte in der Sohle des Bruchs ist reich an Lima lineata und wenige Schritte stromaufwärts liegt darüber eine Spiriferinenbank mit Spiriferina hirsuta und fragilis, großen Austern und zahlreichen anderen Petrefakten.

Am Weg vom Bahnhof Neckarelz nach dem Schreckhof ist eines der schönsten Profile der Gegend im Wellendolomit und Wellenkalk. Die Grenze zwischen dem hier sehr versteinerungsreichen Wellendolomit und dem darüber liegenden Kalk bilden roth gefleckte Kalkbänke, dann folgt die Hauptmasse des versteinerungsleeren Wellenkalks. Oben aber, wo der Weg aus der Schlucht nach dem Schreckhof abbiegt, liegt eine Breccienbank mit Criniten, darüber Rhizocorallium Jenense und nach oben abermals eine Crinitenbank. Dann werden die bis hieher wellenförmigen,| dunklen Schiefer eben und aschgrau, Myophoria orbicularis liegt frei im Gestein, daneben Blättchen mit Gasteropoden. Den Schluß machen Kalkplatten, gepflastert mit Myophorien, zum Beweis, daß man nicht mehr fern von dem Anhydritgebirge ist, was, wenn man vom Schreckhof neckaraufwärts sieht, jedenfalls einem sehr starken Einfallen der Schichten entspricht.

Bei Neckarelz tritt der Neckar in den bunten Sandstein; bei Zwingenberg und Eberbach steht man schon ganz in dieser Formation. Die engen Thäler mit ihren steilen Seitenwänden, die massigen, gerundeten Bergformen erinnern lebhaft an den Schwarzwald, aber der Wald, der auch hier an den Bergen von oben bis unten reicht, ist nicht wie dort Nadelwald, sondern Laubwald, was der ganzen Landschaft bei aller Ähnlichkeit ein doch so verändertes Ansehen gibt.

Das Jagstthal ist, soweit es unserem Bezirke angehört, ein typisches Muschelkalkthal: in zahlreichen, weit ausgebogenen Schleifen verläuft der Fluß zwischen tief eingeschnittenen, steilen Seitenwänden, die sich nicht selten in Einem ununterbrochenen Hang bis zur Lettenkohle erheben, welche über dem Thal das ebene Feld bildet und gegen die der Muschelkalk mit scharfem, vom Thal aus deutlich erkennbarem Rande absetzt.

Bei Schönthal, also noch außerhalb des Bezirkes, stehen die Encrinitenbänke über der Thalsohle an. Siebenzehn Kilometer thalabwärts bei Möckmühl liegen in gleicher Höhe über der Jagst dieselben Schichten im Schwärzergraben, der von der Jagst zum Schwärzerhof hinauf führt, und am Bahnhof Möckmühl sind die Hornsteinkalke auf der Grenze zwischen Anhydritgruppe und Hauptmuschelkalk. In den steilen Berghalden zwischen Möckmühl, Widdern und Jagsthausen, die meist bis zur Lettenkohle hinauf reichen, wie auf dem rechten Ufer der Jagst gleich oberhalb Möckmühl oder an der ersten Schlinge der Jagst unterhalb Widdern u. s. w., haben wir daher die volle circa 90 m betragende Mächtigkeit des Hauptmuschelkalkes vor uns. Zwischen Siglingen und Neudenau liegen in der Thalsohle schon die Nodosusschichten und an der Mündung der Jagst, wo die Bahnlinie nach Offenau die Jagst überschreitet, stehen die obersten Schichten des Hauptmuschelkalkes an. Die Jagst verläuft somit von Jagsthausen bis Möckmühl in der Nähe der Grenze des Anhydrits gegen den Hauptmuschelkalk, also in dem wasserreichsten Horizonte des Muschelkalkes, aus dem Jagsthausen, Widdern und Möckmühl ihr Trinkwasser| schöpfen. Siglingen hat Brunnen in dem Kies der Thalsohle, schon Neudenau und die Orte thalabwärts leiten ihr Wasser aus der auf der Höhe anstehenden Lettenkohle herbei.

Im Schwärzergraben ist der untere Hauptmuschelkalk besonders deutlich aufgeschlossen. Es folgen hier von unten nach oben:

Meter.
Eine Hornsteinbank, Grenze zwischen der Anhydritgruppe und dem Hauptmuschelkalk 0,14
Gelbe Mergelkalke ohne Petrefakten 2,86
Rauhe Kalkbänke bedeckt mit Lima und Ostrea, nach oben körnige Kalkbänke 2,00
Schieferthone und Kalkschiefer, körnige Kalkbänke nach unten mit einer Encrinitenbank. In der ganzen Abtheilung großer Reichthum an Petrefakten, Myophoria vulgaris und laevigata, Gervillia socialis und costata, Pecten Alberti, Ortrea Buccinum gregarium und andere Gasteropoden etc. 9,00
Encrinitenbank 0,57
Schieferthon 0,57
Plattige Kalke mit Terebratula vulgaris 0,57
Dicke Encrinitenbank 1,14

Darüber sind dicht geschlossene Kalkbänke, in welchen Ceratites nodosus, nach oben die Terebratula cycloides liegt, welche sich überhaupt auf dem rechten Jagstufer in großer Ausdehnung an zahlreichen Stellen, so bei Sennfeld, zwischen Unter-Kessach und Volkshausen, südöstlich von Adelsheim, bei Bittelbronn, bei Hergenstadt u. s. w., findet.

Die Ähnlichkeit dieses Profils mit dem am Hühnerberg ist unverkennbar: an beiden Stellen sind die unteren Encrinitenbänke von den oberen durch mächtige petrefaktenreiche Schichten getrennt und kommen hier wie dort mit den oberen Encrinitbänken zugleich terebratelreiche Bänke vor.

Die höheren Schichten des Hauptmuschelkalkes sind im Schwärzergraben nicht aufgeschlossen, erst auf der Höhe erkennt man an dem veränderten Boden, daß man in der Lettenkohle ist, auf welcher der Schwärzerhof steht.

Bei Widdern und Möckmühl münden die Kessach und die Seckach in die Jagst. Die Kessach entspringt oberhalb Hüngheim, die Seckach bei dem Orte Seckach, beide schon auf badischem Gebiet. Diese beiden Bäche legen ihren langen Weg von der Quelle bis zur Mündung ausschließlich im Anhydritgebirge| zurück und kommen von einem hochgelegenen Muschelkalkplateau herab, das nur an wenigen Stellen von Lehm bedeckt ist.

Wandert man von Möckmühl oder Widdern eines dieser beiden stillen Wiesenthaler dem Bach entlang hinauf, so ist man erstaunt, alle paar hundert Schritte einen kleinen Wasserfall zu finden; kaum hat das Getöse des einen verhallt, so beginnt schon das Rauschen des nächsten. Der Bach fällt hier über eine Reihe natürlicher, von ihm selbst gebildeter Wehre von Kalktuff, deren Entstehung man an einzelnen Steinen noch recht wohl erkennt: in dem löcherigen Gestein stecken noch die Stengel der Moose, welche der Kalktuff übersintert hat, die Spitzen wachsen aber in dem feuchten Gestein kräftig weiter und geben durch immer erneute Entziehung von Kohlensäure, dem Lösungsmittel des Kalks im Wasser, zu ferneren Incrustationen und damit zu immer neuer Gesteinsbildung Veranlassung. Zwischen einem und dem anderen Wasserfall scheint das Wasser still zu stehen und ist hier der Bach auffallend tief, während die Höhe des darauf folgenden Wasserfalls nicht über einige Fuß beträgt. Diese Wasserfälle wiederholen sich bis weit hinauf über Sennfeld und Oberkessach.

Der Kalktuff spielt auch sonst in beiden Thälern eine Rolle. Oberhalb Widdern sind an der Kessach Gruben im Tuffsand; am Bahnhof Adelsheim stehen mächtige Tuffsande an und ein Theil der Stadt steht auf Tuff; in Roigheim steht die Kirche und die angrenzenden Häuser im Kalktuff.

Diese sporadischen und doch lokal so mächtigen Ablagerungen von Kalktuff können nicht durch den Kalkgehalt erklärt werden, welchen das Wasser aus dem Hauptmuschelkalk mitbringt, da hier nirgends Quellen mit starkem Gehalt an Kohlensäure bekannt sind, welche an anderen Orten solche Niederschläge erzeugen und das Vorkommen von Kalktuff nicht in dem Hauptmuschelkalk, sondern vielmehr in dem Anhydritgebirge liegt und sich ganz analog ebenfalls innerhalb des Bezirks in den Gipsmergeln des Keupers wiederholt, wo der Kalktuff von Quellen abgesetzt wurde, welche kein Kalkgebirge zuvor passirt hatten. Die bituminösen Mergel, mit welchen der Gips vorkommt, wirken vielmehr unter Entwicklung von Kohlensäure reducirend auf den Gips ein, wodurch derselbe zu Schwefelcalcium wird, aus welchem sich unter der Einwirkung von Wasser und Kohlensäure der als Kalktuff abgesetzte kohlensaure Kalk und Schwefelwasserstoff bildet.

In Roigheim treffen wir beide Produkte dieser Zersetzung, Kalktuff und Schwefelquellen.

| Die letzteren kommen aus einem graulichen, Schnecken enthaltenden Tuffsand hervor, der unter dem Roigheimer Torffelde liegt, welches die Eisenbahn quer durchfährt. Bei dem Bahnbau mußte der sumpfige Untergrund des Dammes an dieser Stelle tief ausgehoben werden, und hat sich dabei gezeigt von oben nach unten:
Lehm 2 m
Torf 5 m
Tuffschlamm mit Schnecken 3–4 m
Flußkies –  m

Wo der Tuffsand in der Nähe der Roigheimer Mühle zu Tage geht, sind zwei Schwefelquellen und sollen in dem Torffeld, überall wo man bis in den Tuff hinunter bohrt, solche Quellen hervorkommen, die noch reicher an Schwefelwasserstoff sein sollen, als die Quellen an der Mühle.

Die Torfgewinnung hat jetzt bei Roigheim ganz aufgehört, in früheren Jahren soll aber viel Torf gewonnen und nach Züttlingen und Offenau verkauft worden sein.

An der östlichen Thalseite wird bei Roigheim der Gips der Anhydritgruppe unterirdisch abgebaut. Im Jahr 1860 wurde hier ein 230 m langer Stollen angelegt, durch den der unter der Stollensohle gelegene Gipsstock in einer Art Pfeilerbau circa 6 m hoch abgebaut wird. Der graue Gips baut sich schön weiß und soll gebrannt sehr beliebt sein; dagegen hat der Absatz von ungebranntem Gips zu landwirthschaften Zwecken sehr nachgelassen. Die jährliche Produktion ist derzeit 6000 bis 9000 Ctr.; der gebrannte Gips wird zu 90 Pf., der ungebrannte zu 18 Pf. pro Ctr. verkauft.

Bedeutender als dieser Gipsbergbau ist der Lettenkohlensandsteinbruch auf der Höhe über Roigheim im Hemmrichsholz, einer der schönsten Sandsteinbrüche des Landes. Der circa 61/2 m mächtige Sandstein gibt oben schöne Platten, unten Werksteine in größten Dimensionen, wie man sie schöner kaum wieder finden wird. Von hier kamen Steine zu den Bauten der angrenzenden badischen und württembergischen Bahnen, zu dem neuen Justizgebäude, der katholischen Kirche, der Garnisonskirche, der Gewerbehalle u. s. w. in Stuttgart, zu der Kirche in Heslach, ja sogar bis nach Frankfurt sollen von hier aus Steine geliefert werden.

Das Kocherthal liegt, wie wir schon oben gesehen haben, auf seinem ganzen Verlauf tiefer als das Jagstthal. In unserem Bezirke, wo der Kocher sogar oberhalb der Jagst in den Neckar| mündet, gleicht sich dieser Unterschied aus. Es beträgt die Höhe des Wasserspiegels der Jagst:
Meter.
      bei Widdern 181,33
      b"" Möckmühl 171,75
      b"" Siglingen 162,31
      b"" Untergriesheim 148,63
      b"" der Mündung 141,54
des Kochers:
      bei Kochersteinsfeld 164,50
      b"" Neuenstadt 158,11
      b"" Degmarn 154,14
      b"" Oedheim 150,50
      b"" der Mündung 142,19

Da das Fallen der Schichten in der Richtung von der Jagst zum Kocher ein sehr bedeutendes ist, so treten am Rande des Kocherthals, soweit es unserem Bezirke angehört, nur die oberen Schichten des Hauptmuschelkalkes noch als ein niederer Rand hervor und ist das Kocherthal, verglichen mit dem Jagstthal, ein niederes flaches Thal, in dem stellenweise die Lettenkohle und der Lehm, welche die Ebene über dem Thal bilden, bis in das letztere herabziehen.

Das Kocherthal ist daher geognostisch viel einförmiger, als das Jagstthal. Aber gerade die obersten Bänke des Hauptmuschelkalkes, die dem ganzen Kocherthal entlang und namentlich zwischen Langenbeutingen und Bitzfeld in zahlreichen Punkten aufgeschlossen sind und weithin die Bau- und Straßensteine für die lehmbedeckte Ebene und die Straßen in den angrenzenden Keupergegenden liefern, ziehen das ganz besondere Interesse des Geognosten auf sich.

Am oberen Neckar schließen mächtige Dolomite, an der Tauber dolomitische Kornsteine und Terebratelbänke den Hauptmuschelkalk nach oben ab; hier im Gebiete des „Kalksteins von Friedrichshall“ überwiegt auch in den obersten Schichten der Kalk weitaus und tritt der Dolomit sehr zurück.

Der große Steinbruch im Langengrund bei Lampoldshausen gewährt einen sehr vollständigen Einblick in diese Schichten. Wir führen hier die einzelnen Bänke in der Ordnung von oben nach unten mit den theilweise bezeichnenden Namen auf, welche die dortigen Steinbrecher denselben geben:

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Meter.
Abraum, Lettenkohle 3,05
Dolomitisches Plättchen mit Fischschuppen, Bonebed 0,15
Gelblicher, dolomitischer Kalk, Straßen- und Mauerstein 0,57
Graue, körnige Kalkbank mit Koprolithen „stahlgraue Bank“ 0,57
Wellige Kalkbänke, außen weiß verwitternd, zu Straßensteinen verwendet, „Sattelbank“ 0,86
Dunkle Schieferthone ganz erfüllt mit Bairdien, durchzogen von 3–4 cm starken Kalkbänkchen von Estheria minuta 1,40
Kalkbank zu Straßensteinen, Knollenbank, „krotenschaalig“, und Kalkbank zu Bausteinen 1,15
Dolomitbänkchen zu schwarzem Kalk 0,20
Körnige Kalkbank zu Mauersteinen 0,40
Wohlgeschichtete Kalkbänke, oben Straßen- unten Mauersteine, „der siebenblätterige Kalk“ 1,00
Schieferthone 0,28
Körnige Kalkbank zu Deckelplatten für Dohlen 0,17
Unbrauchbare Bank, „der haarige“, unten ein Mauerstein 0,37
Schieferthon 0,20
Pflaster- und Mauersteinbänke mit Zwischenmittel von Thon 3,00
Die in die Augen fallendste Schichte in diesem Profil bildet der dunkle Schieferthon mit Bairdien und den dünnen Kalkbänken, welche zerschlagen Estheria minuta[4] in Menge zeigen. Diese Schichte fehlt nirgends und orientirt man sich nach ihr am leichtesten. Man findet dieselbe das ganze Kocherthal entlang bei Gochsen, Neuenstadt, Oedheim, ferner zwischen Langenbeutingen und Bretzfeld, der Kochermündung gegenüber, in dem hart am linken Neckarufer gelegenen, zur Markung Wimpfen gehörigen Steinbruch, auf den Bahnhöfen Wimpfen und Jagstfeld, auf dem rechten Jagstufer bei Sennfeld, Neudenau, Volkshausen, bis hinauf auf die Wasserscheide am Gräffinger Hof u. s. w. Unverändert findet sich diese Schichte noch mit den Bairdien und Estherien in dem großen Kalksteinbruch zwischen Hoffenheim und Sinsheim, wo man die meisten Bänke unseres oben mitgetheilten Profils wieder erkennt. Die hellverwitternde wellige Kalkbank über den Thonen und die zunächst unter den| Thonen liegenden Bänke sind ebenfalls sehr konstant, sie enthalten am häufigsten den Ceratites semipartitus. Die sog. stahlgraue Bank ist stellenweise, wie bei Volkshausen und am Gräffinger Hof, ganz bedeckt mit Myophoria Goldfusii. Das oberste Schichtchen mit Koprolithen und Fischschuppen enthält da und dort (Neuenstadt) Glauconit. Etwas tiefer, als unser Profil hinabreicht, liegt bei Neuenstadt, Bretzfeld und anderen Orten „der Blumenstein“, eine Gervillienbank, in der die Schalen dieser Muschel in blendendweißen Kalkspath verwandelt sind, was gegen den dunklen Kalk sehr absticht. In dieser Bank liegt bei Bretzfeld schon der Ceratites nodosus, den wir höher in dem Gebiete nicht wieder finden.

Bei Degmarn unterhalb Neuenstadt, wo die Lettenkohlenformation hart über dem Kocher einen Steilrand bildet, wurde schon vor 20 Jahren ein 53 m langer Stollen auf das Kohlenflöz der Lettenkohle getrieben. Außen ist das Flöz 5–8 cm dick, was nach innen aber bis auf 30 cm (?) steigen soll. Der verlassene Stollen wird daher derzeit wieder aufgeräumt. Einen Erfolg kann man sich aber auch hier von einem Bergbau auf eine so wenig mächtige und so unreine, lettige Kohle nicht versprechen.

Der Höhenzug des Keupers, landschaftlich die bedeutendste Zierde unseres Bezirks, löst sich gerade an der Grenze des Oberamtes in eine Reihe einzelner Berge auf, wie der Wartberg, der Stiftsberg, der Scheuerberg, die Berge von Dahenfeld und Cleversulzbach und weiterhin der Verrenberg und Lindelberg, über welche die Löwensteiner und Waldenburger Berge,wie auf der anderen Seite der Stromberg über den Heuchelberg hervorragen. Recht deutlich erkennt man die Liasinseln auf der Höhe der Löwensteiner Berge, nur darf man sich durch die Bewaldung nicht täuschen lassen, wo der Hochwald gegen den Niederwald plötzlich absetzt, wie dies derzeit bei dem Steinknickle, das ausschließlich aus Keuper besteht, der Fall ist.

Was von den Keuperbergen unserem Bezirke angehört, reicht, wie der Wartberg, die Weibertreu und der Heuchelberg, ebenfalls nur bis zum Schilfsandstein und erhebt sich 120 bis 150 m über Neuenstadt und 140–170 m über Neckarsulm.

Der geologische Aufbau dieser Berge ist ein sehr einfacher. Sie bestehen aus dem untersten und stärksten Keupergliede, den Gipsmergeln, deren Mächtigkeit am Scheuerberg zu 132,8 m, am Wartberg zu 146 m gemessen wurde. In ungefähr 2/3 der| Mächtigkeit dieser Mergel treten feste, regelmäßig geschichtete Steinmergelbänke, welche vereinzelt schon unten vorkommen, in größerer Anzahl auf und bilden am Scheuerberg und in der Gegend von Weinsberg eine landschaftlich sehr markirte Stufe, unter welcher der Gips liegt, welcher bei Neckarsulm, am Stiftsberg, bei Binswangen und sogar unterirdisch bei Cleversulzbach gewonnen wird.

Der Gips geht gemahlen neckar- und rheinabwärts und bildete früher noch mehr als dies in neuerer Zeit der Fall ist, einen Handelsartikel des Bezirks.

Über den Gipsmergeln tragen die Berge eine Kappe von Schilfsandstein, der sich auf der Grenze des Oberamts über Dahenfeld und Cleversulzbach zu kleinen Plateaus entwickelt.

