Beschreibung des Oberamts Tuttlingen/Kapitel A 2

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
« Kapitel A 1 Beschreibung des Oberamts Tuttlingen Kapitel A 3 »
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).
|
Natürliche Beschaffenheit.


Bildung der Oberfläche im Allgemeinen.

Die Bildung der Oberfläche ist wie allenthalben, so auch im diesseitigen Bezirk, bedingt in den zu Tage gehenden Gebirgsformationen, und um ein richtiges und anschauliches Bild von derselben entwerfen zu können, sind wir genöthigt, die geognostischen Verhältnisse zu Grunde zu legen. Nach diesen zerfällt der Oberamtsbezirk Tuttlingen in 4 Hauptgruppen, in die des Keupers, des schwarzen, des braunen und des weißen Jura. Die im Süden des Bezirks noch etwas hereinragenden Bildungen der Tertiärformation üben keinen besonderen Einfluß auf die Terrainformen aus.

1) Die Gruppe des Keupers greift nur in den nordwestlichen Theil des Bezirks ein und bildet dort mit seinen obersten Schichten meist nur die Gehänge des Trosselbachs, des Hagenbachs, des Steppachs und des Mühlhauserbachs und deren unbedeutenden Seitenthälchen. Der Keuper äußert nur an einzelnen Stellen, wie z. B. westlich von Weigheim, einigen Einfluß auf die Terrainformen, hier treten außer den oberen Schichten der Formation auch die mittleren zu Tage und entfalten die dem Keuper eigenthümlichen Terrassen und wohlgerundeten, hufförmigen Vorsprünge. Die Thäler sind eng, gerade gestreckt, mäßig tief eingefurcht und durchaus von munteren, klein gekrümmten Bächen belebt. Die Keuperformation im diesseitigen Bezirk dient vorzugsweise dem Acker- und Wiesenbau, weniger der Waldkultur.

| 2) Der schwarze Jura (Lias) bildet über einer ziemlich stark markirten, jedoch nicht hohen Terrasse, die sich unmittelbar über den Keuper erhebt, ein ebenes, fruchtbares, meist für den Feldbau benütztes Land, die sog. Baar. Die Thäler sind eng, gerade gestreckt und beginnen spitz und scharf einschneidend, mit gleich aufsteigenden Thalgehängen, welche, je tiefer die Thäler einschneiden und allmählig die Keuperschichten erreichen, gegen unten terrassenförmig abgestufte Abhänge hervorrufen. Die Vereinigung der Thäler geschieht meist unter spitzen Winkeln. Zwischen diesen Thälern ziehen sich nun lang gestreckte, sich nicht selten ziemlich erweiternde Flachrücken hin, die meist den unteren Schichten des schwarzen Jura angehören, während sich nur die oberen Schichten desselben, namentlich der Posidonienschiefer, durch eine unbeträchtliche, aber scharf ausgeprägte Terrasse über die unteren Liasschichten, jedoch in mäßiger Verbreitung, erheben. Die Baar ist wohl der fruchtbarste Theil unseres Bezirks und bildet in der Physiognomie desselben einen ganz besonderen Charakterzug; sie umfaßt, soweit sie den Oberamtsbezirk angeht, im nordöstlichen Theil desselben die Markungen: Durchhausen, Gunningen, Mühlhausen, Oberflacht, Seitingen, Schura, Thalheim, Thuningen, Trossingen und Weigheim, von denen jedoch nur die Orte Mühlhausen, Schura, Thuningen, Trossingen und Weigheim dem schwarzen, die übrigen dem braunen Jura angehören. 3) Der braune Jura erhebt sich mit seiner unteren, am meisten verbreiteten Schichte (Opalinusthone) anfänglich meist mäßig ansteigend über den schwarzen Jura und bildet ein hügeliges, von Rinnen und Thälchen vielfältig getheiltes Land, das vorherrschend für den Feldbau benützt wird. Die von wenig gekrümmten Gewässern durchzogenen Thäler sind ebenfalls nicht tief eingefurcht, ziemlich gerade gestreckt und vereinigen sich beinahe regelmäßig unter spitzen Winkeln. Wenn aber die oberen Schichten der Formation der Thalebene näher rücken, dann erhalten die Thäler einen anderen kräftigeren Charakter, die Thalgehänge werden höher und steiler und senden nur gegen unten mäßiger geneigte Ausläufer gegen die Thalsohlen. Über den Opalinusthonen drängen sich die höher liegenden Schichten der Formation näher zusammen und bilden meist terrassenförmige Abhänge, und nur die oberste Schichte des braunen Jura, die Ornatenthone, haben an einzelnen Stellen, wie bei Hausen ob Verena und am östlichen Fuß des Lupfen, eine größere Ausdehnung gewonnen | und erscheinen dort als ziemlich ansehnliche, meist für den Feldbau benützte Vorplatten am Fuße der vereinzelten, freistehenden Vorberge und Ausläufer des weißen Jura (Lupfen und Hohenkarpfen). Auch die übrigen Schichten des braunen Jura dienen meist dem Feldbau. Im Allgemeinen bildet der braune Jura die Vorberge und Ausläufer des weißen Jura; er hat in unserem Bezirk im Westen und Nordwesten auf der rechten Seite des Stettbachs bis zur Elta und von da auf der rechten Seite der letzteren bis zum Konzenberg und bis gegen Thuningen hin seine größte Verbreitung gefunden, während er im übrigen Theil des Bezirks entweder nur sparsam oder gar nicht mehr zu Tage tritt.

