Beschreibung des Oberamts Neckarsulm/Kapitel B 6

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
« Kapitel B 5 Beschreibung des Oberamts Neckarsulm Kapitel B 7 »
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).
|
6. Brettach,[1]


Pfarrdorf mit Marktgerechtigkeit, Gemeinde II. Kl., 1273 Einw., worunter 7 Kath., welche nach Dahenfeld eingepfarrt sind.

Zum Unterschied von dem weiter oben an demselben Flüßchen im Weinsberger Oberamt gelegenen Weiler gleichen Namens auch „Unterbrettach“ genannt, ist unser Brettach ein ansehnliches, stattliches, freundlich gelegenes Pfarrdorf im Thal der in nordwestlicher Richtung fließenden Brettach. Im Norden und Osten des Orts beginnt sich die Hochebene zu dehnen, die sich zum Kocher hinüber erstreckt, südlich und westlich läuft das Thälchen des Flusses, hinter welchem sich die Ausläufer der weiter südlich ziemlich steil aufsteigenden Berge, die Ausläufer der Löwensteiner Berge, erheben.

Der Ort erstreckt sich hauptsächlich in der Richtung von Süden nach Norden, gegen Norden und Nordosten leicht ansteigend, und enthält einige regelmäßige Straßen, sauber und reinlich gehalten; sie sind chaussirt und gekandelt, die daran stehenden Häuser meist verblendet.

In früherer Zeit soll der Ort mit Wall und Graben umgeben gewesen sein; es lassen sich jedoch kaum irgendwo noch Spuren davon erkennen.

In ihrem Wappen führt die Gemeinde eine Haberrispe, weil früher vorherrschend Haber gebaut worden sein soll. – Im Ort befindet sich eine Postexpedition, welche die einmal täglich zwischen Neuenstadt und Öhringen fahrende Post besorgt.

| Am nordwestlichen Ende des Orts steht die Pfarrkirche, wahrscheinlich 1514 angefangen zu bauen; sie hat zuletzt im Jahr 1844 Reparaturen erfahren. Sie erhebt sich auf dem einst festen von einer Mauer (seit 1839) umschlossenen Gottesacker mit schönem eisernem Thor (seit 1844); das jetzt daran vermauerte Festthor vom Jahr 1613. Gerade vor dem Eingang zum Kirchhof liegt ein großes Gewölbe, in welchem der für heilkräftig geltende Kirchbronnen quillt. Die einschiffige Kirche aus Stein aufgeführt hat 4eckige Hauptfenster und 3 Eingänge im Westen, Norden und Süden. In der Mitte des Schiffs tragen 3 Holzsäulen die flache, weißgetünchte Decke. Über dem nördlichen Portal befindet sich außen das württembergische Herzogswappen, darüber eine Tafel mit der Inschrift: „Als man zalt 1578 hat der ersam M. Clement Vock dise Kircha gemacht. Got verlei im frit und ruh, die seligkeit darzu.“ Dabei auf einem Schildchen C-V und das Meisterzeichen des Clement Vock. Das westliche Portal mit gothischem Astwerk zeigt ebenfalls das württembergische Herzogswappen rechts, links einen Schlüssel, dabei die Zahl 1514. Im Innern des Schiffs läuft um die westliche und nördliche Seite eine hölzerne Empore, deren Brüstung durch kannelirte vergoldete Pilasterchen mit schwarzem Sockel in Felder getheilt ist, in denen Bilder mit Darstellungen aus dem alten und neuen Testament hängen. – Die Orgel auf der Empore, in deren nordöstlicher Ecke, ist in gutem Zustand und enthält 14 Register. Im Jahr 1762 von J. G. Prüß, Hoforgelmacher von Hohenlohe-Neuenstein neu hergestellt, wurde sie 1843 reparirt und zu den jetztigen 14 Registern erweitert von Orgelbauer Laukuff in Pfedelbach. Die Orgel zeigt vorn das aus Holz gemachte bemalte württembergische Herzogswappen. Die hölzerne Kanzel befindet sich an der Südwand. Vom Schiff führt ein breiter runder Bogen durch die Thurmmauer in den östlich befindlichen auf der Ebene des Schiffs stehenden Chor, welcher sich im unteren Geschoß des Kirchthurms befindet. Es ist dies ein alter echtromanischer Ostthurm, gegen Morgen noch mit den ursprünglichen schlanken tiefeingeschrägten Rundbogenfenstern, gegen Süden mit einem großen spätgothischen Maßwerkfenster, schön gefüllt und mit kraftvollem Stabwerk. Innen erhielt sich das alte steinerne Tonnengewölbe, das auf einem an der Nord- und Südwand diamantirten Kämpfergesims aufruht. Unter der Tünche dieses Tonnengewölbes mögen noch Malereien verborgen sein. | Im Schiff der Kirche bemerken wir folgende Denkmale: Neben dem Aufgang zur Kanzel ist in die Wand ein Grabstein eingesetzt, auf dem oben in rundem Medaillon ein quergetheiltes Wappen sich zeigt, oben rechtsschreitender Löwe mit 5eckigem Stern zwischen den Vordertatzen, unten ein halbes Rad; darunter ist ein Kelch, zu dessen Seiten die Worte stehen: calicem salutarem accipiam et nomen dei invocabo. Unter diesem steht eine betende Frauengestalt: „Sibilla Katterina Müllerin.“ Umschrift: Als man zalt 1613 20. Augusti † der ehrwürdig wohlgelehrte M. Georg Müller Herr Pfarrer allhier 13 Jahr 6 Mon. dem Gott gnade. – Ein zweiter Grabstein daneben enthält die Aufschrift: Casparus Schefer Windaspacensis ex comitatu oriundus † 1642. Lector siste gradus, hominum quoque discito casus, Nam quod es fueram, sum quod ipse fies. – Auf dem noch vorhandenen Bruchstück eines Epitaphs, das früher (bis 1844) an der Nordwand gestanden, ist nur noch der Name Canofsky (s. u.) zu lesen.