Die Gipsmergel greifen weit über den Fuß dieser Berge hinaus und finden sich nicht nur am Lautenbacher Hof, bei Brambach im Wäschbach, im Kocherthal bei Gochsen und Kochersteinsfeld, sondern auch noch sehr verbreitet zwischen Jagst und Kocher, wo diese Mergel den westlichen Theil des Harthäuser Waldes bilden, zu dessen Erhebung sie wesentlich beitragen und wohl auch, in dessen östlichem und höchstem Theile über dem Seehaus, von Lehm bedeckt liegen. Auch westlich treten die Mergel noch in einer Reihe isolirter Punkte zu Tage, so am Schützenhof, im Donnerswald und im Hohenholz über Kresbach.

In diesen Gipsmergeln erscheint wieder, wie in den Mergeln der Anhydritgruppe, der Kalktuff und entspricht auch hier sein vereinzeltes Vorkommen ganz dem sporadischen Auftreten von Gipsstöcken in den Mergeln. Die bedeutendste Ablagerung von Kalktuff ist bei Stein, wo derselbe einen mächtigen Felsen bildet. Nicht so bedeutend ist das ähnliche Vorkommen ein Kilometer östlich von Stein, im Langen Grund und in dessen Seitenthal, sowie auf dem rechten Kocherufer unterhalb Degmarn.

So verbreitet die Keupermergel zwischen Kocher und Jagst sind, so überschreiten sie doch nirgends die letztere und finden sich auf deren rechtem Ufer nicht mehr.

Mit dem Schilfsandstein des Keupers bricht die Reihenfolge der geschichteten Gebirgsglieder des Bezirkes ab, von hier bis zum Eintritt der Diluvialzeit haben keine Ablagerungen mehr stattgefunden, denn der Lehm, der in so großer Ausdehnung die Oberfläche unseres Bezirkes bildet, gehört den diluvialen Bildungen an. Dieselben beginnen mit Geschieben, welche über dem Muschelkalk oder der Lettenkohle und unter dem Lehm| dem Rande des Neckar-Kocher- und Jagstthales entlang auf große Strecken zu Tage liegen. Wir finden dieselben, wie schon oben erwähnt, im Neckarthal bei Neckarsulm und Kochendorf, ferner oben an dem Thalrand östlich von Wimpfen, in weitem Bogen dem Jagstkanal entlang, von Duttenberg bis Offenau, bei Gundelsheim am Kocherkanal, von Hagenbach bis Friedrichshall, von Kochendorf bis Oedheim, bei Neuenstadt, Bürg und Gochsen, im Jagstthal namentlich, an dem Thurm über Herbolzheim beginnend, über Siglingen bis gegen Züttlingen und bei Jagsthausen. Die Mauersande an dem letzteren Orte und im Thal bei Siglingen, sowie die Sande im Lehm auf dem rechten Kocherufer gegenüber Oedheim stehen in engster Beziehung zu diesen Kiesen und sind wohl aus denselben ausgewaschen. Die Geschiebe selbst bestehen aus denselben Gesteinen, wie die heutigen Neckargerölle: helle Kalke, Marmor und Dolomit des weißen Jura überwiegen, nicht der Größe, aber der Stückzahl nach, dann finden sich Sandsteine, die man am liebsten dem Malmstein des Lias zuschreiben möchte, Kieselsandsteine des Keupers, Muschelkalk mit auffallend vielen Hornsteinen, die größten Stücke sind bunter Sandstein. Bei Gochsen bestehen die Geschiebe auf dem linken Kocherufer nur aus Muschelkalk und kennen wir dieselben höher hinauf am Kocher, wie oberhalb Jagsthausen an der Jagst nicht mehr. Wo auf der Ebene einer der zahlreichen Hohlwege oder ein Bach tief in den Lehm einschneidet, da stellen sich überall diese Geschiebe ein, die wohl in weit größerer Ausdehnung als dies beobachtet werden kann, das Liegende des Lehms bilden.

Unmittelbar über diesen Kiesen treten, schon im Lehm, faust- bis über kopfgroße Blöcke mit abgerundeten Kanten und Ecken namentlich da zu Tage, wo der Lehm an Mächtigkeit abnimmt, wie zwischen Oedheim und Untergriesheim, auf der Höhe über Herbolzheim und Siglingen, bei Höchstberg, Ilgenberg, Bachenau, sogar auf dem Schrammbiegel und der Hohenschön. Die Blöcke bestehen aus denselben Gesteinen wie die Gerölle, die größten sind auch hier bunter Sandstein.

Auf die angegebenen Höhen, von zum Theil mehr als 100 m über dem Neckar, hat jedenfalls der letztere diese mitunter über centnerschweren Blöcke nicht gebracht, deren eckige Form und ganzes Auftreten so sehr an erratische Blöcke erinnert.

Ebenfalls unter dem Lehm liegen die feuerfesten Thone und Sande, welche bei Siglingen und auf dem Schrammbiegel| bei Tiefenbach gegraben werden. Am letzteren Ort gewinnen 2 Fabrikanten von Heilbronn in 10 m tiefen Gruben jährlich 3–4000 Ctr. feuerfestes Material zu Backsteinen. Die Gruben am Wege von Siglingen nach Kreßbach, welche ganz das gleiche Vorkommen wie auf dem Schrammbiegel zeigen, sind kleiner und werden von Hafnern der Gegend zur Fabrikation von Kochgeschirren betrieben.

Die Gruben auf dem Schrammbiegel zeigen folgendes Profil:

Oben liegt immer Lehm circa 5 m, in welchem sich in den unteren 4,3 m kleine, stark manganhaltige Brauneisensteinknollen einstellen, welche der Lehmwand in den Gruben ein eigenthümlich getigertes Ansehen geben.

Hierunter folgt:

Ein Band mit mehr und größeren Brauneisensteinknollen, ebenfalls in Lehm 0,28 m
Ein kleines Zwischenschichtchen aus rothem Thon wird von den Hafnern als Glasur zu Kochgeschirren benützt.
Gerölle von buntem Sandstein, Hornstein, einem weißen Sandstein, der stark verwittert ist, stellenweise mit etwas feuerfester Erde 0,57 m
Gesprenkelter, gelber und bläulich grauer Letten. Blauer Letten. Grüner Letten nach dem Ausgraben braungelb.
Zusammen       1,72 m
Dann folgt das feuerfeste Material, auf welches gegraben wird, bestehend aus:
oben Thon bald mehr Thon
unten Sand bald mehr Sand zusammen
2,58 m
der Thon ist rein weiß, der Sand reiner Quarzsand.
Eine Kiesschichte mit Sand. Die Gerölle wie oben, bunter Sandstein, Hornstein und ein weißer Sandstein, von dem nicht angegeben werden kann, ob er aus dem Keuper oder den weißen Schichten des bunten Sandsteins stammt 0,3 m
Gesprenkelter Letten 0,2 m
Mergel und Dolomit der Lettenkohle.
Das oberste und mächtigste Glied des Diluviums ist der Lehm, der den größten Theil der Oberfläche des Bezirkes bildet; er liegt, nur durch das Thal der Brettach und einige kleinere Bäche unterbrochen, auf der ganzen Fläche zwischen dem Fuß der Keuperberge und dem linken Kocherufer von der östlichen Grenze des Bezirks bis zum Neckar, er bildet noch große zusammenhängende Flächen zwischen Kocher und Jagst, wird aber| hier schon da und dort, namentlich gegen Osten, von Lettenkohle oder Keupermergel unterbrochen; auf dem rechten Ufer der Jagst zwischen Schefflenz, Seckach und Kessach kommt der Lehm nur vereinzelt und in geringer Mächtigkeit vor.

Mit dieser Verbreitung geht Hand in Hand eine verschiedene Beschaffenheit des Lehms. Zu unterst liegt immer schwerer rothbrauner Lehm. So findet sich derselbe bei dem wenig mächtigen, vereinzelten Vorkommen im Gebiete der Seckach und Kessach bis hinaus nach Osterburken und der Wasserscheide zwischen Jagst und Tauber und enthält dann nicht selten die kleinen Erzknollen, welche wir in dem rothen Lehm der Thonerde-Gruben auf dem Schrammbiegel erwähnt haben, so z. B. beim Schustershof, im Schiffarth über dem Schwärzerhof, bei Hagenbach an der Landesgrenze u. s. w. Wo dagegen, wie in den tiefer gelegenen Theilen des Bezirkes, der Lehm sehr mächtig wird, da wird derselbe nach oben heller, feiner, er färbt dann mehlartig ab und bildet senkrechte Wände – er wird lößähnlich. Dies ist namentlich auf dem linken Kocherufer um so mehr der Fall, je mehr man von der östlichen Grenze des Bezirkes sich dem Neckar nähert, auf dessen linker Seite der eigentliche Löß liegt, der in unserem Bezirke auf das rechte Neckarufer nur bei Gundelsheim herübergreift. Eine bestimmte Grenze aber zwischen Löß und Lehm läßt sich nicht bezeichnen.

Auf dem rechten Jagstufer, zwischen der Schefflenz und dem Neckar erreicht der Lehm wieder die bedeutende Mächtigkeit wie auf dem linken Kocherufer. Im Volksmund heißt diese Gegend die „krumme Ebene“. Wer wissen will, was es mit dieser Ebene für eine Bewandtnis hat, auf der die Ortschaften Duttenberg, Höchstberg, Ilgenberg, Ober-Griesheim, Bachenau und Tiefenbach liegen, der muß zu Fuß von Neudenau nach Gundelsheim, quer über dieselbe hinweg gehen, dann führt der Weg von Neudenau bergauf und bergab ins Schefflenzthal (167,7 m), von hier hinauf nach Höchstberg (251 m), auf den Stahlbühl (277,1 m), dann tief hinab zur Müssig-Mühle, thalauf nach Tiefenbach (232,4 m), hinauf zum Schrammbiegel (278,5 m), bergab und wieder hinauf zur Hohenschön (279 m) und dann endlich tief hinab zum Bahnhof Gundelsheim (148 m).

Dieses von so tiefen Thälern durchschnittene Terrain, in welchem kaum 2 Orte mit einander verkehren können, ohne über Berg und Thal zu müssen, heißen die Bewohner des ebenen Theils unseres Bezirkes spottweise die „krumme Ebene“.

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Erhebungen und Höhenbestimmungen.[5]

Der niedrigste Punkt des Bezirks Neckarsulm ist zugleich der niederste des ganzen Landes; er befindet sich an der Landesgrenze bei Böttingen, wo der Wasserspiegel des Neckars nur noch 134,68 m über dem Meere liegt. Den höchsten Punkt des Oberamtsbezirks finden wir auf dem Plateaurücken beim Sülzhof, westlich von Bittelbronn, wo die Erdfläche am Landesgrenzstein Nro. 95 eine absolute Höhe von 349,47 m erreicht.

Die Thalsohle des Neckars steigt von 135 m bei Böttingen hinauf zu 148 m bei Neckar-Gartach; ihre mittlere Höhe berechnet sich also für den Bezirk auf 142 m. Die Thalsohle des Kochers liegt an der Mündung in den Neckar 142 m und bei Kochersteinsfeld 165 m über dem Meere. Die mittlere Höhe des Kocherthals ist daher für den Bezirk auf 154 m anzunehmen. Die Thalsohle der Jagst bewegt sich zwischen 142 m absoluter Höhe an der Mündung und 195 m an der Jagsthauser Brücke, erhebt sich also innerhalb unseres Bezirks im Mittel 169 m.

Die mittlere Erhebung der genannten Thalsohlen berechnet sich hienach für den Oberamtsbezirk zu 155 m über dem Meeresspiegel.

Die absolute Erhebung der Hochplateaus schwankt zwischen 235 m und 349 m und beträgt im Mittel 306 m.

Die mittlere Depression der Thäler erreicht somit den ansehnlichen Betrag von 151 m, welcher sich indessen auf mehrere Treppen vertheilt.

Von der Bezirksoberfläche fallen in die Höhenzone:

zwischen 100 u. 200 m üb. d. Meere 080,96 qkm od. 27,4 Proz.
zwischen 200 u. 300 m üb. d. Meere 161,02 qkm od. 54,6 Proz.
zwischen 300 u. 400 m üb. d. Meere 053,11 qkm od. 18,0 Proz.

Die mittlere Erhebung des Bodens, d. h. jene Höhe, welche die Bezirksoberfläche annehmen würde, wenn man die ganze Masse der Bodenerhebung, ohne Änderung ihrer Dichtigkeit, horizontal einebnen würde, berechnet sich zu 237,6 m.

Weiteren Aufschluß über die Höhenverhältnisse des Bezirks gibt das nachstehende Höhenverzeichnis, dessen Resultate einer neuen Vermessung vom Jahre 1876 entnommen sind.

