Beschreibung des Oberamts Rottweil/Kapitel A 2

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Natürliche Beschaffenheit.


Bildung der Oberfläche im Allgemeinen.

Der Bezirk gehört der vielgegliederten Lücke zwischen dem Schwarzwald und der Alb an und beide Gebirge greifen noch theilweise in denselben ein. Zwischen diesen beiden Gebirgen sind nun die meisten in Württemberg vorkommenden, öfters weit verbreiteten Terraincharaktere zusammengedrängt ausgesprochen und gewähren ein äußerst mannigfaltiges, interessantes Bild der Oberfläche, das durch die hier anstehenden Gebirgsformationen und Schichten entschieden bedingt wird.

Wir beginnen mit der natürlich ältesten Partie, dem Schwarzwald (Buntsandstein), von dem nur in ganz unbedeutender Verbreitung der östliche Saum (auf der Markung Dunningen) mit seinen flachen, rothsandigen, zwischen lang gestreckten Thälchen hinziehenden Ausläufern in den Bezirk hineinragt. Wenn man über den Saum des Schwarzwaldes hinaustritt, so verräth nur die Farbe des Bodens,| die hier plötzlich von dem frischrothen in das schmutziggelbe übergeht, die eigentliche natürliche Grenze des Schwarzwaldes und den Eintritt in das am Saum desselben sich anlehnende Muschelkalkland. Ein weiteres Merkmal, das die Grenze der beiden Gruppen kennzeichnen würde, besteht hier nicht, indem sich die Terrainformen nicht ändern, sondern in gleichem Charakter fortsetzen.

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Die Muschelkalkgruppe beginnt nun mit den Wellendolomiten und Wellenmergeln, die sich als ein 1/2–1 Stunde breites Band an den Ostsaum des Schwarzwaldes anschmiegen und ein wenig fruchtbares, großentheils für den Waldbau benütztes Land bilden. Dieses flachwellige, von gerade gestreckten, wasserreichen Thälchen und Rinnen vielfältig durchfurchte Land greift im Nordwesten des Bezirks von der Landesgrenze bis an die Eschach vor, weiter unten (südlich) aber reicht sie nur bis an den Teufenbach. Mehr gegen Osten ändert sich mit dem Auftreten der Anhydritgruppe das Terrainbild; es erscheinen rundliche, nicht stark markirte Hügel und Vorsprünge, die sich anfänglich von Dunningen bis Lackendorf nur auf der linken Seite der Eschach hinziehen, dann aber auch auf die rechte Seite des Flüßchens übertreten und dasselbe auf beiden Seiten bis gegen Horgen in einem 1/41/2 Stunde breiten Streifen begleiten. Diese Gruppe ist weit wasserärmer als die vorhergehende und dient mit ganz unbedeutenden Ausnahmen der Landwirthschaft; über sie erhebt sich in der Richtung gegen Osten in ziemlich stark ausgesprochener Stufe der Hauptmuschelkalk, der sich ebenfalls in einem 1/23/4 Stunden breiten Band zuerst auf der linken Seite des Eschach-Thales ausbreitet und von Horgen an auch auf die rechte Seite übertritt. Die Hügel, zwischen denen sich unschön gewundene Trockenthälchen regellos hinziehen, werden kräftiger, stärker markirt und sind häufig mit schroffen Ackerrainen versehen. – Der meist für den Ackerbau benützte Boden ist mit unzähligen Kalksteintrümmern bedeckt, die hier der Landmann, um sich den Anbau der Felder zu erleichtern, zusammenträgt und als Steinhügel oder lange Steinwälle aufhäuft, was diese Gegend besonders charakterisirt und weniger Fruchtbarkeit vermuthen läßt, als man bei näherer Nachfrage findet. Die Hauptmuschelkalkgruppe ist die wasserärmste im Bezirk und hat mehr nur ihre Spalten den aus andern Gebirgsschichten kommenden Gewässern geöffnet, während sie selbst ihre Wasser nicht weiter führt, sondern in den häufig in ihr vorkommenden Erdfällen verschlingt. In der Richtung gegen Osten und Süden erhält der Hauptmuschelkalk allmählig eine Bedeckung von der Lettenkohlengruppe und von Diluviallehm, und mit diesem Auftreten mildern sich die wenig ansprechenden Formen des Hauptmuschelkalks und gehen in ein schönes| fruchtbares Flachland über, das sich in lang gestreckten Flachrücken, zwischen wasserlosen, nur mäßig eingeschnittenen, meist geraden Thälchen, Rinnen und Mulden bis an das Neckar-Thal hinzieht, dieses von Bühlingen an überschreitet, und auch auf der rechten Seite des Neckar-Thales anfänglich als ein schmales, gegen unten (nordwärts) etwas breiter werdendes Band hinzieht. Auf der linken Seite des Neckar-Thales läuft diesem entlang das Lettenkohlen- und Lehmland in einem 1/4–1 Stunde breiten Streifen.

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Nachdem wir nun die vier Terraincharaktere der Muschelkalkformation dargestellt haben, soll nur noch der beiden, diese Formation durchbrechenden Hauptthäler des Neckars und der Eschach gedacht werden. Das Neckar-Thal, welches den Oberamtsbezirk in zwei beinahe gleich große Theile scheidet, ist anfänglich, so lange es noch auf der Grenze zwischen der Lettenkohlengruppe und dem Lehm hinzieht, ein weites Wiesenthal, an das sich auf der linken Seite flache Ackergelände, auf der rechten bewaldete Keuperhöhen anlehnen; erst nachdem es eine Stunde südwestlich von Deißlingen in den Hauptmuschelkalk einbricht, ändert es seinen bisherigen Charakter. Das Thal wird plötzlich gekrümmt, sehr enge und erhält auf beiden Seiten schroff ansteigende, theilweise felsige, jedoch nicht sehr hohe Gehänge, die sich aber gegen Deißlingen, wo es wieder die Grenze zwischen der Lettenkohle und dem Keuper erreicht, verlieren und verflachen. In der Nähe von Bühlingen greift nun das Neckar-Thal ganz in die Lettenkohlengruppe ein und erhält nur unbedeutende, aber etwas steile Gehänge, bleibt übrigens, wie bisher, mit Ausnahme der Partie oberhalb Deißlingen, immer noch ziemlich gerade gestreckt, bis es in der Nähe von Rottweil, wo es, in den Hauptmuschelkalk einbrechend, den dieser Formation eigenthümlichen Thalcharakter annimmt und diesen bis zu seinem Austritt aus dem Bezirk beibehält. Das Thal wendet sich nun in großen haftenförmigen Bögen zwischen den steilen, theilweise felsigen, meist bewaldeten Gehängen durch den starren Muschelkalk. Den ersten, wirklich graziösen Bogen beschreibt es um den beinahe freistehenden Vorhügel, auf dem einst die Rottweiler Vorstadt „Au“ stand, und umschließt diesen mit einer amphitheatralischen Steilwand; hier ist es den Urfluthen des Flusses nicht gelungen, den schmalen felsigen Sattel, der den Vorhügel mit dem übrigen Terrain noch verbindet, zu durchbrechen und den Hügel ganz frei zu stellen. Was hier die Fluthen versuchten, haben sie weiter thalabwärts einigemal zu Stande gebracht, wie an den zwei freistehenden Hügeln bei der Neckarburg; hier sieht man deutlich, wie die Fluthen gekämpft und die beiden inselartigen Hügel umwogt haben, bis sie den Durchbruch unterhalb derselben errangen. Auch der freistehende Hügel| unterhalb Hohenstein wurde ursprünglich sichtlich von dem Neckar umfluthet, der sich dann erst später einen näheren Weg gesucht hat.

Das Eschach-Thal ist bei seinem Eintritt in den Oberamtsbezirk ganz unbedeutend und zieht zwischen flachem Ackerland viel gekrümmt hindurch; unterhalb Dunningen, wo es allmählig von den Wellendolomiten und Wellenmergeln in die Anhydritgruppe eingreift, werden die Thalgehänge anfänglich nur auf der linken Seite, von Lackendorf an aber auch auf der rechten Seite etwas ausgesprochener und weiter thalabwärts immer kräftiger und höher, bis das Thal endlich unterhalb Horgen in den Hauptmuschelkalk einbricht und dann den echten Charakter der haftenförmig gekrümmten Thäler dieser Gebirgsschichte annimmt. Die auffallende Erscheinung, daß das Eschach-Thal von normal tiefer liegenden, älteren Schichten allmählig in höher liegende, jüngere Schichten einfurcht, werden wir in dem Abschnitt „Gebirgsart und Mineralien“ näher besprechen.

Auf der rechten Seite des Neckar-Thales erhebt sich nun über die Ebene der Lettenkohlengruppe die vielgegliederte, durchaus bewaldete Keuperterrasse, welche theils ganz nahe, theils in mäßiger Entfernung dem Thal entlang durch den Oberamtsbezirk hinzieht. Zuerst treten an ihrem Fuß die meist gerundeten Hügel der Gipsmergel selbständig auf und bald hinter ihnen erhebt sich die steile, von namhaften Thälern getheilte Terrasse selbst, die von unzähligen kurzen Thälchen, Schluchten und Rinnen durchfurcht wird; an ihr kennzeichnen sich die verschiedenen Keuperschichten durch Absätze (Treppen) und kleine Vorsprünge bis hinauf zu der obersten Stufe des Keupers, zu den Knollenmergeln, über der sich alsdann die Liasstufe scharf markirt und steil erhebt. Zwischen den in die Terrasse einschneidenden Schluchten und Rinnen, die sich beinahe regelmäßig gegen oben gabelförmig in 2–3 Arme theilen, haben sich wohlgerundete Vorsprünge gebildet, welche gegen die Thäler wie auch gegen die Ebenen am Fuß der Terrasse hufförmig auslaufen. Mit Ausnahme der weiter herziehenden Thäler der Prim, der Starzel und der Schlichem beginnen die namhafteren, die Keuperterrasse durchschneidenden Thäler ganz spitz und scharf eingeschnitten an dem oberen Rande der Liashochebene, greifen schnell in westlicher Richtung in den Keuper ein und erhalten bald die vielgegliederten, waldreichen hohen Abhänge, wie sie oben näher angegeben wurden. Muntere, frisch dem Neckar zueilende Bäche beleben die wiesenreichen Thalsohlen, welche sich allmählig thalabwärts erweitern und meist sehr anmuthige Partien bilden.

Über der Keuperterrasse, die oben regelmäßig von einer steilen, jedoch nicht hohen, kantig einbrechenden Halde begrenzt wird, breitet| sich die weitgedehnte, meist für den Feldbau benützte, fruchtbare Hochebene des schwarzen Jura (Lias) aus, eine Vorplatte der Alb bildend. Auf dieser von unbedeutenden, gerade ziehenden Thälchen nur wenig durchfurchten Hochebene erheben sich vereinzelt länglich geformte Hügel und Hügelzüge (Turnerithone, Amaltheenthone und Numismalismergel), die gegen die Alb hin zusammenhängen und von dem Posidonienschiefer bedeckt werden. Der letztere bildet abermals eine scharf markirte, aber nicht hohe Stufe, über der sich eine schöne Ebene ausbreitet. In der Richtung gegen die Alb treten nun die wild verworrenen, mit vielen Thälchen und Schluchten durchsetzten, häufig verrutschten Formen des meist bewaldeten braunen Jura’s auf, den eigentlichen Fuß der Alb bildend; über demselben erhebt sich endlich scharf konturirt, sehr hoch und steil, an mehreren Stellen senkrecht, die aus dem weißen Jura bestehende Alb, welche von ihrer weidereichen Hochebene kantig und felsig gegen den bewaldeten Abhang einbricht. Von der Alb ragen jedoch nur noch die freistehenden Vorberge Plettenberg, Schafberg, Lochen, Hohenberg und Lemberg in unseren Bezirk herein und schließen als letzte und gewaltigste Stufe das in demselben so regelmäßig aufgebaute Treppenland würdig ab.

Von den Thälern, welche nicht allein die drei jurassischen Bildungen (schwarzer –, brauner – und weißer Jura), sondern auch das Treppenland bis zum Neckar durchfurchen, ist das Schlichem-Thal das bedeutendste und interessanteste; es beginnt zwischen hohen Albbergen und trägt hier den echten Charakter eines Albthales. Bald aber treten die Albberge zurück und das Thal erreicht die Ausläufer derselben, durch die es enge und nicht tief eingeschnitten in dem durch Schluchten und Rinnen vielfältig unterbrochenen braunen Jura hinzieht. Bei Schömberg, wo das Thal den schwarzen Jura erreicht, ändert sich der Thalcharakter, die Thalwände werden ausgesprochener und brechen oben mit der schroffen Terrasse des Posidonienschiefers von der Hochebene ab. Unterhalb Schömberg machen sich allmählig die tiefer liegenden Schichten geltend und kennzeichnen sich in bemerklichen Stufen an den Thalgehängen, zugleich wird das Thal tiefer und breiter, und nachdem es auch den schwarzen Jurakalk durchbrochen hat, werden die treppenweise aufgebauten Abhänge noch um eine Stufe reicher; endlich erreicht das Thal die Keuperformation und erhält nun den oben schon beschriebenen Charakter eines Keuperthales, den es bis in die Nähe von Böhringen beibehält, dann eine kurze Strecke sich verflachend furcht es in den Muschelkalk ein und erhält dort die bekannten Krümmungen und Formen eines Muschelkalkthales bis zu seinem Eintritt in das Neckar-Thal.