An der Kirchhofmauer befindet sich das Grabmal des herzogl. württemb. Amtmanns Joh. Friedrich von Olnhausen, † 15. Aug. 1761.

Auf dem Kirchhof sind noch mehrere Grabmäler früherer Pfarrer in Brettach.

Der mit einem spitzigen 8seitigen Schieferdach versehene Thurm ist im ganzen bis zu dem auf der Helmstange befindlichen 2 Sri. 1 Vierling haltenden Knopf 110 württ. Fuß hoch. Auf ihm hängen 4 Glocken mit folgenden Inschriften: 1. Timotheus Hertz hat mich gegossen von Heidelberg anno 1665. M. Johannes Pfitzius Pastor. Albertus Knör Prätor. 2. Tim. Hertz hat mich gegossen anno 1665. Mein Klang macht Schrecken Freud und Leid, der Fest, der Zeit, der in Schaffen unterscheid. 3. Ehre sei Gott in der Höhe. Pfarrer C. Haug. Schultheiß J. Sämann etc. gegossen von Gebr. Bachert in Kochendorf 1864. Gemeinde Brettach. 4. Gegossen von Gebrüder Bachert in Kochendorf. Gemeinde Brettach 1866. Diese Glocke hängt, weil die Bewohner des unteren Dorfs die seit 1864 neu hergestellte Glocke nicht mehr hörten, ein Stockwerk höher als die übrigen im Fenster des Thurmdachs, und ist durch ihren hellen Ton überall vernehmlich.

Im Osten der Kirche ist ein freier Platz, auf dem eine Linde steht, deren Äste auf Pfeilern ruhen. An ihrer Umfassung sind zwei Steintafeln mit folgenden Inschriften:

| 1. Anno 1566 ward dise linden gesezt. Anno 1628

wider verfasst.

2. Anno 1741 ward diese linden renovirt worden, pfar. m. Joh. Tobias gab. etc.

In der Nähe eine Umfassungsmauer mit Renaissancepilastern und prächtigem Renaissanceportal.

Südöstlich von der Kirche befindet sich das im Jahr 1740 erbaute Pfarrhaus; dieses hat der Staat, die Kirche die Stiftung zu unterhalten. Das älteste Kirchenbuch beginnt mit dem Jahr 1558. Von kirchlichen Geräthen verdient Erwähnung ein sauber gearbeitetes Taufbecken von Zinn, auf dem Darstellungen aus dem alten Testament ciselirt sind. In der Mitte befindet sich ein Medaillon mit doppelter Haberähre, darüber ein geflügelter Geniuskopf.

Die Gemeinde hat 2 Schulhäuser mit je 2 Lehrzimmern und einer Lehrerswohnung; das alte wurde 1820, das neue 1872/73 erbaut; 3 Lehrer unterrichten an der Schule. Außerdem besteht eine Winterabendschule und eine Industrieschule.