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Trigonometrische Höhenbestimmungen.
Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
1. Markung Neckarsulm.
Neckarsulm, Stadtkirchthurm, Knopf 206,41
Neckarsulm, Stadtkirchthurm, Erdfläche, östl. Seite (Grenze M ζ, K α) 161,43
Wasserspiegel der Sulm unter der Straßenbrücke beim Gasthof zum Prinz Karl 148,19
Steinach, Signalstein, (Erdfläche (Gerölle auf M ζ) 165,26
Heilloses Loch, Liegendes der Gipsmergel (Grenze M ζ, K α) 169,21
Gottesacker, Signalstein, (Erdfläche (K α) 187,57
Weißhalde, Signalstein, (Erdfläche auf K α) 248,86
Scheuerberg I, Signalstein, oben 304,40
Scheuerberg I, Signalstein, Erdfläche (K β) 304,22
Hilbert, oberer Rand des Gipsbruchs (K α) 233,37
Hilbert, Sohle des Gipsbruchs (K α) 206,05
Hasenbieqel, höchste Stelle, Erdfläche (K α) 245,50
Hungerberg, Signalstein, (Erdfläche (Löß) 215,48
Daselbst, Wegscheide, Erdfläche (Obere Grenze der diluvialen Lößbedeckung) 222,60
Reisachmühle, Wasserspiegel der Sulm am Einlauf des Kanals 151,69
2. Markung Bachenau.
Bachenau, Kirchthurm, Knopf 261,87
Bachenau, Kirchthurm, Erdfläche, östliche Seite 240,37
Bei der Kirche, Hangendes des Lettenkohlensandsteins (M ζ) 230,52
Heiligenrain, Wasserspiegel der Bäche am Zusammenfluß 218,98
Hüttberg, Signalstein, oben 252,63
Hüttberg, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 252,42
Höh, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 282,89
Schrammbuckel, Signalstein, oben 288,35
Schrammbuckel, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 288,00
Schrammbiegel, höchste Stelle, Erdfläche (Löß auf M ζ) 291,18
3. Markung Binswangen.
Binswangen, Kirchthurm, Knopf 218,89
Binswangen, Kirchthurm, Erdfläche, östliche Seite (K α) 181,69
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Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
Winterhalde, Signalstein, oben 233,13
Erdfläche (Löß auf K α) 232,91
Wasserspiegel der Sulm am Einfluß des Kanals der Reisachmühle 151,69
Wachholder Rain, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (K β) 331,71
Mönchswald, Markungsgrenzstein Nr. 180, Erdfl. (K β) 316,74
4. Markung Bittelbronn.
Bittelbronn, Kapellthürmchen, Knopf 321,53
Bittelbronn, Kapellthürmchen, Erdfläche, östl. Seite (M δ) 308,26
Wasenäcker, Thalsohle im Straßenübergang (circa) (M δ) 288,00
Wäldle, Signalstein, oben 333,40
Wäldle, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 333,21
Allmand, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 334,60
Himmelfeld, Signalstein, Erdfläche (M δ) 309,32
5. Markung Böttingen.
Böttingen, Rathhaus; Erdfläche auf der nördlichen Seite (Thalschutt) 143,13
Steinigeäcker, Signalstein, oben 145,33
Steinigeäcker, Signalstein, Erdfläche (Thalschutt) 145,00
Haßmersheimer Neckarufer, Hängebank des Bohrschachtes 139,45
Daselbst im Bohrloch, Hang. des Wellenkalkes (Gr. M β, γ) 091,18
unt. d. Meere
Daselbst im Bohrloch, Hang. des Buntsandsteins (Gr. B ζ, M α) 005,96
über d. Meere
Wasserspiegel des Neckars am Austritt aus dem Lande (Gr. M γ, δ) 134,68
Michaelsberg III, Signalstein, Erdfläche (M δ) 226,57
Michaelsberg, Paßhöhe am Weg zum Böttingerhof 214,32
Michaelsberg, Kapelle, Thurm, Knopf 261,91
Michaelsberg, Kapelle, Erdfläche, östliche Seite (M δ) 241,75
6. Markung Brettach.
Brettach, Kirchthurm, Knopf 218,83
Brettach, Kirchthurm, Erdfläche, südl. Seite (M ζ) 186,62
Wasserspiegel der Brettach unter dem Mühlsteg 174,30
Rödern, Signalstein, Erdfläche (M ζ, Sandstein) 210,70
Riedweg, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 211,66
Flürle, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 242,55
Hohenstein, Signalstein, oben 222,03
Hohenstein, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 221,62
Reutersteig, Signalstein, Erdfläche (Löß auf K α) 211,90
|
Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
Brehmet, höchste Stelle der Felder (K α) 225,48
Himmelreich, Signalstein, Erdfläche (K β) 305,17
Weinstock, höchste Stelle, Erdfläche (ca.) (K β) 328,20
Birkenschlag, höchste Stelle, Erdfläche (K β) 336,35
Birkenschlag, Liegendes der festen Werksteinfelsen im Steinbruch 321,50
7. Markung Bürg.
Bürg, Kirchthurm, Knopf 218,92
Bürg, Kirchthurm, Erdfläche, nördliche Seite (Grenze M δ, ζ) 197,60
Neugreut, Signalstein, oben 253,08
Neugreut, Signalstein, Erdfläche, (Löß auf M ζ) 252,87
Schießhäusle, Signalstein, oben 264,86
Schießhäusle, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 264,56
Himmelreich (Scharfenäcker) Markungsgrenzstein, Erdfläche (K α) 261,93
8. Markung Cleversulzbach.
Cleversulzbach, Kirchthurm, Knopf 215,51
Cleversulzbach, Kirchthurm, Erdflache, östliche Seite 188,69
Wasserspiegel des Kieferthalbachs im Übergang der Ortsstraße 178,84
Vörrenberg, höchste Stelle, Erdfläche 225,19
Erbelbronnen, Markstein, Erdfläche (K α) 194,67
Kieferthalbach, Wasserspiegel bei der Diebsklingenbrücke 191,39
Hölzerner Ebene, Erdfläche im hohen Kreuzweg beim dreieckigen Stein 301,41
9. Markung Dahenfeld.
Dahenfeld, Kirchthurm, Knopf 257,19
Dahenfeld, Kirchthurm, Erdfläche, östliche Seite (K α) 224,21
Wasserspiegel des Baches unter der Ortsbrücke 204,54
Weißlesberg, Signalstein, oben 247,33
Weißlesberg, Signalstein, Erdfläche (Löß auf K α) 246,98
Haidle II, Signalstein, Erdfläche (Lehm auf K α) 230,97
Hüttberg, Signalstein, oben 303,03
Hüttberg, Signalstein, Erdfläche (K β) 302,76
Daselbst, Liegendes des Werksteins (Grenze K α, β) 297,22
Schlegelwald, höchste Stelle, Erdfläche (ca.) (K β) 322,72
Herrschaftsacker, Markstein, Erdfläche (K α) 264,77
Poppeliskloz, höchste Stelle, Erdfläche (K α) 273,07
Kappisrain, Markungsgrenzstein Nr. 180, Erdfl. (K β) 316,74
Daselbst, oberer Rand des Steinbruchs (K β) 308,99
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Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
10. Markung Degmarn.
Degmarn, Kirchthurm, Knopf 227,35
Degmarn, Kirchthurm, Erdfläche, östliche Seite (M ζ) 190,19
Weidach, Wasserspiegel des Kochers am Einfluß des Streitbaches 154,14
Mutzenberg; oberer Rand des Kalksteinbruchs auf der Flußterrasse (M δ) 172,10
Fröschgrube, höchste Stelle, Erdfläche (Löß) 215,67
Hohmarkstein, Signalstein, oben 213,49
Hohmarkstein, Signalstein, Erdfläche 213,17
11. Markung Duttenberg.
Duttenberg, Kirchthurm, Knopf 211,48
Duttenberg, Kirchthurm, Erdfläche, nordwestliche Seite 183,40
Rothkreuz, Signalstein, Erdfl. (Löß auf M ζ) 194,92
Dermuth, Signalstein, oben 234,86
Dermuth, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 234,74
Heuchlingen, Schloßthurm, Dachtraufe 193,19
Heuchlingen, Schloßthurm, Erdfläche (Grenze M ε, ζ) 173,03
Heuchlingerhöhe, Signalstein, oben 206,36
Heuchlingerhöhe, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 205,96
12. Markung Erlenbach.
Erlenbach, Kirchthurm, Knopf 215,83
Erlenbach, Kirchthurm, Erdfläche, südliche Seite (K α) 179,21
Unterwasen, Signalslein, Erdfläche (A) 161,90
Wasserspiegel der Sulm am Einfluß des Weinsberger Baches 161,13
Hübscher, Hangendes der Bleiglanzbank (K α) 189,70
Felsen, Signalstein, oben 302,66
Felsen, Signalstein, Erdfläche (K β) 302,15
Kaykreuz, Erdfläche (K β) 310,73
Kaywald, höchste Stelle des Südkopfs, Erdfläche (K β) 315,25
Vogelsang, Signalstein, Erdfläche (K α) 284,54
Mapplesberg (Abelsberg), Signalstein, Erdfläche 270,14
Sommerrain, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (K β) 319,28
Dahenfelderpfad, höchste Stelle der Felder, Erdfl. (K α) 230,71
Au, Oberamtsgrenzeckstein, Erdfläche (K α) 170,46
13. Markung Gochsen.
Gochsen, Kirchthurm, Knopf 242,42
Gochsen, Kirchthurm, Erdfläche, östliche Seite 192,60
Buchsmühlwiesen, Markstein, Erdfläche (A) 165,87
|
Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
Wasserspiegel des Kochers am Einfluß des Langengrundbaches (A) 163,36
Lerchenbühl, Signalstein, oben 264,73
Lerchenbühl, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 264,46
14. Markung Gundelsheim.
Gundelsheim, Stadtkirchthurm, Knopf 189,01
Gundelsheim, Stadtkirchthurm, Erdfläche, südl. Seite 153,18
Ziegelwiese, Signalstein, Erdfläche (Thalschutt) 140,90
Wasserspiegel des Neckars am Einfluß des Göckelbrunnenbachs 136,95
Horneck, Schloßthurm, Knopf 225,27
Horneck, Schloßthurm, Erdfl., nordöstliche Seite (M δ) 178,38
Duttenbergerkreuz, Signalstein, oben 203,05
Duttenbergerkreuz, Signalstein, Erdfl. (Löß auf M ζ) 202,75
Rebele, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 246,97
Hohschön, Signalstein, oben 279,98
Hohschön, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 279,69
Dornbach, Hohbaum, Signalstein, Erdfl. (Löß auf M ζ) 310,36
Seelbach, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (ca.) (M ζ) 321,33
15. Markung Hagenbach.
Hagenbach, Kapellthürmchen, Dachtraufe 181,31
Hagenbach, Kapellthürmchen, Erdfl., südöstliche Ecke (Gr. M ε, ζ) 165,95
Heuchlingerhöhe, Signalstein, oben 206,36
Heuchlingerhöhe, Signalstein, Erdfl. (Löß auf M ζ) 205,96
16. Markung Höchstberg.
Höchstberg, Kirchthurm, Knopf 272,45
Höchstberg, Kirche, Erdfl. auf der südöstlichen Seite (Löß auf M ζ) 250,97
Krautweg, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 277,08
Schafacker, Signalstein, oben 283,84
Schafacker, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 283,71
Bachmühle, Landesgrenzstein Nr. 350, Erdfläche 154,15
Wasserspiegel der Jagst am Einfluß der Schefflenz 149,93
17. Markung Jagstfeld.
Jagstfeld, Kirchthurm, Knopf 179,36
Jagstfeld, Kirchthurm, Erdfläche, östliche Seite 156,54
Gasthof zum Bad, Planum des Belvederes 157,24
Wasserspiegel des Neckars am Einfluß der Jagst 141,54
|
Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
Schienenhöhe der Station 154,15
K. Saline Friedrichshall, Fußboden im Schachtgebäude, Hängebank 161,17
Daselbst im neuen Schacht, Liegendes der Lettenkohlengruppe (Gr. M δ, ζ) 156,87
Daselbst Hangendes der Anhydritgruppe (Grenze M γ, δ) 062,33
Daselbst Hangendes des Steinsalzlagers 007,90
unt. d. Meere
Daselbst Liegendes des Steinsalzlagers 004,71
Daselbst Hangendes des Wellenkalks (Grenze M β, γ) 006,43
Daselbst Tiefstes vor Ort, im Wellenkalk mit Myophoria orbicularis 010,72
über d. Meere
Friedrichshall, Schienenhöhe vor d. Verwaltungsgebäuden 151,06
Friedrichshall, Brücke über den Kanal, Nullpunkt des eisernen Pegels 141,96
Wasserspiegel des Neckars am Einfluß des Kochers 142,19
18. Markung Jagsthausen.
Jagsthausen, Kirchthurm, Knopf 244,97
Jagsthausen, Kirchthurm, Erdfl., nördliche Seite (M δ) 211,44
Wasserspiegel der Jagst unter der steinernen Straßenbrücke 195,04
Stolzenhof, Rothergrund, Signalstein, oben 316,31
Stolzenhof, Rothergrund, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 315,95
Romertsbusch, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 289,57
Mittlerer Pfizhof, Gasthaus zur Krone, Erdfl. am Eingang (M ζ) 282,53
Unterer Pfizhof, Erdfläche im Hofraum (M ζ) 269,62
Ober-Gaufer, Signalstein, Erdfläche (M δ) 274,26
Bannholz, höchste Stelle, Erdfl. (M ζ) 329,60
Mosen II, Signalstein, Erdfl. (M ζ) 321,00
Leutersthal, Erdfläche im Hofraum (M ζ) 313,80
Heubirken I, Signalstein, oben 340,32
Heubirken I, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 340,14
19. Markung Kochendorf.
Kochendorf, Kirchthurm, Knopf 190,59
Kochendorf, Kirchthurm, Erdfläche, östliche Seite (M ζ) 153,18
Wasserspiegel des Neckars am Einfluß des Kochers 142,19
Fernsbach (Fundel), Signalstein, oben 179,83
Fernsbach (Fundel), Signalstein, Erdfläche 179,70
Wasserspiegel des Neckars am Einfluß der Sulm 143,57
Galgenberg, Signalstein, oben 204,37
Galgenberg, Signalstein, Erdfl. (Löß auf M ζ) 204,13
|
Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
20. Markung Kochersteinsfeld.
Kochersteinsfeld, Kirchthurm, Knopf 224,00
Kochersteinsfeld, Kirchthurm, Erdfl. östliche Seite (M δ) 192,15
Pfarrhaus, meteorologische Station, Nullpunkt des Barometers 197,28
Kochermühle, Wasserspiegel des Kochers am Einfluß des Steinbachs, unter dem Wehr 164,50
Flürle, Signalstein, oben 242,98
Flürle, Signalstein, Erdfl. (Lehm auf M ζ) 242,55
Schwalbenrain, oberer Rand des Kalksteinbruchs (M δ) 194,35
Bernhardsthal (Hirschberg), Signalstein, Erdfläche (M ζ) 268,26
An der Straß, Signalstein, oben 265,55
An der Straß, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 265,20
Straßen-Schlägle, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (ca.) 319,54
21. Markung Kocherthürn.
Kocherthürn, Kirchthurm, Knopf 206,14
Kocherthürn, Kirchthurm, Erdfläche, nördliche Seite (Gr. M δ, ζ) 173,09
Merzenrain, Signalstein, Erdfl. (Löß auf M ζ) 182,97
Mäurich, Grenze M ε, ζ, im Steinbruch 170,77
Wasserspiegel des Kochers am Einfluß des Streitbaches 154,14
Hungerberg, Signalstein, oben 223,55
Hungerberg, Signalstein, Erdfläche (Grenze M ζ, K α) 223,15
Hörnlesgrund, Markstein, Erdfl. (M ζ) 261,93
Brambach, Seewiesen, Markstein, oben 197,11
Daselbst, Wasserspiegel der Quelle (Grenze M ζ, K α) 196,35
Wolfsklinge, Markungsgrenzstein an der Straße, Erdfl. 228,03
22. Markung Lampoldshausen.
Lampoldshausen, Kirchthurm, Knopf 281,41
Lampoldshausen, Kirchthurm, Erdfl., nördl. Seite (M δ) 252,05
Oben im Ort, Wasserspiegel des Bachs im Straßenübergang 231,69
Krotenacker, Signalstein, Erdfl. (M ζ) 286,91
Brettacher Hofwald, höchste Stelle, Erdfl. (Lehm auf M ζ) 296,38
Tränkstube V, Signalstein, Erdfl. (M δ) 269,00
Daselbst, Bachsohle unter der Brücke (M δ) 267,96
Tränkstube, Grenze M ε, ζ im Steinbruch 275,34
Wachthäusle, Fahrbahn der Kreuzstraße (M ζ) 323,48
Göggelbach, Signalstein, Erdfl. (M ζ) 333,36
Fichtenwald (Rös), höchste Stelle, Erdfl. (ca.) (Lehm auf M ζ) 308,17
Bauzenacker, Signalstein, oben 290,92
Bauzenacker, Signalstein, Erdfläche (Lehm auf M ζ) 290,61
|
Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
23. Markung Möckmühl.
Möckmühl, Stadtkirchthurm, Knopf 222,97
Möckmühl, Stadtkirchthurm, Erdfläche, nördl. Seite (M γ) 177,74
Wasserspiegel der Jagst am Einfluß der Seckach 171,75
Schienenhöhe der Station (M γ) 179,76
Daselbst, Grenze M γ, δ an der Bahnböschung 188,49
Götzenthurm, Spitze der Flaggenstange 260,41
Götzenthurm, Dachtraufe 241,83
Götzenthurm, Erdfläche, südliche Seite (M δ) 214,07
Rothenrain, Markstein, Erdfl. (M ζ) 321,39
Altes Bannholz, höchste Stelle, Erdfläche (M ζ) 322,25
Junges Bannholz, höchste Stelle, Erdfläche (M ζ) 324,31
Siegelbach, Schiffert, Signalstein, oben 322,21
Siegelbach, Schiffert, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 321,85
Pappelhalde, Signalstein, Erdfläche (M δ) 272,86
Immertsberg (Emmerlensberg), Signalstein, Erdfl. (M δ) 251,60
Brandhölzle, Wohnhaus; Erdfl. am nördlichen Giebel 296,25
Wachthäusle, höchste Stelle der Fahrbahn in der Kreuzstraße (Lehm auf M ζ) 323,48
Sülzhof, nördl. Ökonomiegebäude, Erdfl. (M δ) 316,81
Sülz, Landesgrenzstein, Nr. 95, oben 350,22
Sülz, Landesgrenzstein, Nr. 95, Erdfl. (M ζ) 349,47
24. Markung Neuenstadt am Kocher (an der Linde).
Neuenstadt, oberer Thorthurm, Knopf 219,52
Neuenstadt, oberer Thorthurm, Erdfl. östliche Seite (M ζ) 181,07
Wasserspiegel, des Kochers am Einfluß der Brettach 158,11
Walterstheil, Signalstein, oben 225,47
Walterstheil, Signalstein, Erdfl. (Löß auf M ζ) 225,28
Neustädterstraße, Signalstein, oben 195,75
Neustädterstraße, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 195,33
Wasserspiegel der Brettach am Einfluß des Kieferthalbachs 166,33
Kirchberg, Hangendes des Grenzdolomits (Grenze M ζ, K α) 193,22
Sträßlesäcker (Schänzle), Signalstein, Erdfl. (Löß auf K α) 218,99
Dahenfelderschlag, höchste Stelle, Erdfläche (ca.) (K α) 245,12
Bergebene, höchste Stelle, Erdfläche (ca.) (K β) 333,56
25. Markung Ober-Griesheim.
Ober-Griesheim, Kirchthurm, Knopf 243,23
Ober-Griesheim, Kirchthurm, Dachtraufe 235,30
Ober-Griesheim, Kirchthurm, Erdfl., nördl. Seite (Thürschwelle) (Löß auf M ζ) 215,84
|
Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
26. Markung Oedheim.
Oedheim, Kirchthurm, Knopf 199,11
Oedheim, Kirchthurm, Erdfläche, östl. Seite (M δ) 165,11
Wasserspiegel des Kochers unter der Brücke 150,50
Ulrichshalde (Urigshalde), Signalstein, Erdfläche (M ζ) 163,03
Ulrichshalde Grenze M δ, ζ im Steinbruch 159,15
Neuhof, Signalstein, Erdfläche (M δ) 186,39
Falkenstein, Wohngebäude, Erdfläche am Eingang (M δ) 198,15
Hohmarkstein, Signalstein, oben 213,49
Hohmarkstein, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 213,17
Ruzenloch, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 207,24
Espenwald, Signalstein, Erdfläche (Löß mit Buntsandsteingeröllen auf M ζ) 204,57
Lautenbacherwiesen, Wasserspiegel des Lautenbachs (Grenze M ζ, K α) 195,63
Lautenbach, Pächterhaus, Erdfläche am südl. Giebel (K α) 208,08
Lautenbach, Signalstein, Erdfläche (Löß) 222,39
Reichertsberg, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 212,12
27. Markung Offenau.
Offenau, Kirchthurm, Knopf 179,37
Offenau, Kirchthurm, Erdfläche, östliche Seite (Löß) 147,17
Thalweg, Signalstein, oben 148,14
Thalweg, Signalstein, Erdfläche 148,06
Clemenshall, K. Saline, kleines Bohrhaus, Erdfläche 147,35
Clemenshall, großes Bohrhaus, Erdfläche am nördl. Portal 149,49
Daselbst, Hängebank der Bohrlöcher Nr. 1 und 2 150,01
Daselbst, Liegendes des Hauptmuschelkalks in Nr. 2 058,31
Daselbst, Hangendes des Steinsalzlagers in Nr. 1 007,88
unt. d. Meere
Daselbst, Tiefstes vor Ort in Nr. 1 (im Steinsalz) 000,71
über d. Meere
Wasserspiegel des Neckars am Einfluß der Jagst 141,54
Ziegelhütte, oberer Rand des Steinbruchs 160,21
Steinbruch, Signalstein, oben 160,93
Steinbruch, Signalstein, Erdfläche 160,86
Eichacker I, Signalstein, Erdfläche (M ζ, Sandstein) 186,29
Grasberg, Hangendes des Hauptmuschelkalks im Steinbruch 156,36
Untere Gerechtigkeitswiesen, Markstein Nr. 57, Erdfl. 142,38
Daselbst, Wasserspiegel des Neckars 138,30
Duttenbergerkreuz (Langenroth), Signalstein, oben 203,05
Duttenbergerkreuz (Langenroth), Signalstein, Erdfläche 202,75
|
Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
28. Markung Olnhausen.
Olnhausen, Kirchthurm, Knopf 232,21
Olnhausen, Fahrbahn der Staatsstraßenbrücke im Ort 199,44
Hörnle II, Signalstein, oben (M ζ) 291,37
Hörnle I, Signalstein, oben (M δ) 316,92
Ober-Gaufer, Signalstein, oben 274,68
Ober-Gaufer, Signalstein, Erdfläche (M δ) 274,26
Waldbach, Signalstein, oben 291,77
Waldbach, Signalstein, Erdfläche 291,37
29. Markung Roigheim.
Roigheim, Kirchthurm, Knopf 258,88
Roigheim, Kirchthurm, Erdfläche, östliche Seite (M γ) 219,33
Uttenhalde, Wasserspiegel des Seebrunnens (M γ) 197,47
Wasserspiegel der Seckach am Einfluß des Uttenbachs 191,35
Geigerhalde, Signalstein, Erdfläche (M δ) 304,56
Hemmrichsholz, oberer Rand des Werksteinbruchs (M ζ) 344,37
Himmel, höchste Stelle der Felder, Erdfläche (M ζ) 332,70
Im geschworenen Holz, höchste Stelle, Erdfläche (M ζ) 345,91
Heimath (Heumad), Signalstein, oben 343,43
Heimath (Heumad), Signalstein, Erdfläche (M ζ) 343,07
Mühlbacherweg, höchste Stelle an der Landesgrenze, Erdfl. 338,50
Forst, Signalstein, oben 321,41
Forst, Signalstein, Erdfläche (M δ) 321,16
Breitenloch, südliche Kuppe, Erdfläche (M δ) 277,00
Steine, Signalstein, oben 339,10
Steine, Signalstein, Erdfläche (M δ) 338,84
Weidach, höchste Stelle des Waldes, Erdfläche 329,60
Rödern, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 325,73
30. Markung Siglingen.
Siglingen, Kirchthurm, Knopf 200,34
Siglingen, Kirchthurm, Erdfläche, südliche Seite (M δ) 173,09
Schienenhöhe der Station 174,92
Wasserspiegel der Jagst am Einfluß des Klingenbachs 162,31
Forstberg, Signalstein, Erdfläche (faust- bis kopfgroße Buntsandsteingerölle
auf M ζ Sandstein)
245,18
Höhe, Signalstein, oben 284,78
Höhe, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 284,47
Kresbach, Schulhaus, Erdfläche am westlichen Giebel 245,84
Kirchfeld, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 263,95
|
Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
Ziegelhüttefeld, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 287,19
Hohenberg, östliche Plateauspitze, Erdfläche (Gr. M δ, ζ) 250,28
Kalben I. Signalstein, Erdfläche (M ζ) 288,62
Bergfeld, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 283,79
Halde, Signalstein, Erdfläche (M ζ, Sandstein) 266,52
Reichertshausen, Schulhaus, Knopf des Dachreiters 286,27
Reichertshausen, Schulhaus, Erdfläche am südöstl. Giebel (M ζ) 269,32
Am Schloßberg, Hangendes der Limabank (M δ) 233,00
Daselbst, Wasserspiegel der aufsteigenden Bachquelle (Gr. M γ, δ) 225,08
Gemeindewald, Wasserspiegel des Klingenbachs unter dem Wasserfall bei der Brücke 214,05
Lichtenweiler, Signalstein, oben 325,77
Lichtenweiler, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 325,62
31. Markung Tiefenbach.
Tiefenbach, Kirchthurm, Knopf 254,91
Tiefenbach, Kirchthurm, Erdfläche, westl. Seite 232,44
Kirchwiesen, Wasserspiegel der Bäche am Zusammenfluß 229,97
Am Schrammbuckel, oberer Rand der Thongrube 278,58
Mühlhalde, oberer Rand des Steinbruchs (Löß) 269,17
Mühlhalde, Hang der festen Werksteinfelsen (M ζ) 255,77
Mühlhalde, Sohle des Steinbruchs (M ζ) 246,17
Schlauch, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 270,41
In der Hempern, oberer Rand des Graf’schen Werksteinbruchs 267,18
Daselbst, Hangendes der 12 m mächtigen kompakten Werksteinfelsen (M ζ) 262,92
Dachsberg, Signalstein, oben 303,52
Dachsberg, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 303,27
32. Markung Unter-Griesheim.
Unter-Griesheim, Kirchthurm, Knopf 191,50
Unter-Griesheim, Kirchthurm, Erdfläche, westl. Seite 159,02
Wasserspiegel der Jagst unter der Straßenbrücke 148,63
Wasserspiegel der Jagst am Einfluß der Schefflenz 149,93
Plattenacker, Signalstein, Erdfläche (Häng. von M δ) 193,67
Höhe, Signalstein, oben 232,36
Höhe, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 232,17
Leiden, Landesgrenzstein Nr. 373, oben 244,56
Leiden, Landesgrenzstein Nr. 373, Erdfläche 243,89
|
Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
33. Markung Widdern.
Widdern, Stadtkirchthurm, Knopf 217,22
Widdern, Stadtkirchthurm, Erdfläche, nördl. Seite (M γ) 184,38
Wasserspiegel der Jagst am Einfluß der Kessach 181,33
Leren, Signalstein, Erdfläche (Grenze M δ, ζ) 283,67
Steigpfad, Signalstein, Erdfläche (M δ) 255,74
Äußere Höh, Signalstein, oben 327,73
Äußere Höh, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 327,55
Schustershof, Erdfläche im Hofraum (M ζ) 316,22
Bannholz, höchste Stelle des Waldes, Erdfläche (M ζ) 341,40
Erlach, Signalstein, Erdfläche (M ζ) (bad. Gebiet) 340,60
Elmersberg I, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 325,22
Obere Kessach, Wasserspiegel der Kessach an der Landesgrenze 206,23
Franzosenacker, Markungsgrenzstein Nr. 1 (36), Erdfläche (M ζ) 347,00
Oberbergwald, höchste Stelle, Erdfläche (M ζ) 343,00
Pfad I, Signalstein, oben 333,09
Pfad I, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 332,63
Mäuspfädle, Südspitze des Plateaurandes (M δ) 290,50
Wasserspiegel der Jagst am Einfluß der Zwieklinge 184,53
Hohenarten, höchste Stelle des Waldes, Erdfläche (M ζ) 329,76
Alte Schanz, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 306,40
Seehausspitzen, höchste Stelle des Waldes, Erdfläche 338,50
Seehaus, Erdfläche am Gasthaus (M ζ) 313,76
34. Markung Züttlingen.
Züttlingen, neuer Kirchthurm, Knopf 224,68
Züttlingen, neuer Kirchthurm, Erdfläche, westl. Seite (M δ) 184,79
Wasserspiegel der Jagst unter der Straßenbrücke (M δ) 164,32
Assumstadt, neues Schloß, Erdfläche (M δ) 183,89
Stöckig I, Signalstein, oben 251,88
Stöckig I, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 251,61
Domeneck, Schloß, Erdfläche am Eingang (M δ) 190,09
Wasserspiegel der Jagst am Einfluß des Domeneckerbachs 166,97
Ziegelhütte, Signalstein, oben 287,46
Ziegelhütte, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 287,15
Ernstein, Pächterhaus, Erdfläche an der westl. Ecke 278,03
Schustersgrüb, Signalstein, Erdfläche (K α) 301,65
Müllershau, höchste Stelle, Erdfl. (Lehm auf K α) 305,60
Hölderle, Fahrbahn in der Straßenscheide 306,10
Habicht, Forsthaus, Erdfl. an der westlichen Ecke 293,10
|
Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
Ziegelhüttefeld, Signalstein, oben 287,67
Ziegelhüttefeld, Signalstein, Erdfläche (Löß auf M ζ) 287,19
Ehnighalde, Liegendes der 0,25 m mächtigen Bank
der Terebratula vulgaris var. cycloides (M δ)
204,37
Maisenhälden, Thürmchen auf dem Pferdestall, Dachtraufe 282,76
Maisenhälden, Thürmchen auf dem Pferdestall, Erdfläche 269,87
Wachthäusle, Fahrbahn der Kreuzstraße (M ζ)[6] 323,48
|
Abdachung und Wasserscheiden.