4) Der weiße Jura spielt die bedeutendste Rolle in unserem Bezirk und bildet den mittleren östlichen und südöstlichen Theil desselben; er wird von dem Donau-Thal von Südwest nach Nordost durchbrochen; der Theil zwischen der Donau, dem Faulenbach und der nördlichen und nordöstlichen Oberamtsgrenze, theilweise Landesgrenze, gehört in namhafter Ausdehnung zu dem Heuberg und der Hardt (Alb). Überdieß bestehen die von der Alb abgetrennten Gebirgsstöcke zwischen dem Faulenbach und Stettbach, beziehungsweise der Elta, wie der Höhenzug zwischen der Elta, der Donau und dem Kraienbach, ebenfalls aus weißem Jura. Auch die von den übrigen weißen Juramassen getrennten, frei sich erhebenden Vorberge Hohenkarpfen und Hohenlupfen gehören noch dieser Juraformation an und bilden gleichsam die Vorposten derselben.

Der weiße Jura ist demnach in unserem Bezirk auf der linken Seite der Donau, mit Ausnahme des Heubergs, von Thälern mehrfältig durchbrochen und abgerissen, während er auf der rechten Donauseite mehr zusammenhängend auftritt, was beiden Theilen einen merklich verschiedenen Charakter aufdrückt. In der Juragruppe links der Donau scheidet das tief eingeschnittene Beera-Thal den Heuberg von der Hardt (s. auch die Karte).

Betrachten wir nun den Charakter des weißen Jura in seinen verschiedenen Gruppen etwas näher und beginnen mit dem Heuberg, der noch ziemlich bedeutend bei Renquishausen und Kolbingen, weniger ausgedehnt bei Kraftstein und Rußberg, in den Bezirk eingreift und sich bis zu dem Donau-Thal vordrängt. Er bildet eine ziemlich flache, theilweise mäßig hügelige, meist für den Feldbau benützte Hochebene, in welche von dem Donau-Thal tief eingefurchte, schroffe Thäler und Schluchten rechtwinklig, | weit hineinschneiden und allmählig, jedoch nicht mehr im diesseitigen Bezirk, auf der Hochebene spitz auslaufen. Die Thäler sind eng und nur das der Beera und des Lippachs haben noch etwas breitere Thalsohlen, welche den klaren und munter daher fließenden Bächen einige Krümmungen gestatten. Die durchaus dicht bewaldeten Thalgehänge sind steil und zuweilen von kurzen Seitenschluchten etwas unterbrochen; sie brechen von der Hochebene kantig, nicht selten von Felsen bekrönt, ein und haben im allgemeinen einen wild romantischen Charakter.

Die Hardt, welche, wie schon angeführt wurde, durch das Beera-Thal von dem Heuberg geschieden ist, greift nur mit der Markung Irrendorf noch in den Bezirk ein; sie zeigt im allgemeinen einen ähnlichen Charakter wie der Heuberg, mit Ausnahme der Hochebene, welche etwas hügeliger ist und von regellosen unbedeutenden trockenen Rinnen und Mulden durchfurcht wird.

Der auf der rechten Seite des Donau-Thals sich ausbreitende weiße Jura, die sogenannte Eck, unterscheidet sich wesentlich von dem Heuberg und der Hardt; die Hochebene ist, mit Ausnahme der ziemlich flachen Gegend um Neuhausen ob Eck, mit namhaften, stark markirten Hügeln besetzt, zwischen denen sich vielfältig verzweigte, mäßig eingefurchte trockene Thälchen und Mulden durchwinden und den etwas namhafteren, unmittelbar in das Donau-Thal eingehenden, gleichfalls trockenen Thälern zuziehen. Auch die bedeutenderen Thäler sind anfänglich nicht tief und greifen erst gegen die Donau hin kräftig in das Gebirge. Die Thäler sind sämtlich eng und bilden öfters nur Rinnen, die keinen Wiesen- oder Ackerbau zulassen, überhaupt dient die ganze Gruppe, mit Ausnahme der Markung Neuhausen o. E., vorherrschend dem Waldbau.