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Erhebungen und Höhenbestimmungen.
Erhebungen und Höhenbestimmungen.[1] Höhe über dem Meere.
Württ. Fuß. Meter.[2]
Rottweil, Hochthurm, Knopf 2416 692
Rottweil, Hochthurm, Erdfläche 2230 639
Rottweil, Kaufhaus, Erdfläche an der Straßenecke 2086 596
Rottweil, Hochbrücke 2078 593
Rottweil, Pfarrhaus, Erdfläche am Eingang 2132 611
Rottweil, Erdfläche am Gasthaus zum Engel 2100 601
Rottweil, Erdfläche am Gasthaus zur Linde 1987 569
Rottweil, Niveau des Feuersees 2124 608
Rottweil, Fahrbahn der Neckarbrücke 1910 547
Rottweil, Niveau des Neckars unter der Brücke 1892 542
Rottweil, Tafelberg, Signalstein, Erdfläche 2057 589
Rottweil, Hintere Prediger, Signalstein, Erdfläche 2198 630
Rottweil, Höllenstein 2032 582
Rottweil, Bernburg 2128 610
Rottweil, Wilhelmshall, Saline,
     Fenstergesims im I. Stock der Wohnung des Verwalters
2036 583
Rottweil, Bohrhaus Nr. 1 und 2, Erdfläche 1977 566
Rottweil, Bohrhaus Nr. 5 u. 6, Gesims am Thurm 2000 573
Rottweil, Niveau der Prim am Bohrhaus Nr. 5 u. 6 1967 563
Rottweil, Erdfläche am Bohrhaus in den Seewiesen 2021 579
Rottweil, Erdfläche an der Fundstelle des Orpheus 2008 575
Rottweil, Stallberg, Signalstein, Erdfläche 2160 619
Rottweil, Rottenmünster, Erdfl. am Thorwirthshaus 1984 568
Bösingen, Kirchthurm, Knopf 2366 678
Bösingen, Kirchthurm, Erdfläche 2264 648
Bühlingen, Niveau der Eschach unter der Brücke 1966 563
Bühlingen, Wassersp. des Neckars am Einfl. der Eschach 1963 562
Deißlingen, Kirchthurm, Knopf 2251 645
Deißlingen, Erdfläche am Hirsch 2098 601
Dietingen, Erdfläche an der Kirche 1980 567
Dunningen, Sandgrubenwäldle, Signalst., Erdfl. 2558 733
Dunningen, Bergwald, Grenze zwischen Buntsandstein und Wellendolomit 2349 673
Dunningen, Auf der Stampfe, Wohnhaus, Giebelspitze 2349 673
Dunningen, Auf der Stampfe, Wohnhaus, Erdfläche 2304 660
Dunningen, Erdäpfeltheile, Markstein, Erdfläche 2382 682
Dunningen, Sandsteinbruch, oberer Rand 2365 677
Flötzlingen, Kirchthurm, Knopf 2354 674
Horgen, Kirchthurm, Knopf 2271 650
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Erhebungen und Höhenbestimmungen. Höhe über dem Meere.
Württ. Fuß. Meter.
Irslingen, Rathhaus, Fahne 2138 612
Irslingen, Rathhaus, Erdfläche 2106 603
Lauffen, Kirchthurm, Knopf 2161 619
Lauffen, Erdfläche am Gasthaus zur Sonne 2074 594
Lauffen, Niveau des Neckars unter der Brücke 2028 581
Lauffen, Bucheneck, Signalstein, Erdfläche 2190 627
Neukirch, Kirchthurm, Giebelspitze 2585 740
Schömberg, Plättenberg I, Signalstein, Erdfläche 3498 1002
Schwenningen, Erdfläche 2452 702
Schwenningen, Saline Wilhelmshall, Erdfläche 2483 711
Schwenningen, Ursprung des Neckars 2433 697
Stetten, Kirchthurm, Knopf 2304 660
Stetten, Erdfläche am Pfarrhaus 2206 632
Stetten, Erdfläche am Gasthaus zur Sonne 2236 640
Stetten, Niveau der Eschach an der Mühle 2204 631
Stetten, Thann, Signalstein, Erdfläche 2546 729
Zimmern, ob Rottweil, Erdfläche am Schulhaus 2328 667
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Erhebungen und Höhenbestimmungen.[3]
Nähere Bezeichnung der Punkte. Höhe über
dem Meere.
Markung Rottweil. Meter.
Rottweil, Hochthurm, Knopf 692,24
Rottweil, Hochthurm, oberer Rand des Altangeländers 676,75
Rottweil, Hochthurm, Erdfläche, östl. Seite (0,42 m unter der Thürschwelle (Gerölle auf M ζ) 637,98
Rottweil, Heiligkreuzkirche, Thurmknopf 678,84
Rottweil, Kapellenkirche, Thurm, Knopf 666,84
Rottweil, Kapellenkirche, Rand der unteren Altane 625,52
Rottweil, Kapellenkirche, Erdfläche, westl. Seite (M ζ) 596,57
Wasserspiegel des Neckars bei der Drehersmühle (M δ) 541,97
Tafelberg, Signalstein, Erdfläche (K α) 588,77
Eisenbahnstation Rottweil, Schienenhöhe 556,11
Wasserspiegel des Neckars am Einfluß der Prim 551,04
Untere Lehr, Signalstein, Erdfläche (Gerölle auf M ζ) 566,07
Altstadt, Kirchthurm, Querbalken des Kreuzes 612,44
Altstadt, Kirchthurm, Fensterbank des Schallladens 584,01
Altstadt, Kirchthurm, Erdfläche, südl. Seite (0,80 m u. Sockel) 562,41
Klosterbach, Signalstein, Erdfläche (Eschachgerölle auf M ζ) 629,17
Kapellenösch, Signalstein, Erdfläche (Gerölle auf M ζ) 583,47
Wihelmshall, K. Saline, Erdfläche am Reservoir Nr. I. 582,32
Unteres Bohrhaus, Fußboden am Bohrloch Nr. 5 563,71
Unteres Bohrhaus, im Bohrloch Nr. 5, Hängendes des 8,42 m mächtigen Salzlagers 426,58
Beim unteren Bohrh., Hängendes des grauen Sandst. (M ζ) 562,36
Oberes Bohrhaus, Hängebank d. Bohrschachtes auf Bohrl. Nr. 2. 566,41
Oberes Bohrhaus, im Bohrloch Nr. 2, Hängendes des 11,46 m mächtigen Steinsalzlagers 432,51
Oberes Bohrhaus, Wasserspiegel d. Prim unt. d. Straßenbrücke 563,72
Stallberg I, Signalstein, Erdfläche (Gerölle auf K α) 619,01
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Nähere Bezeichnung der Punkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
Primholz, südwestl. Kuppe, höchste Stelle, Erdfläche (K α) 601,84
Schwarzergraben, Signalstein, Erdfläche (K α) 575,59
Uchtweidbühl, Signalstein, Erdfläche (K α) 634,50
Steigwald, Hängendes des 5 m mächtigen Schilfsandsteins 659,85
Hohe Tanne, Signalstein, Erdfläche (K α) 608,51
Linsenberg, Markungsgrenzstein Nr. 26, Erdfläche (L α) 725,24
Äußerer Weiher, Signalstein, Erdfläche (K α) 592,72
Daselbst, Wasserspiegel des Weiherbaches 590,50
Hardtwald, höchste Stelle, Erdfläche (L α) 744,47
See, Signalstein, Erdfläche (M ζ, K α) 591,56
Neckarburg, Kapelle, Erdfläche an der nordwestlichen Ecke 565,00
Wasserspiegel des Neckars am Einfluß des Wettebachs 520,18
Markung Böhringen.
Böhringen, Kirchthurm, Knopf 576,94
Böhringen, Kirchthurm, Dachtraufe 570,40
Böhringen, Kirche, Erdfläche an der südl. Ecke 543,20
Hochboll, Signalstein, Erdfläche (K α) 577,20
Wasserspiegel der Schlichem am Einfluß des Schwarzenbachs 532,50
Wiere, Signalstein, Erdfläche 562,47
Wiere, Kapelle, Erdfläche (K α) 562,83
Lange Halde, Signalstein, Erdfläche (K α) 608,02
Markung Bühlingen.
Wasserspiegel des Neckars am Einfluß der Eschach 561,74
Markung Dautmergen.
Dautmergen, Kirchthurm, östliche Firstspitze 633,90
Dautmergen, Kirchthurm, Dachtraufe 627,68
Dautmergen, Kirchthurm, Erdfläche,
südl. Seite (1,68 m unter der Wassernase der Fensterbank) (L α, Gryph.)
607,08
Wasserspiegel der Schlichem ob dem Wasserfall im Ort 594,38
Vor Hülen, Signalstein, Erdfläche (L ζ) 658,09
Markung Dietingen.
Dietingen, Kirchthurm, Sonne auf dem westl. Giebel 604,15
Dietingen, Kirchthurm, Spitze des Firststeins auf d. w. G. 601,67
Dietingen, Kirchthurm, Dachtraufe 595,14
Dietingen, Kirchthurm, Erdfläche, nördl. Seite (0,53 m unter dem Sockel) (M ζ) 572,86
Wasserspiegel des Wettebachs im Ort 561,69
Rothland, Signalstein, Erdfläche (Neckargerölle) 622,47
Thann, höchste Stelle, Erdfläche (Neckargerölle) 621,60
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Nähere Bezeichnung der Punkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
Schreckenberg, Signalstein, Erdfläche (K α, Gips) 611,43
Ostertagswald, höchster Punkt der Straßenfahrbahn 604,40
Riebelberg I, Signalstein, Erdfläche (K δ) 679,55
Heubreute, Signalstein, Erdfläche (K α) 605,62
Daselbst, Wasserspiegel der Bäche am Zusammenfluß 592,70
Heuben, Markungsgrenzstein Nr. 25, Erdfläche 737,07
Lauberg, Signalstein, Erdfläche (K α) 651,12
Lauberg, Liegendes des 5 m mächt. Schilfsandsteins 675,42
Kapellesbühl, Signalstein, Erdfläche (K α) 617,54
Hinter’m Kapelle, Erdfläche am Feldkreuz (K α) 589,10
Thierstein, Schelmenäcker, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 601,37
Hörnle, Signalstein, Erdfläche 581,01
Markung Dormettingen.
Dormettingen, Kirchthurm, Knopf 676,66
Dormettingen, Kirchthurm, Dachtraufe 664,70
Dormettingen, Kirchthurm, Erdfläche, südw. Seite (L ε) 643,16
Hebsack, Signalstein, Erdfläche (L ε) 647,15
Am Steigle, Wasserspiegel der Schlichem (L β) 610,43
Obere Höhe, Signalstein, Erdfläche (L ζ) 658,09
Hardtwald, höchste Stelle, Erdfläche (O α) 677,14
Staig, Signalstein, Erdfläche (L δ) 617,61
Hinter Schwärzen, Signalstein, Erdfläche (L ε) 627,26
Markung Dotternhausen.
Dotternhausen, Kirchthurm, Knopf 678,81
Dotternhausen, Kirchthurm, Dachtraufe 673,18
Dotternhausen, Kirchthurm, Erdfläche, nördl. Seite (0,24 m unter dem Sockel) (L ε) 650,44
Kreuzwiesen, Signalstein, Erdfläche (O α) 641,61
Kirschenwinkel, Signalstein, Erdfläche 721,85
Gralchen, Häng. der Opalinusthone (Grenze O α, β) 734,86
Stückten, Plateau, Fahrbahn an der Wegscheide 786,11
Plettenberg V, Signalstein, Erdfläche (J β, Ceph-Facies) 994,40
Plettenberg, höchste Stelle, Erdfläche 1003,53
Plettenberg III, Signalstein ob dem Riese-Steinbruch, Erdfl. 1000,54
Wangenwasen, Erdfläche im Sattel (Paßhöhe) 908,27
Markung Feckenhausen.
Feckenhausen, Wohnhaus des Sebastian Hattler, Erdfl. (L α) 700,32
Dießenhorn, höchste Stelle, Erdfläche (L α) 717,10
Berg, Signalstein, Erdfläche (L γ) 722,50
Hardtöschle, Signalstein, Erdfläche (L α) 687,33
Hardtöschle, Hängendes der Knollenmergel (Gr. K ε, L α) 676,83
Jungbrunnen, Wohnhaus, Erdfläche am südlichen Giebel 627,82
Daselbst, Wasserspiegel des Bachs unter der Brücke 623,22
Ob dem Brunnenwäldle, Hängendes des Stubensandsteins 646,23
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Nähere Bezeichnung der Punkte. Höhe über
dem Meere.
Markung Göllsdorf. Meter.
Göllsdorf, Kirchthurm, Knopf 582,20
Göllsdorf, Kirchthurm, Dachtraufe 578,27
Göllsdorf, Kirche, Erdfläche südliche Seite 566,62
Kropfäckerrain, Häng. der Lettenkohlengruppe 576,45
Falkenberg, Signalstein, Erdfläche (K α, Gips) 595,84
Untere Lehr, Signalstein, Erdfläche (M ζ) 566,07
Brühl, Markstein, oben 566,33
Wassersp. des Weiherbachs am Einfl. des Jungbrunnenbachs 565,15
Markung Gößlingen.
Gößlingen, Kirchthurm, östlicher Knopf 647,07
Gößlingen, Kirchthurm, Dachtraufe 639,36
Gößlingen, Kirchthurm, Erdfläche (Grenze K δ, ε) 621,88
Dürre Egarten, Signalstein, Erdfläche (L α) 689,90
Dürre Egarten, Hängendes der Knollenmergel 676,80
Mühlwiesen, Markungsgrenzstein, Erdfläche 578,23
Wasserspiegel des Schwarzenbachs am Einfluß des Hirtenbächles 573,73
Hirtenwiese, Markungsgrenztafel, Erdfläche 592,26
Markung Hausen, am Thann.
Hausen am Thann, Kirchthurm, Knopf 768,06
Hausen am Thann, Kirchthurm, Dachtraufe 763,38
Hausen am Thann, Kirchthurm, Erdfl. am Eing. westl. Seite 743,88
Sägmühle, Erdfläche am südwestlichen Giebel 705,33
Daselbst, Wasserspiegel der Schlichem ob dem Fall 707,58
Daselbst, Wasserspiegel der Schlichem unter dem Fall (Gr. O α, β) 703,83
Bronnen, Hängendes der Murchisonäschichten (O β, γ) 753,01
Mistäcker, Signalstein, Erdfläche (O γ) 787,80
Riedern, Hängendes der Bifurkaten-Oolithe (O δ, ε) 805,48
Am Plettenberg, Oberamtsgrenzstein, Erdfläche 898,33
Am Plettenberg, Häng. der 1,45 m mächt. Ornaten-Oolithe Grenze (O ζ, J α) 884,68
Waldhaushof, Erdfläche (Thürschwelle) 855,28
Schönenbühl, Signalstein, Erdfläche (J α) 921,87
Streitwald, Erdfläche im Sattel (O ε) 835,27
Vorderer Schafberg, Signalstein, Erdfläche (J β) 986,33
Hinterer Schafberg, Signalstein, Erdfläche (J δ) 995,21
Wenzelstein, höchste Stelle der Schwammfelsen 947,54
Paßhöhe zwischen Lochenstein und Schafberg, Erdfläche 873,45
Lochenstein, höchste Stelle der Felsenkuppe 962,47
Lochengründle Fahrbahn der Straße (Paßhöhe)
(Berühmte Fundstelle der feinen Petrefakten der Scyphienfacies in J α)
886,85
Gründlesbuck, höchste Stelle, Erdfläche 901,75
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Nähere Bezeichnung der Punkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
Oberhausen, Schloß, Erdfläche an der nordwestlichen Ecke 789,87
Burzel. Signalstein, Erdfläche (J α) 841,03
Wasserspiegel der Schlichem am Einfluß des Röthegrabens (O γ) 740,16
Markung Irslingen.
Irslingen, Kirchthurm, Knopf 636,06
Irslingen, Kirchthurm, Fensterbank des Schallladens 611,13
Irslingen, Kirchthurm, Erdfläche,
westl. Seite (0,75 m unter der Thürschwelle) (Grenze M ζ, K α)
588,70
Höhe, Signalstein, Erdfläche (Lehm auf M ζ) 622,54
Wasserspiegel der Schlichem am Einfluß des Schwarzenbachs 532,50
Maria-Hochheim, Erdfläche an der Sägmühle 544,54
Markung Lauffen.
Lauffen, Kirchthurm, Spitze des westlichen Firststeins 617,81
Lauffen, Kirchthurm, Dachtraufe 614,56
Lauffen, Kirchthurm, Erdfläche,
nördl. Seite (1,04 m unter der Fensterbank der Sacristei) (M ζ)
595,49
Bauerntheil, Signalstein, Erdfläche (K α) 609,78
Mittelberg, Hängendes des Schilfsandsteins (K β) 644,26
Am Stallberg, Schachthaus, Erdfläche (M ζ) 581,27
Am Stallberg, Schachthaus,
Hängendes des 13,52 m mächtigen Steinsalzlagers im Bohrloch (M γ)
437,54
Buchwald, Erdfläche am Waldsaum (Gerölle auf M ζ) 626,78
Markung Neufra.
Neufra, Kirchthurm, Knopf 599,74
Neufra, Kirchthurm, Dachtraufe 595,93
Neufra, Kirchthurm, Erdfläche 579,61
Wasen, Signalstein, Erdfläche 577,52
Wasserspiegel der Prim am Einfluß des Starzelbachs 575,52
Station Neufra, Schienenhöhe 592,76
Station Neufra, Hängendes des 4 m mächtigen Schilfsandsteins 594,42
Markung Neukirch.
Neukirch, Kirchthurm, Querbalken des großen Kreuzes 741,15
Neukirch, Kirchthurm, Spitze des nordöstlichen Firststeins 739,83
Neukirch, Kirchthurm, Dachtraufe 734,75
Neukirch, Kirchthurm,
Erdfläche nordwestliche Seite (0,45 m unter der oberen Sockelkante (L α)
709,57
Vaihingen, westliches Wohnhaus, Erdfläche (L α) 681,12
Wildecker Wald, höchste Stelle, Erdfläche (L α) 721,58
|
Nähere Bezeichnung der Punkte. Höhe über
dem Meere.
Markung Roßwangen. Meter.
Roßwangen, Kirchthurm, Knopf 648,22
Roßwangen, Kirchthurm, Dachtraufe 639,19
Roßwangen, Kirchthurm, Erdfläche,
östliche Seite (0,83 m unter der Fensterbank) (O α)
618,83
Auf’m Weichhagen, Häng. der Jurensismergel (Gr. L ζ, O α) 601,83
Auf dem Berg, Oberamtstafel, Erdfläche (L ε) 597,66
Storchenbühl, Erdfläche am Bleichhäuschen 681,86
Streitwald, Erdfläche im Sattel (Paßhöhe) (O ε) 835,27
Schöner Bühl, höchste Stelle, Erdfläche (J α) 925,17
Hinterer Wald, Erdfläche im Sattel (Paßhöhe) (J α) 908,27
Schönenbühltobel, Häng. der Ornatenoolithe (Gr. O ζ, J α) 892,47
Markung Schömberg.
Schömberg, Stadtkirchthurm, Knopf 730,33
Schömberg, Stadtkirchthurm, Dachtraufe 711,31
Schömberg, Stadtkirchthurm, Erdfläche,
nordwestliche Seite (unterster Staffeltritt) (L ε)
675,08
Im unteren Kessel, Wasserspiegel der Schlichem ob dem Fall 630,38
Daselbst, Wasserspiegel der Schlichem unter dem Fall (L β) 627,08
Oberer Kessel, Markstein, oben 641,41
Oberer Kessel, Wasserspiegel der Schlichem unter dem 3 m hohen Wasserfall
(Liegendes der Posidonienschiefer)
635,61
Palmbühl, Signalstein, Erdfläche (Gerölle auf O α) 723,50
Holzbach, Hängendes der Opalinusthone (Grenze O α, β) 734,86
Plettenberghalde, Schlaggrenzpflock, Erdfläche 886,49
Plettenberghalde, Liegendes der Impressathone (Gr. O ζ, J α) 898,00
Plettenberg, höchste Stelle, Erdfläche (J β) 1003,53
Wolfshag, Signalstein, Erdfläche (O α) 670,04
Wasserspiegel der Schlichem unter der Lachenbrücke 647,23
Ottenangel, Markstein, oben (O α) 655,05
Ottenangel, Liegendes der Torulosusschichte (Gr. L ζ, O α) 651,79
Kühwasen, Signalstein, Erdfläche (O α) 693,38
Ziegelwasen, Wasserspiegel des Weihers 695,61
Norden, Signalstein, Erdfläche (L β) 668,77
Moos, Wasserspiegel des Schmellbachs (Gr. L α, β) 656,40
Dirnen, Signalstein, Erdfläche (L ζ) 711,39
Schönhagen, Signalstein, Erdfläche (L ε) 682,26
Aspenwäldle, Markstein, Erdfläche (L ε) 702,98
Mühlwiesen, Markstein, Erdfläche 612,33
Daselbst, Wasserspiegel der Schlichem (L β) 610,43
Markung Täbingen.
Täbingen, Kirchthurm, westlicher Knopf 661,57
Täbingen, Kirchthurm, Dachtraufe 653,83
Täbingen, Kirchthurm, Erdfläche, nördliche Seite (L α) 637,93
|
Nähere Bezeichnung der Punkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
Hasel, Signalstein, Erdfläche (L α) 643,37
Obere Buchsteigle, Signalstein, Erdfläche (L α) 669,64
Hörnle, Signalstein, Erdfläche (L δ) 687,37
Kapf, nördliche Plateauspitze, Häng. der Gryphitenbank 623,59
Mühlhalden, Liegendes der Psilonotenbank (Gr. K ζ, L α) 605,52
Bux, Markstein, oben (L α) 615,71
Witthau, höchste Stelle, Erdfläche (L ε) 681,50
Heuberg, Signalstein, Erdfläche (L ε) 664,04
Krottenbühl (Spitzwiesen) Signalstein, Erdfläche (L ε) 670,73
Markung Wellendingen.
Wellendingen, Kirchthurm, Wetterfahne auf dem s. Giebel 667,54
Wellendingen, Kirchthurm, Dachtraufe 661,16
Wellendingen, Kirchthurm, Erdfläche, westl. Seite (L α) 637,16
Wasserspiegel des Starzelbachs unter der Ortsbrücke 616,14
Horn, Signalstein, Erdfläche (L ε) 683,54
Freybrück, Scheuer, Erdfläche an der südl. Ecke 664,14
Freybrück, Schieferbruch, Hängendes der Posidonienschiefer 659,19
Katzensteig, Liegendes der sandigen Opalinuskalke (Gr. O α, β) 783,25
Katzensteige, Signalstein, Erdfläche (O δ) 864,06
Langendorn, höchste Stelle, Erdfläche (L α) 697,30
Rothsteigle, Signalstein, Erdfläche (L α) 697,32
Oberes Brühlholz, höchste Stelle, Erdfläche (L α) 708,32
Saalenthal, Signalstein, Erdfläche (L α) 693,23
Weilenberg II, Signalsteinrumpf, oben (L γ) 712,69
Stungen, Wasserspiegel des Starzelbachs am Einfluß des Hangelbrunnens (L α) 662,33
Markung Zepfenhan.
Zepfenhan, Kirchthurm, Knopf 713,44
Zepfenhan, Kirchthurm, Dachtraufe 708,73
Zepfenhan, Kirchthurm, Erdfl., Plattenboden an der Sakristei 693,19
Eichenberg, Signalsteinrumpf, oben (L γ) 715,01
Kreuzäcker, Signalsteinrumpf, oben (L ε) 744,38
Schlappenwasen, Signalstein, Erdfläche (L α) 709,51
Oberholz, Markungsgrenzstein Nr. 26, Erdfläche (L α) 725,24
Sonthof, Sonthoferwasen II, Signalstein, Erdfläche 718,17
Markung Zimmern, unter der Burg.
Zimmern, Kirchthurm, Spitze des südl. Staffelgiebels 616,02
Zimmern, Kirchthurm, Dachtraufe 612,45
Zimmern, Kirchthurm, Erdfläche, südl. Seite (K δ, ε) 600,29
Wassersp. des Schwarzenbachs am Einfl. d. Wiesenthälesbachs 590,19
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Nähere Bezeichnung der Punkte. Höhe über
dem Meere.
Meter.
Buchhalde, Signalstein, Erdfläche (L α) 662,40
Tromeshorn, höchste Stelle, Erdfläche (L α) 676,92
Vaihingerberg, östlicher Plateaurand (L α) 661,13
Wasserspiegel des Schwarzenbachs am Einfl. d. Hirtenbächles 573,73
Mühlhalden, Häng. des Bonebedsandsteins (K ζ, L α) 644,52
Lützenfeld, Signalstein, Erdfläche (L α, Arietenkalk) 658,07


Die Erklärung der geognostischen Bezeichnungen siehe auf der folgenden Seite.

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Anmerkung.


Die den Höhenpunkten beigefügten lateinischen und griechischen Buchstaben bezeichnen die Gesteinsschichten, welche die unmittelbare Unterlage der Punkte bilden und zwar bedeutet: B ε den Plattensandstein und B ζ die Schieferletten der Buntsandsteinformation.

Ferner:

Die Schichten der Muschelkalkformation:
M α Wellendolomit und Mergel.
M β Wellenkalk.
M γ Anhydritgruppe mit dem Steinsalzlager.
M δ Hauptmuschelkalk.
M ε Muschelkalkdolomit.
M ζ Lettenkohlengruppe.
Die Schichten der Keuperformation:
K α Gipsmergel.
K β Schilfsandstein.
K γ Mittlere bunte Mergel.
K δ Stubensandsteingruppe.
K ε Obere Knollenmergel.
K ζ Bonebedsandstein.
Die Schichten der Liasformation:
L α Arcuatenkalk und Sandstein.
L β Turnerithone.
L γ Numismaliskalke.
L δ Amaltheenthone.
L ε Posidonienschiefer.
L ζ Jurensismergel.
Die Schichten des braunen Jura:
O α Opalinusthone.
O β Eisenoolithe und Sandsteine.
O γ Blaue Kalke.
O δ Ostreenkalke.
O ε Parkinsonoolithe.
O ζ Ornatenthone.
Endlich sind mit J α die Impressathone des weißen Jura und mit J β die „Wohlgeschichteten Kalke“ Quenstedts bezeichnet worden.|
Abdachung und Wasserscheiden.

Der Oberamtsbezirk zeigt im allgemeinen eine Abdachung von Süden nach Norden und nebenbei neigt sich der auf der linken Seite des Neckar-Thales gelegene Theil nach Osten, der auf der rechten Seite gelegene aber mit wenigen Ausnahmen nach Westen, so daß außer der Hauptabdachung des Bezirks von Süden nach Norden auch die beiden untergeordneten Neigungen gegen das Neckar-Thal stattfinden.

Wie schon oben gezeigt wurde, gehört der Bezirk durch Vermittlung des Neckars ganz dem Stromgebiet des Rheins an; die europäische Wasserscheide tritt jedoch sehr nahe an den Bezirk heran und berührt ihn sogar noch an einigen Stellen auf der Landesgrenze, südwestlich von Schwenningen läuft sie 1/4 Stunde lang auf der Landesgrenze am Torfstich fort, tritt wieder eine kurze Strecke in das badische Gebiet und erreicht die Landesgrenze abermals auf dem Bergrücken „Burgrain“; hier läuft sie etwa 1/4 Stunde an der Landesgrenze fort und tritt alsdann auf die badische Markung Mühlhausen. Auch an die nordöstliche Grenze des Bezirks bei Hausen am Thann tritt die europäische Wasserscheide bei Thieringen bis auf 1/4 Stunde heran.

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Erdfälle und Höhlen.

Erdfälle, trichterförmige Einsenkungen, kommen im Bezirk sehr viele vor, sie sind jedoch nicht gleichmäßig über denselben verbreitet und beschränken sich ausschließlich auf die Formation des Muschelkalks, so daß sie mit Ausnahme der auf der Markung Dietingen gelegenen nur auf der linken Seite des Neckar-Thales erscheinen, und zwar auf den Markungen: Bösingen, Deißlingen, Hausen o. R., Herrenzimmern, Schwenningen, Villingen und Zimmern o. R.

Von Höhlen kommen vor: die im September 1874 von Stadtbaumeister Rüdy in Rottweil entdeckte Tropfsteinhöhle in einem Kalktuffsteinbruch bei Bühlingen; sie ist gegen 200′ lang, 10′ hoch und 5–7′ breit. Die Wände wie auch die Decke sind mit sehr schönen Tropfsteinbildungen bekleidet. Außer dieser ist noch nennenswerth das sog. Burgloch am Wenzelstein.

Gewässer.

Der Flächeninhalt sämtlicher Gewässer in dem Oberamtsbezirk, d. h. der Flüsse, Bäche, Seen und Weiher, beträgt nach den Ergebnissen der Landesvermessung 3773/8 Morgen; davon kommen auf Seen und Weiher 102/8 Morgen.

Brunnquellen.
Im allgemeinen ist der Bezirk ziemlich quellen- und wasserreich, jedoch sind die Quellen wie auch die fließenden Gewässer nicht gleichmäßig über denselben vertheilt; am wasserreichsten ist der östlich vom Neckar gelegene Theil des Oberamtsbezirks, mit Ausnahme der Hochebene des schwarzen Jura bei Neukirch, Feckenhausen, Dormettingen und Täbingen. In diesem Theil befinden sich mit Einschluß des Neckars nicht allein die meisten fließenden Gewässer, sondern auch die meisten Quellen. Der auf der linken Seite des Neckars meist dem Muschelkalk angehörige Theil des Bezirks ist weit wasserärmer und hat mit Ausnahme der Eschach und ihrer wenigen, nicht bedeutenden Zuflüsse keine fließenden Gewässer und wenig Quellen aufzuweisen. Die meisten Orte beziehen ihr Trinkwasser aus laufenden und nebenbei aus Pump-, Schöpf- und Ziehbrunnen; nur Rottweil, Bühlingen, Gößlingen und Horgen haben ausschließlich laufende Brunnen, während die Orte Dormettingen, Hausen o. R., Lackendorf, Neufra, Neukirch, Zepfenhan und Zimmern o. R. nur mit Pump-, Schöpf- und Ziehbrunnen versehen sind. In ganz trockenen Jahreszeiten haben zuweilen vollständigen oder theilweisen| Wassermangel, so daß das Trinkwasser von außen bezogen werden muß, die Orte: Bösingen, Dormettingen, Feckenhausen, Hausen o. R., Herrenzimmern nur im oberen Theil des Orts, Neukirch, Täbingen und Zimmern o. R. Das Wasser ist im allgemeinen gut, frisch und klar, jedoch ziemlich verschieden, je nachdem dasselbe aus einer Gebirgsschichte fließt oder entspringt. Die Wasser aus der Muschelkalkformation sind meist frisch, jedoch etwas kalkhaltig, die am Fuß der Keuperterrasse hervortretenden Wasser aber gipshaltig und hart, während die aus den oberen Schichten des Keupers, namentlich aus dem weißen grobkörnigen Sandstein entspringenden sehr gut und rein sind. Die aus dem schwarzen Jura kommenden Wasser haben zuweilen einigen mineralischen Beigeschmack, der namentlich bei den im Posidonienschiefer entspringenden Quellen nicht selten als stark schwefelig erscheint. Dagegen liefert der braune Jura meist frische und reine Wasser, während die aus weißem Jura ziemlich Kalk enthalten und etwas hart sind. Das beste Trinkwasser haben die Orte Deißlingen, Dotternhausen und Zimmern u. d. B.; und minder gutes Wasser die Orte: Dietingen, theilweise gipshaltig, Hausen o. R., Herrenzimmern, jedoch nur das Wasser der laufenden Brunnen, Lauffen, nur einzelne Brunnen sind etwas gipshaltig, die übrigen gut, Neufra hat gipshaltiges und Neukirch kalkhaltiges Wasser; das Wasser in Schömberg ist gering und matt etc.