Der Bezirk fällt im Ganzen und Großen von Osten nach Westen, gehört durchaus in das Flußgebiet des Neckars und zeigt eine interessante Wasserscheide nur zwischen Kocher und Jagst, die sich in ihrem Zug durch den Bezirk viel näher an der Jagst statt am Kocher hält.

Erdfälle und Höhlen.

Erdfälle, trichterförmige Einsenkungen, kommen vor, einer auf Dahenfelder Markung in den Wiesen, auf Gundelsheimer Markung viele in den Waldungen, auf Jagsthauser Markung im Bannholz und im Mönchshölzle, auf Kochersteinsfelder Markung in den Wäldern, auf Lampoldshauser Markung im Staatswald. Höhlen sind keine vorhanden.

Gewässer.

Der Flächeninhalt sämmtlicher Gewässer im Bezirk, d. h. der Flüsse, Bäche, Seen und Weiher beträgt nach den Ergebnissen der Landesvermessung 10043/8 Morgen[7], wovon 57/8 Mg. auf Seen und Weiher, 9984/8 Mg. auf Flüsse und Bäche kommen. Der Bezirk ist fast durchaus mit gutem Trinkwasser hinreichend versehen. Wassermangel hat eigentlich nur zuweilen Bittelbronn. Periodisch fließende Quellen, sog. Hungerbrunnen, sind ziemlich häufig.

Mineralquellen.

Über Mineralquellen s. die Ortsbeschreibung von Offenau und Roigheim.

Flüsse und Bäche mit ihren Thälern.
Wie schon oben bemerkt wurde, fällt der ganze Bezirk in das Gebiet des Neckars. Dieser, von Heilbronn herkommend, bildet in einer Länge von fünf Stunden die Westgrenze des Bezirks, zuerst gegen das Oberamt Heilbronn, dann gegen das Großherzogthum Hessen und weiter unten gegen das Großherzogthum Baden. Sein Thal, von großer Schönheit und Milde, zieht sich meist mit breiter Thalebene, in das von den Bergen herab alte Burgen und Schlösser schauen, hinab, auf| der rechten württembergischen Seite des Flusses mit den Orten Neckarsulm, Jagstfeld, Offenau, Gundelsheim und Böttingen. (Die Gefälle seines Wasserspiegels siehe auf S. 42.) Auf seiner rechten Seite nimmt der Neckar folgende Bäche und Flüsse auf:

a) Die Sulm, sie entspringt im Oberamt Weinsberg in zwei aus tiefen Waldschluchten hervorkommenden Quellen am Fuß des Eierberges südlich von Löwenstein (s. O.Amtsbeschr. von Weinsberg), tritt oberhalb Erlenbach in unsern Bezirk, fließt an diesem Ort, an Binswangen und an Neckarsulm vorbei und mündet ein halbe Stunde unterhalb der Oberamtsstadt in den Neckar, Länge ihres ganzen Laufes stark 6, im Bezirk stark 2 Stunden. – In die Sulm fließen bei Erlenbach von links her der südlich an Weinsberg vorbeifließende zwei Stunden lange Stadt- oder Saubach, und von rechts her der eine Stunde lange Erlenbach, ferner unterhalb Neckarsulm der bei der Hängelbachmühle einmündende nicht bedeutende Hängelbach.

b) Der Fernlesbrunnenbach oder Lautenbach, fließt durch Lautenbach und gegenüber von Untereisesheim in den Neckar, Länge seines Laufes 13/4 Stunden.

c) Der Kocher; fernher in weitem Bogen erst nordwärts, dann südwestwärts fließend, tritt er in unsern Bezirk oberhalb Kochersteinsfeld, fließt an diesem Ort, an Gochsen, Bürg, Neuenstadt, Kocherthürn, Degmarn, Oedheim, Hagenbach und Kochendorf vorüber und fällt eine Viertelstunde unterhalb dieses Orts in den Neckar. Unterhalb Degmarn bildet er eine halbe Stunde lang die Grenze gegen Baden. Der Kocher entspringt in zwei Hauptquellen bei Ober- und Unterkochen, am Fuße des Albuchs, und legt einen Weg von 49 Stunden bis zu seiner Einmündung in den Neckar zurück; sein Lauf in unserem Bezirk beträgt über 6 Stunden. (Die Flußgefälle des Kochers s. S. 42.)

In den Kocher gehen von links her der bei Gochsen einmündende, 1 Stunde lange Heckenfließbach, bei Neuenstadt die Brettach; dieselbe entspringt auf dem Mainhardter Wald bei Ziegelbronn und tritt zwischen Langenbeutingen und Brettach in den Bezirk, Länge ihres Laufes in demselben 13/4, im Ganzen 9 Stunden. (Gefälle der Brettach s. S. 43.)

Von links her nimmt sie auf den von Cleversulzbach herkommenden, über 11/4 Stunden langen Sulzbach, den Limbach und den von Dahenfeld herkommenden oberhalb Neuenstadt einmündenden, 11/2 Stunden langen Dahbach.

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Flußgefälle.[8]
Flußstrecken zwischen: Höhe der
einzelnen
Stellen über
dem Meere.
Länge der
Wasserbahn
zwischen 2
benachbart.
Punkten.
Gefälle Mittlere
Breite des
Flußbettes.
absolutes
in Meter.
relatives in
Prozent der
Wasserbahn
Meter. Meter. Meter. Meter.
1. Neckar.
Sektion: Heilbronn – Landesgrenze.
Heilbronn, am Einfluß des städtischen Kanals 149,13
2405 1,07 0,044 69,0
Neckar-Gartach, Leineinfluß 148,06
1755 1,34 0,076 70,0
Einfluß des Böllingerbachs 146,72
3563 3,15 0,088 57,0
Mündung der Sulm 143,57
1981 1,38 0,070 65,0
Jagstfeld, Kochermündung 142,19
2165 0,65 0,030 83,8
Jagstfeld, Jagstmündung 141,54
3975 3,24 0,082 74,0
Bei Nr. 57 unterhalb Offenau 138,30
3625 1,35 0,037 80,0
Gundelsheim, Anbachmündung 136,95
4369 2,27 0,052 77,6
Landesgrenze bei Böttingen 134,68
Heilbronn bis Landesgrenze –   23.838 14,45 0,061 72,4
Geradlin. Distanz d. Endpunkte 17,03 km
Entfernung der Wasserbahn nach 23,84 km
Somit Thatentwicklung 1,40.
 
2. Kocher.
Sektion: Sindringen – Neckar.
Sindringen, Sallmündung 181,84
7841 8,33 0,106 31,4
Ohrnberg Ohrnmündung 173,51
6400 9,01 0,141 30,8
Kochersteinsfeld, Steinbachmündung 164,50
6438 6,39 0,099 30,4
Neuenstadt, Brettachmündung 158,11
3297 3,97 0,120 37,2
Degmarn, Streitbachmündung 154,14
4855 3,64 0,075 38,0
Oedheim, Brücke 150,50
6711 8,31 0,124 36,0
Mündung in den Neckar 142,19
Sindringen bis Einfluß in den Neckar –   35.542 39,65 0,112 33,3
Geradlin. Distanz d. Endpunkte 21,86 km
Entfernung der Wasserbahn nach 35,54 km
Somit Thalentwicklung 1,63.
|
Flußgefälle.
Flußstrecken zwischen: Höhe der
einzelnen
Stellen über
dem Meere.
Länge der
Wasserbahn
zwischen 2
benachbart.
Punkten.
Gefälle Mittlere
Breite des
Flußbettes.
absolutes
in Meter.
relatives in
Prozent der
Wasserbahn
Meter. Meter. Meter. Meter.
3. Jagst.
Sektion: Dörzbach – Neckar.
Dörzbach, unter dem Wehr 234,03
6724 10,48 0,156 25,7
Alt-Krautheim, Ginsbachmündung 223,55
4809 7,40 0,154 25,0
Marlach, Sindelbacheinfluß 216,15
4431 5,20 0,117 27,0
Westernhausen, unter dem Wehr 210,95
2733 3,78 0,138 19,5
Bieringen, Erlenbachmündung 207,17
3468 3,98 0,115 22,6
Schönthal, Kanaleinfluß 203,19
2069 3,99 0,193 25,0
Berlichingen, Kanaleinfluß 199,20
3290 4,16 0,126 22,3
Jagsthausen, Brücke 195,04
6828 10,51 0,154 23,6
Widdern, Zwieklinge 184,53
2413 3,20 0,133 23,6
Widdern, Kessachmündung 181,33
5719 7,83 0,137 24,5
Ruchsen, Bachmündung 173,50
1877 1,75 0,093 21,0
Möckmühl, Seckachmündung 171,75
5682 7,43 0,131 21,7
Assumstadt, Brücke 164,32
2824 2,01 0,071 24,0
Siglingen, Bachmündung 162,31
7037 8,67 0,123 24,0
Herbolzheim, Brücke 153,64
3828 3,71 0,097 26,0
Unter-Griesheim, Schefflenzmündung 149,93
6580 8,39 0,128 28,1
Jagstfeld, Einfluß in den Neckar 141,54
Dörzbach bis Einfluß in den Neckar –   70.312 92,49 0,132 24,2
Geradlinige Distanz 41,66 km
Entfernung der Wasserbahn nach 70,31 km
Somit Thalentwicklung 1,69.
 
4. Brettach.
Sektion: Bitzfeld – Kocher.
Bitzfeld, Bachmündung im Ort 200,06
7390 19,49 0,264 7,4
Langenbeutingen, Lappachmündung 180,57
2916 6,27 0,215 6,9
Brettach, Mühlsteg 174,30
2823 7,97 0,282 5,7
Mündung des Kieferthalbachs 166,33
3286 8,22 0,250 6,0
Neuenstadt, Einfluß in den Kocher 158,11
Bitzfeld bis Einfluß in den Kocher –   16.415 41,95 0,256 6,7
Geradlinige Distanz 9,67 km
Entfernung der Wasserbahn nach 16,42 km
Somit Thalentwicklung 1,70.

| (Fortsetzung von S. 41.)

Der von Brambach herkommende kurze Waschbach und der bei Kochendorf einmündende, 3/4 Stunden lange Merzenbach.

Von rechts fließen in den Kocher:

Der durch Lampoldshausen fließende 11/4 Stunden lange Steinbach.

Der aus wilder Waldschlucht des Hardthäuser Waldes hervorbrechende Lange Grundbach, Länge seines Laufes 13/4 Stunden; derselbe entspringt beim Seehaus und mündet oberhalb Gochsen bei der Buchsmühle in den Kocher, heißt auch Buchsbach.

Der 3/4 Stunden lange Roßbach.

Der bei Kocherthürn einmündende, über eine Stunde lange Brackenthalbach, weiter oben Osterbach genannt.

Gegenüber von Degmarn kommt auf badischem Gebiet ein kleiner Bach herein.

Endlich der oberhalb Hagenloch einmündende unbedeutende Willenbach.

d) Die Jagst, der Schwesterfluß des Kochers, in fast gleichlaufendem großem Bogen durch Württemberg fließend, bei Walxheim, O.A. Ellwangen entspringend. Die Quellen beider Flüsse, des Kochers und der Jagst, liegen 7 Stunden weit auseinander, bald aber nähern sie sich einander (bei Schwabsberg) bis auf eine Stunde, gehen dann auseinander (bei Crailsheim) auf 61/2 Stunden, nähern sich wieder (bei Bächlingen) auf eine Stunde, gehen wieder auseinander und nähern sich unterhalb Jagsthausen auf 3/8 Stunden, gehen wieder (bei Möckmühl) auseinander auf 23/4 Stunden, nähern sich wieder (oberhalb Untergriesheim) auf 1/2 Stunde, dann bei Heuchlingen auf weniger als 3/8 Stunden und münden 1/2 Stunde von einander, die Jagst gerade unterhalb Jagstfeld, in den Neckar. Die ganze Länge der Jagst von ihrer Quelle bis zu ihrer Einmündung beträgt 54 Stunden, die ganze Länge des Neckars bis dahin 71 Stunden, also nur 17 Stunden mehr. Die Jagst fließt in oft abenteuerlich gekrümmtem Thal vorbei an den Orten Jagsthausen, Olnhausen, Widdern, Möckmühl, Siglingen, Untergriesheim, Jagstfeld, geht zweimal, unterhalb Widdern, bei Ruchsen, und unterhalb Siglingen, bei Neudenau und Herbolzheim, ins Badische. Die Entfernung ihres Eintritts in den Bezirk bis zur Mündung in den Neckar beträgt in gerader Linie 61/4 Stunden, der Strombahn nach fast das Doppelte. (Die Flußgefälle der Jagst finden sich auf S. 43.) – Der Kocher erhält mehr im| oberen, die Jagst erst im unteren Lauf zahlreiche Zuflüsse. In die Jagst fließen von links her nur ganz kurze Bäche, von rechts her dagegen:

Die bei Widdern mündende Kessach, dieselbe entspringt bei Berolsheim im Badischen; Länge ihres Laufs im Bezirk nicht ganz 3/4 Stunden, des ganzen Laufs über 6 Stunden.

Bei Ruchsen kommt herein der ganz auf badischem Gebiet fließende über 3 Stunden lange Dippach.

Die bei Möckmühl einmündende Seckach, sie entspringt tief im Badischen, fließt durch den Ort des gleichen Namens und betritt unsern Bezirk oberhalb Roigheim, fließt durch dasselbe und mündet hart unterhalb Möckmühl in die Jagst. Länge ihres Laufs im Bezirk 2 Stunden, ihres ganzen Laufs 8 Stunden.

Der bei Siglingen einmündende gegen eine Stunde lange Sulzbach oder Klingenbach.

Die ganz auf badischem Gebiet fließende, 6 Stunden lange Schefflenz, die bei der württemb. Grenze an der Bachmühle, oberhalb Untergriesheim einmündet.

Der bei Untergriesheim einmündende, durch Tiefenbach fließende Tiefenbach; Länge seines Laufs 13/4 Stunden.

e) Der bei der Skt. Georgenkapelle oberhalb Gundelsheim einmündende 13/4 Stunden lange Lohgraben.

f) Der unterhalb Gundelsheim einmündende 11/2 Stunden lange Anbach oder Göckelbrunnenbach.

Kocher- und Jagstthal, beide im Bezirk ganz durch Muschelkalk sich hindurchbrechend, sind einander landschaftlich ziemlich ähnlich, doch ist das der Jagst enger, vielgewundener, mit höheren steileren Gehängen und daher bedeutend malerischer. Von den übrigen Thälern im Bezirk sind nur die der Sulm, der Brettach, Seckach und Kessach von einiger Bedeutung.

Stehende Gewässer.

Ein ganz kleiner, kreisrunder, natürlicher See, der „Eichenwäldchensee“, liegt auf Bittelbronner Markung. Im Schloßgarten von Bürg sind drei kleine, künstlich angelegte Weiher, ein weiterer Weiher liegt auf der Markung Degmarn, einer beim Stolzenhof auf Jagsthauser Markung, und einer bei der Hasenmühle auf Kochendorfer Markung. – Über früher vorhandene Seen s. die Ortsbeschreibungen.

|
Naturschönheiten und landschaftlicher Charakter.

Der Bezirk, auf der rechten Seite des Neckars, bevor dieser unser Land verläßt, an der Einmündung seiner zwei stärksten Zuflüsse, des Kochers und der Jagst, gelegen, fast ringshin, näher oder entfernter, von Bergreihen umgeben, bietet an landschaftlichen Schönheiten beachtenswerth Vieles, zeigt auf bescheidenem Raum wohlthuende Abwechslung. Freilich steigert sich nirgends die Natur zur Großartigkeit, aber der Anblick mildsonniger rebengrüner Thäler, des weich und so viel gebuchteten Waldgebirges, fein umrissener einzelner Höhen oder weiter von zartblauen Bergen umschlossener Fernen läßt eine sanfte Beruhigung zurück im Gemüth, einen poetischen Hauch, und es fügte sich schön, daß die Mütter zweier unserer größten und tiefsten schwäbischen Dichter, Schillers und Mörikes, in einem der stillsten Winkel des Bezirks, auf dem Kirchhof zu Cleversulzbach ruhen.