Das Donau-Thal berührt auf der rechten Seite die letztbeschriebene Gruppe, die Eck, auf der linken den Heuberg und die Hardt; es bildet das Hauptthal des Bezirks, durchzieht denselben von Südwesten nach Nordosten, in dieser Richtung die weiße Juraformation durchbrechend. Das Thal hat bei seinem Eintritt in den Bezirk eine mäßige Breite und erweitert sich allmählig unterhalb der Oberamtsstadt, so daß es bei Ludwigsthal eine Breite von etwa 1/4 Stunde erhält und diese beibehält bis gegen Stetten, von hier an ist die Thalsohle nur noch 1/8 Stunde breit bis unterhalb Mühlheim, wo sie noch schmäler wird und sich bald so verengt, daß sie zwischen dem Henebühl und Alt-Fridingen dem Fluß kaum noch den Durchgang gestattet. | Nachdem sich hier das Thal in großem Bogen um einen Bergvorsprung (Alt-Fridingen) gewunden hat, erweitert es sich wieder zu einer ansehnlichen Breite bei Fridingen, um sich unterhalb des Städtchens in einem starken Bogen um den weit vorspringenden Berg Schelmenhalde zu wenden und sich abermals zu verengen. Von hier an verändert das Thal seinen Charakter gänzlich und windet sich mit schmaler, zum Theil ganz enger Sohle vielgekrümmt, zwischen hohen, felsenreichen, bewaldeten Thalwänden hin, von denen aus eine längere Strecke nur die auf der linken Thalseite unserem Bezirk angehören, bis es bei Bronnen wieder eine Zeit lang ganz in den Bezirk eintritt und alsdann denselben verläßt, um nur noch die Markung Irrendorf mit den linken Thalgehängen noch einmal zu berühren.

Die von Seitenthälern und Schluchten vielfältig unterbrochenen Gehänge des Donau-Thals sind durchaus hoch, steil und stufen sich in scharf markirten, durch die verschiedenen Gebirgsschichten bedingten Terrassen gegen die Thalebene, zuweilen sanft auslaufend ab; letzteres ist jedoch nur der Fall bis nach Mühlheim, während weiter unten die steilen, felsigen Thalgehänge bis an die Thalsohle herantreten. Eine besondere Erscheinung finden wir bei Tuttlingen, wo der lang gestreckte Honberg von dem eigentlichen Thalabhang frei hervortritt und mit einer thalartigen Niederung umgeben ist; ohne Zweifel haben in der Urzeit die Hochfluthen der Donau theilweise den Honberg umspült.

Die steilen Partien der Thalabhänge sind vorherrschend bewaldet und dienen nur an einzelnen Stellen als Weide, die mäßig geneigten aber werden für den Feldbau benützt und die Thalebene dient, so weit es möglich ist, dem Wiesenbau und wird von dem schon erstarkten Fluß anfänglich in großen, weiten, flachen Bögen durchströmt, welche unterhalb Mühlheim allmählig stärker, hufeisen- und haftenförmig werden.

Der zwischen dem Faulenbach, dem Stettbach und der Elta sich erhebende, etwa 7/4 Stunden lange und 1/41/2 Stunde breite, durchaus bewaldete, ebenfalls dem weißen Jura angehörende Gebirgsstock hat ein ziemlich ebenes Plateau, von dem die hohen Abhänge gegen die ihn umgebenden Thäler kantig und sehr steil abfallen. Die Gehänge gegen das Stettbach- und Elta-Thal sind gleichlaufend und nur einige ganz kurze Einschnitte etwas bewegt, während der Abhang gegen das Faulenbach-Thal durch tief eingeschnittene, enge Thälchen und Schluchten vielfältig unterbrochen ist.

| Zwischen diesem Gebirgsstock und dem Heuberg zieht sich nun das Faulenbach-Thal hin, dessen eigentliche, wiesenreiche, südlich ziehende Sohle eine unbedeutende Breite hat, gegen welche von den ziemlich entfernten, steilen Gehängen sanft geneigte, für den Ackerbau benützte Ausläufer hinziehen, so daß das Thal eine Breite von 1/81/4 Stunde und einen freundlichen, fruchtbaren Charakter erhält.

Der Gebirgsstock zwischen der Donau, der Elta und dem Kraienbach bildet eine dem Dreieck sich nähernde Figur, er hat eine Länge von 5/4 Stunden und eine Breite von 1 Stunde.

Der Bergstock zwischen der Elta und dem Kraienbach, welcher von der letzteren Gruppe nur durch eine schmale Einsattelung getrennt, ist im allgemeinen sehr schmal und nur an einer Stelle (Grashalde) etwa 1/4 Stunde breit, seine Länge beträgt 5/4 Stunden.

Diese beiden, dem Waldbau dienenden Gruppen gehören jedoch nur theilweise unserem Bezirk an und tragen das allgemeine Gepräge des weißen Jura.