Die bedeutenderen Flüsse und Bäche treten bei schnellen Schneeabgängen oder starken Regengüssen zuweilen über ihre Ufer und verursachen mehr oder minder Schaden, namentlich wird die aus den Albbergen kommende Schlichem nicht selten sehr verheerend, auch die Eschach hat schon öfters Schaden angerichtet, während dieß bei dem Neckar weniger der Fall ist.

Mineralquellen.

Eigentliche Mineralquellen von Bedeutung kommen im diesseitigen Oberamtsbezirk nicht vor, dagegen nennen wir einzelne Quellen mit etwas mineralischen Bestandtheilen, und solche, denen heilsame Kräfte zugeschrieben werden, und zwar: der Grabenbadbrunnen bei Rottweil soll heilsam sein, eine Schwefelquelle, die früher zu einem Bad benützt wurde, in Deißlingen, einige Brunnen mit schwefeligem Beigeschmack in Göllsdorf, ein Brunnen in Jungbrunnen soll hauptsächlich abführende Wirkungen haben, in der Schloßbachschlucht bei Herrenzimmern soll früher ein Bad bestanden haben, dessen Wasser gegen Magen- und Leberleiden heilsam wirkte, zwei schwefelhaltige Brunnen bei Roßwangen und zwei schwefelhaltige Brunnen in Schömberg (über die Gewässer im allgemeinen s. auch die Ortsbeschreibungen).

| Periodisch fließende Quellen (sogen. Hungerbrunnen) kommen auf den Markungen Dietingen, Dunningen, Göllsdorf, Irslingen, Lackendorf, Locherhof, Schwenningen u. s. w. vor.
Flüsse und Bäche mit ihren Thälern.

1. Der Neckar, unser vaterländischer Hauptfluß, er entspringt in der südwestlichsten Ecke des Bezirks, eine Viertelstunde südsüdwestlich von Schwenningen, 697 Meter (2433 w. F. über d. M.), fließt anfänglich in nordöstlicher Richtung durch Schwenningen, Deißlingen, Lauffen, an Bühlingen vorüber, durch Altstadt, nimmt unterhalb Altstadt eine im Ganzen nördliche Richtung, läuft an Rottweil und der Neckarburg vorbei und verläßt bei der Eisenbahnstation Thalhausen den Bezirk. Während seines, die vielen Krümmungen mit gerechnet, neunstündigen Laufes tritt er zweimal in das Großherzogthum Baden (Mark. Dauchingen) über, – zwischen den Markungen Schwenningen und Deißlingen eine Viertelstunde, und südwestlich von der Mark. Deißlingen eine halbe Stunde lang. Das aus nicht besonders starker Quelle entspringende Flüßchen läßt hier oben seine künftige Bedeutung noch nicht ahnen, kräftigt sich aber schon auf Deißlinger Markung durch zwei reiche Quellen im Thal, wächst, nach Aufnahme der Eschach und Prim, rüstig heran und setzt auf seinem Weg durch den Bezirk 24 Mühlen und andere Wasserwerke in Bewegung. Seine Breite beträgt anfänglich nur einige Fuß, bei Rottweil schon 50–60; seine Tiefe wechselt von 3–6 Fuß.

Das Thal des Neckars beginnt zwischen breiten, nur flach geneigten Ackergeländen, verengt sich aber schon eine halbe Stunde oberhalb Deißlingen und bricht schroff und tief und felsig in den Muschelkalk ein. Von Deißlingen bis Lauffen wieder flacher, wird es unterhalb letztgenannten Ortes abermals etwas eng und schroff eingerissen. Von Bühlingen bis Altstadt wieder etwas breiter werdend und mit mäßigen Gehängen, tritt es bei der Einmündung des Prim-Thales oberhalb der Stadt Rottweil wieder in die Formation des Muschelkalks, wodurch es plötzlich einen völlig anderen Charakter bekommt. Das Thal wird nun sehr eng und reich an landschaftlichen Schönheiten, durchbricht in großen haftenförmigen Windungen und mit hohen steilen, zum Theil felsigen, meist bewaldeten Gehängen die Muschelkalkebene bis an die Grenze des Bezirks, der durch das Neckar-Thal in zwei so ziemlich gleiche Hälften getheilt wird.

|
Gefälle des Neckars.
Bezeichnung
der
bestimmten Punkte.
Höhe über dem Meer Entfernung von dem
höhern Orte
Fall auf diese
Entfernung
des höhern
Ortes
des tiefern
Orts
nach der
Strombahn
nach dem Thal
in
württ.
Fußen.
in
Metern.
in
württ.
Fußen.
in
Metern.
in
Stunden
à 13.000
w. Fuß.
in
Kilo-
metern.
in
Stunden
à 13.000
w. Fuß.
in
Kilo-
metern.
in
württ.
Fußen.
in
Metern.
in Proz.
dem
Thal
nach.
Von Schwenningen vom Ursprung
  des Neckars bis Lauffen (Brücke)
2433 697,1 2028 581,0 4,2 15,6 3,7 13,8 405 116,1 0,843
Von Lauffen bis Bühlingen
  (Eschacheinfluß)
2028 581,0 1963 562,3 0,7 2,6 0,5 1,9 65 18,7 1,003
Von Bühlingen bis Primeinfluß 1963 562,3 1928 552,2 0,8 3,0 0,8 3,0 35 10,1 0,338
Vom Primeinfluß bis
  Rottweil (Brücke)
1928 552,2 1891 541,8 0,8 3,0 0,6 2,2 37 10,4 0,469
Von Rottweil (Brücke)
  bis Oberndorf (Brücke)
1891 541,8 1609 461,0 6,4 23,8 5,1 19,0 282 80,8 0,425
| In den Neckar fließen von der rechten Seite (abgesehen von dem unbedeutenden, zuweilen versiegenden Zufluß, der im Torfstich an der südlichen Landesgrenze, zunächst der europäischen Wasserscheide, beginnt und bei der Neckarquelle einmündet):

a) Der von Mühlhausen (O/A. Tuttlingen) herkommende Störzengraben; er mündet eine halbe Stunde unterhalb Schwenningen ein und berührt den Bezirk nur auf eine kurze Strecke.

b) Der von Weigheim (O/A. Tuttlingen) herkommende Weigheimer Bach, läuft 3/8 Stunden lang durch den Bezirk und mündet oberhalb der Station Trossingen ein.

c) Der Wiesenbach, der sich auf der Oberamtsgrenze aus dem Steppach und dem Weigenbach bildet und unterhalb der Station Trossingen einmündet. Länge des Laufes durch ein weites Wiesenthal innerhalb des Bezirks eine halbe Stunde.

d) Die Prim; sie entspringt am östlichen Fuße des Dreifaltigkeitsberges, tritt eine halbe Stunde oberhalb Neufra in den Bezirk, fließt an Neufra und Göllsdorf vorüber, um beim Rottweiler Bahnhof in den Neckar zu münden; Länge des Laufes im Bezirk 13/4, des ganzen Laufes 41/2 Stunden. Das muntere vielgekrümmte Flüßchen läuft durch ein schönes, von Waldbergen und weiter unten zum Theil auch von Ackergeländen umkränztes Wiesenthal. In die Prim gehen, und zwar auf der rechten Seite:

Der von Frittlingen herkommende Vogelsangbach.

Die Starzel, in mehreren Zweigen an den Vorbergen der Alb bei Schörzingen (O/A. Spaichingen) entspringend; sie tritt bei Stungen in den Bezirk und mündet bei Neufra ein. Länge des Laufes im Bezirk 13/4, des ganzen Laufes 23/4 Stunden. Unterwegs nimmt sie zwei von der Markung Wilflingen (Königreich Preußen) kommende unbedeutende Bäche auf; ihr enges Thal ist, so weit es den Bezirk angeht, bis Wellendingen mäßig eingefurcht und greift erst unterhalb Wellendingen tiefer und kräftiger in’s Gebirg ein.

Der 3/4 Stunden lange, durch ein bewaldetes Keuperthal herabkommende Weiherbach, entspringt bei der Wellendinger Ziegelhütte und mündet eine Viertelstunde unterhalb Neufra in die Prim ein.

Der zwei Stunden lange Hochbach, weiter unten auch Weiherbach genannt, entspringt östlich von Zepfenhan, fließt zuerst durch ein tiefes Waldthal an Hardthaus vorbei und in Göllsdorf in die Prim; vom Gebirg her nimmt er den Jungbrunnenbach und den Knollenbach auf; beide, je eine Stunde lang, fließen, wie der Weiherbach selbst, durch echte tiefeingeschnittene waldige Keuperthäler.

e) Der Wettebach, entspringt in tiefer Waldschlucht an der Keuperterrasse zwischen Dietingen und Vaihingen, fließt durch| Dietingen und mündet bei der Neckarburg in den Neckar. Lauf 5/4 Stunden. Sein anfangs weites Wiesenthal wird unterhalb Dietingen beim Eintritt in den Muschelkalk eng und schroff, aber nicht tief eingeschnitten.

f) Die Schlichem; sie entspringt eine Viertelstunde nördlich von Thieringen (O/A. Balingen), erreicht den Bezirk oberhalb Hausen am Thann, fließt durch Hausen, verläßt hierauf den Bezirk auf 3/4 St., erreicht ihn wieder eine halbe Stunde oberhalb Schömberg, fließt an Schömberg vorüber nach Dautmergen und verläßt hierauf den Bezirk noch zweimal, um bei Epfendorf (O/A. Oberndorf) in den Neckar zu münden. Länge des ganzen Laufes 71/4 Stunden. Das Thal hat bei Hausen a. Th. den großartigen Charakter eines Albthales, bei Schömberg senkt es sich tief und anmuthig gekrümmt in den schwarzen Jura, bildet bei Böhringen ein mildes Keuperthal und schneidet sich zuletzt schroff in den Muschelkalk ein.

Auf der rechten Seite gehen in die Schlichem innerhalb des Bezirks:

Der Röthgrabenbach, welcher in 2 Armen, der eine beim Locherhof, der andere oberhalb Oberhausen, entspringt und nach einem 1/2stündigen Lauf oberhalb Hausen einmündet.

Der vom Waldhaushof herkommende, eine halbe Stunde lange Waldhausbach bei Hausen a. Th. und mehrere zum Theil noch kleinere Bäche bei Schömberg und Dautmergen.

Auf der linken Seite:

Der 1/2 Stunde lange Sennewaldbach.

Der eine Viertelstunde östlich von Sonthof entspringende Schwarzenbach, anfangs Schmellbach geheißen; er fließt durch Zimmern u. d. B., an Gößlingen vorüber und mündet eine Viertelstunde unterhalb Böhringen in die Schlichem. Länge des Laufes 51/4 St.

Von den zahlreichen Zuflüssen des Schwarzenbachs sind die bedeutendsten: der eine Stunde lange Schweigholzbach und der Wiesenthalbach, beide bei Zimmern einmündend. Das Thal des Schwarzenbaches, oben eng und abgeschieden, erweitert sich bei Gößlingen zu einem äußerst freundlichen Wiesenthal.

Auf der linken Seite gehen in den Neckar:

a) Die 3/8 Stunden von Röthenberg (O/A. Oberndorf) entspringende Eschach; sie erreicht den Bezirk bei Stampfe (Mark. Dunningen), fließt genau in südöstlicher Richtung an Dunningen und Lackendorf vorüber, durch Stetten, Flötzlingen und Horgen bis Unter-Rothenstein, nimmt von dort eine nordöstliche Richtung und mündet bei Bühlingen. Länge des ganzen Laufes 10, im Bezirk 51/2 St.

In die Eschach fließen, soweit sie den Bezirk angeht, auf der| Mark. Dunningen der Eberbach, der Kimmichgraben, der Heckenweiherbach und der Haselbach; bei Horgen mündet der ziemlich starke, aus dem Badischen kommende Fischbach, nachdem er kurz zuvor den beim Locherhof entspringenden, theils im Bezirk theils im Badischen fließenden, 21/2 Stunden langen Teufenbach aufgenommen hat.

Das liebliche wiesenreiche Thal der Eschach zieht sich von der Bezirksgrenze bis gegen Lackendorf zwischen flachem Ackerland hin, erhält von dort an ausgesprochene Thalränder, die weiter abwärts immer kräftiger werden, enger zusammenrücken und unterhalb Horgen bei den Burgruinen Wildenstein und Rothenstein die Muschelkalkfläche vielgewunden, wildromantisch und felsig durchbrechen.

b) Der bei Hegneberg entspringende, 3/8 Stunden lange, bei der Bernburg in den Neckar mündende Bach.

c) Der Erlenbach, beginnt südlich bei Villingen, fließt 3/8 Stunden lang durch eine tiefe Waldschlucht und mündet bei der Neckarburg.

d) Der in Villingen entspringende, eine halbe Stunde lange Lichtgraben geht ebenfalls durch eine tiefe Waldschlucht und mündet bei der Neckarburg.

e) Der Schloßbach beginnt in zwei Armen bei Herrenzimmern, fließt durch ein tiefes wildeingerissenes Waldthal, in das die großen Trümmer des Schlosses Herrenzimmern malerisch herabblicken, und mündet bei Thalhausen (O/A. Oberndorf).

f) Der 3/4 Stunden lange Bendelbach, entspringt östlich von Bösingen, tritt bald auf die Oberamtsgrenze, dann ganz in’s Oberamt Oberndorf und mündet unterhalb Thalhausen in den Neckar.

Außerdem gehen durch die Vermittlung der Eyach in den Neckar:

Der südlich von Roßwangen zwischen dem Plettenberg und dem Schafberg entspringende Wettbach; er fließt durch Roßwangen. Länge im Bezirk 3/4 Stunden.

Dann am östlichen Fuße des Plettenbergs entspringend, der Urschbach und der Haugenbach, beide nur auf kurze Strecken im Bezirk.

Der am westlichen Fuße des Plettenbergs entspringende Katzenbach fließt durch Dotternhausen und verläßt den Bezirk nach 5/4stündigem Lauf.

Endlich sind noch zu nennen, auf Dormettinger Markung und nur kurz im Bezirk fließend, der in drei Armen entspringende Riedbach und der Bohnthalbach.

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Stehende Gewässer.

Von natürlichen Seen besteht gegenwärtig nur noch der, eine halbe Stunde südwestlich von Schömberg gelegene See und von künstlich angelegten Weihern: der 1/8 Morgen große Feuersee bei Rottweil, ein kleiner Weiher zum Betrieb der Ölmühle in Deißlingen, der Mühlweiher in Dotternhausen, zwei Mühlweiher in Flötzlingen, ein paar unbedeutende Weiher bei Hausen am Thann, der Moosweiher bei Schwenningen und zwei Weiher auf dem Sonthof.

Seen und Weiher, die abgegangen und meist in Wiesengrund verwandelt sind, waren: auf der Mark. Rottweil zwei je 7 Morgen große Weiher bei Hardthaus, ein ebenso großer nördlich der Stadt an der Straße nach Villingen und ein 1/4 Morgen großer östlich von Rottweil; auf der Mark. Dotternhausen der Unterweiher, der Dorfweiher, ein Weiher am Wald und zwei kleine Mühlweiher; auf der Mark. Dunningen der Heckenweiher und einer im Kimmichgraben; auf der Mark. Hausen am Thann ein Weiher im Doggenried, einer bei der Ziegelhütte, einer bei der Mühle und einer beim Waldhaushof; auf der Mark. Irslingen der Egelsee; beim Locherhof der Mühlweiher; auf der Mark. Neufra der obere und untere Weiher im Prim-Thal; ein See in der Nähe des Waldes Dickenhardt (Mark. Schwenningen); bei Täbingen ein Weiher; auf der Mark. Wellendingen ein sehr namhafter Weiher im Weiherbachthal, und endlich ein großer Weiher östlich von Zimmern u. d. B. (s. auch die Ortsbeschreibungen).

Naturschönheiten und landschaftlicher Charakter.

In dem Abschnitt „Natürliche Beschaffenheit“ haben wir die Mannigfaltigkeit der durch die geognostischen Verhältnisse bedingten Terraincharaktere dargestellt; mit ihnen sind die landschaftlichen Reize eng verbrüdert, und schon aus diesem Grunde dürfen wir eine große Abwechslung in dem Landschaftsbilde des Oberamtsbezirks ahnen. Hiezu kommen noch die sehr verschiedenen Erhebungen über die Meeresfläche, die mehr oder weniger weit reichende Aussichten gestatten und zugleich auf die Fruchtbarkeit und Kulturfähigkeit des Bezirks einwirken, so daß sich in der Physiognomie desselben die verschiedenartigsten Züge aussprechen, die sich von milden und fruchtbaren Gegenden bis zur ganz unfruchtbaren, felsenreichen Gebirgsnatur aufstufen.

Unternehmen wir nun eine kleine Wanderung durch den Bezirk und sehen uns die verschiedenen landschaftlichen Schönheiten etwas näher an; wir beginnen im Nordwesten des Oberamts, dort aus den dunklen Nadelwäldern des eigentlichen Schwarzwaldes| heraustretend. Es empfängt uns hier ein wenig ansprechendes Hochland, dessen Eintönigkeit jedoch von dem lieblichen, wiesenreichen, vielfältig gekrümmten Eschach-Thale mit seinen freundlichen Dörfern auf’s angenehmste unterbrochen und belebt wird. Die Orte zeigen noch viele Verwandtschaft mit denen des benachbarten Schwarzwaldes und bilden mit ihren theilweise mit Stroh und Schindeln bedachten, häufig auch an den Wandungen verschindelten stattlichen Bauernhäusern einen allmähligen Übergang von den Wald- und Gebirgsdörfern zu den gewöhnlichen Landorten Württembergs. Auch trifft man hier zwischen den Gebäuden und auf den freien Plätzen häufig schönwüchsige Waldbäume und Pappeln, die ihre kräftigen Kronen schirmend über die heimlichen Wohnungen ausbreiten und den Orten einen besonderen Reiz verleihen. Eine wirklich romantische Partie bildet das Eschach-Thal von Horgen abwärts bis Unter-Rothenstein, es wird eng, schroff eingeschnitten und erhält namentlich bei Wildenstein und Ober-Rothenstein die stark vortretenden, theilweise felsigen Schmalrücken, um die sich die Eschach in schönen Bögen durch den stillen Wiesengrund schlängelt. Wir überschreiten das Eschach-Thal und erfreuen uns an dem sich hier ausbreitenden, in seinen Zügen allmählig sich mildernden Land, das mit fruchtbaren Ackergeländen, saftigen Wiesengründen und kleinen Nadelwäldern angenehm abwechselnd sich gegen das Neckar-Thal hinzieht. Schöne Ortschaften, die immer noch die Nachbarschaft des Schwarzwaldes nicht verläugnen können, beleben diese Partie, die einen freundlichen Gegensatz zu der auf der rechten Seite der Eschach liegenden Landschaft bildet. Beide Partien aber bieten mehrere Punkte, die sehr weite und schöne Aussichten erlauben, wie z. B. auf dem Hörenbühl bei Flötzlingen, wo sich dem Auge eine vollkommene Rundsicht an die Alb mit dem Hohenzollern, über den Schwarzwald und bis an die fernen Schweizeralpen entrollt. Auf dem Wege von Horgen nach Rottweil genießt man auf den Höhen zwischen Horgen und Hausen wieder herrliche Aussichten an den Schwarzwald, die Alb und die Schweizeralpen; ebenso bei Hausen, und weiter hin wird auch das stattliche Rottweil mit seinem kräftigen Albhintergrunde noch sichtbar. Bei der sog. Sandgrube auf der Markung Herrenzimmern erschließt sich dem Auge eine sehr ausgebreitete Fernsicht; eine besonders malerische Partie bildet aber die zwischen zwei wilden Schluchten auf einem schmalen Bergrücken kühn sich erhebende großartige Ruine des Schlosses Herrenzimmern, von der aus der Blick durch ein tiefes enges Waldthälchen in das nahe Neckar-Thal entzückend schön ist. Durch dieses wildromantische Waldthälchen nehmen wir den Weg zum Neckar-Thale selbst, dürfen aber auf dem kurzen, äußerst schönen Gange nicht| versäumen, noch einmal zurückzusehen nach der Schloßruine, die hier eine vollendet malerische, von üppigen Wäldern umrahmte Ansicht gewährt. In dem Neckar-Thale bei Thalhausen angekommen, wandern wir flußaufwärts und staunen über die hier ausgesprochene seltsame Thalbildung; steile, zum Theil mit Felsen bekrönte, reich bewaldete Gehänge erheben sich kräftig über die schmale Thalsohle, deren lichtes Wiesengrün zwischen dem Dunkelgrün der dichten Nadelwaldungen wie ein zartes, von dem jugendfrischen Neckar durchwirktes Band hinzieht. Nur auf eine kurze Strecke hat das Thal eine etwas gerade Richtung, dann beginnen die scharf konturirten, weit gegen dasselbe vorgreifenden Schmalrücken und freistehenden Hügel, um die sich das Thal in graziösen Bögen windet, von denen die vorspringenden Rücken und die frei gewordenen Hügel mit schön ausgerundeten amphitheatralischen Steilhalden schützend umfangen werden. In der Thalebene liegt einsiedlerisch der Hof Neckarburg, und von den Rückenspitzen, wie auch von den freistehenden Hügeln schauen, die Romantik dieser Partie vermehrend, malerische Ruinen und einzelne, zum Theil noch erhaltene ehemalige Schlösser ernst in das phantastisch gekrümmte Thal herab, dessen tiefe Stille, erst seitdem die Eisenbahn die natürlichen Hindernisse in vier Tunnels durchbrochen und bewältigt hat, von dem dahinbrausenden Bahnzug, doch immer nur auf einige Augenblicke, unterbrochen wird. Weiter thalaufwärts werden die Thalgehänge allmählig etwas niedriger, aber immer noch behält das Thal seinen bisherigen Charakter, bis man endlich ängstlich an der Pulvermühle vorbeigewandert ist und dann bald vom Anblick der hochgelegenen, altehrwürdigen, thürmereichen Stadt Rottweil auf’s angenehmste überrascht wird. Hier ändert sich plötzlich der landschaftliche Charakter, eine Menge Mühlen und andere Werke, hauptsächlich aber der vielen Verkehr bringende Bahnhof lagern sich in dem milder und breiter gewordenen Thale und reges Leben tritt an die Stelle der stillen Abgeschiedenheit.