Außer den von der Ferne hereinschauenden Bergzügen bedingen hauptsächlich zwei im Bezirk selbst auftretende Formen der Landschaft seine Schönheit. Das im Westen breit und gesegnet hinabziehende, zu Seiten mit kecken Burgen besetzte weinfrohe Neckarthal, und das im Süden hinter fruchtbarer Ackerlandebene reichgegliedert, z. Th. in schöne vereinzelte Berghöhen aufgelöst, sich erhebende Waldgebirg, das seine gerundeten Ausläufer noch weit herein in die Ebene sendet. Diese wird ihrerseits wieder von zahlreichen Bächen und Mulden, und dann von den zwei tiefen, oft steil und felsig einbrechenden, schlangenartig gewundenen Thälern des Kochers und der Jagst durchfurcht; und endlich liegt zwischen beiden Schwesterflüssen, welche sich fliehen und fast wieder berühren, da wo sie am meisten von einander entfernt sind, als eine Stätte für sich, weitausgedehnt der prächtige, von kühlen Schluchten durchrissene Hardthäuser Wald.

So treffen wir hier Blachfelder des ergiebigsten und aufs sorgfältigste bebauten Bodens, sonnige steile Halden, die vom Besten liefern, was Württemberg an edlem Rebensaft hervorbringt, saftige Wiesen in den Gründen und in den Thälern dreier Flüsse, einen Kranz dunkler Wälder, auf dem das über die Felder schweifende Auge mit Befriedigung weilt.

|

Und ist denn nicht ergossen
Dein Fruchtfeld wie ein Meer?
Kommt nicht der Most geflossen
Von tausend Hügeln her?

Auch mahnen uns die himmelragenden Schlote in dem weiten Thalbecken an den unterirdischen Segen, der aus der Tiefe des Schachts hervor zum Nutzen des Landes entquillt.

Durchwandern wir den Bezirk vom Weinsberger Gebiet her, da wo ihn das Flüßchen betritt, von dem er den Namen trägt. Dem Wiesenthälchen der mit Erlen besetzten Sulm folgend gelangen wir, Weibertreu und den Schemelsberg zur Linken, in die freundlichen, kaum 300 Schritte von einander entfernten Dörfer Erlenbach und Binswangen. Während zu unserer Rechten die Ausläufer der Löwensteiner Berge über Erlenbach im Kaiberg steil abfallen und ihre Weinberghalden der Südwestsonne darbieten, erheben sich links sanfter ansteigende Hügel, im Sommer bevölkert von zahllosen Lerchen. Rasch gelangen wir auf fast ebenem Terrain zur südöstlichen Ecke der Oberamtsstadt, deren nördliche Seite zu der umfließenden Sulm steil abfällt. Während nun der Bach in weitem Bogen, Obstgärten und Wiesen einschließend, dem Neckar zueilt, den er bald unterhalb der Stadt erreicht, wenden wir unsere Schritte dem stattlichen Berge zu, der sich im Osten der Stadt erhebt, und auf den sich unsere Blicke schon von weitem her richteten, nach dem Scheuerberg. In edlen beinahe klassischen Umrissen steigt er hinan, von Westen her in drei Terrassen und mit Reben bepflanzt, nach Osten bewaldet. Hier waren einst nach der Sage die Jagdgründe, wo Karl der Große jagte, hier oben stand, weithin die Gegend beherrschend, die stattliche Burg der Herren von Weinsberg, nach deren Überresten freilich heute der Wanderer vergeblich sucht. Nur ein kolossales Holzkreuz treffen wir oben und eine herrliche Aussicht: links lugen die Thürme von Weinsberg, Erlenbach und Binswangen aus dem Sulmthal hervor, weithin auf das breite Neckarthal schweift der Blick gegen Heilbronn, hinab zu den rauchenden Kaminen von Wimpfen und Jagstfeld, nach Weiler am Stein und zur blauen Pyramide des Katzenbuckels; gerade gegenüber nach Westen, hinter Obereisesheim, überschauen wir bei dem Dornatwald die historischen Felder, wo einst Tilly den Markgrafen von Baden schlug.

Von Neckarsulm führt uns der Weg neckarabwärts nach Kochendorf, wo das alte Greckenschloß mit seinem Renaissancegiebel| von der Höhe hoch herabschaut, vorbei an dem wohlerhaltenen Thalschloß, und nachdem wir die stattliche Kocherbrücke überschritten, treten wir in das weite Becken, in welchem zu Anfang dieses Jahrhunderts erst der ganze Komplex der kohlengeschwärzten Gebäude erstand, durch welchen uns unser Weg nach Jagstfeld führt, die Saline Friedrichshall. Wenn wir in Jagstfeld in der rebenbewachsenen Laube auf der Terrasse des Badhotels Rast halten und uns zur weiteren Wanderung stärken, so bietet sich ein Landschaftsbild dar, wie es reizender kaum irgendwo die Neckargegend aufweist: drüben über dem rauschenden Fluß, der unter uns hinzieht und den die schön konstruirte eiserne Eisenbahnbrücke in kühnen Bögen überspannt, erscheint die herrliche Kirche von Wimpfen im Thal, dahinter die pittoresken Thürme, Mauern und Häuser der hoch an dem Berge hangenden alten Reichsstadt, eine ganz einzige glückliche Vereinigung landschaftlichen Reizes und architektonischer Kunst. Von Jagstfeld führt uns die neue Eisenbahn dem westlichen Saum der sich nach Osten dehnenden krummen Ebene entlang, das Bad Offenau und seine Saline links lassend, durch leichte Terrainwellen zu dem am tiefsten liegenden württembergischen Städtchen Gundelsheim, mit der dasselbe beherrschenden alten Deutschordensfeste Horneck. Ein Stück Mittelalter tritt uns hier in den zum Theil noch gut erhaltenen Mauern und Zinnen, in den eigenartigen Rundthürmen mit vorgekragter oberer Hälfte, entgegen; malerisch hebt sich droben das alte eupheuumrankte Schloß, mit seinen alterthümlichen Thürmen und Mauern, die von unten gesehen wie halbausgebrochene Zähne hinein in die Lüfte ragen. Während wir von Süden her durch das den Berg hinauf liegende Städtchen in mäßiger Steigung die Burg gewinnen, ist sie in jähem Absturz gegen Norden und Westen abgeschlossen; der westliche Hang mit Reben bepflanzt, am nördlichen ragen schlanke Tannen empor. – Jenseits der tiefen Schlucht, im Norden der „Schindersklinge“, gewinnen wir in mühsamem Aufstieg durch die sommerlichen mittäglichen Halden des „Himmelreichs“ die letzte nördlichste württembergische Höhe am Neckar, westlich vorragend in die große, vom Neckar bei Böttingen gebildete Schleife. Tief unter uns hat das Dampfroß sich seinen Weg gebahnt durch den Bauch des Berges, auf dessen Höhe wir zu einer alten Kapelle des Satanüberwinders, des h. Michael, gelangen. Meldete auch nicht ausdrücklich die Sage, der Name Michael beweist es uns schon, daß hier an| diese Stätte sich Erinnerungen an den Kampf und Sieg des Christenthums gegen das Heidenthum knüpfen: der römische Votivstein an der Südseite der Kapelle ist uns ein redender Zeuge. Eine entzückende Aussicht lohnt unsere Mühe: hinauf dringt der Blick ins Neckarthal gegen Jagstfeld und Wimpfen, hinab zur Brücke von Neckarelz und zum Obrigheimer Schlößchen. Drei Neckarburgen erblickt man von hier: links der malerische Ehrenberg, gerade gegenüber der ernst dareinschauende Guttenberg, der Edlen von Gemmingen alter Stammsitz, die romantische Stätte, die unser schwäbischer Dichter Hauff in dem „Bilde des Kaisers“ so anmuthig schildert; rechts Hornberg, die alte Burg des Ritters mit der eisernen Hand. Nach Norden schließt ein Kranz von Wäldern die Aussicht, überragt im Hintergrund von den blauenden Kuppen des Odenwalds. – Horch, da schlägt vom Thal herauf ein Ton an unser Ohr, gewaltig und schaurig: von Neckarzimmern pustend, dampfschnaubend und klappernd wälzt sich das Neckarschleppschiff durch die Fluthen herauf und schleppt eine lange Reihe schwerbeladener Frachtschiffe mit sich zu Berg.

Von Gundelsheim nach Osten uns wendend, gewinnen wir auf der am Kalvarienberg und der Kreuzkapelle hinaufführenden Steige die Höhe, von der der Hof „Hohschön“ weit hinaus in das Unterland blickt; und gelangen über die von Süden nach Norden auf die Wasserscheide führende Römerstraße, die Dallauerstraße, in das versteckt liegende Tiefenbach, und hinab am gleichnamigen Bache zu der einsam im schmalen Wiesengrund gelegenen Müßigmühle, von der aus wir ostwärts den scharf abfallenden Höhenzug gewinnen, der zwischen dem Tiefenbach, der Jagst und der Schefflenz gegen Süden sich einzwängt, und auf seiner höchsten Stelle halten wir Rast an der Höchstberger Kapelle, geweiht der h. Maria zum Nußbaum. Es wird uns zu Muth, als blickten wir hier von der Zelle eines Einsiedelmannes hinaus in die da drunten so weit sich dehnende lachende Welt. Nach Osten und Südosten schauen wir tief hinab in die saftigen Wiesenthäler der Schefflenz und Jagst, die der jenseitige Wald begrenzt; und ferne im Osten, von den im Strahl der Abendsonne glänzenden Fenstern des Waldenburger Schlosses gegen Süden über die Löwensteiner Berge, den Scheuerberg, Wartberg, Schweinsberg und Asberg bis in das offen vor uns liegende Neckarthal, worin Neckarsulm und Heilbronn mit seinem phantastischen Kiliansthurm ganz nahe gerückt erscheint.

| Durch die Halden des nach Süden vorspringenden Ilgenbergs (Egidienbergs) herab, von wo aus wir thalabwärts drüben am Berge die Mauern und Thürme des alten Deutschordensschlosses Heuchlingen erblicken, steigen wir in das anmuthige, meist enge, in zahlreichen Wendungen sich schlängelnde Thal der Jagst und gelangen von Untergriesheim, an dem freundlichen badischen Städtchen Neudenau und der uralten Gangolfskapelle mit ihrem steinbehelmten Thurm vorüber, an den wiederum württembergischen Ort Siglingen, von da weiter nach Züttlingen. Wenig nur ist das über dem Fluß gelegene Schloß von Assumstadt sichtbar, höher ragt das nahe Schloß Domeneck, am Berge drüben hängend. Weiter oberhalb im ansprechenden Thal liegt Möckmühl, wo die Bahn die Jagst verläßt, um in dem engen Thal der Seckach nordwärts zu eilen nach Roigheim, dem nördlichsten Dorfe des Oberamtsbezirks. Von jenseits der Seckach erblicken wir das zum Theil noch mit Mauern umgebene Städtchen Möckmühl, auf drei Seiten von den Flüssen Seckach und Jagst umgeben, auf der vierten, nördlichen, sich zu einem Hügel erhebend, der nach Norden und Westen tief abfällt und die alterthümliche Burg trägt mit ihren Mauern und Thürmen, besonders dem hochragenden Rundthurm. Er erinnert an die Zeiten, wo die württembergischen Vögte hier walteten, an den unverzagten Götz, der hier den Bündischen in die Hände fiel. Aber dort zerfällt eine Mauer und dort ein Thurm allmählich, und an der Stätte, wo einst die Vögte gewaltig schalteten, wo die stattliche Burg stolz hinabschaute ins Thal, steht heutzutage – das Armenhaus: sic transit gloria mundi! Die durch das enge gewundene Thal führende Straße bringt uns, nachdem wir wieder einen Theil badischen Gebiets passirt haben, nach Widdern, wo von Norden her kommend die Kessach bei ihrer Mündung im Städtchen ein malerisches Bild bietet, und unmittelbar an dem Fluß liegt hübsch das jetzt zu modernen Zwecken umgewandelte Schlößchen. Von hier durch Olnhausen nach dem östlichsten Ort des Bezirks im Jagstthal, dem freundlichen Jagsthausen. In scharfer Biegung wendet sich der von Norden kommende Fluß nach Westen, zu dem für den Alterthumsforscher hochwichtigen Flecke, nach der Stelle des römischen Castrums, wenig westlich von dem in nordnordwestlicher Richtung ziehenden Grenzwall. Das Terrain steigt von dem südlichen Theil bei der Flußbiegung gegen Norden immer mehr an, oben gekrönt von der stolz nach Westen ins Thal blickenden und hier steil abfallenden| Burg des Ritters Götz von Berlichingen. Am Neckar sehen wir Hornberg, wo Götz sein thatenreiches Leben beschloß, hier stand seine Wiege. Von Jagsthausen gehen wir in südwestlicher Richtung, nachdem wir die beträchtliche Höhe drüben gewonnen, durch ein Gebiet von zahlreichen Höfen und durch den östlichen Theil des weitausgedehnten Hardthäuser Walds, einer in früheren Zeiten durch Unsicherheit und räuberische Überfälle verrufenen Gegend, in das abgeschieden am südlichen Rande des Waldes gelegene Lampoldshausen, von hier in dem anmuthigen Thal, das der nach Süden eilende, hübsch mit Bäumen besetzte Steinbach bildet, nach Kochersteinsfeld am brüderlichen Kocherflusse. Auf dem Kreuzungspunkte, den die von Kochersteinsfeld nach Brettach führende Straße mit der von Neuenstadt herkommenden bildet, auf der sog. „Gochsener Höhe“ überschauen wir weite Strecken des ergiebigsten Ackerfeldes. Links drüben ragen aus dem anmuthigen Brettachthal und Kieferthal die freundlichen Dörfer Brettach und Cleversulzbach hervor, mit ihren schlanken, spitzigen Kirchthürmen, mit ihren Rebenhügeln (Vörrenberg) und den steilen, nach Norden abfallenden, viel und weich gegliederten Waldbergen. Im Weiterschreiten wird uns rechts drüben Gochsen sichtbar mit seiner neuen stattlichen Kirche, dann hoch am Abhang über dem Kocher gelegen Bürg, dessen altes düsterdreinschauendes Schloß, über die Wipfel des schattigen Parkes ragend, uns seinen abgetreppten Giebel mit der schmalen Façade zeigt, und bald grüßt uns, um die nordwestliche Ecke, – keilförmig zwischen Brettach und Kocher gezwängt, das schmucke Neuenstadt mit dem kühlen Schatten seiner duftenden, vielhundertjährigen Linde, nach welcher das Städtchen benannt wird. Tief unter uns sehen wir aus den Fenstern des ehemaligen herzoglichen Schlosses den Kocher, den die nach Bürg führende Straße auf steinerner, aufsteigender Brücke in kühnem Bogen überschreitet. Wir folgen ihm thalabwärts, vorbei an Kocherthürn, überschreiten ihn und ersteigen auf mehr als hundert Stufen die mit Bäumen besetzte Höhe südlich vom Kocher, an dessen nordöstlichen Abfall Degmarn sich lehnt. Von dem Kirchhof des Orts schaut man tief hinab ins Kocherthal, weiter unten erhebt sich Oedheim, das mit seinem alten am Wasser gelegenen Schlosse in dem schmalen Raum zwischen dem Fluß und Abhang liegt; bei der Kapelle, die an der von Neuenstadt gen Kochendorf führenden Straße steht, halten wir noch einmal Umschau über die ausgedehnte| Hochebene mit ihren fruchtbaren Ackerfeldern, dort bilden riesige Pappeln die Grenzmarken des Lautenbacher Herrschaftsguts, und südlich ist die Hochebene schön umrahmt durch die waldigen Vorposten der Löwensteiner Berge, an deren Fuß Dahenfeld weit drüben im Süden im Thal des Dahbachs herüberwinkt. Rasch gelangen wir von da in westlicher Richtung zum schlösserreichen Kochendorf und wieder zum Neckar und wollen nun noch zum guten Ende hinüber nach der auf dem jenseitigen Ufer hochansteigenden ehemaligen Reichsstadt, jetzt hessischen Stadt Wimpfen. Schon bei der Eisenbahnbrücke, die mit einem Steg für Fußgänger von Jagstfeld nach Wimpfen fuhrt, haben wir auf- und abwärts Ausblicke von ganz eigener Schönheit: aufwärts über dem Spiegel des Neckars, worauf buntbewimpelte Schiffe gleiten, im Mittelgrunde Heilbronn mit seinen Thürmen und Kuppeln, dahinter die Waldgebirge Schwabens mit ihren langen sich verschränkenden Linien. Links, näher bei Neckarsulm, die stolz isolirte Gestalt des Scheuerbergs. Eine schwärmerische, fast schwermüthige Stimmung gibt uns dieses Bild, besonders am Abend, wenn über den Waldgebirgen goldene Wolkenstreifen schweben und widerscheinen im ruhigen Fluß, während seine Ufergebüsche und -Bäume schon in finstere Gräue versenkt sind. – Der andere Blick, thalabwärts, gibt das vielgethürmte, hoch auf den Berggrat gestellte Wimpfen und es erscheinen, bei dieser Lage der mäßig großen, aber lang hingestreckten Stadt, scharf umrissen und ganz deutlich die einzelnen Gebäude, Dächer, Giebel, Kirchen und mächtigen Bergfriede, von denen je einer vorn und inmitten aufragt in dräuender Masse, – und unten vor der Stadt steigt aus Baumwipfeln das große und herrliche Werk der Stiftskirche zu Wimpfen im Thal. Überall innigste Verbindung landschaftlicher Reize mit edlen Werken der Baukunst. Sei es, daß der Wanderer aus den Linden der Neckarebene die flüssigen Formen eben dieser Stiftskirche, die ein aus Paris gekommener Baumeister als die erste gothische Kirche in der Gegend erbaute, aufstreben sieht und noch heute durchzuckt wird vom frischen, fremden und hochgenialen Geist dieses Bauwerks, daneben im verlassenen Kreuzgang, über verwischte Grabplatten schreitend, die wundervolle Schönheit der Maßwerksfenster und ihrer Blätterkapitäle bestaunt, oder daß ihm beim Aufstieg zur Bergstadt riesenhafte Buckelquaderthürme entgegenstarren, uralte Thore und malerische Holzhäuser, daß er zwischen ernsten| Steinbauten durch die Lücken der Ringmauer hinabsieht nach dem tief unten halbmondförmig und scharf am jähen Abhang sich hindrängenden Neckar und hinüber nach den freundlichen Acker- und Waldhöhen Württembergs, oder unter wogenden Laubbäumen zu den auf die Ringmauer gesetzten Trümmern der alten Hohenstaufenpfalz aufblickt, vor Allem zur herrlich kraftvollen Arkadenreihe des zerstörten Kaiserpalastes, mit ihren tiefen, schweren, rechtkantigen Rundbögen auf strammen stolzkapitälirten romanischen Doppelsäulen. – Sei es, daß er ausrastet ganz oben in der Stadt, wo von Kastanienbäumen verschattet, dämmrigkühl die Stadtpfarrkirche steht, mit dem anmuthigen frühgothischen Chor, im Schiffe spät und breit, dabei der zerbröckelnde Ölberg, schon halb im Renaissancestil, merkwürdig malerisch Alles, – und daß er endlich das Innere, ein Werk des Bernhard Sporer, des Umbauers der Kirchen zu Schwaigern und Öhringen, betritt, wo von leichten Rundpfeilern drei reichbemalte Maschengewölbe, wie ein weiches schimmerndes Laubdach, sich über uns hinzweigen.