Das Rathhaus mit einem Thürmchen mit Glocke, gegossen von Joh. Phil. Magnus in Stuttgart 1755, ist ein unansehnlicher Bau, schon aus dem Jahr 1594 stammend; diese Jahreszahl steht an einer der 2 Holzsäulen im Rathszimmer. Die Gemeinde besitzt außerdem eine Kelter, erbaut von der Herrschaft 1581, mit 3 Bäumen und 2 kleineren Pressen mit eisernen Spindeln, 2 Backhäuser, 3 Armenhäuser und ein Schafhaus. Sonst ist von den Gebäuden im Ort zu erwähnen das sog. Chanofsky’sche Schlößchen mit seinem so kecken Volutengiebel, im besten Renaissancestil erbaut von dem vormaligen württembergischen Forstmeister in Neuenstadt (1594–1609), Junker Heinrich Chanofsky, Herr zu Langendorf. Über einem Pförtchen ist ein Doppelwappen in Stein, links ein Ring, rechts Löwenhaupt. Heutzutage ist das Schlößchen in Privatbesitz. Dann die an der Brettach stehende sehr große steinerne Mühle, ein trefflicher Renaissancebau mit hohen Steingiebeln, am vordern mit Obelisken. Oben hält ein Löwe einen Schild mit einem Rad; auf dem hintern Giebel ein großes steinernes Mühlrad. Das Gebäude, 1600–1602 errichtet, war bis 1837 Eigenthum der Gemeinde. Auch sonst zeigen verschiedene Häuser des Dorfs an der Hauptstraße Renaissanceverzierungen, besonders das Gasthaus zum Lamm mit rundbogigem Portal und Muschelnischen; darüber| 2 Wappen, das eine mit Schrägbalken, das andere mit fischarmigem Fräulein, und der Inschrift: Anno domini 1601 Melcher Greiner. Innen im Wirthschaftszimmer hübsche Steinkonsolen. Von älteren Häusern nennen wir noch das Gasthaus zur Sonne, erbaut 1602/3, bis 1815 Staatseigenthum, und das Haus auf dem Rothenfelsen vom Jahr 1574, auf seinem First ein Storchennest.

Gutes Trinkwasser liefern dem Ort 7 laufende Brunnen und 14 Pumpbrunnen, davon nur 2 Gemeindebrunnen. Es ist nur eine kurze Leitung mit hölzernen Teucheln vorhanden. Die Markung ist reich an Quellen: im Ort selbst ist der sog. Kleinertsbrunnen, außerhalb der Lutzenbrunnen, Mörtelbrunnen und Goldbrunnen.

Markung und Ort werden berührt von der Brettach, die im Süden des Orts ein ansehnliches Wiesenthal bildet; das Flüßchen tritt namentlich im Frühjahr häufig aus, indessen ohne größeren Schaden zu verursachen, vielmehr werden nicht selten die Wiesen durch den zurückbleibenden Schlamm gedüngt.

Durch den nördlichen Theil der Markung führt die Staatsstraße von Neuenstadt nach Öhringen; von dieser zweigt auf der Gochsener Höhe eine Vizinalstraße von Kochersteinsfeld kommend südlich ab nach Brettach; vom Ort führen Vizinalstraßen nach Langenbeutingen und Cleversulzbach. Über das Flüßchen führen 2 kleinere steinerne Brücken und 2 hölzerne Stege, sämmtlich von der Gemeinde zu unterhalten.

Die Einwohner, gesund und kräftig, (3 gegenwärtig über 80 Jahre) sind fleißig und betriebsam; theilweise wird Ordnungs- und Friedensliebe vermißt.

Die Erwerbsmittel bestehen in Feldbau, Viehzucht (Mastvieh), Wein- und Obstbau. Daneben sind aber fast alle Kleingewerbe vertreten, besonders Glaser; es bestehen 8 Wirthschaften, worunter 1 Bierbrauerei und 3 Schildwirthschaften. 3 Kaufleute und 2 Krämer sind im Ort; ferner eine Mühle mit Gerbgang und 3 Mahlgängen, sowie 1 Ziegelei.

Die Vermögensverhältnisse der Einwohner sind großentheils günstig und geordnet; der größte Grundbesitz beträgt 70–80 Morgen, der mittlere ca. 15, der kleinste 3–4 Morgen.

Die Gemeindemarkung hat die beträchtliche Ausdehnung von 4288 Morgen (= 1351 ha); davon sind 2039 M. Acker, 158 M. Weinberge, 479 M. Wiesen, 1360 M. Wald. Der Boden ist fruchtbar, 3/4 warm, 1/4 hitzig; vorherrschend ist guter,| tiefgründiger Lehmboden, links von der Brettach der Keuperformation, rechts von derselben der Muschelkalkformation angehörig. Feine Lehmgruben, von denen die Ziegelhütte ihr Material bezieht, und 2 Leberkiesgruben sind auf der Markung. In dem südlich vom Ort gelegenen Wald ist ein reicher Sandsteinbruch, Steine bester Qualität liefernd, die zum Theil nach außen abgesetzt werden. – Das Klima ist im ganzen mild, doch sind Frühlingsfröste häufig. Der Ostwind namentlich weht oft heftig, während vor dem Nordwind Schutz vorhanden ist. Gewitter sind nicht selten und entladen sich oft in wolkenbruchartigen Regengüssen; selten ist jedoch Hagelschlag (zuletzt 1873).