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Vom Bahnhof aus führt eine schön angelegte, mit Zierbäumen bepflanzte Straße nach dem freundlich und einladend herabwinkenden Rottweil, das von mehreren Seiten herrliche Ansichten bietet und die landschaftlichen Reize der Umgegend wesentlich erhöht. Die schöne Aussicht, die man von der Stadt, besonders aber von dem Hochthurm aus genießt, wie auch die landschaftliche Umgebung der Stadt werden wir in der Ortsbeschreibung von Rottweil näher ausführen. Von Rottweil nehmen wir unsern Weg nach dem freundlichen Altstadt an der anmuthig gelegenen Ruhe Christi Kapelle vorüber und erfreuen uns auf dem Wege dahin an dem schönen Ausblicke in das Neckar-Thal und an die jenseits desselben nahe herantretenden| dicht bewaldeten Höhenzüge mit den Albbergen im Hintergrunde. In Altstadt dürfen wir die bald achthundertjährige, von schönwüchsigen Bäumen beschattete Kirche nicht übersehen und pilgern alsdann weiter durch das mäßig eingefurchte Neckar-Thal an dem ehemaligen Reichsstift Rottenmünster, mit seinen großartigen Kloster- und Salinengebäuden, vorüber nach Bühlingen, um oberhalb des Orts den gerade nicht großartigen, aber reizenden Wasserfall zu besuchen, den der Neckar in seinem hier mit Gehölz besäumten engen Thälchen über einen 10′ hohen Felsen bildet. Weiter thalaufwärts bietet das verflachte Neckar-Thal, mit Ausnahme einer kurzen, tief eingefurchten Strecke südwestlich von Deißlingen, nichts besonders Bemerkenswerthes, dagegen bilden die in demselben gelegenen Orte, Lauffen, das ansehnliche Deißlingen und das große gewerbreiche Schwenningen, mit ihren fruchtbaren Umgebungen recht ansprechende Partien. Wir verlassen daher bei Bühlingen das Neckar-Thal und pilgern an dem frei sich erhebenden, schön geformten Stallberg vorüber in das äußerst liebliche, weit geöffnete Prim-Thal, das sich thalaufwärts etwas verengt und in die waldreiche Keuperterrasse eingreift. Gerade an dem Eintritt in die Terrasse, an dem Zusammentreffen des Starzel-Thales mit dem Prim-Thal, liegt reizend das freundliche Neufra, das herrliche Einblicke in die beiden, aus bewaldeten Höhen hervortretenden Thäler gestattet. Weit großartiger und ausgedehnter ist jedoch die Aussicht auf dem über dem Dorfe sich erhebenden Kapf.

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An der von Thälern, Schluchten und Rinnsalen vielfältig getheilten Keuperterrasse angekommen, wollen wir diese etwas näher betrachten; sie zieht sich als treue Begleiterin des Neckars theils ganz nahe, theils in mäßiger Entfernung auf der rechten Seite desselben durch den ganzen Bezirk, in dessen landschaftlicher Physiognomie sie mit ihren vielgegliederten, weich modellirten Vorsprüngen und Einbuchtungen einen äußerst wohlthuenden, frisch grünen Wälderzug bildet. Besonders lieblich sind die aus der Terrasse hervorbrechenden, mit muntern Bächen durchzogenen wiesengrünen Thälchen mit ihren dunkel bewaldeten Gehängen; den Thalbächen eilen aus den Schluchten und Rinnen eine Menge kleinere Gewässer zu, die das frische Leben und die üppige Vegetation dieser Thäler wesentlich steigern. Wir nennen die Thäler des Knollenbachs und des Weiherbachs, an deren Vereinigung das sonnige Göllsdorf so freundlich hingebaut ist, ferner das des Jungbrunnenbachs, in dessen Hintergrund der Hof Jungbrunnen versteckt liegt, das weit ausgebuchtete Wettebach-Thal mit dem echt ländlichen Dorfe Dietingen im Vordergrunde, das namhafte Thal des Schwarzenbachs, an dessen rechtem Abhang das von seiner alten Kirche überragte Gößlingen hinaufgebaut ist| und sich, von ferne gesehen, recht hübsch ausnimmt; auch genießt man von dem Kirchthurm aus eine sehr schöne, weitreichende Aussicht, und tief hinten in dem schon eng gewordenen Thal liegt Zimmern u. d. B.

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Ein stiller Friede ruht auf diesen ziemlich gleich gearteten Thälern, in denen man so gerne verweilt, bis man durch eines hinauf zu dem Hochlande wandert. Wir wählen unseren Weg durch das Weiherbach-Thal auf der Straße nach Neukirch; sie führt beim eigentlichen Eintritt in das Thal an dem freundlichen Hardthaus vorüber, das mit seinem Garten und einer im Schatten einer großen Linde stehenden Kapelle einen lieblichen Anblick gewährt. Die bald in den Wald einziehende Straße erlaubt weiter hin an einzelnen Stellen angenehme Einblicke in das tief unten liegende Waldthälchen, das sich gegen oben schluchtenartig zuspitzt und am Rande der Hochebene ausläuft. Kurz zuvor, ehe man diese erreicht, wird am Saume des Waldes unten im Thale die einsam und sehr malerisch gelegene Maria zum Thann Kapelle sichtbar. Auf der Hochebene selbst empfängt uns das hübsche, weithin sichtbare Neukirch und zugleich das ausgebreitete Vorland der Alb; dieses meist für den Feldbau benützte, fruchtbare Flachland bietet an sich wenig Abwechslung, allein seine freundlichen Ortschaften und die sehr häufigen herrlichen Aussichtspunkte unterbrechen und beleben auf’s angenehmste die Eintönigkeit dieser hochgelegenen Gegend. Einen besonders schönen und bedeutenden Eindruck macht die schon sehr nahe Alb mit ihren bewaldeten Ausläufern und scharf umrissenen, großartigen, freistehenden Vorbergen (Plettenberg, Schafberg, Lochen, Hohenberg und Lemberg), die sich riesenhaft über das Flachland erheben und mit ihren felsbekrönten Häuptern und schneefelderähnlichen weißen Bergrutschen gebieterisch auf dasselbe hernieder schauen. Wir sind hier plötzlich in eine ganz andere Gegend versetzt, die mit der jenseits des Neckars gelegenen wenig Ähnlichkeit hat, auch die Orte zeigen keine Verwandtschaft mehr mit denen am Saum des Schwarzwaldes und nähern sich in ihrem Äußeren schon ganz den Orten des schwäbischen Mittellandes. Weiter gegen die Alb hin pilgernd erreichen wir das reinliche, oben an den Rand des Schlichem-Thales angenehm hingebaute Schömberg, in dessen Nähe sich auf der andern Seite des Thales der herrlich geformte Palmbühl mit stattlicher Kapelle unter uralten Lindenbäumen frei erhebt und im Verein mit dem in seinem Rücken kräftig aufstrebenden Plettenberg ein gar schönes Landschaftsbild bietet. Von Schömberg nehmen wir unsern Weg, das anmuthige Schlichem-Thal überschreitend, nach Dotternhausen und versäumen nicht, die großartigen Schloßgebäude und reich| angelegten Gärten zu besuchen; von da nach dem idyllisch gelegenen, mit Obstbaumgärten umgürteten Roßwangen, hinter dem sich der Schafberg so mächtig erhebt. Hier verlassen wir das Flachland und steigen durch die dicht mit Nadelwald bewachsenen, wildverworrenen Ausläufer der Alb hinauf zum Lochenstein, der beinahe senkrecht zwischen der Alb (Heuberg) und dem von ihr losgetrennten Schafberg aufstrebt. Auf der mühsam zu ersteigenden Kuppe des Lochensteins angekommen überrascht uns die herrlichste Aussicht, gegen Norden tief und weit in das flache Land hinein und gegen Süden in die seltsam zerrissenen, wild aufstrebenden, wald- und mattenreichen Albberge, zwischen denen sich die frischgrünen Thäler und Thälchen so reizend hinziehen. Wir verweilen nicht länger bei dieser schönen Aussicht und eilen auf den Nachbar des Lochensteins, auf den Schafberg, der wegen seiner größeren Erhebung eine noch weitere Aussicht bietet. Der Weg dahin führt an dem still und freundlich gelegenen Locherhof vorüber und von da über blumenreiche Matten, weiterhin durch schattige Laubwaldungen auf den nicht unbedeutenden, weidereichen Rücken des Schafbergs, an dessen äußerstem, nördlichem, mit Wald bewachsenem Rande uns plötzlich der sogenannte „gespaltene Felsen“ entgegen klafft. Eine großartig geborstene Felsengruppe, von der sich ein Theil des Felsenkranzes lostrennte und gegen außen schob, um vielleicht in später Zeit vollends den schroffen Albabhang hinunter zu stürzen. An der 40–50′ tiefen und etwa 350′ langen Kluft hängen wild verworrene, den Einsturz drohende Felstrümmer an den Wänden und lagern sich zum Theil in der Tiefe auf der schmalen Sohle der Spalte. Eine herrliche Vegetation von wildem Gesträuch, Moosen, Flechten, Farnkräutern und anderen Pflanzen überwuchert die Felstrümmer auf’s malerischste, besonders schön und sammtähnlich überkleiden sie das lichtgrüne Milzkraut und der Sauerklee mit seinen reichlichen, zartgeaderten Blumenglöckchen; auch verschiedene Steinbreche haben sich hier angesiedelt und treiben aus ihren auf dem rauhen Felsen plattgedrückten, rosettenartig zusammengestellten Blättern ihre hübschen Blüthen zum Lichte. Wildes Gesträuch und knorrige Waldbäume hängen über die Felsenspalte und erzwingen sich zwischen losen Trümmern ihr Dasein; zu ihnen gesellen sich seltene Straucharten, wie die Alpen-Johannisbeere und der schmalblätterige Seidelbast mit seinen purpurrothen, balsamisch duftenden Blüthen. Von hier einige hundert Schritte westlich gelangen wir zu der sog. Gaiskanzel, einem an der Gebirgskante vorspringenden Felsen, der sich gegen unten verjüngt und gleichsam frei in der Luft hängt; hier erschließt sich dem Auge eine entzückende Aussicht über das tief unten liegende Land, das sich mit seinen zahllosen Städten, Dörfern,| Wäldern, Triften und fruchtbaren Ackergeländen wie eine Reliefkarte ausbreitet und einen Blick über das Gäu, den Schönbuch, die Stuttgarter und Eßlinger Berge, den Stromberg, den Murrhardter und Mainhardter Wald hinweg bis zum Odenwald gestattet. Gegen Westen begrenzt der Schwarzwald das landschaftliche Bild und durch eine weite Einsattelung desselben werden in blauer Ferne die Vogesen in einer beträchtlichen Ausdehnung noch sichtbar. Rückwärts (gegen Süden) gewähren wieder die vielfältig getheilten, scharf geschnittenen Albberge eine wirkliche Gebirgslandschaft, hinter der bei heller Witterung noch die Schweizeralpen erscheinen. Wir verlassen den über 1/4 Stunde lang gestreckten Schafberg und nehmen unseren Weg über den Wenzelstein, einen Felsenkoloß, der sich auf einem Vorsprung des Schafbergs beinahe ringsum senkrecht erhebt und nur an einer Seite beschwerlich zu besteigen ist. Hier stand einst die von den Schweden zerstörte Burg Wenzelstein, von der sich nur noch der rund ausgemauerte Burgbrunnen erhalten hat, aus dessen Tiefe jetzt ein Ahornbaum freudig emporwächst und seine zum Licht gerungene Krone über den Brunnen ausbreitet. Von hier hinunter zu dem anmuthig mit Obstbaumgärten umgürteten Oberhausen, das mit seinem ehemaligen, dem Freiherrn von Cotta gehörigen Schlößchen und den ansehnlichen, im Schweizerstil erbauten Ökonomiegebäuden eine recht freundliche Ansicht bietet. Von Oberhausen ist nach kurzem Weg das überaus schöne Schlichem-Thal erreicht, ein ächtes, zwischen hohen Albbergen und deren Ausläufern sich hinziehendes wiesengrünes Albthal, freundlich belebt von der munteren vielgekrümmten Schlichem. Wir wandern thalabwärts durch Hausen am Thann bis zur Sägmühle, in deren Nähe die Schlichem einen hübschen Wasserfall bildet. Nicht ferne von da befindet sich ein noch bedeutenderer Wasserfall am Sennerwaldbach. Von der Sägmühle unterhalb Hausen ersteigen wir, an der Oberamtsgrenze fortgehend, den kolossalen Plettenberg; nach 1/4 Stunde Wegs erreicht man den eigentlichen Steilabhang des Berges, der sich hier in einen ganz schmalen felsigen Rücken zusammenspitzt, über den ein lebensgefährlich zu begehender Schmalpfad auf die Höhe des Berges führt. Während dieses beschwerlichen Ganges genießt man stets schöne Aussichten, namentlich lassen sich von hier aus die gewaltigen Spuren der im vorigen Jahrhundert an dem Ortenberg und im Jahr 1851 an dem Plettenberg vorgekommenen Bergstürze am besten betrachten. Oben auf dem Plettenberg angekommen, empfangen uns auf der äußersten südöstlichen Spitze desselben zwei hinter einander laufende Quergräben, die letzten und einzigen Reste der hier gestandenen Burg Plettenberg. Von da an erbreitert sich schnell die über eine halbe Stunde lange und beinahe| eine Viertelstunde breite weidereiche Hochebene, von der man an vielen Punkten eine weitgedehnte herrliche Aussicht genießt; der günstigste dieser Punkte befindet sich oben an dem Felsenkranze an einer nordwestlichen Ausbiegung der Hochebene, da, wo früher das trigonometrische Signal stand. Hier entrollt sich eine Rundsicht, die nicht allein die reizendste und großartigste in unserem Bezirk, sondern weithin genannt werden darf. Das Gebiet vom oberen Neckar bis in die Donaugegend, welches auf den obengenannten Aussichtspunkten der Alb gerade vom Plettenberg verdeckt wird, erschließt sich hier mit all’ seinen Reizen dem Auge und auch von der Hügelgruppe des Höhgäus ragen noch einige Freikegel hervor. Jenseits des freundlichen Schlichem-Thales erscheinen die gewaltigen, schroff sich erhebenden Albberge, der Ortenberg und der Hohenberg, auf dessen kahlem Rücken einst die Veste der Grafen von Hohenberg stand. Der Schwarzwald mit seinen majestätischen Häuptern, von denen der alles beherrschende Feldberg besonders hervorragt, ist beinahe in seiner ganzen Längenausdehnung sichtbar und hinter ihm gewähren die jenseits des Rheins sich hinziehenden Vogesen einen herrlichen Anblick, und über den stillen heimlichen Heuberg hinweg glänzen in langer Reihe die schneebedeckten Häupter der Schweizer- und Tyroleralpen herüber, das großartige Panorama vollendend.

Hier auf dieser entzückenden Stelle schließen wir dankbar für das viele Schöne, das wir sehen durften, unsere Wanderung durch den Bezirk und haben jetzt nur noch, außer den schon angeführten Aussichtspunkten, noch einige weitere beizufügen, und zwar: den Hochthurm bei Rottweil, Brenntenwald und Stallberg bei Bühlingen, Gaisberg und Hagel bei Dautmergen, Riebelberg bei Dietingen, Eisenloch bei Dormettingen, bei der Sandgrube auf der Markung Dunningen, auf den Höhen bei Feckenhausen, bei der Stelltanne auf der Mark. Flötzlingen, Denzenhorn bei Göllsdorf, auf der Eck bei Gößlingen, an vielen Stellen der Mark. Hausen o. R., Wildeck und Zinnbrunnen bei Irslingen, Bucheneck bei Lauffen, Kapf bei Neufra, an vielen Stellen der Mark. Neukirch, Thürnleberg, hohe Mark und unter dem Dickebühl auf der Mark. Schwenningen, auf den oberen Föhrlen bei Stetten o. R., Hörnle bei Täbingen, Eichenbergkapf und Stockreutebühl bei Zepfenhan, auf der Ebnet bei Zimmern o. R., auf dem Grundbühl bei Zimmern u. d. B. etc. (s. hierüber auch die betreffenden Ortsbeschreibungen).

Boden.
Da bekanntlich die Zersetzungsprodukte und die Trümmer der zu Tage gehenden Gebirgsschichten, wie auch die Diluvial- und| Alluvialablagerungen, die Bodenarten bedingen, diese aber im diesseitigen Bezirk sehr mannigfaltig sind und daher die verschiedenartigsten Bodenarten zur Folge haben, so finden wir es am angemessensten, bei der Beschreibung des Bodens den geognostischen Verhältnissen zu folgen und diese zu Grunde zu legen.

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Der Boden ist im allgemeinen mittelfruchtbar, ein kleiner Theil sogar wenig ergiebig, dagegen kommen auch ziemlich viele Distrikte vor, deren Böden zu den fruchtbaren gezählt werden dürfen. Ein für den Waldbau sehr günstiger, der Landwirthschaft aber weniger entsprechender rothsandiger Boden (Verwitterung des Buntsandsteins) greift nur in ganz unbedeutender Verbreitung im Nordwesten des Bezirks (auf der Markung Dunningen) in denselben ein. Die Zersetzungen der Muschelkalkformation haben nach ihren Schichten ganz verschiedene Bodenarten zur Folge; die unteren Schichten, die Wellenmergel und Wellendolomite, liefern wenig fruchtbare Böden, und nur die ersteren, wenn sie durch Beimengung von sandigen Bodenarten und durch tüchtige Düngung leichter gemacht werden, gewähren einen mittelguten Fruchtboden, während die Zersetzungen der Wellendolomite sich für den Feldbau wenig eignen und auch dem Waldbau nicht besonders entsprechen. Eine gänzliche Zersetzung derselben ähnelt einem weißlichen Lehm, dem sie übrigens an Fruchtbarkeit weit nachsteht. Die Zersetzungen der Anhydritgruppe und des Hauptmuschelkalks geben kalkreiche fruchtbare Böden, die mit einer Menge Wärme-haltender Gebirgstrümmer erfüllt und bei mäßiger Düngung ein gutes mehlreiches Getreide erzeugen, sich jedoch wegen Mangels an tiefgründigem Humus weniger für den Obstbau eignen. Der Muschelkalkdolomit bildet in seinen Zersetzungen einen leicht zu bebauenden fruchtbaren sogenannten Malmboden, der, wenn ihm eine geeignete Mischung von Lehm zukommt, zu den besten Getreideböden gerechnet werden darf. Die Lettenkohlengruppe als oberstes Glied der Muschelkalkformation liefert, wenn die Mergel derselben die Oberfläche bilden, einen thonigen, wenig fruchtbaren, meist für den Waldbau benützten Boden, treten aber die Sandsteine zur Oberfläche, so erscheint ein feiner sandiger Boden, sog. Schleisboden, der nur bei vorsichtiger Bebauung mittelfruchtbar ist, kommt aber demselben eine günstige Mischung von Lehm zu, was glücklicher Weise in unserem Bezirk meist der Fall ist, dann ist er ergiebig an gutem Getreide; auch die Dolomite der Lettenkohlengruppe geben mit günstiger Lehmbeimischung fruchtbare Böden. Von der Keuperformation sind es hauptsächlich die unteren Mergel (Gipsmergel), welche im diesseitigen Bezirk dem Feldbau dienen; ihre Zersetzungen liefern bei längerem tüchtigem Bau und kräftiger Düngung gute, namentlich den| Dinkelbau begünstigende, stark gebundene, tiefgründige Thonböden, die sich auch für den Obstbau und den Luzernebau sehr gut eignen. Die übrigen Keuperschichten dienen in unserem Bezirk mit Vortheil dem Waldbau, mit Ausnahme der in geringer Ausdehnung für den Feldbau benützten Sandböden des weißen Keupersandsteins und der Knollenmergel, welch’ letztere selten für den Wiesenbau benützt werden, jedoch wegen ihrer nicht durchlassenden, schwerthonigen Zersetzungen wenig gutes Futter erzeugen. Die Verwitterungsprodukte des schwarzen Jura liefern sehr verschiedene Bodenarten, und zwar die unteren (Liassandstein und Liaskalk) theils leichte sandige, theils etwas schwere, wenig durchlassende, zuweilen naßkalte Böden, denen jedoch nicht selten eine leichte Lehmbedeckung zukommt, was zur Fruchtbarkeit derselben wesentlich beiträgt. Weniger ergiebige, zuweilen sterile Böden liefern die Turnerithone, Numismalismergel und Amaltheenthone, über denen alsdann die etwas hitzigen, nicht tiefgründigen Zersetzungen des Posidonienschiefers auftreten, die ziemlich ergiebige Getreideböden abgeben, und wenn ihnen überdieß noch eine Lehmbeimengung zukommt, wirklich fruchtbar werden. Von den Schichten des braunen Jura werden im diesseitigen Bezirk hauptsächlich nur die Zersetzungen der Opalinusthone, die ziemlich fruchtbare, etwas schwere Böden liefern, für den Feldbau mit Vortheil benützt, während die übrigen mit wenig Ausnahmen dem Waldbau dienen und sich hiefür sehr gut eignen. Der weiße Jura wird nur als Wald und Weide benützt. Der Lehm ist mehr oder weniger beinahe allen Gebirgsschichten sporadisch aufgelagert. In den Thalebenen haben sich, mit Ausnahme der Trockenthäler des Muschelkalks, Alluvionen abgelagert, die größtentheils den Wiesenbau sehr begünstigen. Torf- und Moorgrund kommt nur auf der Markung Schwenningen in namhafter Ausdehnung vor. (S. auch die Ortsbeschreibungen.)
Luft und Witterung.
Die Luft ist im allgemeinen rein und gesund, in den dem Schwarzwald nahe gelegenen Gegenden wegen der balsamischen Ausdünstungen der weit gedehnten Nadelwaldungen erfrischend und stärkend, nebenbei aber auch in Folge der hohen, freien Lage etwas scharf und meist bewegt, öfters stürmisch. Auch das mildere Hochland (Vorplatte) am Fuß der Alb ist den Winden sehr ausgesetzt und nur gegen die Südostwinde von der Alb einigermaßen geschützt. Geschützter und daher auch milder sind die Thäler, das obere Neckar-Thal ist dagegen dem Zutritt des Nordwindes sehr ausgesetzt. Die von Westen über den Schwarzwald herziehenden Gewitter stoßen sich| gerne an der Alb und entladen sich alsdann über den Bezirk, wie auch die von Südwesten herkommenden, welche sich gerne zwischen den Schwarzwald und die Alb einkeilen und sich alsdann im Bezirk entleeren. Schädliche Frühlingsfröste kommen nicht selten vor, auch kalte Nebel, die von dem Neckar-Thal aus und von dem Schwarzwald her sich verbreiten, schaden zuweilen. Von Hagelschlag wird der Bezirk in neuerer Zeit weit öfters heimgesucht als früher, und ist namentlich im Jahr 1872 empfindlich betroffen worden. (Siehe auch Württ. Jahrb., Jahrg. 1873 II. Th. S. 50 ff.)