Endlich gehören noch der kegelförmige Hohenkarpfen und der lang gestreckte, schmale Hohenlupfen, welche sich als vereinzelte Berge imposant über dem braunen Jura steil erheben, dem weißen Jura an. –

Weit entfernt von dem Oberamtsbezirk liegt als eine Exclave in dem Großherzogthum Baden der Hohentwiel, welcher sich mit seinen Schwesterbergen frei und gewaltig aus der fruchtbaren Hegauebene erhebt und seinen vulkanischen Ursprung schon von der Ferne kennzeichnet.

|
Trigonometrische Höhenbestimmungen.[1]


Nähere Bezeichnung der Höhenpunkte Höhe über dem Meere
Meter Württemb.
Landesver-
messungs-
Fuß
 Markung Tuttlingen.
Tuttlingen, evang. Stadtkirchthurm, Knopf 712,25 2486,7
Tuttlngen, evng. Stadtkichthurm ,Erdfläche, (Thalschutt) 644,36 2249,7
Wasserspiegel der Donau am Einfluß der Elta 640,86 2237,5
Schienenhöhe des Bahnhofs 646,33 2256,6
Rappenland (Hoppenland), höchste Stelle des Waldes, Erdfl. 825,30 2881,4
Mühlhalde I, Signalstein, Erdfläche (J ε) 787,91 2750,9
Kleine Reutelen (Eichen), höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (Meeresmolasse auf J ε und Quarzitgerölle) 838,04 2925,9
Papiermühle, Quelltopf des Mühlbachs, Wasserspiegel (J α, β) 655,40 2288,2
Bleicherbühl, Signalstein, Erdfläche (J δ) 803,12 2804,0
Wasserspiegel der Donau am Einfluß des Riedgrabens 635,99 2220,5
Ludwigsthal, Portalschwelle am Hauptgeb. d. K. Eisenwerks 639,64 2233,2
Altenburg, Signalstein, Erdfläche (J γ) 718,21 2507,5
Leuteberg I, Signalstein, Erdfläche (J δ) 766,55 2676,3
Auf’m Leutenberg, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (J ε) 809,22 2825,3
Ehenthal, höchste Stelle d. Ackerfeldes, Erdfl. (J ζ) 786,32 2745,3
Brand, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (J ζ) 842,81 2942,5
Hardt, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (J ζ) 860,62 3004,7
Bollen, Thalsohle des Seltenbachs (J δ) 672,90 2349,3
Wolfbühl, Quaderkalksteinbruch, Sohle (Grenze J γ, δ) 675,66 2359,0
Bronnenthal, Erdfläche in der Thalsohle (Schutt) 687,92 2401,8
Ruine Honberg, Erdfläche von dem westl. Eckthurme (J ε) 734,61 2564,8
Maienplatz, Signalstein, Erdfläche (J β) 693,63 2421,7
Freiburg, Steinbruch beim Keller des Weißrosenwirths, ob. Rand (J β) 670,07 2339,4
Kammerhalde, Liegendes der 11,5 m mächt. Quaderkalke (Grenze J γ, δ) 707,48 2470,1
Daselbst, Grenze zwischen den löcherigen Epsilonkalken u. d. Krebsscheerenplatten (J ε, ζ) 761,38 2658,2
Witthoh I, Signalstein, Erdfläche 792,68 2767,5
Daselbst, höchste Stelle des Waldes (jurass. Kugelsteine) 810,88 2831,1
Witthoh beim Rosch, höchste Stelle des Waldes, Erdfläche 853,56 2980,1
Eichhalde I, Signalstein, Erdfl. (jurass. Kugelsteine) 828,23 2891,6
Württembergerhof, Erdfläche im Hofraum (J ζ) 784,23 2738,0
Daselbst, Liegendes des rothen plastischen Lettens mit Massen der Ostrea gryphoides Ziel. (Grenze J ζ, T δ) 789,23 2755,5
Loh, höchste Stelle der Felder, Erdfl. (Kugelsteine) 850,45 2969,2
Lohhof, Wohnhaus, Erdfl. an der nordöstl. Ecke 843,12 2943,6
Buchberg, Signalstein, Erdfläche (bad. Gebiet) (Kugelsteine) 858,82 2998,4
Hohentwiel, Kirchthurm der Festungsruine, obere Fläche des Mauerkranzes 705,53 2463,2
Hohetwiel, Boden der Plattform auf dem Thurm 704,25 2458,8
Hohetwiel, Erdfläche auf der westl. Thurmseite (Phonolith) 688,14 2402,5
Vorburg, Erdfläche am Portal 628,95 2195,9
Reute, Signalstein, Erdfläche 608,97 2126,1
Oberes Feld, Rebhäusle, Erdfl. auf der nordwestl. Seite 528,47 1845,1
Kleppergärtle, Erdfläche an der östlichen Ecke der Kelter 455,27 1589,5