Die Landwirthschaft in allen ihren Zweigen wird hier rationeller und energischer betrieben als in den umliegenden Orten, doch besteht wegen des Mangels einer Feldwegregulirung auch noch die Dreifelderwirthschaft, und es wird die ganze Brache angebaut. Von Brachgewächsen werden Zuckerrüben jährlich ca. 20.000 Ctr. nach außen abgesetzt, Reps ca. 150 Ctr. Die Preise eines Morgens Acker bewegen sich zwischen 1400, 800 und 500 M.

Der Wiesenbau ist sehr bedeutend und liefert Futter von jeder Qualität (ca. 1/10 saures), auch zum Verkauf nach außen. Ein Morgen Wiese erster Qualität wird mit 1400 M. bezahlt, geringere mit 800, die geringsten mit 500 M.

Der Weinbau ist gegenüber von früher von keinem Belang (s. oben S. 147).

Dagegen wird die Obstzucht in großer Ausdehnung betrieben und ist immer noch im Zunehmen begriffen. Es kann fast jährlich ein ziemliches Quantum Obst nach außen verkauft werden. Die Gemeinde hat eine Baumschule mit 2 Baumwärtern.

Wald besitzt die Gemeinde 1100 Morgen, nur Laubwald, der jährlich ca. 1060 Rm. Scheiterholz und 28.000 Wellen erträgt. Hievon erhält jeder Activbürger oder dessen Witwe 2 Rm. gemischtes Scheiterholz. Der Erlös des übrigen Holzes, ca. 10.000 M. jährlich, fließt in die Gemeindekasse.

Die Gemeinde verpachtet ihr Weiderecht auf der ganzen Markung um 1028 M. jährlich; die Pferchnutzung beträgt ca. 1000 M. Der Ortsschäfer läßt auf dieser Weide im Sommer 130, im Winter 500 Stück laufen.

Die Gemeinde hat Allmanden, deren Bebauung den Bürgern im Interesse des Wachsthums der darauf gepflanzten Bäume| überlassen ist. Eigene Güterstücke besitzt sie ca. 10 ha, deren Pachtertrag sich auf ca. 800 M. jährlich beläuft.

Die Rindviehzucht ist sehr ausgedehnt, der Viehschlag eine glückliche Kreuzung des hällischen und Neckarschlags.

Ein Frachtfuhrmann ist im Ort, der nach Heilbronn fährt.

Märkte finden jährlich 2 statt, beide ohne Bedeutung, im Frühjahr ein Viehmarkt, im Herbst ein Vieh- und Krämermarkt.

Stiftungen. Der Geldgrundstock der Stiftungspflege beträgt 13.985 M. 44 Pf. Außerdem besteht eine öffentliche Stiftung für Armenzwecke im Betrag von 1577 M. 14 Pf. (zum Theil von Herzog Ludwig und Prinzessin Charlotte); eine zweite für kirchliche Zwecke im Betrag von 735 M. 72 Pf.

Um dem wucherischen Treiben zu begegnen, ist neuestens eine örtliche Hilfs- und Darlehenskasse mit einem Stammkapital von 20.000 M. errichtet worden.

Alterthümer. Auf dem unterhalb des Ortes gelegenen, auf 3 Seiten von der Brettach umflossenen Hügel stand nach der Ortstradition eine Burg der Herren von Rödern, welche in alten Zeiten Besitzer des Orts gewesen sein sollen. Spuren von dieser ehmaligen Burg sind kaum noch zu erkennen.

Flurnamen, die von historischer Bedeutung sind: Seligenau (früherer Begräbnißplatz); ein Wiesengrundstück heißt „Judenkirchhof“, dann „Mörtelgasse“. Ferner fand man auf der Ackerflur „Bummler“ oder „Steinsfelderweg“ einen roh gehauenen Sandsteinsarg, darin Asche und gebrannte menschliche Gebeine. – Auf der Flur „Schleifmühl“, am Rödernberg, stand vor alter Zeit an der Brettach eine Mühle. Von dem Steinbruch und vom sog. „Himmelreich“ hat man schöne Fernsichten, von ersterem ins Weinsberger Thal und auf die Löwensteiner und Waldenburger Berge, von letzterem ins Kocher- und Neckarthal.