Im allgemeinen können die klimatischen Verhältnisse nicht zu den eigentlich milden gerechnet werden, indem die Rebe und andere feinere Gewächse nicht mehr gedeihen, dagegen zeigt die Obstzucht, wenigstens in den geschützteren Lagen, ein gutes Fortkommen.

Witterungsverhältnisse.[4]

Zur Beurtheilung der Witterungsverhältnisse liegen aus dem Bezirk selbst nur ältere Beobachtungen an der Station Schwenningen vor. An diesem hochgelegenen Punkte (die Schienenhöhe des Bahnhofs beträgt 693 Meter, ist also um 444 Meter größer als diejenige des Stuttgarter Bahnhofs) beobachteten in den Jahren 1827 bis 1851 mit wenigen Unterbrechungen die Herren Med. Dr. Sturm, Salineninspektor Gebhardt, Unteramtsarzt Dr. Rösch und Unteramtsarzt Dr. Emmert. Als im Jahre 1851 der letztgenannte Beobachter das Oberamtsphysikat Spaichingen übernahm, wanderte die Station Schwenningen nach Spaichingen mit. Um auch für die tiefer gelegenen Theile des Oberamtsbezirkes Anhaltspunkte zu haben, sind im Folgenden die Resultate der benachbarten 427 Meter über dem Meer gelegenen Station Sulz (seit 1861 unter Herrn Oberamtsarzt Dr. Heller im Gange), mitgetheilt. Die unmittelbare Vergleichung beider Stationen ist nicht möglich, da die Beobachtungen aus so verschiedenen Zeiten stammen; mittelbar ist sie im Nachstehenden ausgeführt durch Benützung der Station Stuttgart.

Noch sind aus der neueren Zeit mitgetheilt die Resultate der badischen Station Villingen, welche nahezu in gleicher Höhe mit Schwenningen liegt und für welche die Jahresberichte der meteorologischen Centralstation Carlsruhe aus der Zeit 1869–73 benützt sind.

Aus den Beobachtungen zu Schwenningen ergeben sich zunächst die folgenden Jahresmittel der Wärme in Graden des| hunderttheiligen Thermometers, wobei die gleichzeitigen Stuttgarter Zahlen beigesetzt sind.

Mittlere Wärme zu

Schwenningen. Stuttgart. Diff.
1834 8,8 10,70 1,9
1835 7,6 9,2 1,6
1836 7,7 9,7 2,0
1837 7,0 8,7 1,7
1838 7,7 8,6 0,9
1839 8,2 9,7 1,5
1840 8,0 8,7 0,7
0
1843 8,5 9,8 1,3
1844 7,6 9,1 1,5
1845 6,1 8,5 2,4
1846 8,3 11,00 2,7
1847 6,8 9,1 2,3
1848 7,6 9,7 2,1
1849 7,6 9,5 1,9
1850 6,7 9,0 2,3
1851 6,1 9,0 2,9
16jähr. Mittel 7,5 9,4 .1,9.

Schreibt man die mittlere Wärmedifferenz von 1,9 zwischen Stuttgart und Schwenningen ganz der verschiedenen Erhebung über die Meeresfläche zu, so würde einer Höhendifferenz von 444 Metern eine Wärmedifferenz von 1,9 C. entsprechen oder die Wärme würde um 1,0 abnehmen, wenn die Meereshöhe um 444/1,9 = 234 Meter zunimmt.

Berechnet man ebenso die 16jährigen Mittelzahlen der Jahreszeiten, so findet man folgende Zahlen:

Schwenningen. Stuttgart. Diff.
Winter −1,3 0,8 2,1
Frühling 5,8 8,9 2,1
Sommer 16,50 18,40 1,9
Herbst 7,7 9,5 .1,8.

Der Wärmeunterschied zwischen Schwenningen und Stuttgart ist sonach im Winter und Frühling (d. h. in den Monaten December bis Mai) etwas größer als in der andern Hälfte des Jahres.

Die größten und kleinsten in den einzelnen Jahren vorkommenden Differenzen sind:

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Größte Kleinste Differenz.
Winter 5,0 (1840) 0,8 (1838)
Frühling 3,1 (1847) 0,9 (1840)
Sommer 2,5 (1834) 0,8 (1840)
Herbst 3,6 (1851) 1,1 (1840)
Der wärmste Monat hat in Schwenningen die mittlere Wärme       17,7
dieselbe schwankt zwischen 19,6 (1834) und 16,1 (1851)
Der kälteste Monat hat in Schwenningen die mittlere Wärme −4,2
dieselbe schwankt zwischen −1,4 (1837) u. −8,1 (1845. 1848)
Diff. 21,9.

In der Zeit 1826–28, 1834–40, 1843–51 wurden folgende extreme Stände des Thermometers beobachtet:

     Höchste Stände.
35,0 C. 1839 Juni 18. und 1846 Juli 24.
33,4 C. 1844 Juni 24.
33,1 C. 1834 Juni 21. – 1845 Juli 7. – 1847 Mai 24.– 1849 Juli 9.
32,5 C. 1826 August 3.
31,9 C. 1838 Juli 13.
31,5 C. 1843 Juli 6.
     Tiefste Stände.
−28,8 C. 1827 Februar 18.
−28,1 C. 1845 Februar 13.
−23,8 C. 1837 Januar 2.
−21,9 C. 1826 Januar 15.
−21,2 C. 1840 Dezember 12. – 1847 März 12.
−20,6 C. 1849 November 29.
−20,0 C. 1848 Februar 4.

Die Jahresdifferenz schwankt zwischen 61,2 (1845) und 40,0 (1828), in Stuttgart zwischen 60,4 (1845) und 41,4 (1843).

Die mittleren Werthe der höchsten und tiefsten Stände, sowie der Jahresdifferenz sind in

Schwenningen. Stuttgart.
Mittleres Maximum 31,6 32,5.
Mittleres Minimum −19,6 −16,9.
Mittlere Differanz 50,6 49,4.

Die Differenz zwischen dem höchsten und tiefsten Stande des Jahres ist also in Schwenningen durchschnittlich um 1,2 größer als in Stuttgart.

| Bringt man die oben angegebenen Differenzen zwischen Schwenningen und Stuttgart an den Stuttgarter Mittelzahlen aus der Periode 1855–68 als Correction an, so ergeben die Schwenninger Mittelzahlen, denen noch diejenigen von Sulz für den gleichen Zeitraum beigesetzt sind:
Mittlere Wärme. Schwenningen. Sulz. Stuttgart.
Januar −1,6       −2,5 0,5
Februar 0,8 0,3 2,9
März 3,1 2,6 5,2
April 8,3 8,0 10,4
Mai 12,4 12,6 14,5
Juni 15,7 16,0 17,7
Juli 17,2 17,5 19,1
August 16,7 17,2 18,6
September 13,8 13,9 15,6
Oktober 8,7 8,7 10,5
November 2,4 2,3 4,3
Dezember −0,4 −1,3 1,6
Jahr 8,1 8,0 10,1.

Es erscheint hiernach Schwenningen trotz seiner höheren Lage um 0,1 wärmer als Sulz; zur Aufklärung dieses auffallenden Verhaltens ist aber vor allem daran zu erinnern, daß bei den älteren Beobachtungen, zu welchen diejenigen von Schwenningen gehören, keine verglichenen Thermometer angewendet wurden, und es daher nicht unwahrscheinlich ist, daß die zu Schwenningen gebrauchten Thermometer zu hoch zeigten, wie dieß ja bei den Thermometern so häufig der Fall ist. Es weist auf eine solche Erhöhung des Nullpunkts die oben gefundene Zahl für die 1° C. entsprechende Höhendifferenz. Aus neueren mit verglichenen Thermometern angestellten Beobachtungen zwischen Schopfloch und Kirchheim folgt nämlich, daß eine Erniedrigung der Wärme um 1° C. entspricht einer vertikalen Erhebung um 180 Meter, was als mittlere Wärme von Schwenningen 7,6 (statt 8,1) gäbe.

Die Differenzen zwischen Stuttgart und Sulz sind:

Januar 3,0       Mai 1,9       September 1,7
Februar 2,6 Juni 1,7 Oktober 1,8
März 2,6 Juli 1,6 November 2,0
April 2,4 August 1,4 Dezember 2,9
Jahr 2,1.

Die Differenzen sind am größten in den Wintermonaten, am kleinsten im Sommer.

| Die 5jährigen Wärmemittel für die 716 Meter hoch gelegene badische Station Villingen sind verglichen mit den gleichzeitigen Durchschnittszahlen von Sulz:
Villingen.       Sulz.       Diff.
Januar −3,3 −1,5 1,8
Februar −0,8 0,9 1,7
März 1,2 3,2 2,0
April 6,1 8,2 2,1
Mai 10,0 12,2 2,2
Juni 12,5 15,2 2,7
Juli 16,7 19,6 2,9
August 14,1 16,7 2,6
September 11,3 13,8 2,5
Oktober 5,8 7,8 2,0
November 1,5 3,1 1,6
Dezember −4,3 −2,6 1,7
Jahr 5,9 8,1 2,2.

Bringt man die so gefundenen Wärmedifferenzen als Correctionen an den oben mitgetheilten 15jährigen Mittelzahlen von Sulz an, so erhält man für Villingen die folgenden 15jährigen Wärmemittel.

Januar −4,3       Mai 10,4       September 11,4.
Februar −1,4 Juni 13,3 Oktober 6,7.
März 0,6 Juli 14,6 November 0,7.
April 5,9 August 14,6 Dezember −3,0.
Jahr 5,8.

Villingen und Schwenningen haben einen nur wenige Meter betragenden Höhenunterschied; wenn trotzdem der Wärmeunterschied im 15jährigen Mittel 2,3 beträgt, so rührt dieses einestheils von der oben erwähnten Unrichtigkeit der Schwenninger Thermometer her, andererseits von der ganz freien Lage Villingens auf einem weiten waldigen Plateau:

Die in Villingen und Sulz beobachteten Extreme waren:

Maximum. Minimum. Diff.
Villingen 31,8   1870 Juli 11. −25,0   1871 Jan. 14. 56,8
Sulz 33,8   1870 Juli 11. −25,0   1871 Jan. 15. 58,8
Stuttgart 36,2   1865 Juli 21. −19,4   1859 Dez. 18. 55,6

Die mittleren Werthe sind für

Maximum. Minimum. Differenz.
Villingen 29,4 −19,8 49,2.
Sulz 33,0 −18,0 51,0.
Stuttgart 33,6 −14,0 47,6.
| Die Jahresdifferenz schwankt zwischen
Villingen 56,5 (1870) und 43,9 (1869)
Sulz 58,8 (1871) und 40,7 (1873)
Stuttgart 54,8 (1859) und 37,5 (1868).

Die mittlere tägliche Schwankung der Wärme beträgt zu

Sulz. Stuttgart.
Winter 6,3 7,5.
Frühling 10,4 9,8.
Sommer 12,3 11,3.
Herbst 8,4 8,9.
Jahr 9,3 9,4.
Frostgrenzen.

Dieselben werden gebildet durch den letzten Tag im Frühjahr und den ersten Tag im Herbst, an welchem das Thermometer mindestens bis zum Gefrierpunkt sinkt. Die mittleren Werthe sind:

Zwischenzeit:
Schwenningen Mai 16. Oktober 14. 151 Tage.
Sulz Mai 5. Oktober 16. 164 Tage.
Stuttgart April 9. Oktober 24. 198 Tage.
Die Schneegrenzen

werden von den Tagen gebildet, an welchen zuletzt im Frühjahr und zuerst im Spätjahr Schnee fällt.

Die Mittelwerthe sind:
Zwischenzeit:
Schwenningen Mai 6. Oktober 29. 176 Tage.
Sulz April 13. November 8. 209 Tage.
Stuttgart April 11. November 14. 217 Tage.

Dabei ist die mittlere Anzahl der Schneetage zu

Villingen 30
Schwenningen 41
Sulz 33
Stuttgart 29.
Zahl der Frosttage

d. h. der Tage, an welchen das Thermometer mindestens bis zum Gefrierpunkt sinkt:

Mittel. Maximum. Minimum.
Villingen 123 140 (1871) 111 (1872. 73)
Schwenningen 103 129 (1851) 042 (1838)
Sulz 112 148 (1864) 088 (1861)
Stuttgart 084 116 (1864) 050 (1863)
|
Zahl der Wintertage,

d. h. der Tage, an welchen das Thermometer nicht über den Gefrierpunkt sich erhebt.

Mittel. Maximum. Minimum.
Villingen 46 60 (1870) 34 (1873)
Sulz 32 63 (1864) 09 (1863 und 1866)
Stuttgart 19 44 (1855) 0‒ (1863)
Zahl der Sommertage,

d. h. der Tage, an welchen die größte Wärme mindestens 25° C. = 20° R. erreicht.

Mittel. Maximum. Minimum.
Villingen 46 064 (1873) 14 (1870)
Schwenningen 36 062 (1846) 23 (1843. 1851)
Stuttgart 59 103 (1865) 32 (1860)
Niederschlag.

Im Mittel ist die Zahl der Tage mit Niederschlag zu

Villingen 130       Sulz 146
Schwenningen 115 Stuttgart 161

Der jährliche Niederschlag erreicht durchschnittlich eine Höhe von

zu Villingen 816,5 Millim.
zu Sulz 860,5 Millim.
zu Stuttgart 570,9 Millim.

Was die Vertheilung auf die einzelnen Jahreszeiten betrifft, so fällt am meisten Niederschlag im Sommer, am wenigsten im Winter. Setzt man die jährliche Regenhöhe = 100, so wird der Niederschlag im

Villingen. Stuttgart.
Winter 17 17
Frühling 23 26
Sommer 31 35
Herbst 29 22
100 100
Gebirgsarten, Versteinerungen und Mineralien.
Die geognostischen Verhältnisse des Bezirks gehören zu den interessantesten des Landes, indem hier die secundären Formationen (Flötzgebirge) von dem Thonsandstein der Buntsandsteinformation bis zu dem weißen Jura δ mit ihren regelmäßig auf einander folgenden| Schichtengliedern vorkommen und mit Ausnahme der Urgebirge, des Todtliegenden und der tertiären Gebilde sämtliche Gebirgsformationen von Württemberg hier zusammengedrängt sind und sich alsdann von unserem Bezirk aus fächerartig über das ganze Land ausbreiten, ein geognostisches Bild liefernd, das nicht nur in Württemberg, sondern auch über dessen Grenzen hinaus das instruktiveste genannt werden darf.

Wir beginnen mit dem ältesten zu Tage tretenden Gebirgsglied, mit dem Buntsandstein, und werden von diesem an in dem geognostischen Treppenlande Schichte für Schichte aufsteigen und dieselben näher betrachten (s. die geognostisch-kolorirte Karte des Bezirks).

1. Der Buntsandstein, welcher der westlichen Bezirksgrenze sehr nahe tritt, greift 3/4 Stunden nordwestlich von Dunningen in ganz unbedeutender Verbreitung in den Bezirk ein, und zwar mit dem Thonsandstein, der in einem Sandsteinbruch zu Bau- und Werksteinen abgebaut wird; die zwei noch jüngeren, obersten Glieder der Buntsandsteinformation, der Plattensandstein und die rothen Schieferletten, fehlen fast ganz und zeigen sich erst an der westlichen Grenze des Bezirks. Die Mächtigkeit des Buntsandsteins in dieser Gegend erhielt man durch den Bohrversuch auf Steinkohlen bei Dunningen mit 505′; dieser im Jahr 1861 begonnene und bis zum Jahr 1863 fortgesetzte Bohrversuch lieferte folgendes Profil: Bohrschacht 28′ tief, davon 10′ im Wellenmergel, dann folgte der rothe Schieferletten 34,4′ mächtig

bei 044,4′ erreichte man den Thonsandstein,
bei 198,1′ den quarzreichen Sandstein,
bei 223,6′ den rothen, wieder etwas weicheren Sandstein,
bei 505,3′ den Dolomit mit Jaspis,
bei 651′3, ein Konglomerat von grobem Granit mit zersetztem Feldspat und Glimmer,
bei 917,4′ den grobkörnigen Granit, worauf die Arbeit bei 956,7′ eingestellt wurde.
2. Die Muschelkalkformation lehnt sich östlich an den Buntsandstein mit seinen untersten Schichten, den dolomitischen Wellenmergeln und Wellenkalken, beinahe in gleichem Niveau an, so daß nur die frischrothe Farbe des Buntsandsteins, welche sich von dem schmutzigen Gelb oder Grau des Wellendolomits grell abscheidet, die Grenze der beiden Formationen verräth. Die hellen Farben rühren von den Einwirkungen der Atmosphärilien her, in den Tiefen sind die Gesteine sämtlich dunkelgrau und erscheinen alsdann als Wellenkalke. Zuerst lagern sich dolomitische, mit| Dolomitplättchen durchzogene Mergel[5], die gegen oben in harte, dolomitische, 1″ und darüber dicke Plättchen auftretende Wellenkalke übergehen. Diese dolomitischen Mergel und Kalke bilden in unserem Bezirk ein 1/43/4 Stunden breites Band am östlichen Saume des Buntsandsteins (Schwarzwald) und greifen im nordwestlichen Theil des diesseitigen Bezirks bis an die Eschach vor, überschreiten diese nur bei Dunningen, wo sie sich auf der linken Seite der Eschach noch streckenweise am Fuß der Thalgehänge hinziehen. Oberhalb Lackendorf treten die dolomitischen Wellenmergel und Kalke plötzlich zurück und verbreiten sich nur noch an der Grenze des Buntsandsteins bis an das Teufenthal, wo sie überdies auch auf der linken Seite des Teufenbachs an den unteren Thalgehängen zu Tage gehen bis zu dessen Einmündung in die Eschach bei Horgen. Von letzterem Ort bilden sie wieder thalaufwärts die untersten Gehänge des Eschach-Thales bis nach Stetten, während sie thalabwärts sich unterhalb Horgen bald unter die Thalsohle ziehen und im diesseitigen Bezirk alsdann nicht mehr zu Tage treten. Die Mächtigkeit dieser dolomitischen Gebilde ist sehr verschieden und mag im allgemeinen 100–200′ betragen; letztere Mächtigkeit findet sich bei Horgen.

Organische Einflüsse, die hier meist nur als Steinkerne vorkommen, finden sich in unserem Bezirk weit seltener als in anderen Gegenden am östlichen Saume des Schwarzwaldes, wie z. B. in den Oberamtsbezirken Freudenstadt und Nagold. Es kommen vor: Gervillia socialis, G. costata, Trigonia cardissoides, Terebratula vulgaris, Plagiostoma lineatum, Pl. striatum, Ammonites Buchii, Lingula tenuissima, Nautilus bidorsatus etc. Die reichste Fundstelle an Petrefakten ist bei Horgen.

Über den dolomitischen Wellenmergeln und Kalken entwickelt sich die Anhydritgruppe (das Salzgebirge), deren wesentlichste Glieder aus Anhydrit, Gips, Salzthon, Steinsalz, Kalkstein, Stinkstein und dolomitischen Mergeln bestehen; sie erscheint ebenfalls im nordwestlichen Theil des Bezirks bei Dunningen, zieht sich von der Oberamtsgrenze anfänglich nur auf der linken Seite des Eschach-Thales, aber schon bei Dunningen greift sie auch auf die rechte Seite desselben und zwar zuerst nur als einzelne, den dolomitischen Wellenmergeln und Wellenkalken aufgesetzte Kuppen; bald wird sie zusammenhängender und bildet mit wenig Ausnahmen den Höhenzug zwischen der Eschach und dem Teufenbach bis herunter| an den Fischbach, während sie nur noch an den unteren Thalgehängen die dolomitischen Wellengebilde zu Tage treten läßt. Auf der anderen (rechten) Seite des Fischbachs bildet die Anhydritgruppe, als ein schmaler Streifen über den Wellendolomiten, die mittleren Thalgehänge einerseits gegen den Fischbach, andererseits, nach Vereinigung des Fischbachs mit der Eschach, gegen letztere auf der rechten Thalseite, an welcher der Streifen sich thalabwärts allmählig verschmälert und endlich in der Nähe von Wildenstein ganz unter die Thalsohle tritt. Auf der linken Seite der Eschach zieht die Anhydritgruppe, aus dem Oberamtsbezirk Oberndorf herkommend, in einem 1/81/4 Stunden breiten Band theils unmittelbar an dem Flüßchen hin, theils über den Wellendolomiten und läuft, ebenfalls thalabwärts immer schmäler werdend, bei Wildenstein unter die Thalsohle. Die Anhydritgruppe wäre an vielen Stellen schwer zu erkennen, wenn nicht die in ihren oberen Regionen vorkommenden schmutzig gelben, zelligen, dolomitischen Kalke (Zellenkalke) und die sich ausscheidenden Hornsteine, Quarze etc. sie allenthalben verrathen würden. Diese zerstreut herumliegenden Hornsteine und Chalcedone sind meist von schwärzlicher, rothbrauner, zuweilen auch von bläulicher Farbe. Von den übrigen Schichten der Gruppe sind im diesseitigen Bezirk, mit Ausnahme der zuweilen erscheinenden grauen Mergel und Kalke, die Salzthone, der Gips und das Steinsalz meist entweder zersetzt oder nicht mehr erkennbar. Dagegen gibt uns hierüber das zum Zweck des Schachtbaues niedergetriebene Bohrloch am Stallberg bei Rottenmünster (2026′ über dem Meere) folgenden Aufschluß, nicht allein von der Anhydritgruppe, sondern auch von der des Hauptmuschelkalks und der Lettenkohlengruppe:
Lettenkohlengruppe und Dolomit 176,7 Fuß.
Hauptmuschelkalk 224,3 Fuß.
Anhydritgebirge 116,8 Fuß.
Steinsalz 42,1 Fuß.
Gips und Thon 9,6 Fuß.
Wellenkalk 0,3 Fuß.
549,8 Fuß.
Die Mächtigkeit der Anhydritgruppe ist sehr verschieden und scheint, soweit sie zu Tage geht, an einzelnen Stellen nur 60′, im allgemeinen 100–150′ zu betragen, während sie in den Bohrlöchern an der Prim, z. B. in dem Bohrloch Nr. 5 bis zu 212,4′ mächtig abgeteuft wurde. Organische Reste fehlen dieser Gruppe gänzlich, dagegen schließt sie einen für Württemberg so reichen Schatz, das Steinsalz in Begleitung der Salzthone, in sich, das bei Wilhelmshall gewonnen wird und bis vor kurzer Zeit auch in| Wilhelmshall bei Schwenningen gewonnen wurde (s. darüber die Ortsbeschreibungen von Rottenmünster und Schwenningen).