Wall, Signalstein, Erdfläche 618,99 2161,1
Daselbst, obere Grenze der glacialen Rollkiese aus Granit, Gneiß und anderen alpinen Gesteinen 597,82 2087,2
Hochgericht, Signalstein, Erdfläche 592,66 2069,2
Eselsbronnen, Wasserspiegel der Quelle 552,66 1929,5
Hohentwiel, Gasthaus, Erdfl. am nordwestl. Giebel 534,33 1865,5
Wasserspiegel der Aach unter der Straßenbrücke 427,16 1491,4
Bruderhof, große Scheuer, Erdfl. am südl. Giebel 448,05 1564,3
Rommerzialacker, höchste Stelle, Erdfläche 452,57 1580,1
Stockacker I, Signalstein, Erdfläche 447,27 1561,6
Holzeck, Signalstein, Erdfläche 427,70 1493,3
 Markung Durchhausen.
Durchhausen, Kirchthurm, Knopf des Dachreiters 735,47 2567,8
Durchhausen, Kirche, Erdfläche (Pflaster a. d. südl. Seite) (O. α) 714,21 2493,6
Wasserspiegel des Schönbachs unter der Straßenbrücke 712,81 2488,7
Scheckenbühl, Signalstein, oben 776,03 2709,4
Scheckenbühl, Signlstein, Erdfläche (O β) 775,84 2708,7
Daselbst, Liegendes der Opalinuskalke (Gr. O α, β) 764,04 2667,5
Neubahn II, Signalstein, oben 730,44 2550,2
Neubahn ISignalstein, Erdfläche (O α) 730,16 2549,3
Salzwasser, Wasserspiegel des Schönbachs an der Markungsgrenze 702,49 2452,6
 Markung Fridingen an der Donau.
Fridingen, Stadtkirchthurm, Knopf 663,75 2317,4
Fridngen, Erdfl., nördl. Seite 625,05 2182,3
Wasserspiegel der Donau am Einfluß der Beera 621,59 2170,2
Gansnest, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (J ε) 803,87 2806,6
Breitenfels, Signalstein, Erdfl. (J δ, Felsengruppe) 754,88 2635,6
Alt-Fridingen (Buchhalde) höchste Stelle, Erdfläche (J ε) 790,58 2760,2
Bleiche, Signalstein, Erdfläche (J δ geschichtet) 702,98 2454,3
Welschenberg II, Signalstein, Erdfläche (J ε) 797,00 2782,6
Reinthal, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (J ε) 809,66 2826,8
Heimgarten, Wasserspiegel d. Donau (Grenze J δ, ε) 618,15 2158,2
Heilandkapelle, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 688,66 2404,4
Im oberen Kessel, Thalsohle am Waldrand (J ε) 666,90 2328,4
Leinbühl, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 701,26 2448,3
Kanzel, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 790,96 2761,5
Edenberg, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (J ζ) 816,94 2852,2
Schanze, höchste Stelle am Waldrand, Erdfläche 792,96 2768,5
Haldenackerhäldele, oberer Wasserspiegel der Donau an der Gurgel (Stromschnelle) 617,66 2156,5
Am Löwenbühl, im Steinbruch, Grenze J δ, ε 621,00 2168,1
Härle, Signalstein, Erdfläche (J ε) 686,90 2398,2
Kirchberg I, Signalstein, oben 795,41 2777,0
Kircberg , Signastein, Erdfläche (J ε) 795,08 2775,9
Kirchberg II (b. Burgstall), Signalstein, Erdfl. (J ε) 786,40 2745,6
Stiegelfels, Signalstein, Erdfläche (J ε) 777,27 2713,7
Albernen, Wasserspiegel der Donau (Grenze J γ, δ) 612,00 2136,7
Stadtmühle, Hauptgebäude, Erdfl. am Eingang 626,02 2185,7
Mühlfels, Signalstein Erdfläche (J ε) 743,38 2595,4
Schanze I, Signalstein, Erdfläche (J ε) 774,30 2703,4
Oberhardt I, Signalstein, Erdfläche (J ε) 776,91 2712,5
Bronnen, Schloß, Knopf auf d. nordwestl. First 806,72 2816,5
Bronen, Schoß, Erdfläche, westliche Seite (J ε) 786,85 2747,2
Beim Jägerhaus, Wasserspiegel der Donau (J γ) 608,21 2123,5
Bronnen, Hof, Erdfläche am westl. Giebel des Wohnhauses 738,03 2576,7
Weinsteigäcker, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 716,26 2500,7
Wasserspiegel der Donau an der Landesgrenze 607,41 2120,7
 Markung Gunningen.
Gunningen, Kirchthurm, steinerner Knopf des östl. Staffelgiebels 755,32 2637,1
Gunnngen, Kircthurm, Erdfläche, südl. Seite (O β) 733,35 2560,4