Außer den im Bisherigen erwähnten Aussichtspunkten wollen wir die folgenden noch anführen: Oberes Schloß in Kochendorf; Hohschön bei Gundelsheim; Schloß Heuchlingen; Hohestraße, Wasserscheide zwischen Kocher und Jagst; Duttenberg, östlich von der Kirche gegen die Jagst; Schloß in Oedheim; die Marienruhe über Lautenbach; der Hüttberg über Dahenfeld; der Kayberg über Erlenbach; Schloß in Bürg; Schloß Domeneck; die Höhe von Siglingen nach Kresbach; die Kapelle bei Widdern; am „steinernen Kreuz“ bei Bittelbronn, auf dem Weg nach Möckmühl; die Höhe im Hardthäuser Wald beim Habicht mit Blick nach Süden auf die Waldberge; der Schrammbiegel auf Bachenauer Markung; Steinbruch und „Himmelreich“ bei Brettach; der Kirchplatz in Degmarn; Pfarrhaus in Lampoldshausen. Siehe auch die betreffenden Ortsbeschreibungen.

Witterungsverhältnisse.[9]
Aus dem Oberamtsbezirke Neckarsulm liegen an Witterungsnotizen vor die Beobachtungen der meteorologischen Station Kochersteinsfeld, welche im Jahre 1867 der dermalige Pfarrer| Bürger übernommen, nachdem er zuvor von 1838 bis 1867 in Oberstetten, OA. Gerabronn, beobachtet hatte. Die Meereshöhe der Station beträgt 197,3 m, die geographische Breite 49° 15′. Aus den Bürger’schen Beobachtungen von 1869–78 finden sich nun folgende Unterschiede zwischen der mittleren Wärme zu Kochersteinsfeld und:
Heilbronn. Öhringen.
Januar +0,25 C. +0,09
Februar −0,03 +0,00
März −0,10 +0,23
April +0,25 +0,44
Mai +0,15 +0,25
Juni +0,27 +0,55
Juli +0.59 +0,69
August +0,44 +0,37
September +0,15 +0,13
Oktober +0,16 +0,23
November +0,16 +0,25
Dezember +0,45 +0,34
Jahr +0,23 +0,32

Vergleiche Württ. Jahrbb. 1880 S. 10. In derselben Zusammenstellung S. 15 und 16 sind die 50jährigen Wärmemittel von Heilbronn und Öhringen mitgetheilt, aus welchen sich mit den obigen Differenzen die folgenden 50jährigen Mittelwerthe der Wärme Kochersteinsfelds für die einzelnen Monate finden.

Aus
Heilbronn.
Aus
Öhringen.
Mittel. Berechnetes
Mittel.
Diff.
Januar −0,58 −0,57 −0,58 −1,04 +0,46
Februar 0,98 0,91 0,94 0,70 +0,24
März 4,40 4,32 4,36 4,08 +0,28
April 9,50 9,30 9,40 9,05 +0,35
Mai 14,23 13,94 14,08 13,80 +0,28
Juni 17,77 17,65 17,71 17,31 +0,40
Juli 19,49 19,33 19,41 18,75 +0,66
August 18,16 18,03 18,10 17,61 +0,49
September 14,21 14,21 14,21 13,88 +0,33
Oktober 9,50 9,45 9,48 9,40 +0,08
November 4,35 4,37 4,36 3,92 +0,44
Dezember 0,94 0,99 0,96 0,32 +0,64
Jahr 9,41 9,35 9,38 8,99 +0,39
Die Werthe „berechnetes Mittel“ sind die Werthe, welche aus den allgemeinen Gleichungen durch Zugrundelegung der| Meereshöhe und der geogr. Breite gefunden worden sind (vgl. Württ. Jahrbb. 1880 I. S. 8). Aus den beigefügten Differenzen ergibt sich, daß Kochersteinsfeld im Vergleich zu seiner geographischen Lage im Jahresmittel um 0,39 C. zu warm ist, auch während der einzelnen Monate ist es zu warm um 0,08 im Oktober, um 0,66 im Juli. An höher gelegenen Orten ist die mittlere Wärme kleiner, als an tiefer gelegenen, und zwar kommt auf eine Erhebung von 100 Meter eine Wärmeabnahme von 0,5° C. im Jahresmittel, um 0,4° in den Wintermonaten Dezember, Januar, Februar, von 0,6° im Frühjahr (März, April, Mai), von 0,5 in den Sommermonaten Juni, Juli, August, und in den Herbstmonaten September, Oktober, November. (Württ. Jahrbb. 1880 I S. 5.)

Noch ist aus den Jahren 1831–42 eine Beobachtungsreihe aus Schönthal (Meereshöhe: 209 m, geogr. Breite: 49° 29′) vorhanden, welche von Ephorus M. Wunderlich herrührt (Württ. naturwiss. Jahreshefte 1853, 3. Heft, S. 320) und folgende Differenzen der Schönthaler Mittelwärme gegenüber der Stuttgarter liefert. Winter: 0°,3 R. = 0°,4 C. Frühling 0°,5 C. Sommer 0°,4 C. Herbst 0°,1 C. Hieraus finden sich folgende genäherte Werthe der 50jährigen Mittelwärme zu Schönthal.

Januar −0°,3 C. Mai 14,0 0 September 14,8
Februar 1,4 Juni 17,3 Oktober 10,0
März 4,5 Juli 19,1 November 4,5
April 9,4 August 18,2 Dezember 0,9
Jahr 9°,5 C.

Jahresextreme.

In Kochersteinsfeld wurden in der Zeit von 1868 bis 1879 die folgenden Extreme beobachtet:

Größte Wärme 35°,6 C. 1872 Juli 28.
Kleinste Wärme       −25,0 1875 Dez. 8. 1879 Dez. 10.
      Diff. 60,6

Im Mittel beträgt das Maximum 32°,7 C., das Minimum −17,9, also die mittlere jährliche Schwankung 50°,6 C. Die größte Schwankung der Wärme bewegte sich zwischen 43°,1 C. (1872 und 1873) und 57°,9 C. (1875). In Schönthal war in der Zeit von 1830 bis 1842 die

Größte Wärme 33°,0 C. 1841 Mai 24.
Kleinste Wärme       −27,5 1830 Februar 2.
      Diff. 60,7
| Während das mittlere Minimum (−17,4) mit Kochersteinsfeld übereinstimmt, ist das mittlere Maximum (30,7) etwas kleiner und daher auch die mittlere Jahresdifferenz (47,7). Die Werthe der jährlichen Differenz schwanken zwischen 40°,5 C. (1832) und 58°,4 (1830).

Frostgrenzen.

Der letzte Frühjahrsfrost verschob sich in den 10 Jahren 1868/77 in Kochersteinsfeld zwischen dem 6. März und 1. Juni und fiel im Mittel auf den 29. April; der erste Herbstfrost fiel im Mittel auf den 14. Oktober und verschob sich vom 20. September bis 2. November. In Schönthal waren die mittleren Frostgrenzen aus den Jahren 1829–42 April 3. und Oktober 30.

Schneegrenzen.

In Kochersteinsfeld fiel in den 10 Jahren 1868/77 der letzte Schnee im Frühjahr durchschnittlich am 2. April, der erste Schnee im Spätjahr am 11. November; beide Termine verschoben sich zwischen dem 15. März und 1. Mai, beziehungsweise zwischen dem 26. Oktober und 26. November. Aus den Jahren 1829/42 finden sich für Schönthal die mittleren Schneegrenzen: April 16. und November 5.

Frosttage (Württ. Jahrb. 1880 I, S. 24. 25), d. h. Tage, an welchen das Thermometer mindestens bis Null sinkt.

Die mittlere Anzahl der Frosttage für 1866/75 ist:

Kocher-
steinsfeld.
Heilbronn. Öhringen. Stuttgart.
Januar 22,6 19,8 21,2 21,2
Februar 19,5 16,4 18,2 16,8
März 17,0 13,5 17,0 15,4
April 5,3 4,4 7,1 3,0
Mai 0,5 0,8 4,4 0,3
Juni 0.1
September 0,3 0,2
Oktober 5,4 3,9 4,4 3,3
November 14,5 12,1 12,9 14,5
Dezember 20,7 19,4 20,8 21,6
Jahr 105,6 90,6 103,0 96,3

Während Heilbronn durchaus kleinere Zahlen hat, stimmte Kochersteinsfeld mit Öhringen nahezu überein.

| Wintertage, d. h. Tage, an denen das Maximalthermometer nicht über Null steigt.
Kocher-
steinsfeld.
Heilbronn. Öhringen. Stuttgart.
Januar 7,2 7,2 6,8 6,6
Februar 3,8 3,5 3,2 2,8
März 0,1 0,2
November 1,1 1,8 1,9 1,1
Dezember 9,0 9,6 9,5 10,5
Jahr 21,1 22,2 21,6 21,0

Die mittlere Zahl der Sommertage, d. h. der Tage mit 25° C. und darüber ist bei Kochersteinsfeld, wohl in Folge lokaler Einflüsse, zu hoch; sie ist für:

Kocher-
steinsfeld.
Heilbronn. Öhringen. Stuttgart.
März 0,1
April 1,1 0,2 0,7
Mai 8,0 4,4 3,6 5,5
Juni 13,2 11,6 7,2 12,0
Juli 23,9 18,4 14,5 17,6
August 16,0 10,8 8,7 11,9
September 9,0 5,7 5,6 7,9
Oktober 0,3 0,1 0,6
Jahr 71,6 51,1 39,7 56,2

Mittlere Zahl der Tage mit Niederschlag. Württ. Jahrb. 1880 I, S. 22.

Kocher-
steinsfeld.
Heilbronn. Öhringen. Stuttgart. Mittel
aus allen
Stationen
d. Landes.
Januar 12,1 13,2 10,6 11,2 11,8
Februar 10,1 13,1 9,0 10,5 10,6
März 13,5 15,2 11,3 15,1 14,0
April 10,0 13,6 9,5 13,8 12,7
Mai 13,5 14,4 10,5 15,6 14,0
Juni 13,0 13,3 10,2 13,6 13,4
Juli 12,6 13,8 10,7 14,3 13,7
August 11,4 13,2 9,3 13,4 12,5
September 9,4 9,8 7,3 10,4 9,4
Oktober 12,8 12,1 10,0 12,1 12,3
November 14,5 14,9 11,0 13,4 13,1
Dezember 15,6 14,9 11,6 13,2 18,8
Jahr 148,7 161,5 121,0 156,6 151,5
| Während Kochersteinsfeld, Heilbronn und Stuttgart eine gute Übereinstimmung mit dem allgemeinen Mittel zeigen, hat Öhringen durchaus eine kleinere Anzahl von Tagen mit Niederschlag, was von der Art zu notiren herrühren mag, bei welcher kleinere Niederschläge häufig unbeachtet bleiben.

Mittlere Zahl der Tage mit Schnee.

Kocher-
steinsfeld.
Heilbronn. Öhringen. Stuttgart. Mittel
aller
Stat.
Januar 4,1 3,8 4,4 5,5 5,7
Februar 4,3 4,2 3,5 4,9 5,1
März 5,1 4,4 4,2 6,7 6,9
April 1,0 0,9 1,4 1,1 1,8
Mai 0,3 0,6
Oktober 0,4 0,2 0,4 0,3 0,8
November 4,5 4,2 3,7 5,5 5,3
Dezember 7,1 5,5 5,7 6,9 6,9
Jahr 26,5 23,2 23,3 31,2 33,1

Die Zahl der Schneetage ist im Oberamtsbezirk Neckarsulm und dessen Umgebung kleiner, als in den andern Theilen des Landes, offenbar in Folge der tieferen Lage der Gegend.

Mittlere Zahl der Gewittertage.

Kocher-
steinsfeld.
Heilbronn. Öhringen. Stuttgart. Mittel.
Januar 0,1 0,1 0,2 0,1 0,1
Februar 0,2 0,4 0,2 0,2
März 0,4 0,4 0,3 0,3 0,3
April 1,5 1,5 1,1 1,5 1,4
Mai 2,0 3,8 3,2 2,8 3,6
Juni 3,7 3,7 2,8 4,0 4,2
Juli 5,5 6,4 5,0 5,6 6,6
August 2,1 3,3 2,4 2,3 3,2
September 0,6 1,2 1,1 1,1 1,1
Oktober 0,1 0,5 0,3 0,2 0,5
November 0,1 0,1 0,2 0,1
Dezember 0,1 0,1 0,1 0,2 0,1
Jahr 16,1 21,3 17,0 18,3 21,3
Aus dieser Zusammenstellung folgt, daß die größte Häufigkeit der Gewitter im Juli stattfindet. Aus der Vergleichung mit dem Mittel aller Stationen ergibt sich, daß nur in Heilbronn| die mittlere Zahl erreicht wird, während in Kochersteinsfeld und Öhringen die Gewitter verhältnismäßig seltener sind.

Hagelfälle sind verhältnismäßig selten; die mittlere Zahl der Hageltage beträgt nemlich:

zu Kochersteinsfeld 1,1
zu Heilbronn 0,2
zu Öhringen 1,1
zu Stuttgart 2,5
Mittel aller Stationen 1,7

Regenhöhen, 10jährige Mittel 1866/75 in Millimetern.

Heilbronn. Öhringen. Stuttgart.
Januar 32,9 36,6 37,2
Februar 32,6 25,5 25,6
März 48,2 44,4 36,0
April 46,2 43,6 42,8
Mai 66,7 60,7 67,1
Juni 63,3 81,2 84,8
Juli 74,8 84,7 73,1
August 75,5 59,4 71,6
September 46,1 47,7 34,2
Oktober 57,7 57,9 49,1
November 53,6 72,3 54,9
Dezember 50,9 53,8 45,8
Jahr 648,5 667,8 622,2

Die größte Niederschlagsmenge, welche innerhalb 24 Stunden fiel, erreichte eine Höhe von

60,9 mm zu Heilbronn 1874 Juni 28.
86,5 mm zu Öhringen 1875 Juni 19.
63,4 mm zu Stuttgart 1874 Juni 28.

Die Regenhöhen von Stuttgart, Mergentheim, Heilbronn und Öhringen gehören zu den kleinsten Regenhöhen in Württemberg. (Vergl. Württ. Jahrbb. 1880 I S. 20 und ff.)

Die jährliche Regenhöhe vertheilt sich auf die einzelnen Jahreszeiten, wie folgt:

Heilbronn. Öhringen. Stuttgart. Mittel.
Frühling 24 % 22 24 24
Sommer 34 34 37 34
Herbst 24 27 22 24
Winter 18 17 17 18
| Hienach ist der Niederschlag von Frühling und Herbst je 1/4 des Niederschlags des ganzen Jahres, derjenige des Sommers ist 1/3 des Jahresniederschlages, derjenige des Winters etwa 1/6 desselben.

Pflanzen- und Thierreich.

A. Pflanzen.[10]

Die Flora unseres Bezirks, eines der schönsten und gesegnetsten der vaterländischen Gaue, ist eine sehr reiche, mannigfaltige, mehr den höhern Familien angehörige; ihr eigenthümliche Arten können wir zu unserem Bedauern wenige aufführen und es ist unser Bezirk hierin gegen andere im Nachtheil.

Es beeinflußt dies dessen geographische Lage, die klimatischen Verhältnisse, die Gebirgsart, welche außer den Vorhügeln der Löwensteinerberge im südlichen Theile des Bezirks, die der Keuperterrasse angehören, Muschelkalk, mit darauf gelagerter Lettenkohle und Lehm ist.

So schließt uns die Gebirgsart manche Arten, z. B. die „Sandholden“, fast ganz aus, ebenso sind wir nicht minder durch das Fehlen von Sümpfen und Torfmooren, in welchen gerade viele der selteneren Spezies vorkommen, verkürzt, endlich ist bei dem kostbaren Boden durch Pflug und Karst schon manche werthvolle Pflanze auf immer verschwunden.

Daher kommt es z. B., daß der Scheuerberg bei Neckarsulm, der sonst ganz dazu angethan wäre, wesentlich zur Bereicherung unserer Bezirks-Flora beizutragen, uns ganz verloren geht, während der unbedeutendere Keupernachbar bei Dahenfeld eine Fundgrube für manche sonst vergebens gesuchte Pflanze ist. Ähnlich verhält es sich mit den Muschelkalkgehängen unter Gundelsheim und dann des unteren Kocher- und Jagstthales.

Unsere Flora ist im großen Ganzen eben die Flora des unteren Neckargebiets. Eine dem Bezirk eigenthümliche aufzustellen, ist daher nicht wohl möglich. So wenig als gerade an der Grenze des Bezirks die Gebirgsart eine andere ist, kann bei den meisten der vorkommenden Arten die Begründung der Heimat| der Bewohner in diesem oder dem angrenzenden Bezirk nachgewiesen werden.

Während dies für weitaus die meisten Pflanzen-Arten gilt, machen andere, doch sehr in der Minderzahl, eine Ausnahme. Diese wenigen haben wirklich einen bestimmen Standort und können als diesem oder jenem Bezirk angehörend betrachtet werden.

So kommt, nach mehr als 40jähriger Beobachtung, bei Neuenstadt Corydalis lutea Dec. blos an einer Mauer vor, sonst nirgends; unseres Wissens auch nicht anderwärts im Bezirk oder dessen Nähe.

Wir wollen nun von unseren selteneren Pflanzenarten, deren Vorkommen mehr auf bestimmte Plätze beschränkt ist, einige anführen (die Nomenclatur ist die der „Flora von Württemberg von Martens und Kemmler“):

Corydalis lutea. Diplotaxis tenuifolia Dec., schmalblätterige wilde Rauke. Euphrasia lutea L., Gelber Augentrost. Linaria Cymbalaria L., epheublättr. Leinkraut. Eryngium campestre L., Mannstreu. Veronica praecox All., früher Ehrenpreis. Butomus umbellat. L., Wasserviole. Lycopsis arvensis L., gemeiner Krummhals. Calendula arvensis L., Acker-Ringelblume. Senecio saracenicus L., heidnisches Wundkraut. Campanula Speculum L., ächter Frauenspiegel. Erysimum odoratum Ehrh.; wohlriechender Hederich. Erysimum cheiranthoides Link, Lackartiger Hederich. Helianthemum vulgar. Gerh.; Sonnenröschen. Impatiens Noli tangere L., wilde Balsamine. Salvia verticillata L., quirlblätterige Salbei. Cephalanthera rubra. Rich., rothe Cephalanthere. Ornithogalum umbellatum L., ebensträußiger Milchstern. Malva moschata L., Bisam-Käspappel. Sinapis nigra L., schwarzer Senf. Oxalis

stricta und corniculata L., aufrechter und gehörnter Sauerklee. Calamintha offic. Mönch., gebräuchliche Kalaminthe. Rosa gallica L., Waldrose. Gagea lutea R., Schulh. Waldgelbstern. Linum tenuifolium L., dünnblätteriger Lein. Majanthemum bifolium Dec., zweiblätterige Schattenblume. Cynoglossum officin. L., gemeine Hundszunge. Achillea nobilis L., edle Schafgarbe. Artemisia campestris. Tragopogon majus. Jacq., größerer Bocksbart. Crepis foetida L., übelriechende Grundfeste. Myosurus minimus. Hypericum pulchrum L., schönes Johanniskraut. Alyssum calycinum L., kelchfrüchtiges Steinkraut. Thesium intermedium. Schrad., mittleres Beinblatt. Orchis| militaris L., Helm-Knabenkraut. Atriplex latifolia var. salina etc.

Als die verbreitetsten und wichtigsten unter den Pflanzen, sofern sie die Vegetation wesentlich beeinflußen, lassen wir nun die Bäume folgen.