1

Über der Anhydritgruppe lagert der Hauptmuschelkalk mit dem Muschelkalkdolomit, der sich, aus dem Oberamtsbezirk Oberndorf hereintretend, als ein 1/2–1 Stunde breites Band auf den Anhöhen zwischen der Eschach und dem Neckar ausbreitet. Auf dem Höhenzug zwischen der Eschach und dem Teufenbach erscheinen nur vereinzelte Kuppen von Hauptmuschelkalk über der Anhydritgruppe, wie bei Dunningen, Lackendorf, Stetten und Flötzlingen. Zwischen der westlichen Bezirksgrenze, welche zugleich die Landesgrenze bildet, der Eschach und dem Neckar, wird der Hauptmuschelkalk und der Muschelkalkdolomit zusammenhängender und bildet dort die höher liegenden Partien des Höhenzugs; von da zieht er sich hinab bis zu 1/4 Stunde südwestlich von Deißlingen, um dort an den Thalgehängen des Neckars noch einmal kräftig zu Tage zu treten. Unterhalb letzterer Stelle läuft der Hauptmuschelkalk und der Muschelkalkdolomit in der Nähe von Deißlingen unter die Thalsohle des Neckars und die Lettenkohlengruppe tritt an seine Stelle. Auch in dem Eschach-Thale, wo der Hauptmuschelkalk von Unter-Rothenstein abwärts nur noch an den Thalgehängen zu Tage geht, wird derselbe allmählig unbedeutender und verliert sich bis zur Einmündung der Eschach in den Neckar beinahe gänzlich, um der Lettenkohlengruppe auch hier den Platz zu räumen. Erst bei Bühlingen erscheinen wieder die ersten Spuren des Muschelkalks, vorerst als Muschelkalkdolomit, an den Gehängen des Neckar-Thales, bis endlich der Fluß den Hauptmuschelkalk bei Rottweil wieder erreicht, der von hier an die unteren Steilgehänge des Neckar-Thales bildet, während der obere Theil derselben aus Muschelkalkdolomit besteht. Weiter thalabwärts furcht der Fluß immer tiefer in den Hauptmuschelkalk ein und erreicht erst außerhalb des Bezirks bei Thalhausen die Anhydritgruppe, während der Muschelkalkdolomit mehr und mehr zurücktritt. Überdieß greift der Hauptmuschelkalk noch in einige Seitenthäler des Neckar-Thales ein, wie in die Thälchen gegen Villingen Dorf und Herrenzimmern, ferner in das Wettbach-Thälchen gegen Dietingen hinauf und in das Schlichem-Thal bis unterhalb Böhringen. Von den beiden Formationsgliedern, Hauptmuschelkalk und Muschelkalkdolomit, hat letzterer die größere Verbreitung und überlagert den Hauptmuschelkalk in namhafter Ausdehnung auf den Höhen zwischen der Eschach und dem Neckar, wo er bis gegen die Orte Bösingen, Herrenzimmern, Zimmern o. R. und Hausen o. R. vordringt. Überdieß erscheint der Muschelkalkdolomit, wie schon angeführt wurde, oben an den Thalgehängen des Neckars und von Unter-Rothenstein| thalabwärts an der Eschach; auch bildet derselbe die Neckar-Thalabhänge von Deißlingen 1/2 Stunde thalaufwärts und verbreitet sich weiter aufwärts als ein ziemlich beträchtliches Band über dem Hauptmuschelkalk, greift noch in einige Seitenthäler des Neckars auf der linken Seite ein und bildet nördlich, westlich und südwestlich von Schwenningen das Plateau des Flachlandes. Der Muschelkalkdolomit enthält bei Schwenningen nach C. G. Gmelin 58,95 kohlensauren Kalk, 34,83 kohlensaure Bittererde, 1,73 kohlensaures Eisenoxyd, Spuren von Manganoxyd, 0,65 organische oder bituminöse Stoffe, Thon oder Sand, 1,81 Wasser, Säure 97,97, specifisches Gewicht 2,853 (s. Alberti’s Monographie des bunten Sandsteins, Muschelkalks und Keupers. S. 99).

Der Hauptmuschelkalk beginnt (von unten nach oben) mit meist dunkelgrauen Kalken, denen bald die Encrinitenkalke folgen, hierauf erscheinen unregelmäßig wechsellagernd wohl geschichtete, durch Thon- und Mergelschichten getheilte Kalkbänke von muschligem oder splittrigem Bruche, ferner Brockelkalke und endlich der vorherrschend gelbe, dick geschichtete und häufig löcherige Muschelkalkdolomit (Malmstein).

Über dem Muschelkalkdolomit entwickelt sich alsdann das Schlußglied der Muschelkalkformation, die Lettenkohlengruppe, die sich über einen sehr namhaften Theil des Hochlandes auf beiden Seiten des Neckar-Thales verbreitet, indessen an manchen Stellen von Diluviallehm überlagert und dem Auge verdeckt wird. Sie verbreitet sich auf der linken Seite des Neckars über die Umgegenden von Bösingen, wo sie am weitesten gegen den Schwarzwald vorgreift, ferner von Herrenzimmern, Villingen, Zimmern o. R., Hausen o. R., Rottweil, Altstadt, Bühlingen, Lauffen, Deißlingen und Schwenningen; auf der rechten Seite des Neckars verbreitet sie sich über die Gegenden bei Deißlingen, Rottweil, Altstadt und westlich von Dietingen, Irslingen und Böhringen. Auf beiden Seiten des Neckars tritt die Gruppe bis an den oberen Rand der Neckar-Thalgehänge vor. Die Lettenkohlengruppe besteht im allgemeinen aus schmutzig gelben Dolomiten, schwärzlich blauen Mergeln, Spuren von Lettenkohle, feinkörnigen gelben Sandsteinen und gelben Kalken; die Sandsteine sind in unserem Bezirk weit weniger ausgebildet als in den mehr nördlich gelegenen Gegenden, wo sie nicht selten zu 20–30′ mächtigen Bänken anschwellen und die vortrefflichsten Bau- und Werksteine liefern.

Im Schachte über dem Bohrloch Nr. 5 bei Rottenmünster fand man folgendes Profil der Lettenkohlengruppe von unten nach oben:

|
01. Aschgrauer, schiefriger Thon mit undeutlichen Schalthiertrümmern,
nach unten wird er sandig und fest
071/2′ mächtig.
02. Ockergelbe, sehr poröse, von Thon durchwachsene Dolomitmergel 33/4′ mächtig.
03. Schwärzlich brauner, mehr oder minder sandiger oder glimmerreicher Mergelschiefer, voll kohliger Theile, von einer Menge fucusähnlicher Pflanzen durchzogen und mit Reptil- und Fischresten; vertritt hier die Stelle der Lettenkohle 51/2′ mächtig.
04. Grauer Dolomit 1′1/2 mächtig.
05. Dunkelaschgrauer, schiefriger, sandiger Thon 1′1/2 mächtig.
06. Dolomit, in Prismen zerfallend 3/4′ mächtig.
07. Alaunhaltige, sandige Schiefer mit undeutlichen Pflanzenabdrücken und kohligen Theilen, mit vielem Glimmer; vertritt hier die Stelle des Lettenkohlensandsteins 43/4′ mächtig.
08. Dolomitische Gesteine mit vielen Schalthieren 1′1/2 mächtig.
09. Grauer Dolomit 1/2′ mächtig.
10. Gelblich graue Dolomit-Mergelschichten mit Pflanzenabdrücken und kleinen Exemplaren von Lingula tenuissima und Posidonia minuta 23/4′ mächtig.
11. Grünlich grauer Mergelschiefer 1′1/2 mächtig.

(s. Alberti’s Monographie. S. 113 ff.).

Die Mächtigkeit des Hauptmuschelkalks mit Inbegriff des Muschelkalkdolomits beträgt etwa 300′, die der Lettenkohlengruppe 30 bis 40′ (über die Mächtigkeit des Hauptmuschelkalks s. die Ortsbeschreibungen von Rottenmünster und Schwenningen).

Von organischen Einschlüssen im Hauptmuschelkalk und Muschelkalkdolomit nennen wir: Zähne von Hybodus plicatilis und H. obliquus, Voltzia heterophylla, Encrinus liliiformis, sehr zahlreich, Aspidura scutellata, bei Bühlingen, Ceratites nodosus, Pecten Albertii, P. laevigata, Plagiostoma striatum, Gervillia socialis, G. costata, Myophoria vulgaris, M. laevigata, Turbonilla obsoleta, T. scalata, Trochus Albertinus, Cidaris grandaëva, bei Dunningen und Schwenningen, Serpula socialis, bei Dunningen und Rottweil, Nucula Goldfussii, N. elliptica, bei Bühlingen etc. In der Lettenkohlengruppe finden sich, jedoch ziemlich sparsam: Gervillia socialis, G. subcostata, Myalina vestuta, Myophoria Goldfussii, M. vulgaris, Terebratula vulgaris, Nautilus bidorsatus, Halicyne agnota, bei Zimmern o. R., Lingula tenuissima, Calamites arenaceus, C. sulcatus, Taëniopteris vittata,| Equisetum columnare etc. In den gelben Kalken (Hohenecker Kalken) bei Göllsdorf finden sich Ceratodus-Zähne neben echten Meermuscheln und zuweilen eine Art Knochenbett.

Außer dem schon angeführten Steinsalz kommen in der Muschelkalkformation noch folgende Mineralien vor: Quarz, Hornstein, Chalcedon, gemeiner Jaspis, Kupferlasur, Malachit, angeflogen bei Horgen, Pechkohle bei Villingen, Gips, Kalkspat, Braunspat, Bitterspat, Montmilch, Cölestin bei Schwenningen, Schwefelkies, Eisenglanz in Rhomboedern bei Zimmern o. R., Asphalt, traubig, bei Rottenmünster, Blende, Bleiglanz, Anthraconit bei Altstadt und Deißlingen, Bittererde etc.

Die abnorme Erscheinung, daß die Eschach und theilweise auch der Neckar von normal tiefer liegenden Gebirgsschichten in höher liegende einschneiden, anstatt es umgekehrt der Fall sein sollte, liefert einen sicheren Beweis von der Hebung des Schwarzwaldes, die hier von Westen her sichtlich auf unsere Gegend einwirkte und tiefer liegende Schichten mit in die Höhe nahm, während die normal höher liegenden einsanken; daher auch das starke Einfallen der Schichten von Westen nach Osten und Südosten.

3. Die Keuperformation tritt mit allen Schichten in ihrer ganzen Vollendung im Bezirk auf, jedoch im allgemeinen weniger mächtig als in den mehr nördlich gelegenen Gegenden, namentlich im württembergischen Mittelland. Die Schichtenglieder derselben von unten nach oben sind folgende: zuerst erscheinen dolomitische Gesteine und bald die meist bunten dunklen Gipsmergel, die, wenn sie längere Zeit den Einwirkungen der Atmosphärilien ausgesetzt sind, nicht selten eine blaugraue Farbe annehmen; sie schließen namentlich im diesseitigen Bezirk einen großen Reichthum an Gips in Stöcken, Adern und Nestern ein, der an mehreren Orten des Bezirks mit Vortheil abgebaut wird (s. hier. den Abschnitt „Gewinnung von Mineralien“). Bei Rottweil gehen die Gipse sogar bis in die Lettenkohlengruppe herunter. Diese Gipsmergel treten über der Lettenkohlenebene theils als freie Hügel, Vorsprünge und Ausläufer der Keuperterrasse auf, theils bilden sie die unterste Stufe der Terrasse bis hinauf zu dem über den Gipsmergeln lagernden feinkörnigen Sandstein (Schilfsandstein, Werkstein), der alsdann einen mehr oder minder beträchtlichen Absatz oder Platte bildet.

Der Schilfsandstein, welcher in nördlicher gelegenen Gegenden, wie z. B. bei Trichtingen, zu einer sehr namhaften Mächtigkeit anschwillt und die vortrefflichsten Bau- und Werksteine liefert, ist im diesseitigen Bezirk sehr zurückgedrängt und nur selten einigermaßen bauwürdig. Über dem Schilfsandstein lagert

| der mittlere Mergel, von meist rother oder rothbrauner, zuweilen in’s Grüne oder Violette spielender Farbe, der sich im allgemeinen mehr geltend macht als der Schilfsandstein; in demselben lagert gegen oben ein äußerst harter kieseliger Sandstein (Kieselsandstein) mit Afterkrystallen, der jedoch in unserem Bezirk nur selten zu Tage tritt. Über demselben wiederholen sich noch einmal die mittleren Mergel, die gegen oben allmählig sandiger werden und bald mit weißen Sandsteinschichten wechsellagern, bis sie endlich in

den eigentlichen weißen, grobkörnigen Keupersandstein (Stubensandstein) übergehen, der alsdann an der Keuperterrasse abermals eine Stufe oder Platte bildet. Der Stubensandstein ist in unserem Bezirk weit entschiedener und mächtiger ausgebildet als der Schilfsandstein, und wird in den weicheren Schichten als Fegsand, in den härteren aber als sehr tauglicher Bau- und Werkstein an manchen Stellen abgebaut (s. hier. den Abschnitt „Gewinnung von Mineralien“). Über dem Stubensandstein folgt nun

der sog. Knollenmergel, ein tiefrothes, leicht verwitterbares, von dolomitischen Knollen durchzogenes Mergelgebilde, das sich als ein schmales Band in ziemlich steiler Terrasse über die Treppe des Stubensandsteins erhebt und gegen oben in

den Bonebedsandstein übergeht; er besteht aus einem gelblichen, wenig mächtigen Sandstein, in den ein aus Trümmern von Zähnen, Knochen etc. bestehendes Knochenbett (Bonebed) ein- und aufgelagert ist. Diese Schlußschichte der Keuperformation und somit der Trias (Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper) scheint in unserem Bezirk häufig zu fehlen oder durch dichte Waldvegetation dem Auge entzogen zu sein; am deutlichsten aufgeschlossen finden wir sie hauptsächlich in der Gegend von Zimmern u. d. B. und bei Täbingen.

Die Mächtigkeit der ganzen Keuperformation beträgt etwa 300′.

Die Keuperformation beschränkt sich hauptsächlich auf die rechte Seite des Neckar-Thales und zieht daselbst, über die Ebene der Lettenkohlengruppe sich erhebend, als eine steile Terrasse theils nahe, theils etwas entfernter von dem Neckar-Thale der Länge nach durch den Bezirk. Von dem Fuß der Terrasse greifen die Gipsmergel als Ausläufer und Vorsprünge weit hinaus und erreichen an einzelnen Stellen beinahe den rechten oberen Thalrand des Neckar-Thales. Sogar auf die linke Seite des Neckar-Thales haben sich die Gipsmergel hinübergewagt und überlagern dort sporadisch als kleine Kuppen die Lettenkohlengruppe, wie auf dem vorderen Hellesberg zwischen Villingen und Herrenzimmern, auf dem Hahnenberg, 1/4 Stunde nordöstlich von Villingen, ebenso 1/8 Stunde südöstlich und 1/4 Stunde südlich von letzterem Ort. Auch das Wasserreservoir am Rottweiler| Hochthurm greift gegen den Thurm hin in die Gipsmergel ein. In den Thälern, welche die Keuperterrasse unterbrechen und sich meist in östlicher Richtung gegen die Hochebene des schwarzen Jura hinaufziehen, erscheinen, wie an der Keuperterrasse selbst, sämtliche Schichten der Formation, die sich jedoch thalaufwärts allmählig unter die Thalsohlen ziehen, bis sie endlich mit den obersten, allein noch zu Tage gehenden Schichten an dem schwarzen Jura vollends auslaufen.

An organischen Einschlüssen ist der Keuper im diesseitigen Bezirk nicht reich; wir nennen in dem Schilfsandstein vorkommend: Equisetum arenaceum, Taëniopteris vittata, Pterophyllum Jägeri etc.; in dem Bonebed: Avicula socialis, Mytilus minutus, Ceratodes Albertii etc.

Von Mineralien kommen vor: Gips, strahliger Cölestin, Kalkspat, Schwerspat, Schwefelkies, Bleiglanz, Rotheisenstein und Kohlentrümmer; letztere hauptsächlich in den Stubensandstein eingeschlossen.

Über dem Bonebed mit dem gelben Sandstein, oder wo dieses fehlt, über den Knollenmergeln erhebt sich nun in steiler, aber nicht hoher Terrasse

4. der schwarze Jura (Lias), der sich in großer Fläche über dem Keuper ausbreitet, und mit dem ein Hauptabschnitt im System der Formationen, die jurassischen Bildungen, beginnen. Der schwarze Jura wird in den unteren (α und β), den mittleren (γ und δ) und in den oberen (ε und ζ) abgetheilt.

Der untere schwarze Jura beginnt meist mit einer dunklen Kalkbank, Psilonotenbank von Ammonites psilonotus, oder wenn diese Schichte fehlt, mit dem gelblichen Liassandstein (Thalassitenbank), der gegen oben bald in thonreiche bläuliche Kalkbänke mit Ammonites Bucklandi und einer Unzahl von Gryphiten übergeht, daher auch Gryphitenkalk genannt wird. Beide Schichten, die Sand- und Kalksteine, werden an vielen Stellen zu Straßenmaterial und Bausteinen gewonnen (s. den Abschnitt „Gewinnung von Mineralien“). Über die Ebene des unteren schwarzen Jura α erheben sich nun einzelne freistehende Hügel oder Hügelgruppen, an deren Fuß das obere Glied des unteren schwarzen Jura, die mageren Turnerithone (β), lagern, die allmählig einen Übergang bilden zu dem

mittleren schwarzen Jura (γ und δ); er beginnt mit lichtgrauen, von Schwefelkiesknollen und Kalkbänken durchzogenen Mergeln, die von der häufig in ihnen vorkommenden Terebratula numismalis Numismalismergel (γ) genannt werden. Gegen oben nehmen die Kalkbänke zu und gehen in die Flammenkalke über, mit denen γ abschließt. Es erscheinen nun die fetten Amaltheenthone und Costatenmergel (δ), in den ersteren finden sich viele verkieste| Petrefakten, namentlich Ammonites amaltheus, in den letzteren viele verkalkte Versteinerungen, insbesondere Belemniten. Über den Amaltheenthonen erhebt sich in steiler, zuweilen senkrechter, aber nicht hoher Terrasse

der obere schwarze Jura (ε und ζ); er beginnt mit einem etwa 20′ mächtigen, feinblättrigen, bituminösen, von Fleinsplatten durchzogenen Schiefer, Posidonienschiefer (ε), nach der in ihm häufig vorkommenden Posidonia Bronnii so genannt, und stellt eine namhafte Ebene am Fuß der Alb her. Der Schiefer birgt einen großen Reichthum an Öl und brennbaren Stoffen, die man anderer Orten theilweise ausbeutet und die in Zukunft noch von großem Nutzen für Württemberg werden können. Über dem Posidonienschiefer lagert in ganz unbedeutender Mächtigkeit und beinahe in gleichem Niveau

der Jurensismergel (ζ) mit Ammonites jurensis; diese aschgrauen, mit blaugrauen Steinbänken durchzogenen Mergel bilden das Schlußglied der schwarzen Juraformation (Lias), deren ganze Mächtigkeit etwa 200′ betragen mag; sie verbreitet sich in unserem Bezirk als eine weit gedehnte Vorplatte am Fuß der Alb, und zwar über die Gegenden um Wellendingen, Feckenhausen, Zepfenhan, Neukirch, Schömberg, Dotternhausen, Dormettingen, Dautmergen, Täbingen und über die Höhen bei Zimmern u. d. B. und Gößlingen.

Von den zahllosen organischen Einschlüssen, die im schwarzen Jura vorkommen, nennen wir nur folgende, und zwar

im unteren schwarzen Jura: Ammonites psilonotus, A. angulatus, A. Bucklandi in auffallend großen Exemplaren, A. scipionianus, A. oxynotus, Belemnites aratus, Terebratula ovatissima, Thalassites concinna, Th. giganteus, Gryphaea arcuata, G. obliqua, Pentacrinus tuberculatus etc.

Im mittleren schwarzen Jura: Ammonites Bronii, A. lineatus, A. striatus, A. amaltheus, A. costatus, Belemnites elongatus, B. paxilosus, B. compressus, Turbo heliciformis, Terebratula numismalis, T. cornuta, Richonella variabilis, Rh. amalthei, Nucula complanulata, Pecten aequivalvis, Gryphaea cymbium, Pentacrinus basaltiformis, P. subangularis etc.