Brettach ist vom Brettachfluß, alt Bretach, Brethach, Breitaha genannt, welcher entweder von brechen, reißen, tosen, oder von breit breit, breite Ebene, den Namen führt. Da auch der weiter oben im Brettachthal gelegene Weiler Brettach, Gemeinde Maienfels, seinen Ortsadel hatte, (Beschr. d. OA. Weinsberg S. 288), ist es schwer, die älteren Nachrichten über beide Orte auseinander zu halten. Mit diesem Vorbehalte werden unten die älteren Regesten mitgetheilt. Dem geschichtlichen Nachweis entzieht sich die oben erwähnte Benennung der Burg Rödern und die Sage von den Herren von Rödern, daß sie Deutschordensritter gewesen| und der Letzte des Geschlechts nach Preußen gezogen sei. Sicher ist, daß unser B. im 14. Jahrhundert (s. Reg. 1331. 1344. 1360 ff.) aus getheiltem Besitz derer von Dahenfeld, Hornberg, Eicholzheim u. A. an die Herren von Weinsberg kam, welche zum Lehensherrn der Pfarrei ihren Kaplan auf Scheuerberg machten (s. Reg. 1451), wodurch nachher Zehntrechte an Deutschorden übergingen (Neckars. Lagerb. v. 1686).

Die Kelner, Kellner, Kellermeister von Br. mögen Weinsbergische Dienstleute gewesen sein. 1423 verkauften die Weinsberg den Ort an Kurpfalz, erwarben ihn wieder 1461 für ganz kurze Zeit; 1504 wurde er mit dem ganzen Amt Neuenstadt württembergisch und Sitz eines Stabsamtmanns. Einzelne Güter und Einkünfte in B. besaßen Kloster Schönthal (1408. Zinsbüchlein von 1489) die Kirche zu Neuenstadt (1334 ff.) das Barfüßerkloster in Heilbronn. Mehrere Frucht- und Weinzehnten hatte, wie bereits erwähnt, der Deutschorden (1433). Das Schlößchen zu Br. wurde 1664 württembergisch (s. Reg.) Von alten Beziehungen zur Herrschaft Württemberg verdient aus dem Lagerbuch der Kellerei Neuenstadt Erwähnung: Es waren in B. 20 sog. Hundshoflehengüter, welche den herzoglichen Jägern, so oft sie dahin kamen, Hundslaibe und Haber für die Pferde zu reichen hatten; wenn der Amtmann oder der Keller von Neuenstadt zu Abhaltung des Vogtgerichts oder der jährlichen 4 Seelbotengerichte nach B. kam, hatte der Unterbeamte oder reisige Stabsschultheiß bei den Hundshofstätten abwechselnd Vogtshühner zum Mahl und Vogthaber sammt Hundslaiben zu sammeln. Ein eigenthümliches Benefiz aus alter Zeit war der sog. Neujahrswein: jeder Bürger erhielt zum Neujahr eine Maß Wein (welche um 1650 vier Kreuzer galt) und zwei Kreuzerwecken.

Im Jahr 1495 waren ein Pfarrer und ein Frühmeßkaplan in B., während das Würzburger Synodalbuch von 1453 keine Kaplanei erwähnt. (Siehe auch Reg. 1544). Pfarrer: Heinrich Brotbeck v. Neuenstadt 1400. Kaspar Ruff, Pfarrer; Lienhart Stoll, Frühmesser 1495. Thom. Baur 15 . . Joachim Stahl 15 . . M. Joh. Schwägerlin 1561. M. Vitus Bayer 1575. M. Kasp. Scharpf 1598. M. Georg Molitor 1600. M. Ge. Liebler 1613. M. Kasp. Schäffer 1638. M. Joh. Pfiz 1642. M. Andr. Kreidenmann 1660. M. Wilh. Christ. Stein 1666. M. Joh. Bernh. Canstetter 1685. M. Gottl. Menner 1719. M. Joh. Fried. Schickhard 1753. Ge. Wilh. Christi. Strampfer 1761. M. Ge. Fried. Wolff 1783. M. Amand. Gottlieb| Koch 1813. M. Eberh. Fried. Elwert 1829. Karl Jak. Fried. Flaxland 1844. Karl Ludw. Heinr. Haug 1857. Karl Wilh. Bilfinger 1867. Christi. Ernst Hohbach 1879.

1261. Heinricus de Brethach erhält von Erkenger von Magenheim das Lehen in Heinsheim, BA. Mosbach, zu Lehen. OR. 15, 309.

1264. Otto vicarius in Breittach, Zeuge in einer auf Scheuerberg ausgestellten Urk. (s. Neckarsulm). Gropp, Hist. Amorb. cod. dipl. 209.

1276. Siegfried v. B. Beschr. d. OA. Weinsberg 288.

1279. Heinricus de Bretach, Zeuge in einer Weinsberger Urkunde. W. F. 6, 263.

1282. Heinricus miles dictus de Brettach, ebenso. Albrecht, Weinsb. Reg.

1288. Heinrich v. B. schenkt sein Patronatsrecht zu Heinsheim dem Stift St. Peter in Wimpfen. OR. 15, 310. 313.

1289. Heinrich v. B. hat von Magenheimischen Weinbergen in Leonbronn, OA. Brackenheim, eine Gilt. OR. 2, 246.

1290. Heinrich v. B. schenkt die Kapelle in Mühlbach, BA. Eppingen, dem von ihm gestifteten Kloster daselbst. OR. 2, 480.