Wie sich schon aus der Gebirgsart ergibt, sind die prächtigen Wälder unseres Bezirks vorherrschend Laubwälder, und zwar meist mit Rothbuchen (Fagus sylvat.) und Eichen (Quercus pedunculata, Q. sessiliflora), doch kommen auch Bestände mit Birken (Betula alba) vor, Hagenbuchen (Carpinus Betulus), Eschen (Fraxinus excelsior), Ulmen (Ulmus campestris), Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Linden (Tilia grandifolia und parvifolia), Aspen (Populus tremula), Erlen (Alnus glutinosa), seltener ist Alnus incana Dec., (bei Oedheim), Sperberbaum (Sorbus domestica); Elsebeerbaum (Sorb. torminalis), Vogelbeerbaum, Sorb. aucuparia, Holzapfel (Pyrus Malus sylv.), Holzbirn (Pyr. comm. sylv.), Kirsche (Prunus avium sylv.). Salweide (Salix caprea), Salbeiweide (Salix aurita) finden sich ebenfalls in denselben, doch mehr vereinzelt.

An Bächen, Gräben stehen vielfach Weiden, als Salix alba, cinerea, vitellina, viminalis, purpurea.

Aber auch schöner Nadelholzforste kann sich der Bezirk rühmen mit Fichten (Pinus Picea); Forchen (Pinus sylvestis), Lärchen (Pin. Larix). Von ersteren stehen bei Züttlingen Prachtexemplare, so eine Königs- und eine Kronprinzenfichte, die im Schwarzwald nicht majestätischer zu finden sein dürften. (s. Waldbau.)

Ehe wir mit dieser Abtheilung schließen, möchten wir noch mit einigen Worten des Nestors unserer vaterländischen Linden Erwähnung thun. Er steht, eine ehrwürdige Ruine mehr, als ein Baum, bei Neuenstadt und trozt, um mit Schiller zu reden, „9 Jahrhunderte der Zeit und der Stürme Heer“. Seine ausgebreiteten Verzweigungen grünen und blühen aber noch alljährlich.

Die Sträucher in den Wäldern, Unterholz, Hecken, Steinriegeln etc. bestehen zumeist aus:

Haselnuß (Corylus Avellana). Liguster (Ligustr. vulg.), Schwarzdorn (Prunus spinosa), Faulbaum (Rhamnus frangula), Pfaffenhütchen (Evonym. europaeus), Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), Traubenkirsche (Prunus Padus), Wasserholder (Viburnum Opulus), Schlingstrauch (Viburn. Lantana), Hartriegel (Corn. sanguinea), Maßholder (Acer campestre), Waldrebe (Clematis vittalba), Seidelbast (Daphne Mezereum), Sauerdorn (Berb.| vulg.), Geisblatt (Lonicera xylosteum), Pimpernuß (Staphyllea pinnata), Hollunder rother und schwarzer (Samb. racemos. und nigra), Attich (Samb. Ebulus), Himbeere (Rubus Idaeus), Brombeere (Rub. fruticos.), Hunds-, Pimpinellblättrige und kriechende Rose (Rosa canina, pimpinellifolia und arvensis).

Von den in unserem Bezirk meist allgemeiner vorkommenden Pflanzen führen wir noch die folgenden an, hauptsächlich die medizinisch wichtigen:

Atropa Belladonna, Hyoscyam. niger, Solan. Dulcamara u. nigr., Physalis Alkekengi, Conium maculata, Colchicum autumnale, Datura Stramonium, Carum Carvi, Chelid. majus, Tussilago Farfara und Petasites, Papav. Rhoeas, Matricaria Chamomilla u. inodora, Valeriana offic., Verbasc. Thapsus u. Thapsiforme, Anthemis arvensis u. cotula, Isatis tinctoria, Nasturt. offic. u. sylvestre, Adonis aestivalis, Aquilegia vulgar., Actaea spicata, Nuphar luteum, Erythraea Centaureum u. pulchella, Achillea Ptarmica, Reseda lutea u. Luteola, Asperula odorata u. cynanchica, Pyrola secunda u. rotundifolia, Pulmonar. offic. u. augustifol., Prunella vulgar., Trollius europaeus, Ranuncul. Lingua u. sceleratus, Cardam. sylvatica, pratensis, Sisymbr. Sophia, u. Thalianum, Viola odorata, hirta, sylvestris, tricolor, Saponaria officin., Dianthus Armeria u. Carthusianor, Silene inflata, Agrostemma Githago, Arenaria serpillifolia, trinervia, Stellaria nemor. media, Holostea, graminea, Linum catharticum, Malva Alcaea, sylvestris, rotundifolia.

Hypericum perforat., quadrangul., hirsutum, Genista germanica u. tinctor. Ononis spinosa, Melilotus officin., Trifol. ochroleucum, procumbens, Astragalus glycyphyllos, Orobus vernus, niger. Spiraea Aruncus, Filipendula, Ulmaria, Geum rivale, urbanum, Epilobium spicatum, hirsutum, Potentilla verna, Pot. Tormentilla, anserina, supina, argentea, Sempervivum tector., Chrysosplenium alternifol., Sanicula europaea, Circaea lutetiana, Aethusa Cynapium, Heracleum sphondylium, Torilis Anthriscus, Chaerophyllum temulum, bulbosum, Adoxa moschatellina, Galium Cruciata, Aparine, verum, Mollugo, sylvatic., Scabiosa columbaria, succisa, Jasione montana, Campanula Cervicaria, Monotropa Hypopitys, Vincetoxicum offic., Symphytum offic., Lithospermum offic., purpureo-coerul., Verbena offic., Lathraea squamaria, Mentha aquatica, Galeopdolon| luteum, Scutellaria galericulata, Galeopsis Ladan., Tetrahit, Stachys germanica, sylvatica, Beton. offic., Marrubium offic., Teucrium Scorodonia, Chamaedrys, Origan. vulg. Thymus Serpill., Lysimachia vulgar., nummularia, Polygonum Hydropiper, Bistorta, Thesium montanum, pratense, Aristolochia Clematidis, Asarum europaeum, Alisma Plantago, Potamogeton crispus, Typha angustifol., Acorus Calamus, Neottia Nidus avis, Listera ovata, Orchis Morio, mascula, angustifolia, maculata, conopsea, Allium ursinum, Muscari

botryoides, Antherie. Liliago, Convallaria majal., multiflor., Polygonat., Paris quadrifol., Juncus effus., Luzula pilosa, Eriophor. latifol., Carex brizoides, Phragmites commun., Festuca rubra, Brachypod. pinatum, sylvat., Briza media, Anthoxanth. odorat., Andropogon Ischaemum, Panicum sanguinale, Bluthirse, Equisetum arvense, Polypodium vulgar., Aspidium Filix mas, Fil. femina, Asplenium Ruta murar.

Bezüglich des Nutzens der in unserem Bezirk wildwachsenden Pflanzen beschränken wir uns auf deren Anwendung für medizinische Zwecke, da ihre Benützung und ihr Werth für die Land- und Forstwirthschaft speziell in den betreffenden Abtheilungen abgehandelt ist.

Für den Bedarf der Apotheker werden gesammelt die meisten im Bezirk wachsenden offizinellen Pflanzen oder deren Theile; von größerem Belang ist dies der Fall bei Kamillen, die im Kocher- und Jagstgebiet in manchen Jahren in ziemlich beträchtlicher Menge vorkommen, und deren Einsammeln und Verkauf schon vielen ärmeren Landbewohnern recht eigentlich zum Segen geworden ist. Außer Kamillen kommen noch in Handel außer Bezirks: Klatschrosen, Lindenblüthe, Eicheln, Senf, Mutterkorn, Himbeere.

Zusätze.

1. Corydalis lutea kommt auch in Degmarn bei Neuenstadt an einer großen, alten Mauer in der Nähe des Pfarrhauses, am Abhang gegen das linke Kocherufer, in großer Zahl vor, so daß die ganze Mauer dicht überzogen und zur Blüthezeit der Pflanze mit Hunderten der zierlichen gelben Rispen besetzt ist.

2. Diplotaxis tenuifolia Dec. liebt besonders gerne Salzboden, und so ist denn auch diese Pflanze, welche am Neckarufer von Cannstatt bis zur Landesgrenze stellenweise auftritt, in der Nähe der Saline Friedrichshall besonders häufig, und bedeckt streckenweise die Raine und unkultivirten Halden und Wegränder, Steinbrüche und Erddämme mit| ansehnlichen bis 1/2 Meter hohen Büschen, welche zur Blüthezeit mit ihren repsähnlichen Blüthen der Landschaft einen eigenen Reiz verleihen. Seltener ist die kleinere und nicht so gesellig auftretende Diplotaxis muralis Dec., welche besonders in der Nähe des Neckarufers, soweit der Bezirk geht, vereinzelt und zuweilen in Gesellschaft der vorigen Art sich findet.

3. Isatis tinctoria L. Färberwaid. Diese indigohaltige Pflanze findet sich an Rainen und steinigen Abhängen, Steinbrüchen etc. oft in prächtigen Gruppen. Noch ziemlich größer und buschiger, als Diplotaxis, entfaltet sie ihre großen, feurig gelben Blüthenbüschel schon im Mai, eine weithin sichtbare Zierde der Landschaft, welche auch dem Auge des flüchtigen Eisenbahnreisenden nicht entgeht. Sie ist in Jagstfeld besonders häufig.

4. In die gleiche Familie der Cruciferen oder Kreuzblüthler, wie die beiden vorigen Pflanzen, gehört noch eine Seltenheit für die vaterländische Flora, nemlich Cheiranthus Cheiri L., der Goldlack. Diese prächtige Pflanze, welche im Rheinthal bis Aachen nicht selten ist, und die alten Schlösser und Ruinen des unteren Neckarthals bei Heidelberg bewohnt, kommt in Gundelsheim an sämmtlichen Mauern des Schlosses in großer Zahl wild oder verwildert vor, und streut seine Samen jedes Jahr zu neuer Vervielfältigung aus. In den Gärten am Fuß der Mauern wird die Pflanze wohl als Unkraut vertilgt, dagegen sproßt sie ungehindert aus den zahlreichen Mauerritzen hervor, und verleiht zur Blüthezeit, welche sehr lang dauert, dem Gundelsheimer Schloß ein eigenartiges Aussehen. Die Pflanze kommt außerdem in Württemberg unseres Wissens nur auf Hohenasperg wild vor, wo die Mauern der Gärten und Festungsgräben dicht von ihr besetzt sind.

5. Eine weitere Seltenheit für Württemberg bildet ein kleiner sparriger Strauch mit zahlreichen aber dünnen Ästen und fein zerschlitzten Blättern, die Artemisia campestris L., Feldstabwurz. Diese wenig ins Auge fallende Pflanze liebt Sandboden und findet sich in ganz Württemberg nur am Rand des Kocherkanals von Kochendorf nach Jagstfeld und noch in einzelnen Exemplaren im Jagstthal bei Heuchlingen.

6. Ein kleines und unscheinbares, daher oft übersehenes Pflänzchen, der Mäuseschwanz, Myosurus minimus L., wächst in der Nähe des Schachtgebäudes von Friedrichshall, besonders am Eisenbahndamm.

7. Atriplex latifolia, var. salina Koch, vom Schachtgebäude Friedrichshall bis zur Saline und dem Kocherkanal als Begleiter des Bahndamms, auf welchem das Steinsalz vom Bergwerk in die Salzmühle und in die Schiffe geführt wird.

8. Phyteuma nigrum Schm. Diese Pflanze, welche in den Wäldern um Kochendorf, Jagstfeld, Gundelsheim etc. viel häufiger ist, als die im Oberland an ihrer Stelle so häufige weißblühende Art: Phyteuma spicatum L., fällt durch ihre fingerhutförmigen, violettblauen Blüthenköpfe, die den niederen Pflanzenrasen der Wälder im Juni weit überragen, den Spaziergängern besondere in die Augen.

9. Das Mannstreu, Eryngium campestre L. ist ein durch seinen distelartigen Habitus und seine meergrünen, stacheligen Blätter auffallender Begleiter der Wegränder des Bezirks in der Nähe von Neckarsulm, Kochendorf, Jagstfeld bis Gundelsheim.

| 10. An Mauern hinter dem Schachtgebäude in Friedrichshall findet sich Gnaphalium luteo-album L.

11. Als Curiosum sei angeführt, daß auf der Wasserscheide zwischen Jagst und Kocher, bei Hagenbach auf Brachäckern eine nordamerikanische Pflanze gefunden wurde, die Ambrosia tanacetifolia Willd., welche wohl durch verschleppten Samen mit Handelswaaren in die Gegend gekommen sein mag. Derartige fremde Eindringlinge halten sich meist nicht lang, wiewohl andere z. B. das Erigeron canadensis L. zu einem überall verbreiteten Unkraut, so auch im Oberamt Neckarsulm, geworden sind.

11. Eine weitere Eigenthümlichkeit des Bezirks bildet die Erscheinung, daß im unteren Kocherthal eine Anzahl buntfarbiger, namentlicher rother oder blauer Blüthen nicht selten in weißer Abart gefunden werden, so z. B. Salvia pratensis L., Centaurea cyanus L., Centaurea scabiosa L. und Geranium pratense L., letzteres häufig am Fußweg von Hagenbach nach Oedheim. Die Centaurea scabiosa L., kommt auch im Haller Bezirk dicht an der Saline Wilhelmsglück weiß vor.

12. Aus der Klasse der Algen verdient erwähnt zu werden eine schlauchförmige, fingerdicke, grüne Süßwasseralge, die Enteromorpha intestinalis Link, welche in stehenden Altlachen des Kocher im Frühjahr so zahlreich vorkommt, daß oft die ganze Oberfläche mit den zarten von Luft aufgeblasenen, wurstförmigen Schläuchen bedeckt ist.

13. Auf Zwetschgenbäumen des Gutes Neuhof bei Oedheim fand der Verfasser im Jahr 1868 die damals noch nicht in Württemberg beobachtete zierliche Flechte Hagenia chrysophthalma L.

B. Thiere.[11]

Außer den größeren ins Auge fallenden Thieren der höheren Wirbelthier-Ordnungen, über welche Jäger, Förster und Ökonomen berichten können, und deren Fauna im Allgemeinen wenig von den benachbarten Faunen, ja von der des ganzen Landes abweichen dürfte, sind wohl nur vereinzelte sichere Beobachtungen und Aufzeichnungen über die Vorkommnisse der zahllosen Angehörigen der niederen Ordnungen vorhanden. Dem Umstand, daß der Verfasser in einer kleinen Abtheilung der Insekten, nämlich der Kleinschmetterlinge, während eines 7jährigen Aufenthaltes in Kochendorf, emsig gesammelt und nebenbei über Vorkommnisse in anderen Ordnungen, auch in der Pflanzenwelt, zahlreiche Beobachtungen gemacht hat, dankt er es, daß er wenigstens auffallende Vorkommnisse in der Fauna und Flora nicht unbeachtet ließ, und in den folgenden Zeilen darüber zu berichten versucht. Vielleicht geben diese Versuche anderen Beobachtern Gelegenheit,

| später Ergänzungen in dieser oder jener Richtung an das stat.-topographische Bureau einzusenden.

In den niedersten Thiergruppen der Protozoen, Infusorien, Räderthiere, Polypen etc. hat der Verfasser bei Gelegenheit mikroskopischer Untersuchungen des Inhalts von Wassergräben, Tümpeln etc. vorgefunden unter vielen nicht bestimmten Individuen: das Sonnenthierchen, Actinophrys, mehrere Arten von Glockenthierchen, Vorticella, den grünen und grauen Süßwasserpolypen, Hydra viridis und vulgaris, mehrere zum Theil mit Panzern versehene Räderthiere u. s. w. Unter den Würmern ist außer den allgemein verbreiteten zu erwähnen das häufige Vorkommen der Fadenwürmer, Gordius und Mermis, welche parasitisch in Insekten leben und bei den Versuchen, Raupen zu Schmetterlingen zu ziehen, oft aus den absterbenden Raupen auskriechen.

Krebse: Zahlreich sind die in stehenden und langsam fließenden Wassern lebenden Muschelkrebse (Cypris) und Wasserflöhe (Cyclops und Daphnia) vertreten. Einmal beobachtete ich den von Fischen sehr gefürchteten, rasch umherschwimmenden, und an den Fischkiemen schmarozenden Argalus foliaceus in Kochendorf. Häufig sind Gammarus, vom Volk Geitzen genannt, deren Genuß nach dem Volksglauben schädlich sein und Schwindsucht herbeiführen soll. Es ist dies durchaus unbegründet, dagegen beherbergen diese Thiere einen Parasiten, der sich in den Fischen weiter entwickelt, und denselben verderblich werden kann. Es ist daher nicht räthlich, die kleinen Fische in den Aquarien mit solchen Geitzen zu füttern. Asseln und Wasserasseln sind ebenfalls überall häufig. Flußkrebse finden sich zahlreich in Bächen und Flüssen, so auch im Neckar. Sie werden von Fischern oft zum Fangen von Fischen, besonders Barben benützt, indem sie dieselben, an Legangeln befestigt, über Nacht in die Flüsse werfen.

Die zu den Krebsen und ihren Verwandten gehörigen Tausendfüße, Scolopendra, Holzwürmer, Julus, und vielfüßigen Asseln sind an Plätzen mit faulenden Pflanzentheilen, unter Steinen, Rinden und Moos häufig, in Gärten und Gewächshäusern schädlich.

Unter den Spinnen mit ihren zahlreichen Geschlechtern sei nur erwähnt die Wasserspinne, Argyronauta aquatica, welche ein glockenförmiges mit Luft gefülltes Gewebe unter Wasser macht, darin sie ihren Raub verzehrt. Ich beobachtete sie in Wassergräben hinter dem Friedrichshaller Schachtgebäude.

| Die Insekten mit ihren zahlreichen Familien sind natürlich auch in diesem Bezirk ungemein mannigfaltig vertreten, so daß die Aufzählung sich nur auf besonders ins Auge fallende Vorkommnisse beschränken muß. Sehr häufig sind die zahlreichen vom Raub anderer Insekten, besonders der Schmetterlinge, lebenden Libellen oder Wasserjungfern an Flußufern und Weihern und Wassergräben; ebenso die Köcherfliegen oder Phryganeen, deren raublustige Larven zierliche Gehäuse aus Muscheln, Steinen, Sandkörnern, Moos oder Grasstengeln verfertigen, und auch in den Aquarien gehalten werden können. Groß ist die Zahl der Heuschrecken, Grillen und Cikaden, als Seltenheit kommt vor die Singcikade.

Unter den Wanzen, die sich theilweise von anderen Insekten, theilweise von Pflanzen nähren, theilweise vom Blut warmblütiger Thiere und des Menschen, erwähne ich die rußbraune Art Reduvius personatus, welche die Bettwanzen aussaugt und tödtet, und deshalb ein Nachtthier ist. Dieselbe ist übrigens mit Vorsicht zu behandeln, da sie mit den Fingern angefaßt, durch einen überaus schmerzhaften Stich sich wehrt.

Zu den Hautflüglern, welche in Tausenden von Arten und mit der verschiedensten Lebensweise und Körperform vorkommen, gehören die Schlupfwespen, deren Larven von Raupen und Larven aller Insektenordnungen leben, die Wespen, Grabwespen, Honigbienen, Hummeln etc. Eine große dunkelblaue Art, die Mauerbiene, macht sich aus Sand und Erde ganz feste, kuchenförmig an Steine und Mauern angeklebte Nester, welche zahlreich an den Wänden der Siedhäuser in Friedrichshall anzutreffen sind. Die Larven sind darin mit dem für ihre Entwicklung ausreichenden Futter in zellenartigen Höhlungen eingeschlossen, und verpuppen sich auch darin. Die auskriechende Mauerbiene muß sich zum Ausfliegen mit ihren scharfen Kiefern ein Loch in die feste Wand ihres Hauses bohren. Trotz der scheinbar geschützten Lage sind die Larven von zahlreichen Parasiten aus der gleichen Klasse der Hymenopteren und aus der Klasse der Käfer bewohnt.