Im oberen schwarzen Jura: Ammonites serpentinus, A. communis, A. jurensis, A. insignis, A. radians, Belemnites digitalis, B. tripartitus, Pleurotomaria zonata, Mytilus gryphoides, Posidonia Bronii, Pecten contrarius, Pentacrinus subangularis etc.

Mineralien finden sich im schwarzen Jura folgende: Kalkspat, Cölestin, Schwerspat, Bitterspat etc. (sämtlich in den Kammern der Ammoniten), Schwefelkies, Gagatkohle etc.

| 5. Der braune Jura bildet im allgemeinen die Vorhügel und Ausläufer der Alb, in unserem Bezirk aber, mit Ausnahme des freistehenden Palmbühls, nur die letzteren, die sich vielfältig getheilt und zerrissen an den Fuß des eigentlichen Steilrandes der Alb anlehnen. Der braune Jura wird wieder in den unteren (α und β), in den mittleren (γ und δ) und in den oberen (ε und ζ) eingetheilt.

Der untere braune Jura beginnt über dem Schlußglied des oberen schwarzen Jura mit den Opalinusthonen (α), die ihre Benennung von dem häufig in denselben vorkommenden A. opalinus haben; dunkle Thone mit weißen Schalenresten und Thoneisenstein-Knauern bankweise erfüllt, werden gegen oben immer sandiger, bis sie endlich in den Eisensandstein (β) übergehen, in welchem sich Brauneisenstein theils in Geoden, theils in Flötzen ausscheiden. Diese Flötze werden im Osten von Württemberg seit langer Zeit mit Vortheil abgebaut und verhüttet, während sie im diesseitigen Bezirk zu einer unbedeutenden Mächtigkeit zusammengedrängt sind und meist aus Personatensandstein mit Eisengeoden und Sandmergeln bestehen. Über denselben lagert

der mittlere braune Jura (γ und δ), und zwar zu unterst die blauen Kalke und Kalkmergel (γ); diese werden von den Giganteus- und Ostreenmergeln (δ) überlagert, bis endlich die Eisenoolithe, welche früher in Harras verhüttet wurden, den mittleren braunen Jura abschließen. Auch diese Gruppe ist in unserem Bezirk nur wenig vertreten.

Der obere braune Jura (ε und ζ) beginnt mit den Parkinsonithonen und Macrocephalenoolithen (ε); es erscheinen graue milde Thone mit verkiesten Ammoniten und feinen Muscheln angefüllt, harte, gegen oben oolithische Kalke bilden die Zwischenlager, mit denen ε abschließt. Hierauf erscheinen als Schlußglieder der braunen Juraformation die Ornatenthone (ζ) mit Ammonites ornatus, in denen sich theilweise wieder Oolithe einstellen und eine scharfe Grenze gegen den weißen Jura bilden.

Die Mächtigkeit der braunen Juraformation beträgt im diesseitigen Bezirk etwa 500′; ihre Verbreitung ist nicht bedeutend und beschränkt sich hauptsächlich auf die Ausläufer des Plettenbergs, des Schafbergs, des Lochen und des Ortenbergs. Von den Schichten des braunen Jura ist die unterste, der Opalinusthon, am meisten ausgedehnt und bildet die ziemlich weit hinausgreifenden, etwas verflachten, untersten Ausläufer der oben angeführten Albberge bei Roßwangen, Dotternhausen und Schömberg; überdieß ziehen die Opalinusthone noch das Schlichem-Thal hinauf über Rathshausen bis Hausen am Thann. Die übrigen Schichten des braunen Jura ziehen| sich in der angegebenen Reihenfolge meist nur als schmale Bänder am Fuß der Albberge hin; eine Ausnahme machen der Personatensandstein (β), der theilweise kleine Platten und Vorsprünge bildet, und der braune Jura ε, der namentlich am Lochen eine erkleckliche Ausdehnung gefunden hat. Übrigens sind die Schichten des braunen Jura, namentlich am Plettenberg und Ortenberg, in Folge von Erdrutschen, die in verschiedenen Zeiten hier stattgefunden haben, häufig überstürzt und verrutscht.

Von den überaus zahlreichen organischen Einschlüssen nennen wir

im unteren braunen Jura: Ammonites opalinus, A. Murchisoni, Belemnites compressus, B. opalinus, B. subclavatus, Trigonia navis, Nucula claviformis, Pecten demissus, P. personatus, Gryphaea calceola etc.

Im mittleren braunen Jura: Ammonites coronatus, A. Humphriesianus, A. Gervillii, A. bifurcatus, Belemnites giganteus, Pleurotomaria ornata, Trigonia costata, Terebratula perovalis, Pholadomya Murchisoni, Pecten tuberculosus, Ostrea pectiniformis, O. cristagalli, O. eduliformis, Serpula socialis etc.

Im oberen braunen Jura: Ammonites Parkinsoni, A. macrocephalus, A. ornatus, A. hecticus, Belemnites canaliculatus, B. semihastatus, B. depressus, B. rotundus, Terebratula bullata, Nucula ornati, Trigonia costata, Posidonia ornata, Pentacrinus subteres etc.

Von Mineralien kommen vor: Schwerspat, Cölestin, Braunspat, Kalkspat (in Drusen und Ammonitenkammern), Thoneisenstein, Brauneisenstein u. s. w.

6. Der weiße Jura, der ebenfalls in den unteren (α und β), in den mittleren (γ und δ) und in den oberen (ε und ζ) zerfällt, beginnt mit dem eigentlichen Steilabfall der Alb, und zwar zu unterst mit den Impressathonen (α) mit der häufig in ihnen vorkommenden Terebratula impressa, sie bestehen aus aschgrauen Kalkmergeln; ihre leichte Verwitterung und der Umstand, daß sie bei lange andauerndem Regen schlüpfrig werden, sind die Ursachen von dem an dem Albabhang, namentlich in unserem Bezirk vorkommenden Bergrutschen, indem sich alsdann die Impressathone hinausschieben, die über denselben regelmäßig geschichteten weißen Kalkbänke nachstürzen und öfters großartige Verwüstungen anrichten. Die wohl geschichteten, durch Bergrutschen bloßgelegten Kalkbänke, Biplexkalk (β), erheben sich alsdann mauerartig senkrecht und verkündigen mit ihren weißen Schichten weithin, was die Macht der Atmosphärilien zu bewirken im Stande ist. Mit ihnen schließt der untere weiße Jura ab und gleichsam auch die Alb im diesseitigen Bezirk, indem von| dem mittleren weißen Jura die Spongitenkalke und die oberen, regelmäßig geschichteten Kalke (γ und δ) nur noch auf den höchsten Kuppen des Schafsbergs und des Lochens in ganz geringer Verbreitung auftreten. Mit ihnen vollendet sich das geognostische Treppenland, das in unserem Bezirk von dem Buntsandstein bis zu dem weißen Jura δ so herrlich in regelmäßigen Abstufungen aufgeschlossen ist.

Die Mächtigkeit der weißen Juraformation beträgt im diesseitigen Bezirk etwa 500′ und die Verbreitung derselben beschränkt sich auf die Steilabfälle und Hochebenen der in den Bezirk eingreifenden Albberge Plettenberg, Schafberg, Lochen und Ortenberg.

Von den organischen Einschlüssen nennen wir folgende,

im unteren weißen Jura: Terebratula impressa, Rostellaria bicarinata, Ammonites alternans, A. biplex, A. planulatus, Belemnites hastatus, Pecten cingulatus, Pentacrinus subteres etc.;

im mittleren weißen Jura: Ammonites polyplocus, A. inflatus, A. lingulatus, Belemnites hastatus, Terebratula nucleata, T. loricata, T. substriata, Cidaris coronata, Pentacrinus cingulatus, Scyphia obliqua, Spongites vagans, Sp. dolosus, Gnemidium Goldfussii etc.

7. Das ältere Schwemmland (Diluvium) ist mehr oder weniger verbreitet und hat namentlich in der Gegend von Rottweil und auf den Anhöhen zu beiden Seiten des Neckar-Thales seine namhafteste Verbreitung gefunden. Es besteht vorherrschend aus Lehm, der entweder rein oder mit älteren und jüngeren Geschieben und Geröllen gemengt auftritt. Schon im Westen des Bezirks erscheint der Lehm mit älteren Geschieben auf einzelnen Kuppen des Wellendolomits und der Anhydritgruppe, bei Ober-Rothenstein auch auf dem Hauptmuschelkalk. Bei Hausen o. R. und Zimmern o. R. überlagert der Lehm mit älteren Geschieben in namhafter Ausdehnung die Lettenkohlengruppe und zieht sich bis gegen den linken Neckar-Thalabhang hin, nimmt aber gegen den Neckar hin auch jüngere Gerölle auf, die sich theilweise mit den älteren mengen, theilweise ohne die letzteren auftreten oder diese überlagern. Der Lehm mit jüngeren Geröllen erscheint hauptsächlich auf dem Rücken zwischen Neckar und Prim und auf der rechten Seite des Neckar-Thales zwischen Dietingen und Irslingen. Reiner Lehm ohne Geschiebe und Gerölle überlagert die Lettenkohlengruppe zwischen Villingen und Zimmern o. R., bei Schwenningen, und auf dem schwarzen Jura zwischen Neukirch und Vaihingen. Die älteren Geschiebe bestehen hauptsächlich aus Granit, Gneis, Porphyr, Jaspis, Buntsandstein und Muschelkalk, die jüngeren aus Keuper, schwarzem, braunem und weißem Jura. Es sind daher zwei Diluvialströme in unserem Bezirk wahrzunehmen| von denen der ältere, vom Schwarzwald herkommende jetzt von der Eschach, der jüngere, von der Alb herkommende (Heuberg) von der Prim vertreten wird.

Von organischen Einschlüssen fand man zwischen Hochmauren und dem Stallberg einen Backenzahn des Mammut, den mittleren Backenzahn aus der rechten Oberkieferhälfte des Rhinoceros tichorhinus, den Mittelfußknochen eines jungen Rhinoceros, obere und untere Zähne von Equus fossilis.

8. Das jüngere Schwemmland (Alluvium) hat sich vorzugsweise in den Thalebenen und am Fuß der Bergabhänge als Lehm, Sand, Gerölle etc. abgelagert und bekundet stets in seinen Bestandtheilen die Gebirgsformationen, welche die fließenden und die aus der Atmosphäre niedergeschlagenen Gewässer berührten und losrissen; sie bestehen z. B. in dem Neckar-Thale bis zur Einmündung der Prim aus Muschelkalk- und Lettenkohlengeröllen, von hier an gesellen sich alsdann auch die Gerölle aus dem Keuper und den jurassischen Bildungen hinzu, weiche hauptsächlich von der Prim und von den östlich herkommenden Bächen dem Neckar-Thal zugeführt werden.

Jüngerer Süßwasserkalk (Kalktuff) kommt hauptsächlich bei Bühlingen, in geringerer Ausdehnung bei Lauffen und Horgen vor.

Torf lagert in namhafter Ausdehnung bei Schwenningen, wo er mit großem Vortheil abgebaut wird (s. den Abschnitt „Gewinnung von Mineralien“), ferner in geringerer Verbreitung bei Dunningen, Horgen, Deißlingen und Dautmergen.

Pflanzen- und Thierreich.
Pflanzen.[6]
I. Phanerogamen.
Wie schon erwähnt wurde, drängen sich in unserem Bezirk die Gebirgsformationen vom Buntsandstein bis zum weißen Jura auf eine Entfernung von wenigen Stunden zusammen, zugleich sind in demselben die Höhenlagen sehr verschieden und bewegen sich von 1800′ bis zu 3500′ über dem Meere. Die Nähe des Schwarzwaldes, die noch in den Bezirk eingreifende Alb und das benachbarte Höhgau üben gleichfalls einen namhaften Einfluß auf die vegetabilische Decke, so daß wir schon aus diesen verschiedenartigen Verhältnissen auf eine sehr reichhaltige Flora im diesseitigen Bezirk schließen dürfen.| Überdieß sind mehrere in den Schweizeralpen heimische Pflanzen in den Bezirk, namentlich in den der Alb angehörigen Theil, eingewandert und bereichern unsere Flora. Eine Zusammenstellung der wichtigeren Pflanzen lassen wir hier folgen:

a. Bäume. Im allgemeinen herrschen die Nadelhölzer weit vor und unter diesen die Edeltanne und Fichte, weniger verbreitet ist die Forche und nur selten die Lärche. Die Eibe (Taxus baccata) kommt am Plettenberg öfters, jedoch meist in jungen Exemplaren vor, weil man dieser Holzart wegen ihres vortrefflichen, zur Verfertigung von Musikinstrumenten, Spazierstöcken etc. sehr beliebten Holzes gerne nachstellt und sie nicht mehr alt werden läßt. Von den Laubhölzern die Buche, Hainbuche, die beiden Eichen, die Birke, die Schwarzerle, die Linde, die Ulme, die Esche, die Aspe, der Berg- und Spitzahorn, der Maßholder, der Vogelbeerbaum, der Mehlbeerbaum und als Seltenheit die Bastard-Eberesche (Sorbus hybrida) am Plettenberg, der Vogelkirschbaum, der Holzapfelbaum, der Holzbirnbaum, die Sahlweide und einige Pappelarten, die jedoch meist künstlich angezogen sind.

b. Sträucher. Außer den ganz gewöhnlichen nennen wir: die schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigra) bei Zimmern u. d. B., die Berg-Johannisbeere (Ribes alpinum) am Plettenberg und Schafberg, die kleine Steinmispel (Cotoneaster vulgaris) auf Muschelkalkfelsen, die große Steinmispel (C. tomentosa) auf dem Wenzelstein, die Felsenbirne (Aronia rotundifolia) bei Rottweil, die Stechpalme (Ilex aquifolium), die Besenpfrieme (Sarothamnus vulgaris), die beiden letzteren auf dem Buntsandstein bei Dunningen, der schwarz werdende Gaisklee (Cytisus nigricans) im Neckar- und Eschach-Thal, von Weiden kommen häufig vor Salix rubra, S. viminalis, S. glabra, S. nigricans, S. aurita, S. pentandra, letztere bei Wellendingen wahrscheinlich gepflanzt, von Rosen Rosa pimpinellifolia, R. alpina bei Deilingen, R. rubrifolia am Plettenberg, R. gallica, R. rubiginosa, R. cinamomea bei Rottweil, R. tomentosa hinter der rothen Steige etc., Seidelbast (Daphne Mezereum und D. Cneorum), letzterer auf dem Schafberg, der Kreuzdorn (Rhamnus cathardica), der Faulbaum (Rh. Frangula), der Spindelbaum (Evonymus europaeus), der Hartriegel (Cornus sanguinea), der Schlingstrauch (Viburnum Lantana), der Wasserholder (V. Opulus), Holder (Sambucus nigra u. S. racemosa), der Wachholder (Juniperus communis) u. s. w.

c. Von selteneren Kräutern und Gräsern finden sich: die Wiesenraute (Thalictrum aquilegifolium) am Plettenberg, die gemeine Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), die Wald-Anemone| (Anemone sylvestris) Diebssteige bei Rottweil, das Marienröschen (Adonis flammea) bei Rottweil, der Hahnenfuß (Ranunculus aconitifolius, Eschach-Thal, und R. lanuginosus bei Neufra), der Eisenhut (Aconitum Lycoctonum und A. Störkianum), letzterer an der Eschach, der Rittersporn (Delphinium Consolida) weißblühend bei Rottweil, der Lerchensporn (Corydalis solida, lutea und cava) bei Rottweil, die Brunnenkresse (Nasturtium palustre) bei Schömberg, das Gänsekraut (Arabis hirsuta und A. arenosa) Schafberg, Plettenberg, der Hederich (Erysimum crepidifolium) am Wenzelstein, (E. orientale) an der Straße nach Altstadt, das Steinkraut (Alyssum calycinum) bei Hausen a. Th., die Mondviole (Lunaria rediviva) im Eschach-Thal, das Pfennigkraut (Thlaspi perfoliatum) allgemein, (Th. montanum) im Eschach-Thal, das Pfefferkraut (Lepidium latifolium) bei der Katzensteigmühle, (L. Draba) im Jahr 1870 bei Zimmern o. R. gefunden, der Waid (Isatis tinctoria) häufig, die Neßlie (Neslia paniculata) Hausen a. Th., das Sonnenröschen (Helianthemum ölandicum) Schafberg, der Färber-Wau (Reseda luteola) bei Altstadt, Veilchen (Viola canina und V. mirabilis), letzteres bei Hausen a. Th., die Felsennelke (Tunica prolifera) bei der Vögelesmühle, Nelke (Dianthus armeria) Dinzenhorn, (D. Seguerii) bei Hausen a. Th., und (D. caesius) bei Rottweil, die Sternmiere (Stellaria glauca) Hochmuthwald und (St. uliginosa) bei Hausen a. Th., die Käspappel (Malva moschata) bei Wilhelmshall, der Eibisch (Althaea hirsuta) bei Wellendingen, der Storchschnabel (Geranium sylvaticum) Eichwald bei Hausen, und (G. palustre) bei Hausen a. Th., der Schneckenklee (Medicago media) bei Schörzingen, der Klee (Trifolium ochroleucum) bei Hausen a. Th., (Tr. fragiferum) Plettenberg, (Tr. filiforme) Hausen a. Th., die Spargelerbse (Tetragonolobus siliquosus) bei Wilflingen, die Kronwicke (Coronilla vaginalis) Schafberg, und (C. montana) bei Hausen a. Th., der Tragant (Astragalus cicer) bei der Vögelesmühle, die Wicke (Vicia pisiformis) am Gosheimer Bühl, (V. sylvatica) bei Rathshausen, (V. dumetorum) bei Hausen a. Th., die Platterbse (Lathyrus hirsutus und L. heterophyllus) beide bei Hausen a. Th., die Ufernelkenwurz (Geum intermedium) bei Villingen D., die Steinbeere (Rubus saxatilis) bei Rottweil, und (R. caesius) bei Hausen a. Th., das Fingerkraut (Potentilla alba) bei Göllsdorf und (P. procumbens) im Primholz, der Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) häufig, der Schierling (Cicuta virosa) am Holderbach bei Rottweil, das Hasenohr (Bupleurum falcatum) häufig und (B. longifolium)| bei der Fuchsmühle, die Hirschwurz (Cervaria rigida) bei der Pulvermühle, die Heilwurz (Libanotis montana) Plettenberg, die Athamanthe (Athamantha cretensis) Schafberg, der Haarstrang (Peucedanum officinale) Schafberg, das Laserkraut (Laserspitium latifolium) bei Rottweil, die Sumpfsilge (Thysselinum palustre) Torfmoor bei Schwenningen, der Breitsame (Orlaya grandiflora) Hausen o. R., der Kälberkropf (Chaerophyllum bulbosum) bei Wellendingen, (Ch. aureum) bei Rathshausen, und (Ch. sativum) am Neckar, der Rippensame (Pleurospermum austriacum) Hochberg, das Bisamkraut (Adoxa Moschatellina) bei Zimmern o. R., der Waldmeister (Asperula odorata) Schafberg, (A. glauca) im Heiligenwald bei Neufra und (A. tinctoria) Schafberg, das Labkraut (Galium rotundifolium) bei Schwenningen, die Karde (Dipsacus pilosus) am Laubberg, die Knautie (Knautia vulgaris) im Klosterbach-Thal, die Skabiose (Scabiosa columbaria) weißblühend bei der Pulvermühle, die Pestwurz (Petasites albus) bei Hausen a. Th., das falsche Gänsblümchen (Bellidrastrum Michelii) im Eschach-Thal, Wermuth (Artemisia pontica) bei der Vögelesmühle, (A. absinthium) an der Bernburg, die Wohlverleih (Arnica montana) bei Hausen a. Th., jedoch schon auf Thieringer Markung, das Aschenkraut (Cineraria spathulaefolia) bei Schwenningen und Rottweil, das Greiskraut (Senecio viscosus) beim Rottweiler Bahnhof, die Kratzdistel (Cirsium tuberosum, C. caulescens, C. acaule, C. palustri-oleraceum, C. oleracio-rivulare), letztere bei Hausen a. Th., die übrigen am Plettenberg und Schafberg, die Flockblume (Centaurea montana) nicht selten, (C. solstitialis) am Eisenbahndamm zwischen Rottweil und Spaichingen, die Schwarzwurz (Scorzonera humilis) beim Hardthaus, der Lattich (Lactuca scariola) bei Rottweil, (L. perennis) bei Herrenzimmern, die Grundfeste (Crepis praecox) bei Hausen a. Th., (C. praemorsa) bei Hausen a. Th., (C. alpestris) bei Hausen a. Th., (C. succisaefolia) bei Hausen a. Th., (C. paludosa) bei Hausen a. Th., das Habichtskraut (Hieracium Peleterianum) bei Zimmern u. d. B., (H. Auricula L., H. uniflorum) Hochberg, (H. Jacquini) Schafberg, die Rapunzel (Phyteuma nigrum) bei Hausen o. R., Heidelbeere (Vaccinium Myrtillus) ziemlich häufig, (V. uliginosum) bei Schwenningen, (V. Vitis idaea) auf Buntsandstein bei Dunningen, die Andromede (Andromeda polifolia) bei Schwenningen, das Wintergrün (Pyrola secunda) nicht selten, (P. rotundifolia) am Stallberg, die Hundszunge (Cynoglossum officinale) nicht selten, der Igelsame (Echinospermum Lappula) bei Zimmern u. d. B., der Steinsame (Lithospermum purpureo-coeruleum) bei| Hausen a. Th., die Judenkirsche (Physalis Alkekengi) gegen die Pulvermühle, die Wollblume (Verbascum album) bei Altstadt, das Leinkraut (Linaria spuria) bei Wellendingen, Ehrenpreis (Veronica longifolia) bei Rottweil, (V. montana) bei Hausen a. Th., der Wachtelwaizen (Melampyrum sylvaticum) häufig, das Läusekraut (Pedicularis palustris) bei Hausen a. Th., der Hahnenkamm (Rhinanthus angustifolius) bei Hausen a. Th., die Quendelwurz (Orobanche epithymum) bei der Pulvermühle, (O. Galii) bei Schwenningen, die Schuppenwurz (Lathraea squamaria) im Zimmerwald bei Hausen a. Th., die Salbei (Salvia verticillata) bei Hausen a. Th., (S. sylvestris) an der Einmündung der Prim, d. Brunheil (Prunella alba) Dinzenhorn bei Rottweil, das Immenblatt (Melittis Melisophyllum) am Heuberg und im Eschach-Thal, der Hohlzahn (Galeopsis versicolor) bei Schwenningen, der Ziest (Stachys germanica und St. annua), beide bei Rottweil, (St. recta) zwischen Rottweil und Göllsdorf, die Betonie (Betonica officinalis), weißblühend im Katzenwald, die Ballote (Ballota foetida) in Lackendorf, der Gamander (Teucrium Botrys) nicht selten, (T. Chamaedrys, T. montanum), beide letztere auf dem Heuberg, das Fettkraut (Pinguicula vulgaris) bei Schwenningen, die Lysimachie (Lysimachia vulgaris) Schafberg, die Schlüsselblume (Primula farinosa) bei Schwenningen, die Kugelblume (Globularia vulgaris) bei Rottweil, der Gänsefuß (Chenopodium glaucum) bei Wellendingen, der Ampher (Rumex maritimus) am Neckar-Ursprung, (R. aquaticus) am Neckar bei Rottweil, (R. scutatus) am Plettenberg, die Wolfsmilch (Euphorbia dulcis) bei Wildenstein, (E. amygdaloides) im Bettliesbadwald, (E. verrucosa) bei Schwenningen, der Dreizack (Triglochin palustre) Plettenberg, der Rohrkolben (Typha latifolia) Plettenberg, der Frauenschuh (Cypripedium Calceolus) bei Rottweil und Hausen a. Th., die Cephalanthere (Cephalanthera grandiflora) bei Neufra, (C. rubra) bei Rottweil, (C. ensifolia) Bollershofwald, der Bartständel (Epipogon Gmelini) im Zimmerwald bei Sennerwaldhof, die Gudyere (Goodyera repens) im Königswäldchen bei Neufra,[7] die Ragwurz (Ophrys muscifera) bei Rottweil, (O. apifera) bei der Pulvermühle, (O. arachnites) Diebssteige bei Neufra, das Knabenkraut (Orchis militaris) ziemlich häufig, (O. pallens) Plettenberg, (O. angustifolia) Schafberg, die Nacktdrüse (Gymnadenia| odoratissima) bei Schwenningen, die Platanthere (Platanthera bifolia) im Primholz mit Blüthen ohne Sporen, (P. montana) bei Hausen a. Th., die Hohlzunge (Coeloglossum viride) Hausen a. Th., die Herminie (Herminium Monorchis) bei Schwenningen und Rottweil, die Korallenwurz (Corallorrhiza innata) Plettenberg, die Holder-Schwertlilie (Iris sambucina) an der Bernburg, der Gelbstern (Gagea arvensis) häufig auf Lias, der Lauch (Allium fallax) Schafberg, (A. oleraceum) Wenzelstein, (A. rotundum) bei Rottweil, (A. vineale) häufig, der Milchstern (Ornithogalum umbellatum) beim Hochthurm, die Sternhyacinthe (Scilla bifolia) bei Hausen a. Th., die Tofieldie (Tofieldia calyculata) bei Waldhaushof, die Hainsimse (Luzula sylvatica) bei Hausen a. Th., das Knopfgras (Schoenus ferrugineus) bei Schwenningen, die Binse (Scirpus compressus) bei Hausen a. Th., das Wollgras (Eriophorum vaginatum) bei Schwenningen, (E. angustifolium) rother Steigwald, die Segge (Carex paniculata) Schafberg, (C. humilis) Plettenberg, (C. ornithopoda) Schafberg, (C. pendula) häufig, (C. ampullacea) bei Hausen a. Th., (C. Oederi) rother Steigwald, (C. riparia) bei Göllsdorf, das Pfeiffengras (Molinia coerulea) an der obersten Westseite des Plettenbergs, der Schwingel (Festuca sylvatica) im Zimmerwald, (F. gigantea) häufig, die Trespe (Bromus inermis) bei Schwenningen, (B. asper) häufig, (B. arvensis) bei Hausen a. Th., der Hafer (Avena pratensis) Schafberg, das Perlgras (Melica uniflora) Plettenberg, der Hundsweizen (Triticum caninum) Plettenberg, das Borstengras (Nardus stricta) Wochenberg, das Riethgras (Calamagrostis epigeios) Plettenberg unterm Hörnle, (C. montana) bei Hausen a. Th., der Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus agrestis) allgemein.
II. Kryptogamen.[8]

