Beschreibung des Oberamts Neresheim/Kapitel B 25

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Ohmenheim,
Gemeinde III. Kl. mit 725 Einw., wor. 5 Evang. a. Ohmenheim, Pfarrdorf, 550 Einw. b. Dehlingen, Weiler, 175 Einw. – Kath. Pfarrei, zugleich kath. Dekanatamt für den Bezirk; die Ev. sind nach Kapfenburg eingepfarrt. 3/4 Stunden nordöstlich von der Oberamtsstadt gelegen.
Der durch Freundlichkeit und Reinlichkeit sich auszeichnende, ansehnliche, etwas weitläufig angelegte Ort, dessen einfache, | weißgetünchte Häuser meist einstockig sind, liegt ziemlich hoch auf dem Herdtfeld zwischen unbedeutenden Ackerfeld-Hügeln; die Kirche und ein Theil des Dorfes liegen auf der Anhöhe, von der sich die übrigen Theile des Orts auf beiden Seiten etwas bergabwärts ziehen, theilweise an den Fuß des Hügels zu stehen kommen, letztere werden die Hölle oder das alte Dorf genannt. Die Ortsstraßen sind gut unterhalten und namentlich die durch das Dorf führende Neresheim–Nördlinger Landstraße. Vom 132′ hohen Kirchthurm aus überblickt man fast das ganze Herdtfeld, und eine Höhe zwischen hier und Dehlingen gewährt den Anblick der Alpen. Eine Viertelstunde vom Ort an der Nördlinger Straße erheben sich Felspartieen.

Die am Westende des Dorfes etwas erhöht stehende, der h. Elisabeth geweihte Kirche ward 1527 erbaut, 1732 jedoch von Abt Amandus Fischer ganz im Rococostil erneuert. Das freundlich ansprechende Innere hat hübsche Stuckdecken, an denen sich Fresken ausbreiten. In die Fenster des vieleckig schließenden Chores sind farbige Glasmuster eingesetzt. Der Hochaltar enthält ein großes Ölbild im Rococostil, die Krönung Mariä, auch die Kanzel ist in diesem Stile gehalten, wogegen einer der Nebenaltäre eine holzgeschnitzte Madonna aus früherer Zeit besitzt.

Der hohe Thurm stammt in seinen unteren Geschossen noch aus romanischer Zeit, ist mit Buckelsteinen besetzt und zeigt noch einige romanische Rundbogenfensterchen; gegen oben wird er achteckig, mit Doppelfenstern belebt und von einer Zwiebelkuppel bedeckt. Südlich am Thurm erhebt sich ein großer aber werthloser Ölberg vom Jahre 1762; und an der Westseite des um die Kirche liegenden Friedhofs zieht sich lang hin ein bedeckter Gang, an der Rückwand mit den Darstellungen der zwölf Stationen geschmückt, und an beiden Enden in eine Kapelle ausgehend, wovon die eine das heilige Grab, die andere den gefesselten Christus enthält.

Der Thurm besitzt drei, von Nicolaus Arnold aus Dinkelsbühl 1744 gegossene Glocken und eine kleine Ziehglocke, von Johann Joseph Kurz in Augsburg gegossen und der h. Maria von Loretto geweiht. Die Unterhaltung der Kirche ruht auf der Gemeinde.

Das sehr stattliche Pfarrhaus, 1527 erbaut, 1791 erneuert, steht östlich bei der Kirche und ist vom Staat zu unterhalten.

In Dehlingen befindet sich ein Kirchlein, im fünfzehnten Jahrhundert errichtet und 1839 durchaus erneuert.

Im Jahre 1823 wurde ein hübsches zweistockiges Schulhaus erbaut mit zwei Lehrzimmern und der Wohnung des Schulmeisters; in Dehlingen besteht ein Schulhaus mit einem Schulzimmer; ein Lehrgehilfe unterrichtet daselbst.

Zu einem Rathhaus wurde 1841 ein Privathaus angekauft.

Auf der Markung liegen zwei Kapellen.

| Sehr gutes Trinkwasser liefern reichlich 2 Schöpf-, 3 Zieh- und 9 Pumpbrunnen; das beste Wasser gibt der einige mineralische Bestandtheile führende Bohnenbrunnen, der schon öfters bei eintretendem Wassermangel den benachbarten Orten ausgeholfen hat. Eine Wasserleitung in hölzernen Deicheln geht von den Wiesen in den Ort. Drei kleine Wetten sind angelegt.