Unter den zweiflügeligen Insekten, zu denen unsere Stubenfliege gehört, macht sich auf das unangenehmste bemerklich die Stechschnacke, Culex pipiens, und noch 2 andere Arten, welche die Wälder um Jagstfeld, Friedrichshall und Kochendorf im Juli und August so zahlreich bewohnt, daß der Aufenthalt daselbst Leuten mit zarter und empfindlicher Haut oft ganz entleidet| wird. Merkwürdig ist, daß es Leute gibt, welche von ihnen fast vollständig verschont bleiben, während andere, wahrscheinlich durch ihren Ausdünstungsgeruch, eine ganz besondere Anziehungskraft auf sie ausüben. Ganz verkehrt ist der Glaube, daß diese Thiere aus Amerika eingewanderte Muskitos seien.

Eine andere merkwürdige Erscheinung unseres Bezirks bildet der sogenannte Augst im unteren Neckar-, Jagst- und Kocherthal. Es ist dies eine große weiße Eintagsfliege mit gelblichem Leib, Palingenia virgo. Die Larve dieses mit 3 langen Schwanzborsten versehenen Insekts lebt im Wasser am schlammigen Ufer der Flüsse, in welchem Zustande dieselbe Uferaas genannt wird. Das ausgebildete Insekt fliegt an warmen Augustabenden von der Dämmerung bis nach Mitternacht. Es erscheint plötzlich in solchen dichten Massen, daß die Luft wie von einem dichten Schneegestöber davon erfüllt ist, und eine solche rasch sich fortbewegende Wolke kann viele Minuten lang dauern, bis sie allmählig dünner werdend ihren Zusammenhang verliert. Aber auf stundenweite Entfernungen fliegen dann noch die zerstreuten, wiewohl noch immer sehr zahlreichen Fliegen in der Nähe der Flüsse, namentlich gerne den Lichtern und Laternen der Wohnungen und Straßen zu. Am nächsten Morgen sind alle todt, und ihre Leiber bedecken Brücken und Wege in der Nähe der Flüsse zuweilen zollhoch, so daß sie mit Karren fortgeführt werden müssen. So oft man eine solche Eintagsfliege fängt, läßt sie augenblicklich einen weißen Ballen in der Form zweier zusammenhängenden Würste fallen; es sind dieses die Eier, wohl auch der Samen dieser Thiere, welche sie über dem Wasser fliegend von selbst fallen lassen. Diese Eierballen bilden eine vorzügliche Nahrung für die Fischbrut, wie auch die ins Wasser gefallenen todten Insekten, und später die ausgeschlüpften Larven. Es ist deshalb dieses Thier für die Fischerei sehr nützlich. Kleinere und weniger zusammenhängende Züge dieses Insektes sind alljährlich an Kocher und Jagst zu beobachten, die ganz großen Heermassen erscheinen nur selten, wenn gerade die Bedingungen zu ihrer Entwicklung günstig waren, namentlich keine gar zu großen Überschwemmungen im Frühjahr die Larven mit dem Uferschlamm fortgerissen hatten. Eine ausführliche Beschreibung des Lebenslaufs dieser Thiere findet man unter Anderem in Okens Naturgeschichte, Band 5 Seite 1473–1484.

Von Käfern, deren große Mannigfaltigkeit im unteren Neckar-, Kocher- und Jagstthal von mir vielfältig beobachtet| wurde, erwähne ich nur einige besonders ins Auge fallende Vorkommnisse. So stellen sich z. B. im Frühjahr häufig in dieser Gegend die schönen grünen Käfer auf Syringen, Eschen und Liguster ein, welche unter dem Namen „Spanische Fliegen“ (Lytta vesicatoria) allgemein bekannt sind, und in der Apotheke zu scharfen Salben und Blasenpflastern verwendet werden. Sie erscheinen stets nur wenige Tage in großen nach Hunderten und Tausenden zählenden Gesellschaften, werden auch wohl gesammelt und an Apotheker verkauft. Beim Sammeln thut man gut, sich lederner Handschuhe zu bedienen, weil ihr scharfer Saft Blasen zieht.

An Eichenstämmen, sowohl gefällten als im Wald stehenden, findet sich häufig im Juli im Sonnenschein ein schöner, schwarz und gelb gestreifter Bockkäfer (Clytus arcuatus), welcher schwer zu greifen ist, da er bei Annäherung eines Menschen rasch auffliegt. Er sieht im Freien fast wie eine Wespe aus, und hat auch deren Größe. Seine Larven leben in Eichenholz, und an den Stämmen bemerkt man leicht in der Rinde federspuldicke runde Löcher, durch welche die Käfer ausgebrochen sind. An Telegraphenstangen sitzt nicht selten der Hausbock (Hylotrupes bajulus), welcher in todtem Nadelholz lebt, auch an Bälken und Hausgeräthen. Große ovale Löcher an der Oberfläche der Stangen sind die Ausfluglöcher des schädlichen Käfers, dessen Puppenhülse zuweilen noch aus den Ausfluglöchern halb hervorragt. Eine liebliche Erscheinung ist der Johanniskäfer, Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca und nitidula), dessen stärker leuchtendes Weibchen flügellos ist, und Nachts am Boden zwischen Gräsern sitzt, während das schwächer leuchtende Männchen an den gleichen Plätzen zahlreich die Luft durchschwirrt. Nicht leicht habe ich diesen Käfer zahlreicher gefunden, als am unteren Kocher bei Kochendorf. Besonders an den abschüssigen Rainen des Kocherkanals zwischen Kochendorf und Hagenbach sieht man in lauen Sommernächten die Männchen wie kleine Sternchen in der Luft umherfliegen, während die Weibchen wie ruhende Lichtpunkte am Boden zerstreut sind. Ebenso traf ich den Käfer im Wald zwischen Kochendorf und Jagstfeld einmal so zahlreich an, daß die hinter den Stämmen erscheinenden und wieder hervortretenden in allen Richtungen fliegenden Leuchtkäfer, welche zu Hunderten vom Weg aus gesehen werden konnten, ein reizendes Schauspiel bildeten.

An Schmetterlingen ist unsere Gegend gleichfalls sehr reich. In den ersten Frühlingstagen zeigen sich die Citronenfalter| (Rhodocera Rhamni), der Aurorafalter (Colias Cardamines), mehrere überwinterte Vanessa-Arten, wie der große und kleine Fuchs (V. polychloros und urticae), der Cfalter (V. c. album), der Trauermantel (V. Antiopa), ferner in Wäldern die Birken-Eule (Brephos parthenias und notha); später kommen Weißlinge, welche in der Gegend ungemein zahlreich und schädlich auftreten, besonders der Kohlweisling (Pieris brassicae), dessen Raupe behufs der Vorbereitung zum Verpuppen gerne wandert, und an Mauern und Häusern möglichst gerade emporsteigt. Kommt er auf seinem Wege an glatte Flächen, wie Fensterscheiben, so überspinnt er sie mit einem schmalen Streifen seines Gespinnstes, auf dem er wie auf einer Leiter emporklettert, und der nachher als Spur seiner Wanderung zurückbleibt. Der Streifen wird während des Gehens verfertigt, indem die Raupe mit dem Kopf in stark genäherten etwa 1/2 Centimeter breiten Zickzacklinien hinundherfährt, aus den Gespinnstdrüsen, die neben dem Munde ausmünden, den Faden spinnend und rechts und links anklebend. Häufig ist am Kocherdamm der sonst spärlich auftretende Hafer-Weißling (Pieris daplidice), dessen Raupe an wilden Reseden, vielen Kreuzblüthlern und so auch an der dort häufig auftretenden Diplotaxis tenuifolia in zwei Generationen lebt. Im Juni und Juli sind die Waldwege und Waldränder belebt durch den Blauschiller und Rothschiller (Apatura Iris und Ilia nebst der Varietät Clytie), den großen und kleinen Eisvogel (Limenitis Populi und Sibylla), den Silberstrich (Argynnis pavia). Auf kleereichen Wiesen und besonders den Bahndämmen fliegt in zwei Generationen der gelbe Postillon, Colias edusa mit dem häufigeren goldenen O, Colias hyale, sowie viele Arten von Bläulingen (Lycaena). Unter den Dickköpfen (Hesperiden) ist erwähnenswerth der Syrichthus malvarum, dessen Raupe in dütenförmigen Einbuchtungen der Blätter von Herbstrosen (Althaea rosea) und Käspappeln (Malva silvestris und Alcea) am Kanaldamm in zwei Generationen vorkommt. Unter den Schwärmern (Sphingiden) führe ich außer den gewöhnlichen großen Arten (Todtenkopf, Windenschwärmer, Liguster-, Wein-, Wolfsmilchschwärmer, Abend-Pfauenauge und Pappelschwärmer) einige Wespenschwärmer (Sesien) an, so die S. empiformis, ichneumoniformis, asiliformis, myopaeformis, tipuliformis und hylaeiformis. Seltenere Vorkommnisse unter den Nachtschmetterlingen sind: Cymatophora octogesima, Acosmetia caliginosa, Cosmia paleacea, Heliothis ononis und| scutosa, Charielea umbra, Biston zonarius, Cidaria pomoeriaria, vittata, capitata, Eupithecia innotata, albipunctata. Von dem großen Heer der Kleinschmetterlinge, deren Fauna von früher her aus Württemberg nur in einzelnen Familien veröffentlicht ist (so z. B. „Frölich, Enumeratio tortricum“), sind aus der Umgegend von Kochendorf ca. 600 Arten von mir gesammelt worden. Einige bemerkenswerthe Funde darunter sind: Asopia costalis mit der Varietät rubrociliaris, sonst sehr selten in Deutschland; die Raupe lebt im Heu und der Schmetterling sitzt gerne an den Wänden, Thüren und Fenster der Heuschober oder in deren Nähe; Ennychia albofascialis, deren Raupe in den Blättern der Conyza squarrosa minirt; in den Welschkornstengeln findet sich im Frühjahr und Winter häufig die Raupe von Botys nubilalis, in den Schoten der Diplotaxis in einer Gespinnströhre die Raupe von Orobena extimalis, am Kocherkanal fliegt Paraponyx stratiotata, an Bienenstöcken Galleria mellonella, die Honigschabe. Von Wicklern ist zu bemerken: Tortrix forskaleana, cinnamomeana, pilleriana, Conchylis straminea, epilinana, notulana, manniana, curvistrigana, phaleratana, Phtheochroa rugosana, Grapholitha jaceana, ustulana, aurana, Coptoloma janthinana. Aus der Familie der Tineiden fand ich unter vielen anderen die Xysmatodoma melanella, Euplocamus anthracinalis, Tinea semifulvella, argentimaculella, Incurvaria Oehlmanniella, Nemotois cupriacellus und minimellus, Ochsenheimeria vacculella, Teichobia verhuellella, Acrolepia pygmaeana, granitella, Eudophasia messingiella, Theristis mucronellus, Depressaria propinguella, alstroemeriana, cnicella, albipunctella, Gelechia malvella, tricolorella, scriptella, bifractella, rufescens, Ypsolophus limosellus, Schmidiellus, Aplota palpella, Ornix petiolella, Coleophora deauratella, soponariella, partitella, Stagmatophora heydeniella, Cosmopteryx eximia, Elachista quadrella, magnificella, gleichenella, albifrontella, luticomella, chrysodesmella, gangabella, Lithocolletis hortella, bremiella, cavella, Nicelii, stettinensis, tristrigella, Tischeria Heinemanni, decidua, Lyonetia prunifoliella, Bucculatrix cidarella, Nepticula basiguttella, aceris, aeneofasciella, splendidissimella, glutinosae, freyella, catharcticella, assimilella etc. Aus der Ordnung der Muscheln und Schnecken hat der Verfasser nur zwei Beobachtungen gemacht, welche mitgetheilt zu werden verdienen. Die erste betrifft das massenhafte Vorkommen| der Neritina fluviatilis, einer erbsengroßen, graugelb und rosenroth schachbrettartig gezeichneten Schnecke im Kocherkanal, bei dessen Reinigung Millionen dieser zierlichen Süßwassermuschel im Schlamm aufs Land geworfen werden. Die zweite Beobachtung machte der Verfasser ebenfalls am Kocherkanal, dessen Grund von der Malermuschel (Unio pictorum) in seinem oberen Lauf zahlreich bewohnt wird. Ebendaselbst trifft man zahlreiche leere Gehäuse an einzelnen Stellen oben auf dem 12–15 Fuß hohen Damm. Wie die Schalen in solcher Anzahl auf diese Höhe hinaufgelangen, erzählten mir in glaubhafter Weise die Arbeiter, welche den Kocherkanal auszuputzen pflegen. Ist nemlich das Wasser des Kanals abgelassen, so holen sich alsbald die Raben die aus dem Schlamm hervorragenden Muscheln; da sie aber die fest geschlossenen Muschelschalen nicht zu öffnen vermögen, so tragen sie sie oben auf den Damm, wo sie in der Sonne bald sterben, und dabei öffnen sich ihre Klappen. Die Raben holen dann die geöffneten Stücke, und fressen das Thier, die leeren Schalen lassen sie liegen. An Fischen ist der Bezirk sehr reich, da er vom Neckar, Kocher und der Jagst durchströmt ist. Darunter ist einer, der nur im Mai die Gegend zum Behuf des Laichens besucht, nemlich der Maifisch, Alausa vulgaris, ein naher Verwandter des Herings, und ebenfalls ein Meerbewohner, der aber zur Laichzeit in die kleineren Flüsse heraufsteigt, ähnlich dem Lachs. Er wird 2 bis 4 Pfd. schwer, und man trifft ihn unter den Wehren, namentlich dem Kocherwehr, im Mai oft in solchen Mengen, daß sie sich oft förmlich aus dem Wasser herausdrängen, und leicht mit den Händen zu greifen sind. Der Fisch wird zwar von den Bewohnern gegessen, aber nicht besonders geschätzt. Häufig trifft man den Aal in allen drei Flüssen, derselbe wird außer durch Leg-Angeln in der dortigen Gegend besonders durch die sogenannten Aalfänge erbeutet; es sind große zaunartig gebaute, steil abfallende Kästen, welche die Müller im Wasser oberhalb des Wasserrads anlegen, und in welchen die hineingerathenden Aale zurückgehalten werden, während das Wasser durch die Zwischenräume abfließen kann. Besonders bei großem Wasser fangen sich in einem solchen Aalfang bei Nacht oft bis zu einem halben Duzend oder mehr Stücke, durch eine mechanische Vorrichtung wird morgens der ganze Kasten über das Wasser herausgehoben, und die Beute gefangen. Eine weitere in der Gegend gebräuchliche Art des Fischens ist Winters das Stechen mit der Gabel.| Es werden hiebei die im Winterschlaf betäubten am Grunde gesellig ruhenden Barben (Barba fluviatilis) in Jagst und Kocher derart erbeutet, daß man auf der gefrorenen Eisdecke oberhalb der Wehre durchsichtige Stellen aufsucht, von welchen man eine größere Strecke des Grundes übersehen kann. Hat man eine Kolonie Barben entdeckt, so wird über ihr das Eis eingeschlagen, und mit Stangen von 2–3 Meter Länge, an deren Ende eine breite vielzinkige Gabel befestigt ist, einer der Fische nach dem andern angespießt und heraufgeholt. Die nicht gestochenen Fische wachen nicht auf, und mit einiger Vorsicht kann man die ganze Gesellschaft, oft 10–20 Stück, aus dem Wasser herausziehen. Die Barben, welche besonders gern von Krebsen sich nähren, erreichen im Kocher eine ansehnliche Größe, ich sah einmal in Oedheim ein Exemplar von 7 Pfd.

Von Amphibien ist mir keine der Gegend eigenthümliche seltenere Art zu Gesicht gekommen; so sah ich nie die nach älteren Nachrichten in der Gegend vorkommen sollende Lacerta muralis. Häufig ist die Schlingnatter (Coronella laevis), die Ringelnatter (Coluber natrix) und die Blindschleiche. An Fröschen und Kröten ist ebenfalls kein Mangel, doch kann ich über die verschiedenen Arten keine Angabe machen.

Von den zufällig beobachteten Vögeln der unteren Kochergegend sind bemerkenswerth: Der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), der Eisvogel, die Goldamsel, der Wiedehopf, die Nachtigall, das Goldhähnchen, der Fischreiher, das Rohrhuhn (Gallinula chloropus), das in der kalten Jahreszeit im Kocherkanal oft ohne Scheu unter meinen Fenstern sich zeigte. Öfters sind im Winter Singschwäne (Cygnus musicus) in der Gegend getroffen worden, und ein sehr schönes in Jagstfeld geschossenes Exemplar eines solchen ziert die Sammlung des vaterländischen Vereins für Naturkunde in Stuttgart. Von den Raben machte der Verfasser zur Nistzeit die Beobachtung, daß dieselben am Kocherwehr die kleinen Fische, welche sich in den Ritzen zwischen den Pflastersteinen gefangen haben, hervorholen, mit einer schnellen Bewegung des Schnabels abschlagen und auf eine trockene Stelle legen. Haben sie so viele beisammen, als sie zumal im Schnabel forttragen können, so fliegen sie damit zum Nest, um nachher die gleiche Arbeit von Neuem zu beginnen. (Vgl. auch S. 73.)

Von den Säugethieren kommen die gewöhnlichen Bewohner von Feld, Wald und Haus vor, und eine besondere Häufigkeit oder ein Vorkommen in schädlicher Weise ist mir nicht bekannt. Höchstens| ist zu erwähnen, daß die Fischotter an der Jagst- und Kochermündung heute noch häufig ist; von dem Eichhörnchen, das als Waldverderber und Knospenfresser, wie auch durch das Rauben der Eier und Jungen aus den Singvogelnestern hier, wie überall, sehr schädlich ist, machte ich die Beobachtung, daß ein Exemplar zur Zeit der Reife der Wallnüsse täglich regelmäßig aus dem Kocherwald über den Kocher und Kocherkanal hin- und zurückschwamm, um einen reichtragenden am Ufer stehenden Wallnußbaum heimzusuchen. Daß auch der Hase im Eifer der Flucht vor einem verfolgenden Hund eine kleine Wasserfläche schnell zu durchschwimmen nicht scheut, dessen war ich einmal am Kocherkanal Augenzeuge. In schädlicher Menge tritt an einzelnen Orten des Bezirks die Wasserratte oder Scheermaus (Hypudaeus amphibius) auf; so hat dieselbe im Jahr 1868 auf dem Neuhof eine Menge junger Zwetschgenbäume durch Benagen ihrer Wurzeln zum Absterben gebracht. Vereinzelt ist dieselbe fast allerorten anzutreffen.



  1. Von Bergrath Dr. Baur.
  2. Vergleiche auch v. Alberti, Überblick über die Trias S. 10 bis 12.
  3. Leonhardt, Beiträge Heft III, S. 92 und 128.
  4. Bairdia und Estheria sind zwei Gattungen von Schalenkrebsen.
  5. Von Trigonometer Regelmann.
  6. Die den Höhenpunkten beigefügten lateinischen und griechischen Buchstaben bezeichnen die Gesteinsschichten, welche die unmittelbare Unterlage der Punkte bilden und zwar bedeutet: B ζ Schieferletten oder Röth der Buntsandsteinformation. Ferner für die Schichten der
    Muschelkalkformation:
    M α Wellendolomit und Mergel.
    M β Wellenkalk.
    M γ Anhydritgruppe mit Steinsalz.
    M δ Hauptmuschelkalk.
    M ε Trigonodusdolomit und Trigonoduskalk.
    M ζ Lettenkohlengruppe.
    Keuperformation:
    K α Gipsmergel.
    K β Schilfsandstein.
    Endlich bei den neueren Bildungen:
    A Alluvialbildungen, Thalschutt etc.
  7. 1 württemb. Morgen = 0,3152 ha.
  8. Bestimmt von Trigonometer Regelmann.
  9. Von Professor Dr. v. Schoder.
  10. Von Apotheker Andler in Gundelsheim, mit Ergänzungen von Dr. Steudel in Stuttgart, früher in Kochendorf.
  11. Von Dr. Steudel in Stuttgart.


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