a. Gefäßkryptogamen. Bärlappe, Lycopodium Selago, Plettenberg, sehr selten, L. annotinum, Plettenberg; Schachtelhalme, Equisetum nemorosum, E. Telmateja, Var. β. frondescens, γ. serotinum, diese bei Hausen a. Th. δ. polystachyon, Plettenberg, E. sylvaticum und E. limosum, beide bei Hausen a. Th., Farne, Phegopteris polypodioides, P. Driopteris, P. robertiana, sämtlich bei Hausen a. Th., Cystopteris montana, Plettenberg, Aspidium Lonchitis, A. aculeatum, A. spinolosum, sämtlich bei Hausen a. Th., Asplenium viride, Plettenberg, Pteris aquilina, desgleichen.

| b. Moose. Lebermoose, Anthoceros laevis, A. punctatus, Riccia glauca, Fegatella conica, Aneura pinguis, A. multifida, A. palmata, Pellia calycina, sämtlich bei Hausen a. Th., Blasia pusilla bei Roßwangen, Fossombronia pusilla, Lejeunia serpilifolia, L. calcarea, L. minutissima, Ptilidium ciliare, sämtlich bei Hausen a. Th., Trichocolea tomentella, Jungermannia trichophylla bei Hausen a. Th., J. dilatata, J. platyphylla, die letzteren häufig, sämtlich bei Hausen a. Th., Sphagna Sphagnum cybifolium im Schömberger Gemeindewald Witthau.

Laubmoose. Bryum pseudotriquetrum, Mnium stellare, M. punctatum, sämtlich bei Hausen a. Th., Pognatum aloides, Nordseite des Plettenbergs, nur einmal gefunden, Polytrichum piliferum, Schafberg, Buxbaumia indusiata, bei Hausen a. Th., Thuidium tamariscinum desgl., Hypnum crista castrensis Plettenberg, Polytrichum juniperinum bei Hausen a. Th.

c. Flechten.[9] Bryopogon jubatum*, Plettenberg, Cladonia endivaefolia, bei Obernheim, C. cariosa, bei Hausen a. Th., C. verticillata, desgl., C. delicata, Plettenberg, Evernia furfuracea divaricata*, bei Hausen a. Th., Cetraria islandica*, Schafberg, Peltigera aphthosa, im Ziegelwald bei Hausen a. Th., P. horizontalis desgl., P. venosa, Lochen, Solorina saccata, Schafberg, Sticta fuliginosa, bei Sennerwaldhof, auf ihr ein neu entdeckter Parasit (Dothidaea laevigata Nylander), St. pulmonaria*, bei Hausen a. Th., Imbricaria saxatilis*, I. physodes*, I. Acetabulum*, Menegazzia terebrata*, Endocarpum miniatum, Lenormandia Jungermanniae, Lecanora pallida, Urceolaria scruposa, γ bryophyla, sämtlich bei Hausen a. Th., δ cretacea*, nur auf dem Schafberg, Gyalecta cupularis, Plettenberg, Thalloidima candidum, Schafberg, Th. vesiculare, Plettenberg, Blastenia sinapisperma, desgl., Diplotomma venustum, Lochenstein, Arthrosporum accline, bei Waldhaushof, Petractis exanthematica, bei Hausen a. Th., Thelotrema lepadinum, desgl., Acrocordia conoidea, Schafberg, Collolechia caesia, bei Hausen a. Th, Lecothecium corallinoides, desgl., Micaraea prasina, Schafberg, Physma compactum, Plettenberg, Mallotium tomentosum*, Lochenstein, Synalissa ramulosa, Schafberg, Peccania coralloides, Schafberg, Ulocodium odoratum, im Thann bei Hausen, Tromera resinae, bei Hausen a. Th.

d. Pilze. Illosporium roseum, Tuber cibarium, T. album, Aethalium septicum, A. flavum, Tubulina fragiformis,| sämtlich bei Hausen a. Th., Tulostoma mammosum, beim Wenzelstein einmal gefunden, Lycoperdon echinatum, selten, L. defossum, nicht häufig, L. Bovista, häufig, Geaster rufescens, nur an einigen Waldplätzen, Cyathus crucibulum, C. striatus, Phallus impudicus, Exidia recisa, Guepinia helvelloides, Clavaria mucida, C. cristata, C. coralloides, Peziza aeruginosa, selten, P. nivea, P. fulgens, P. Acetabulum, P. onotica, Sarcosphaera macrocalyx, Leotia lubrica, selten, L. circianus, Helvella elastica, Morchella esculenta, Telephora mesenterica, Craterellus clavatus, C. cornucopioides, Hydnum gelatinosum, H. auriscalpium, H. tomentosum, H. aurantiacum, H. compactum, H. suaveolens, sämtlich bei Hausen a. Th., H. repandum, H. imbricatum, H. violaceum, neu entdeckt von Sautermeister, dem H. imbricatum ähnlich, jedoch dunkler gefärbt, nicht so groß werdend, ohne Schuppen auf dem Hute, inwendig sehr schön dunkelblau, beim Sennerwaldhof auf einen kleinen Raum beschränkt; Polyporus lucidus, P. ovinus, P. leucomelas, Boletus scaber, selten, B. edulis, B. luridus, B. pachypus, B. granulatus, B. luteus, B. piperatus, endlich eine Species Nyctalis, die noch nicht genau bestimmt ist, die aber mit N. asterophora viele Ähnlichkeit hat, auf faulenden Blätterpilzen. Bleibt oft viele Jahre aus, sämtlich bei Hausen a. Th.
B. Thierreich.

Säugethiere. Von den im Schwarzwald seit einigen Jahren sich zeigenden Wildschweinen wurden auch im diesseitigen Bezirk einzelne gesehen und noch jetzt zeigt sich ein Exemplar von Zeit zu Zeit und macht sich namentlich in der Pflanzschule im Staatswald „Buchwald“ bemerklich. Das Edel- und Damwild ist längst verschwunden; Rehe sind in mäßiger Anzahl vorhanden und die Hasen haben sich in Folge von Krankheiten, Vermehrung ihrer Feinde und den in neuerer Zeit häufiger vorkommenden Hagelschlägen beträchtlich vermindert. Der Fuchs ist häufig und auch der Dachs nicht selten. Außer diesen kommen vor: der Fischotter, der Stein- und Edelmarder, der Iltis, das kleine Wiesel, das Eichhorn (roth, braun und schwarz), der Igel, die graue und röthliche Ratte, die Scheermaus, die Haus- und Waldmaus, die Haselmaus und die Spitzmaus. Auch die gewöhnlichen Fledermäuse fehlen nicht.

Vögel. Außer den ganz gewöhnlichen kommen vor und zwar von Raubvögeln: der Milan (Falco Milvus), der Baumfalke (F. Subbuteo) auf dem Strich, der Thurmfalke (F. Tinnunculus), der Hühnerhabicht (F. palumbarius), zuweilen der Zwergfalke| (F. Aesalon), der Sperber (F. Nisus), der Mäusebussard (F. Buteo), der Uhu (Strix Bubo), die Waldohreule (St. otus), der Baumkauz (St. stridula und Aluco), das Käuzlein (St. passerina), die Schleiereule (St. flammea).

Von Klettervögeln finden sich der Schwarzspecht (Picus martius), der Grünspecht (P. viridis), der Buntspecht (P. major), der Wendehals (Yunx torquilla), der Kukuk (Cuculus canorus).

Von Dünnschnäblern kommen zuweilen auf dem Strich vor: der Wiedehopf (Upupa epops), der Eisvogel (Alcedo ispida); von schwalbenartigen Vögeln: die Rauchschwalbe (Hirundo rustica), die Hausschwalbe (H. urbica), der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus).

Singvögel. Der Staar (Sturnus vulgaris) wird in neuerer Zeit häufig gezüchtet, die Schwarzamsel (Turdus merula), die Singdrossel (T. musicus), die Misteldrossel (T. viscivorus), die Wachholderdrossel (T. pilaris), die Goldamsel (Oriolus galbula) zuweilen auf dem Strich, die Feld-, Baum- und Haubenlerche (Alauda arvensis, arborea und cristata), die weiß- und schwefelgelbe Bachstelze (Motacilla alba und sulphurea), die Goldammer (Emberiza citrinella), der Schwarzkopf (Sylvia atricapilla), das Rothkehlchen (S. rubecula), das Rothschwänzchen (S. phoenicurus), das Hausrothschwänzchen (S. Thytis), die graue Grasmücke (S. cinerea), die Gartengrasmücke (S. hortensis), der Zaunkönig (Troglodytes parvulus), das Goldhänchen (Regulus flavicapillus), die Hauben-, Kohl- und Blaumeise (Parus cristatus, major und coeruleus), der Zeisig (Fringilla Spinus), der Zitronenzeisig (F. citrinella), der Distelfink (F. carduelis), der Buchfink (F. coelebs), der Hänfling (F. canabina), der Blutfink (Loxia pyrrhula), der Wiesenpieper (Anthus pratensis), der Brachpieper (A. campestris), der Uferschilfsänger (Calamoherpe turtoides), der große und mittlere Fichtenkreuzschnabel (Loxia pityopsittacus und curvirostra).

Krähenartige Vögel. Der Eichelhäher (Corvus glandarius), der Nußhäher (C. caryocatactes), die Dohle (C. Monedula), die Rabenkrähe (C. corone), der Kolkrabe (C. Corax), die Nebelkrähe (C. Cornix), die Elster (C. pica).

Von Würgern kommen vor: der große Würger (Lanius excubitor) und der Dorndreher (L. spinitorquus).

Tauben und hühnerartige Vögel. Die Ringeltaube (Columba palumbus), Hohltaube (C. oenas), Turteltaube (C. turtur) seltener. Der Auerhahn (Tetrao Urogallus) verstreicht sich zuweilen aus dem Schwarzwald in den diesseitigen Bezirk; vor 3 Jahren nistete sogar eine Auerhenne im Flötzlinger Gemeindewald, das Haselhuhn| (T. Bonasia) kommt nicht gerade selten am Plettenberg vor, das Feldhuhn (Perdix cinerea), die Wachtel (P. coturnix).

Sumpf- und Wasservögel. Der Wachtelkönig (Crex pratensis), die Waldschnepfe (Scolopax rusticola), die Bekassine (S. gallinula), der Strandläufer (Tringa hypoleucos), selten, der Storch (Ciconia alba), der graue Reiher (Ardea cinerea), die Rohrdommel (A. stellaris) selten, der Kiebitz (Vanellus cristatus), die Möve (Larus ridibundus) auf dem Strich, die Stockente (Anas Boschas), die Knäckente (A. querquedula), das Wasserhuhn (Fulica atra), die wilde Gans (Anser cinereus) zuweilen auf dem Strich.

Von Reptilien kommen vor: die grüne Eidechse (Lacerta stirpium), die Mauer-Eidechse (L. muralis), die Blindschleiche (Anguis fragilis), die Ringelnatter (Coluber natrix), die giftige Otter (Vipera chersea) zuweilen auf dem Heuberg, der Laubfrosch (Hyla arborea), der grüne Wasserfrosch (Rana viridis), der braune Grasfrosch (R. temporaria), die gemeine Kröte (Bufo vulgaris), der gefleckte Salamander (Salamandra maculosa), der schwarze Landsalamander (S. atra).

Fische. Der Weißfisch (Chondrostoma nasus), der Schuppfisch (Squalius dobula), die Barbe (Barbus fluviatilis), die Gruppe (Cottus Gobio), die Forelle (Salmo Fario), der Aal (Muraena Anguilla), der Hecht (Esox Lucius), die Treische (Lota communis) früher häufig in der Eschach, jetzt seltener. Der Karpfe (Carpio vulgaris) und die Schleie (Tinca chrysitis) werden nur künstlich in Weihern gezogen.

Von den Krustenthieren nennen wir den Steinkrebs (Astacus saxatilis), den Edelkrebs (A. nobilis), die Geitze (Gammarus pulex), die Flußgeitze (G. fluviatilis), die Keller-Assel (Oniscus asellus), die Mauer-Assel (O. murarius) u. s. w.

Was die zahlreichen Insekten betrifft, so sind wir in der glücklichen Lage, ein von Herrn Kreisgerichtshofs-Direktor von Steudel uns gütigst mitgetheiltes Verzeichniß von den in der Umgegend von Rottweil vorkommenden Käfern (Coleopteren) hier folgen zu lassen: Carabus emarginatus, Ptesostichus aethiops, P. metallicus, Amara apricaria, A. curta, Harpalus punctatulus, Hydrochus angustatus, Ochtebius foveolatus, Spharites glabratus, Silpha laevigata, Anistoma rugosa, Brachypterus cinereus, Cerylon angustatum, Silvanus unidentatus, Atomaria pusilla, A. pulchra, Lathridius rugicollis, Corticaria fuscula, C. trifoveolata, C. impressa, Byrrhus ornatus, Gnathoncus rotundatus, Hoplia graminicola, Onthophagus nutans, Aphodius lutarius, Trachys nanus, Limonius serraticornis, Dictyoptera sanguinea, Eros| aurora, E. rubens, Telephorus paludosus, T. oralis, T. haemorrhoidalis, Podaprus alpinus, Malthodes misellus, hexacanthus, Ebaeus flavicornis, Haplocnemus nigricornis, Laricobius Erichsonii, Hedobia imperialis, Bostrichus dispar, Rhynchites aequatus, Rhinomacer attelabiodes, Diodyrhynchus austriacus, Apion liviscerum, A. elongatum, A. striatum, A. vernale, Sitones globulicollis, Scyrtopus mustela, Phytonomus plagiatus, Otiorhynchus uncinatus, Lixus angustatus, L. Ascanii, Pissodes pini, P. notatus, P. piceae, P. Harciniae, Brachonyx indigena, Anthonomus druparum, A. varians, A. pedicularius, Tychius Schneideri, Phytobius comari, Orchestes scutellaris, O. lonicerae, Baridius abrotani, Coeliodes rubicundus, C. epilobii, Ceutorhynchus Echii, C. trimaculatus, C. lepidus, C. resedae, C. radula, C. Andreae, Cionus olens, Obrium brunneum, Tetrops praeusta, Phytoecia nigricornis, Agapanthia suturalis, A. violacea, Pachyta quadrimaculata, Donacia simplicifrons, D. menyanthidis, Cassida chloris, C. vibex, Chrysomela fuscata, C. geminata, Phaedon orbicularis, Cryptocephalus pygmaeus, C. vittula, C. Huebneri, C. marginellus, Galeruca viburni, Haltica tetrastigma, Psylliodes alpina, P. chalcomera, Argropus cardui, Coccinella bothnica, Scymnus abietis, Rhyzobius discimacula, Mordella abdominalis, Anaspis flava, A. phalerata, Salpingus bimaculatus, Scydmaenus tarsatus, S. pusillus, S. collaris, Pselaphus dresdensis, Aleochora ruficornis, Oxypoda vittata, O. lateralis, O. lucens, Homalota cinnamomea, H. luteipes, H. talpa, H. subterranea, H. notha, Tachinus proximus, T. subterraneus, T. laticollis, Conosoma litoreum, Bolitobius formosus, Mycetoporus angularis, Euryporus picipes, Quedius lucidulus, Staphylinus pubescens, Ocypus alpestris, Philonthus carbonarius, P. exiguus, P. umbratilis, P. sordidus, P. elongatulus, Lathrobium brunnipes, L. longulum, L. quadratum, Stenus pusillus, S. plantaris, Oxytelus opacus, Thinodromus dilatatus, Trogophlocus inquilinus, T. scrobicalatus, Ancyrophorus longipennis, Syntomium aeneum, Omalium laticolle, O. fossulatum, O. planum, Anthobium scutellare, Megarthrus sinuatocollis.

Von den übrigen Insekten sind die Schmetterlinge, von denen wir nur den auf dem Heuberg vorkommenden Apollo (Papilio Podalirius) nennen, ferner die Ameisen, Bienen, Hummeln, Wespen, Bremsen, Milben etc. zahlreich vertreten, doch würde ihre Aufzählung zu weit führen.

| Von den Netzflüglern erscheinen häufig die Libellen an den Gewässern, wie der Plattbruch (Libellula depressa), die Schmaljungfer (Aeschna grandis und Agrion puella), viele Phryganeen, der Ameisenlöwe (Myrmeleo Formicarius) etc.

Die Geradflügler sind durch Heuschrecken, Grillen und Schaben vertreten und von Halbflüglern finden sich verschiedene Wanzen, Schild- und Blattläuse.

Von den Ringelwürmern nennen wir endlich noch: den gemeinen Regenwurm (Lumbricus terrestris), den Fadenwurm (Gordius aquaticus), das Wasserschlängelchen (Nais tubifex).



  1. Nach den Messungen des Vermessungskommissär Major v. Gasser. Vergl. Württ. Jahrbücher. 1838. I Heft. S. 120 ff.

    Für einen größeren Theil des Bezirks sind vollständige Höhenaufnahmen neuerdings gemacht worden, deren Resultate nach ihrer Feststellung in den Württ. Jahrbüchern zur Veröffentlichung kommen werden.

  2. Ein Meter = 3,491 württ. Fuß.
  3. Aufgenommen und berechnet von Trigonometer Regelmann.
  4. Von Professor Dr. Schoder.
  5. Ein dolomitischer Mergel aus dem Teufenthal bei Horgen enthält nach v. Alberti 22,2 kieselsaure Thonerde, 41,7 kohlensauren Kalk, 32,5 Bittererde und 3,6 Eisenoxydule.
  6. Mit Benützung der sehr reichhaltigen Beiträge von Pfarrer Sautermeister in Weilen u. d. R. und von Schulmeister Scheuerle in Frittlingen.
  7. Eine Varietät mit eilanzetförmigen Blättern ohne weiße Adern und mit Deckblättern, die beinahe an die Spitzen der Blüthen reichen, kommt im Ehniswäldchen vor.
  8. Die Zusammenstellung der Kryptogamen verdanken wir ausschließlich dem Herrn Pfarrer Sautermeister in Weilen u. d. R.
  9. Die mit * bezeichneten Flechten kommen fruktivicirend vor.


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