Auch die Markung ist sehr ergiebig an vortrefflichen Quellen, wovon wir als bedeutendste den Bohnenbrunnen und Gaisbrunnen und den Ulrichsbrunnen in Dehlingen nennen.

Staatsstraßen führen von hier nach Neresheim, Bopfingen und Nördlingen; Vicinalstraßen nach Kloster Neresheim, Dossingen, Weilermerkingen, Dehlingen und Kösingen.

Die Einwohner sind kräftige, fleißige Leute, von denen gegenwärtig zehn 80 Jahre und darüber alt sind; ihre Erwerbsquellen bestehen in Feldbau, Viehzucht und Gewerben; Maurer und Steinhauer sind am stärksten vertreten und arbeiten auch nach außen. Eine Bierbrauerei mit Wirthschaft, zwei Schildwirthschaften und zwei Kramläden bestehen. Getreide, Holz und Bausteine werden meist ins Ries abgesetzt; zwei Steinbrüche im Plattenjurakalk und einer im Dolomit sind angelegt; deßgleichen drei Kiesgruben. Besenbinderei besteht. Die Vermögensverhältnisse sind befriedigend; man zählt einzelne reiche Bauern, der begütertste Bürger besitzt 100, der Mittelmann 15, die wenig bemittelte Klasse einen Morgen Feld. Auf angrenzenden Markungen haben hiesige Bürger 15 Morgen auf Neresheimer, und 20 Morgen (Wiesen) aus Riffinger und Flochberger Markung.

Die Gemeindemarkung (mit Einschluß von Dehlingen) ist sehr groß und im allgemeinen hügelig, theilweise flachwellig und hat einen mittelfruchtbaren, etwas hitzigen, zuweilen steinigen, düngerbedürftigen Boden, der theils aus Lehm (Lüxe), theils aus den Zersetzungen des weißen Jura besteht.

Das Klima ist mehr rauh als mild und feinere Gewächse wie z. B. Gurken gedeihen nur in ganz warmen Sommern; heftige Winde und Fröste sind häufig, dagegen kommt Hagelschlag nur selten vor.

Die Landwirthschaft wird mit Anwendung des Hohenheimerpflugs recht gut getrieben und der Boden mit natürlichem Stalldünger und der in gut angelegten Düngerstätten fleißig gesammelten Jauche, wie auch mit Gips und Asche zu verbessern gesucht. Zum Anbau kommen die gewöhnlichen Getreidearten, von denen Dinkel und Gerste am besten gerathen; überdieß pflanzt man Kartoffeln, dreiblättrigen Klee, Wicken, Erbsen, Flachs und Reps; letzterer kommt in geringer Ausdehnung zum Verkauf. Von den Getreideerzeugnissen können jährlich etwa 300 Scheffel Dinkel, 300 Scheffel | Gerste und 50 Scheffel Haber nach außen, meist auf den Fruchtschrannen in Bopfingen und Nördlingen abgesetzt werden. Die Wiesen, welche übrigens in nicht großer Ausdehnung vorhanden sind und von denen etwa 20 Morgen bewässert werden können, liefern ein sehr gutes Futter, das im Ort verbraucht wird. Die Obstzucht, welche sich hauptsächlich mit späten Kernobstsorten, Zwetschgen und Pflaumen beschäftigt, ist nicht von Bedeutung; das Obst wird meist grün verspeist und in ganz günstigen Jahrgängen theilweise gemostet.

Etwa 1/2 Stunde nordöstlich von Ohmenheim kommt die Flurbenennung „Weinberg“ vor; es steht indessen sehr in Frage, ob hier je Wein gebaut wurde.

Die Gemeinde besitzt 110 Morgen meist in neuerer Zeit kultivirter Nadelwaldungen, die bis jetzt, mit Ausnahme der jährlichen 10–100 fl. betragenden Durchforstungserträge, der Gemeindekasse weiter nichts eintragen. Ferner hat die Gemeinde einige Güterstücke, welche ihr jährlich etwa 40 fl. einbringen.