1293. Konrad v. Bretbach, Gemahl einer Tochter des Conradus miles dictus Caplan. St.A.

1295. Heinrich v. B. stirbt und wird in der genannten Kirche zu Mühlbach begraben. OR. 2, 480.

1297. Konrad v. B. Beschr. d. OA. Weinsb. 288.

1302. Diether v. Bretach verschreibt seiner Gemahlin Hedwig 40 Mark Silber zur Morgengabe auf seinen Hof zu kleinen Buch und das Gut zu Eberstat. Albrecht, Weinsb. Reg.

1303. Adelheid Konrads v. Brettach hinterlassene Tochter, und Heinrich miles de Bretach in einer Kl. Lichtensterner Urkunde. St.A.

1305. Symon von B., Zeuge in einer Neideck-Weinsbergischen Urkunde. W. F. 7, 505.

1325. Konrad v. B., Zeuge in einer Hohenlohe-Brauneckschen Urkunde, W. F. 9, 29.

1331. Peter v. Weiler, Edelknecht, empfängt von Frau Agnes v. Weinsberg den Hof zu Bretach, der Sifrides v. Dahenfeld, eines Ritters, war, als Burglehen, bis auf die Zeit, da Sifrides Kinder gewachsen sind und den Hof wieder empfangen mögen; doch soll denselben die Herrschaft Weinsberg jederzeit mit 40 Pf. H. lösen können. W. F. 6, 271.

1334. Damburg v. Sulm, Witwe Konrad Limpachs, Bürgers in Heilbronn, schenkt der Kapelle in Neuenstadt zu einer Meßpfründe unter Anderem 2 Wiesen, 21/2 Morgen Acker und 11/2 M. Weingarten in der Markung Brettach. St.Arch.

1344. Frau Agnes v. Weinsberg kauft die Mühlstatt in B. unter der Badstuben von Konrad v. Hornberg. (Wib. 4, 76: Heyneberg.) Albrecht, Weinsb. Reg.

1346. Kraft Kelner zu Br., s. Neuenstadt.

1348. Dasselbe Erdbeben, welches Helmbund zerstört haben soll, bringt angeblich den Weilern Käferthal und Ebersthal auf Brettacher Markung den Untergang. Häfelin, Chron.

| 1357. Ein Hof zu B., der Albrechts v. Eichholzheim sel. gewesen, und ein Hof daselbst, den die v. Stoffeln hatten, sind an Hertwig v. Thierbach verpfändet. Albrecht, Weinsb. Reg.

1360. Engelhard v. Weinsberg wird vom Bischof v. Würzburg mit Zehnten in B. belehnt, auf welche die v. Heinrieth verzichten. Ludewig, Rel. msc.

1361. Johs. Brettach, Heinrich Brettachs, des Schusters, Sohn, Bürger in Heilbronn, vermacht der Kapelle in Neuenstadt Güter in B., die er von seiner Mutter ererbt. (Vgl. 1392).

1365. Rich. Boner und Frau in Br. verkaufen 4 Morgen Acker daselbst an Heinrich Stüpf, Priester in Öhringen, um 24 Pf. Hlr. St.A.

1366. Friedrich und Rudolf v. Heinrieth verkaufen ihr Drittel des großen Zehnten in B. (unserem?) um 240 Gulden Gold an Engelhard v. Weinsberg, und der Bischof v. Würzburg belehnt diesen damit. Albrecht, Weinsberg. Urk.

1366. Kraft Kelner v. Br. verkauft an Engelhard v. Weinsberg ein Gut in Degmarn und gibt diesem das Vorkaufsrecht an sein Gütlein, genannt Lewensteins-Hube in Bretacher Mark (unser B. ?) Albrecht, Weinsb. Urk.

1382. Engelhard v. Weinsberg verpfändet seinem Bruder Konrad wegen Festhaltung eines Vertrags sein Dorf Br. Albrecht, Weinsb. Reg.

1387. Heinrich v. Weiler, gen. v. Oedheim, und Frau verpfänden dem Hans Stöcklin, Bürger zu der Neuenstadt, für 13 Goldgulden verschiedene Gilten von Gütern zu Pretach und Glewertz Sülczbach. Albrecht, Weinsb. Reg.

1390. Konrad v. Weinsberg, Erzbischof v. Mainz, und sein Bruder Engelhard verpfänden des letzteren Dorf Preitach dem glissenden Wolf v. Wunnenstein. Albrecht, Weinsb. Reg.