Wasserspiegel der Elta am Einfluß des Lombachs (O α, β) 714,07 2493,1
Schecken II, Signalstein, oben 746,54 2606,4
Scheken, Signlstein, Erdfläche (O β) 746,32 2605,7
Thänlensäcker, Liegendes der Ostreenoolithe 786,80 2747,0
Thänlesäcker, Grenze O γ, δ unter Tag 781,30 2727,8
Thänlensrain, Erdfläche der Terrassenkante ob dem Rain 793,25 2769,5
Lomberg, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (O β) 819,25 2860,3
 Markung Hausen ob Verena.
Hausen ob Verena, Kirchthurm, Knopf 826,01 2883,9
Hausen b Verena, Kirthurm, Erdfläche, westliche Seite (O δ) 805,45 2812,1
Rankwette, Wasserspiegel (Grenze O γ, δ) 795,65 2777,9
Horn, Signalstein, Erdfläche (O δ) 837,50 2924,0
Hausemerkopf, Signalstein, Erdfläche 874,78 3054,2
Daselbst, hängendes der 0,8 m mächt. Macrocephalus-Oolithe 857,68 2994,5
Kalkgrube, hängendes der 0,3 m mächtigen Kalkbank voll rostiger Nulliporiten (Grenzbank J α, β) 889,68 3106,2
Rehhalde, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (J β) 951,55 3322,2
Hohenkarpfen, große Hofscheuer, Erdfl. an der südwestl. Seite 827,31 2888,4
Hohenkarpfen I, Signalstein, oben 908,71 3172,6
Hohenkarpfen , Signstein, Erdfläche (J β) 908,34 3171,3
Hohenkarpfen , Signstein, höchste Stelle des Bodens der Ruine (J β) 910,54 3179,0
Daselbst, Südseite, häng. der Ornatenthone (Gr. O ζ, J α) 857,39 2993,4
Hohenkarpfen II, Signalstein, Erdfläche (O ε) 846,99 2957,1
Mittlerer Ösch, Grenze O δ, ε unter Tag 801,30 2797,6
 Markung Irrendorf.
Irrendorf, Kirchthurm, Knopf 861,18 3006,7
Irredorf, Kircthurm, Erdfl. südl. Seite (J ζ) 819,04 2859,6
Rain II, Signalstein, Erdfläche 808,85 2824,0
Wacht, Signalstein, Erdfläche (J ε) 823,86 2876,4
Rauerstein, Signalstein, Erdfläche 784,50 2739,0
Spaltfelsen, Signalstein, Erdfläche 776,65 2711,6
Eichfelsen, Signalstein, Erdfläche (J ε) 785,60 2742,8
Schmidtebronnen im Donauthal, Wasserspiegel des Quellbachs am Ursprung (Grenze J β, γ) 603,00 2105,3
Höhe, Signalstein, oben 870,52 3039,3
Höhe, Signstein, Erdfläche (J ε) 870,29 3038,5
Trobenholz, Albers Futterhaus, Erdfl. a. d. südl. Ecke 844,55 2948,6
Flaschenwiesle, Signalstein, Erdfläche 872,95 3047,8
Butzen, Signalstein, oben 862,54 3011,4
Butzen, Signstein, Erdfläche (Marine Molasse auf J ε) 862,25 3010,4
Ellmaide I, Signalstein, Erdfl. (Mar. Mol. auf J ε) 830,74 2900,4
 Markung Kolbingen.
Kolbingen, Kirchthurm, Knopf 878,03 3065,5
Kolbingen , Kirchthurm, Erdfl., westl. Seite (J ζ) 853,24 2979,0
Wachtfels, Signalstein, Erdfläch 831,21 2902,0
Schönenberg I, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 865,87 3023,1
Auf Hohen, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 877,05 3062,1
Gihwinkel, Signalstein, Erdfläche 877,94 3065,2
Steigele, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 866,65 3025,8
Hackenwäldle, oberer Rand des berühmten Plattenbruchs (J ζ) 870,60 3039,6
Wolfensteig, höchste Stelle des Kopfs, Erdfläche 884,45 3087,9
Sandbühl, Signalstein, Erdfläche 911,77 3183,3
Vor dem Altholz II, Signalstein, Erdfl. (J ε) 844,47 2948,3
Wasenhalde, höchste Stelle, Erdfläche (J ζ) 832,84 2907,7
Breiterfels, Signalstein, Erdfläche (J δ) 754,88 2635,6
Gansnest, höchste Stelle der Kuppe, Erdfl. (J ε) 803,87 2806,6
 Markung Mühlhausen.
Mühlhausen, Kirchthurm, Knopf auf d. westl. Staffelgiebel 710,70 2481,3
Mühlhausen, Kircthurm, Erdfläche, nördl. Seite (K β, γ) 690,60 2411,1
Wasserspiegel d. Bachs im Straßenübergang (K α) 676,20 2360,9
Am Fuß der Hattensteige, Grenze L α, β 745,30 2602,1