Die vorhandenen Allmanden werden nebst der Brach- und Stoppelweide zur Schafweide benützt und theils an fremde, theils an einen Ortsschäfer, die etwa 1600 Stück Bastarde laufen lassen, um etwa 2000 fl. jährlich verpachtet; diese 2000 fl. kommen den Schafweide-Berechtigten Bürgern zu; jeder Bürger hat zugleich das Recht auf 2 Pferchnächte, wofür im Ganzen 250 fl. bezahlt werden.

Die Pferdezucht ist gering und die Rindviehzucht, wegen Mangel an Futter, mittelmäßig; man hält eine Kreuzung von Limpurger und Simmenthalerrace und hat zur Nachzucht 4 Farren aufgestellt. Der Handel mit Vieh ist unbeträchtlich.

Das Vermögen der Heiligenpflege in Ohmenheim beträgt gegenwärtig 9000 fl., das in Dehlingen 3900 fl.

Etwa 1/4 Stunde östlich vom Ort und einige 100 Schritte westlich von Dehlingen zieht zum Theil noch wohlerhalten die von Faimingen kommende Römerstraße vorüber; zunächst an ihr, 1/4 Stunde östlich von Ohmenheim, kommt der Distriktsname „Birkich“, d. i. Bürgig vor, wo ohne Zweifel irgend eine kleine römische Befestigung bestand. Die alte ziemlich abgegangene Straße von Heidenheim nach Nürnberg, die als eine römische nicht nachgewiesen werden kann, läuft zwischen Ohmenheim und Dehlingen hindurch und kreuzt die römische Straße 1/4 Stunde südlich vor Dehlingen. Nahe bei dieser Kreuzung auf dem sogenannten Reustenbühl stößt man von Zeit zu Zeit auf Reihengräber, die neben den menschlichen Skeletten alte Waffen (Speere, Sachse, Schwerter etc.) Glas und Bernsteinperlen und Bruchstücke von Gefässen enthalten. Etwa 1/2 Stunde südöstlich von Ohmenheim stand der Ort Michelstetten, von dem die dort liegenden Wiesen den Namen Michelstetter Wiesen tragen. Überdieß sollen auf den Fluren Sommerhof, Adellohesberg, Heckenlohesberg Orte | und einzelne Gebäude gestanden sein. Auch auf dem Buch, 1/2 Stunde nördlich von Dehlingen, soll ein Hof gestanden sein, von dem man noch Mauern und einen rundausgemauerten Brunnen sieht; in der Nähe dieser Stelle befinden sich im Walde noch alte Ackerbeete.

In ältern Zeiten heißt der Ort stets Ummenheim; 1144 wird er genannt als Mittelpunkt eines ansehnlichen Pfarr- und Zehentbezirks und Vögte der Kirche waren c. 1190 die damals hohenstaufenschen Ministerialen von Hochstetten (s. bei Dischingen), welche auch 1290 ein Gut ans Kl. Neresheim verschenkten, das Ulrich v. Ohmenheim zu Lehen hatte; 2 Höfe gab dahin Graf Adelbert (III.) v. Dillingen. Ein Konrad v. Bopfingen gab demselben Kloster 1232 einen Hof, demselben verkaufte Graf Ludwig v. Oettingen 1297 seine Besitzungen, 1301 schenkten ihm die Pfalzgrafen (von Neuburg) ihre Güter (den Rest wohl des Dillingenschen Besitzes) und das Bisthum Augsburg vertauschte 1316 10 Pfd. Heller Einkünfte an Neresheim, welches immer weitere Erwerbungen zu machen bestrebt war, z. B. 1425. 49. 77. Ehemals saß wohl auch ein ritterliches Geschlecht zu Ohmenheim; 1261 verkaufte (Güter zu Reimlingen) Adelhaid, die Tochter Conrads v. Schönfeld, dicti de Ummenhaim und Ulricus de Ummenhaim ejus patruus. (Ein Burgholz bei Ohmenheim wird 1691 genannt.)

Von Hainricus de Heubach residens in Ummenheim kaufte das Kl. Kaisersheim 1291 mit Erlaubniß seiner Herrn, U. und H. v. Katzenstein, 3 areas und das Malschengut (die Westerstetten zu Katzenstein besaßen später noch eine Gült in Ohmenheim); von Heinrich v. Bopfingen gen. juvenis kaufte Kaisersheim 4 curtilia. Doch wurde davon 1373 ein halber Hof um 100 Pfd. an Neresheim verkauft und wahrscheinlich später auch alles Übrige.