1392. Johann Brettach, ludimoderator in Marbach, verpfändet an Heinrich ... in Heilbronn für 6 Gulden 3 Äcker und 1 Wiese in B. St.Arch.

1393. Engelhard v. Weinsberg verschreibt dem Hans v. Münchingen eine jährliche Leibrente von 15 Gulden gegen Übergabe eines Sechstheils an dem großen Kornzehnten in der Mark zu B., das seither von der Herrschaft Weinsberg zu Lehen ging. Albrecht, Weinsb. Reg.

1397. Streit derer v. Weinsberg mit Kraft Kelner über einen Hof in B. Ludewig 12, 599.

1398. Engelhard v. Weinsberg verträgt sich mit Beringer von Sindringen über Güter in Degmarn und B. (s. Neuenstadt).

1399. Endris und Wilhelm v. Weiler verkaufen mit Einwilligung des Lehensherrn Engelhard v. Weinsberg den Hof zu Brettach an die Präsenzherren zu Heilbronn. Albrecht, Weinsb. Reg.

1400. Heinrich Brotbeck v. Neuenstadt, Parochus in B., vermacht dem Kloster Schönthal alle seine Güter und Mobilien (in B.?) St.Arch.

1408. Anna v. Weinsberg, geborne v. Leiningen, welche ihre mütterliche Erbschaft im Betrag von 3300 Gulden auf das Dorf Prettach gelegt hat, stiftet 1/2 Fuder Weingilt auf der Kelter zu B. an die von ihr gestiftete Altarpfründe in der Kapelle zu Neuenstadt. St.Arch.

1408. Johann Pfister und seine Gattin zu Br. verkaufen dem Kl. Schönthal das Schmalengütlein daselbst für 23 Gulden, welche das Kloster für 11/4 Gulden verleiht. St.Arch. Schönhuth, Schönthal 106.

| 1410. Engelhard und Konrad v. Weinsberg geben dem Heinz Peter v. Eberstadt zu einem Leibgedinge unter Anderem ein Drittel von dem Getreidezehnten zu Pretach, der von den v. Münchingen sel. auf sie kommen ist. Albrecht, Weinsb. Reg.

1411. Anna v. Weinsberg, geborne Gräfin v. Leiningen, vermacht ihrem Gemahl Engelhard v. Weinsberg ihre Morgengabe, Heimsteuer und Widem, so ihr verschrieben ist auf Schefflenz und Pretäch. Albrecht, Weinsb. Reg.

1415. Vergleich zwischen Kl. Schönthal und dem Kaplan auf dem Scheuerberg über eine Lehenswiese des Klosters in loco Hegnau bei B., deren Inhaber dem Kaplan jährlich 2 Fastnachtshühner reichen sollen. St.A. Schönhuth 110.

1423. Konrad v. Weinsberg verkauft an Pfalzgraf Otto auf Lebenszeit B., Siglingen und Kresbach (s. 1461). Ludewig, Rel. msc. 12, 615.

1428. B. ist mit Neuenstadt etc. an Swigger und Ludwig von Sickingen verpfändet. W. F. 8, 250.

1433. Elisabeth v. Thalheim Witwe verkauft Güter in B. an das Barfüßerkloster in Heilbronn. Rathh. Neuenstadt.

1436. Konrad Kimpf zu Br. wird mit dem dasigen Gütlein des Barfüßerkonvents in Heilbronn erblich belehnt. St.A.

1438. Hans v. Br. (OA. Weinsberg?) hohenlohischer Amtmann in Böringsweiler (Beschr. d. OA. Weinsberg 288) vermacht seine Güter (wo?) dem Grafen Kraft v. Hohenlohe. Wib. 4, 75.

1443 (?). Über die Brettach wird eine steinerne Brücke mit 2 Jochen gebaut. Häfelin, Chron.

1451. Hans Meerfleiß, Pfarrer zu B., verleiht mit Gunst und Willen des Lehensherrn der Pfarrei, Herrn Josten Klaiber, Kaplans zu Scheuerberg, das Widum (Pfarrgut) zu B. dem ehrbaren Hans Wydenbuß und seinen Erben um je 12 Malter Korn, Dinkel und Haber gutes Kaufmansgut. Lagerb. d. Kellerei Neuenst.

1461. Br. fällt von Pfalz (s. 1423) an Weinsberg zurück. Dillenius 62.

1471. Der Kirchherr und die Präsenzherren der Pfarrkirche zu Heilbronn verkaufen ihren Hof in Br., daraus jährlich eine ewige Gilt von 24 Malter Korn geht, den Heiligenpflegern zu Br. um 224 Gulden. St.A.

