Beschreibung des Oberamts Saulgau/Kapitel B 34

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34. Jetkofen,
ehemals auch Jehkofen geschrieben, ein kath. Dorf, auf der östlichen Grenze des Oberamts und des Königreichs, 31/4 St. von Saulgau, mit 217 Einw., Filial von Ostrach im Fürstenthum Sigmaringen; den großen Zehnten bezieht Taxis, den kleinen die Pfarrey Ostrach. – J. liegt im Thale an der Ostrach, und ist beynahe ganz von Fürstl. Sigmaringischem Gebiete umgeben. Es hat eine eigene Schule und eine Capelle, wohin i. J. 1580 von Georg Fischer| daselbst eine Frühmeß gestiftet wurde, 1 Mahlmühle, und 2 Schildwirthschaften. Die Gemeinde steht sehr gut.

Der Ort gehörte zur Grafschaft Friedberg. Die Lehensherrschaft aber hatten die Klöster Salmannsweiler und Habsthal. Der Salmannsweilische Theil fiel 1803 mit Ostrach an Thurn und Taxis, der Habsthalische an Sigmaringen. S. 89. Graf Mangold von Nellenburg und Heinrich v. Magenbuch verkauften, letzterer wahrscheinlich in der Eigenschaft als Lehensträger, i. J. 1281 die Güter Aufsitzen, bestehend in 2 großen Höfen sammt einer Mühle, zu Jetkofen an das Kloster Habsthal um 431/2 M. S. Den Namen Aufsitzen hatten diese Güter ohne Zweifel als Reiterlehen.

Die abgesonderte Lage von Jetkofen und Wirnsweiler und die Lücke in dem diesseitigen Gebiet ist durch frühere Abtretungen von der Grafschaft Friedberg an das Kloster Salmannsweiler entstanden. Es wurden nämlich durch Vertrag von 1708 zwischen den Truchseßen, als Grafen von Friedberg, und dem Kloster Salmannsweiler alle hohe Obrigkeit, Forst- und andere Rechte über das Amt Bachhaupten, nämlich Bachhaupten, Gunzenhausen, Osterndorf und Tafertsweiler, so wie auch über Einhard, an das Kloster gegen mehrere Höfe und Gefälle in der Grafschaft Friedberg und gegen den Antheil des Klosters an dem Zehnten zu Friedberg abgetreten, dabey aber Wirnsweiler und Jetkofen der Friedbergischen Landeshoheit vorbehalten. Wegen des Antheils an Ostrach, wo die Friedbergische Grenze der Ostrach nach durch das Dorf lief, wurde schon 1509 ein Vertrag mit Salmannsweiler geschlossen.