Dem Kloster Zimmern vermachte Hartmann v. Wörde 1253 sein Eigen in O. und Fluertshausen und Bertholdus officialis dcts de Ufkirchen schenkte demselben Kloster eine curia. Zimmern vertauschte das 1328 an die Herrn v. Zipplingen; Hans v. Zipplingen versprach 1350 Neresheim nicht zu irren an dem Gericht zu O., auch nicht auf seinem Gut daselbst, welches nach und nach z. B. 1391, 1429 an Neresheim verkauft wurde.

So besaß dann zuletzt Neresheim fast das ganze Dorf, nur der Spital zu Bopfingen hatte 1452 ein Gut gekauft, eins gehörte dem Kapitel Ellwangen, eins war würtembergisch (vom Heidenheimer Forst her) und 4 heißen Hochhausisch, gehörten also Oettingen, das die hohe Gerichtsbarkeit übte und die Dorfherrschaft ansprach und 1449 einen Amtmann, 1498 einen Pfleger da hatte, 1522 aber gestattete, für Ohmenheim, Kösingen und Elchingen ein Gericht zu machen in Neresheim. An Oettingen wurde das ganze Dorf 1764 abgetreten.

Zur Zeit des schmalkaldischen Kriegs fielen die Spanier aus | dem kaiserlichen Lager hier ein, wurden von den Bauern zurückgetrieben, kamen aber verstärkt wieder und verwüsteten nun Alles, tödeten auch was ihnen in die Hände fiel, namentlich in der Kirche und auf dem Kirchhof wohin sich die Leute geflüchtet hatten; den 12. Nov. 1546.

Zu der Gemeinde gehört:

b. Dehlingen, liegt eine Stunde nördlich von Ohmenheim, ziemlich geschützt in einer Terraineinsenkung, welche den Anfang eines unbedeutenden Trockenthälchens bildet. Der freundliche, an der Neresheim–Bopfinger Landstraße gelegene, weitläufig angelegte Ort verräth mit seinen zwar nur einstockigen, theilweise noch mit Stroh gedeckten, jedoch ansehnlichen weißgetünchten Häusern die Wohlhabenheit der Einwohner, von denen der vermöglichste Bürger 300 Morgen, worunter 180 Morgen Wald, der sogen. Mittelmann 70 Morgen und die minder bemittelte Klasse 20 Morgen Grundeigenthum besitzt. Die Güterbesitze sind theilweise zu beträchtlich, weßhalb sie nicht gehörig gebaut, namentlich gedüngt werden können. Die übrigen natürlichen und landwirthschaftlichen Verhältnisse sind wie in dem Mutterort (s. oben).

Auf der Anhöhe am südlichen Ende des Dorfs steht innerhalb des ummauerten Begräbnißplatzes die kleine, dem h. Ulrich geweihte, 1612 erbaute Kirche mit einem Thürmchen (Dachreiter), das zwei kleine Glocken enthält; sie ist in einfachem Zopfstil erbaut, hat einen viereckigen Chor, im Inneren 3 Altäre und eine kleine Orgel; auf dem Hauptaltar steht der h. Ulrich. Am Ulrichsfeste (4. Juli) ist der Besuch so stark, daß der Gottesdienst unter der großen, vor der Kirche stehenden Linde gehalten wird.

Mit gutem Trinkwasser ist der Ort hinreichend versehen, namentlich liefert der in der Mitte des Orts gelegene Ulrichsbrunnen, über dem eine kleine Kapelle mit der steinernen Statue des h. Ulrich steht, sehr gutes klares Wasser. Die Volkssage erzählt, der h. Ulrich habe diesen Brunnen, der früher unbrauchbares Wasser geliefert, gesegnet und einige Stücke Eichenholz in Kreuzform hineingeworfen, seit der Zeit sei das Wasser gut und gesund; auch will das Volk wissen, daß das Wasser des Brunnens trübe werde, sobald man die Holzstücke herausnehme. Am Ulrichstage kommen viele Leute aus der Umgegend herbei, um aus dem Brunnen Wasser zu trinken. Ein unbedeutendes, häufig versiegendes Bächlein, das bald wieder unter dem Boden verfällt, fließt durch den Ort.