1484. Clemens Lutz von Brettach inscribirt an der Universität Erfurt. (Univ. Matr.)

1484. Die Heiligenpfleger zu Br. kaufen von dem Kirchherrn und der Präsenz in Weinsberg deren Wiese zu Beutingen um 67 Gulden. St.A.

1495. In B. sind von Pfalz 99 Steuerzahler mit 8449 Gulden Vermögen und 168 G. Steuer, 2 Priester daselbst, Pfarrer Kaspar Ruff und Frühmesser Lienhart Stoll, mit 13 G. Steuer veranlagt. Von jenen waren 29 reiche von 100 bis 614 Gulden, 21 mittlere von 50 bis 94 G., 34 arme von 4 bis 46 G. Dazu die Ausmärker, mit 100 G., 1 mit 53 G., 14 mit 1–18 G., wobei bemerkt ist, daß die von Baumerlenbach in der Mark Br. über 250 Morgen Wiesen besitzen, der Graf von Hohenlohe ihnen aber verboten habe, davon ein Willgeld zu geben. W. F. 7, 552 ff.

1497. Philipp v. Weinsberg löst die Zehnten in Br., Dürn, Osterbach und Bürg vom Kloster Schönthal zurück. Albrecht, Weinsb. Reg.

| 1504 s. oben S. 204.

1511. Die Leibeigenen der Grafen von Hohenlohe zu Br. weigern sich, die Leibesbeed zu zahlen. St.A.

1525. Matthes Herus, Evonymus Kraus und Hans Bockh von Br. kommen als Aufrührer in Weinsberg in gefängliche Haft und werden peinlich befragt (gefoltert). St.A.

1537. Für den kleinen Zehnten, der früher dem Kaplan zu Scheuerberg gehörte, zahlt die Gemeinde vertragsmäßig fortan an das deutschherrische Amt Neckarsulm 2 Gulden.

1543. Herr Joh. Chörlin, Kaplan der Pfarrkirche zu Neckarsulm, gibt seinen Hof in Br. dem Bernhard Heuraus daselbst in Erbbestand für 10 Malter Roggen und je 9 Malter Dinkel und Haber jährlich. Häfelin, Chron.

1544. Die ehemaligen Frühmeßpfründ-Gebäude an der Kirchmauer werden gegen den Kelterplatz vertauscht. Kl. Schönthaler Lagerbuch v. 1572.

1578. Erweiterung der Kirche.

1583. Die Deutschordensherrschaft zu Neckarsulm hat laut Vertrags mit Württemberg zur Unterhaltung des Pfarrhauses in B. jährlich 20 Gulden an die Geistliche Verwaltung Neuenstadt zu reichen. Lagerbuch d. G. Verw. Neuenst.

1585. Nikolaus Koch aus Ohrdruff in Thüringen ist Schulmeister in Br. Häfelins Chron.

1613. Erweiterung des Friedhofs.

1648. Das altherkömmliche Maienfest der Schuljugend wird nach langem Unterbleiben wieder gefeiert.

1654. Die Gemeinde Br. verkauft den 212 Morgen messenden Wald Kieferthal nebst 12 Morgen vom älteren Gemeindewald an die Herrschaft zu Neuenstadt um 1281 Gulden. Häfelin, Chron.

1664. Herzog Friedrich kauft das Schlößlein in Br. von den beiden Brüdern Canofsky von Langendorf (belehnt mit Thalheim OA. Heilbronn) um 863 Gulden. St.A.

1681. Die Gemeinde erhält das Recht, am Gallustag einen Markt zu halten.

1694. Zu besserer Verwahrung des Orts werden an verschiedenen Stellen Palissaden gesetzt.

1698. Freischießen an der Kirchweihe.

1715 ff. In Br. ist eine aus 10 Personen bestehende Dorfmusik; 1717–24 leitet sie der Schulprovisor Fr. Mich. Keller, ein Sachse, und erhält dafür statt 40 Gulden Gehalt 60 Gulden und 4 Imi Wein.

1726 ff. Gegen die vielen Wildbeschädigungen wird ein Wildzaun angelegt.

1826. Die Gemeinde kauft vom Staat die herrschaftliche Kelter um 75 Gulden; sie löst die Weingefälle mit 130 Gulden jährlich ab.

1838. Die herrschaftliche Beed und das Frohngeld werden abgelöst, 1839 die Jagdfrohndienste, 1842 der Vogteihaber und die Hundeaufstockung.

1845. Die Kirche wird mit einem Aufwand von ca. 8000 Gulden renovirt.



  1. Fleißige „Statistik und Topographie des Marktfleckens Brettach,“ 1853 ff. von dem vieljährigen Schultheißen und Rathsschreiber Franz Häfelin in 3 Bänden zusammengestellt.


« Kapitel B 5 Beschreibung des Oberamts Neckarsulm Kapitel B 7 »
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).