Ortholz, Signalstein, oben 785,73 2743,3
Ortolz, Signalstein, Erdfläche (L α) 785,43 2742,2
Oberlen, Signalstein, Erdfläche (L α) 769,73 2687,4
Am Meßnerbühl, Hängebank des Bohrloches 691,00 2412,5
Im Bohrloch Nr. 1, Lieg. d. Keupergipses (Gr. M ζ, K α) 626,71 2188,1
Im Bohrloch Nr. 1, Häng. d. Trigonodusdolomites 607,63 2121,4
I Bohrloch N., , Häng. d. Hauptmuschelkalks 580,41 2026,4
I Bohrloch N., , Häng. der Anhydritgruppe 554,91 1937,4
I Bohrloch N., , Tiefstes vor Ort, im Gips 495,33 1729,4
Rothenberg, Signalstein, Erdfläche (K β, Spuren) 688,41 2403,5
 Markung Mühlheim an der Donau.
Mühlheim, Schloß, Knopf a. d. Glockenthürmchen 684,33 2389,2
Mühleim, Schloß, Erdfläche (J β) 662,70 2313,7
Galgenberg, Signalstein, Erdfläche (J β) 703,69 2456,8
Rappenfels, Signalstein, Erdfläche (J δ) 817,71 2854,9
Kaiserberg, Signalstein, Erdfläche (J β) 730,78 2551,4
Meßmerwiesfels, Signalstein, Erdfläche (J ε) 838,13 2926,2
Henkersteig, Signalstein, Erdfläche (J γ) 741,98 2590,5
Walterstein II, Signalstein, Erdfläche (J ε) 858,24 2996,4
Wasserspiegel der Donau am Einfluß des Lippbaches 629,45 2197,6
Altstadt, Kapellthürmchen, Knopf 656,51 2292,1
Altstadt, Kapellthürmchen, Erdfläche, westliche Seite (Tuff.) 639,49 2232,7
Obere Wulfbachquelle, Wasserspiegel a. Ursprung 653,23 2280,7
Daselbst, Erdfläche an der östl. Ecke der Sägemühle 650,89 2272,5
Felsenhalde I, Signalstein, Erdfläche (J ε) 792,51 2766,9
Scheibenbühl II, Signalstein, Erdfläche (J δ) 757,20 2643,7
Welschenberg I, Signalstein, Erdfläche (J ε) 778,84 2719,2
Welschenberg, höchste Mauerspitze der Ruine Mariahilf 807,85 2820,5
Welschenberg, Erdfläche an der Ruine (J ζ) 792,85 2768,1
Rauhe Halde, Signalstein, Erdfläche (J ε) 772,74 2697,9
Ettenberg II, Signalstein, Erdfläche (J δ) 747,72 2810,6
Kraftstein, Wohnhaus, Erdfläche a. d. westl. Seite 867,48 3028,7
Bräunisberg I, Signalstein, Erdfläche (J ε) 862,31 3010,6
Urselthal, Quelle des Schelmenbrunnens 716,81 2502,6
Ursenfels, Signalstein, Erdfläche 852,34 2975,8
Schloßhoffels, Signalstein, Erdfläche 849,30 2965,2
 Markung Nendingen.
Nendingen, Kirchthurm, Knopf 675,86 2359,7
Nendingen, Kircthurm, Erdfläche, nördl. Seite 636,35 2221,7
Wasserspiegel der Donau unter der Brücke 634,05 2213,7
Kreuzwiesen, Signalstein, Erdfläche 633,74 2212,6
Wasserspiegel der oberen Quelle des Kesselbachs 634,95 2216,8
Steige Grenze J β, γ 689,21 2406,3
Bräunisberghalde, Lieg. d. Quaderkalke (J γ, δ) 713,91 2492,5
Bräunlisberghalde Lieg. d. zuckerkörnigen löcherig. Brockelkalke (Grenze J δ, ε) 742,01 2590,6
Neumühle, Wohnhaus, Erdfläche an der südl. Ecke 637,67 2226,3
Wasserspiegel d. Donau a. Einfluß d. Riedgrabens 635,99 2220,5
Kizenbühl, Signalstein, Erdfläche J γ 695,28 2427,5
Berchen, Signalstein, Erdfläche 735,48 2567,8
Rottweiler-Thal, Thalsohle bei der Stephanshalde 665,79 2324,5
Würtenbühl, höchste Stelle des Waldes, Erdfl.(J ζ) 823,10 2873,7
Obere Wurzen I, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 830,85 2900,8
Brenntenwald, höchste Stelle, Erdfläche (J ζ) 835,53 2917,1
Halldorf, Signalstein, Erdfläche 764,89 2670,5
Bärenwirthskopf, Signalstein, Erdfläche 728,58 2543,7
Eckweg, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 781,26 2727,6
Oberes Ursenthal, Wasserspiegel der Bäche am Zusammenfluß 707,39 2469,7
 Markung Neuhausen ob Eck.
Neuhausen ob Eck, Kirchthurm, Knopf 791,16 2762,2
Neuhausen b Eck, Erdfläche, westliche Seite 768,46 2683,0
Höhe II, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 770,30 2689,4
Absätze, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 804,75 2809,7