Dehlingen wird schon 1144 genannt (Dalingen) im Kirchspiel Ohmenheim. Um diese Zeit verschenkten die Herrn von „Stein bei Bopfingen“ (s. Aufhausen) ein predium in Dehlingen (und Ludilshausen?) ans Kloster Neresheim; auch später noch gehörte der Ort zum Theil nach Schenkenstein. Wilhelm Schenk von | Schenkenstein hat 1462 u. a. 5 Selden zu Dehlingen verkauft, ellwangisch Lehen (wahrscheinlich aufgetragen) an Oettingen; 1464 wurde Albrecht von Rechberg, damals Inhaber der öttingenschen Herrschaft Baldern, mit 1/2 Hof und 5 Selden (von den Schenken erworben um 150 fl.) von Ellwangen belehnt. Wieder andere Güter hatte Hans von Schenkenstein 1466, welcher auch dem Grafen Ulrich von Oettingen Wiederlösung zusicherte von 50 fl. Gült zu Dehlingen. Nach dem Aussterben der Schenkensteine zog Ellwangen seine Lehen an sich und vertauschte sie erst 1797 mit all seinen Besitzungen auf dem Herdtfelde an Oettingen Wallerstein; die Schenk’schen Alode verkaufte der Erbe von Gundelsheim 1613 an Oettingen. Da um 1350 halb Schenkenstein den Herrn von Zipplingen gehörte, so dürfte daher auch die Besitzung des Lutz von Zipplingen 1342 in Dehlingen stammen. Er verkaufte damals seinen Theil samt dem Hirten- und Flurrecht an Anna Tötterin zu Nördlingen und die Tötter verkauften 1409 ans Spital Nördlingen, welches auch vom Kloster Neresheim 1576 einiges erwarb. Neben den ötting’schen und nördling’schen Unterthanen werden noch ein Kirchheim’scher genannt und 2 von Schertel’sche (zum Rittergut Bissingen a. d. Kessel gehörig), der ganze Ort stand unter öttingenscher Hoheit. – Von Dehlingen stammte ohne Zweifel die ehrsame Bürgerfamilie der Dehlinger zu Nördlingen; c. 1340 und 1358 siegelten mit einem Vogel im Wappenschild ein Heinrich und ein Hans Dehlinger.

In der Umgegend von Ohmenheim sind verschiedene Orte abgegangen, denn die 1144 genannten Zehentorte Fartesheim, Echenwanc, Hecesleberc, und Adellohesberg, sind wohl alle in der Nähe gelegen, jedoch scheint die uns erhaltene Abschrift der betreffenden Urkunde nicht zuverlässig; es dürfte wohl eher z. B. Hecelesberc heißen und Eschenwanger Wiesen gibts noch in der Nähe von Fluertshausen; die sogen. Eschenwanger Selde wurde kurz vor 1800 wieder gebaut.

Ein Gut, das Buch genannt, (so heißt ein Wald zwischen Dehlingen und Herdtfeldhausen) wurde 1355 von Peter v. Plinthaim an Sifrid Winninger verkauft; später war die Ödung genannt das Buch ein ellwangisch Lehen der Schenken.

Zu Ohmenheim war sehr frühe schon eine Pfarrei; schon 1144 war eine Kirche durch Alter und Brand in Abgang gekommen und neu aufgebaut worden. Es gehörten dazu mindestens die beiden Merkingen als Filiale und ein weiter Zehentdistrikt bis Elchingen und Weihnachtshof. Theile davon waren von den Vögten der Kirche, den Herrn v. Hochstett, zu Lehen ausgegeben worden; doch verkauften diese Herrn alle ihre Rechte an die Kirche vollends 1296 um 440 Pfd. Heller an Kl. Neresheim, welchem die Pfarrei später incorporirt wurde; der Bischof von Augsburg vertauschte 1326 auch | seine Rechte an die Pfarrei an das Kloster. Jetzt theilen sich Oettingen und Taxis in das Patronat. Die jetzige Kirche zur h. Elisabeth wurde 1527 gebaut. Filial ist heute noch Dehlingen, mit der Kapelle zu St. Ulrich und Afra bei dem Ulrichsbronnen (s. oben). Die gepriesene Heilung eines kranken Fußes veranlaßte 1616 eine Wallfahrt dahin und zahlreiche Wunderkuren sollen geschehen sein. Abt Melchior von Neresheim baute deßwegen die Kapelle. Eine zweite Kapelle heißt „bei der Buche“, in fago ad beatam virginem Mariam.



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