Häslen, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 793,30 2769,7
Ödenreute II, Signalstein, Erdfläche 752,38 2626,8
Im Buch, Signalstein, Erdfläche 770,79 2691,1
Buzenloh, Signalstein, Erdfläche 807,26 2818,4
Beim Giegenloh, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 733,89 2562,3
Dietschenäcker, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 735,26 2567,1
Ziegelhütte, Erdfläche am östlichen Hause (J ε) 731,36 2553,4
Kauteräcker, höchste, Stelle, Erdfläche 735,99 2569,6
Hexerwiesen, Sohle des großen Erdtrichters 711,12 2482,8
Schafhaus, Erdfläche an der nördl. Ecke 725,62 2533,4
Hohe Egart, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (J ε) 759,51 2651,7
Thanningerbühl, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 741,73 2589,6
Außer Eck, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 753,38 2630,3
Gallenhalde, Signalstein, Erdfläche 739,36 2581,4
Wilde, (Schindelwald) höchste Stelle, Erdfläche 705,00 2461,4
 Markung Oberflacht.
Schecken, Wasserspiegel des Schönbachs an der Markungsgrenze 702,49 2452,6
Reuteberg I, Signalstein, oben 794,73 2774,7
Reut berg Signlstein, Erdfläche (O δ) 794,44 2773,7
Eichen, Markstein, oben 755,26 2636,9
Daselbst, Wasserspiegel d. Mühlbachs am Einfluß des Urenbronnens 750,41 2619,9
Eichen, Signalstein, oben 845,85 2953,2
Eichen, Signlstein, Erdfläche (O ε) 845,54 2952,1
Blutthalde, Häng. des Macrocephalus-Oolithe (Gr. O ε, ζ) 839,57 2931,2
Blutthalde, Grenze O ζ, J α 845,00 2950,2
Oberer Berg, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. 927,56 3238,4
Unterer Berg, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. 928,49 3241,7
 Markung Renquishausen.
Renquishausen, Kirche Knopf des Dachreiters 916,21 3198,8
Renquihausen, Kir che, Erdfläche (Thürschwelle) 896,57 3130,2
Obermaden I, Signalstein, oben 891,24 3111,6
Obermaden Signastein Erdfläche (J ζ) 890,97 3110,7
Kirchholz, höchste Stelle, Erdfläche (J ε) 896,78 3131,0
Ziegelwäldle, Signalstein, oben 896,60 3130,3
Ziegelwäldle, Signalstein, Erdfläche (J ε) 896,27 3129,1
Hohenriedbühl, Signalstein, Erdfläche 890,00 3107,3
 Markung Rietheim.
Rietheim, Kirchthurm, Knopf 702,50 2452,7
Rietheim, Kircthurm, Erdfläche, östliche Seite 679,85 2373,6
Rietheim, Schienenhöhe d. Station 682,42 2382,5
Zimmerplatz, Signalstein, Erdfläche 702,41 2452,3
Lugbühl, Signalstein, Erdfläche 767,31 2678,9
Vorder- und Hinterberg, Markungsgrenzstein, Erdfläche 919,27 3209,5
Vorder- und Hinterberg, höchste Stelle, Erdfl. (J β) 920,10 3214,4
Kullottohag, Signalstein, Erdfläche 736,43 2571,1
Rußberg, Rußbergersteig, Signalstein, Erdfl. (J δ) 887,94 3100,1
Pfingsten, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (J δ) 851,08 2971,4
 Markung Schura.
Schura, Kirchthurm, unterer Knopf 751,00 2622,0
Schra,Kirchthurm, Dachtraufe 745,99 2604,5
Schura, Kircthurm, Erdfl. westl. Seite (L ε) 726,35 2535,9
Wasserspiegel des Schönbachs unter d. Ortsbrücke 721,95 2520,6
Keßler, Signalstein, oben 748,78 2614,3
Keßler, Signlstein, Erdfläche (Grenze O α, β) 748,50 2613,3
 Markung Seitingen.
Seitingen, Kirchthurm, Querbalken des östl. Kreuzes 758,53 2648,3
Seitingen, Kircthurm, Erdfl., östl. Seite (O γ) 726,62 2536,9
Wasserspiegel der Elta am Einfluß des Schönbachs (O β) 689,97 2408,9
Orthalde, Signalstein, Erdfläche (O δ) 741,33 2588,2
Anstatt, Eustachiuskapelle, Knopf des Dachreiters 772,05 2659,5
Anstatt, Eustachiuskapelle, Erdfläche (O γ) 753,24 2629,8
Weilheimersteig, Häng. d. Bifurcaten-Oolithe 751,95 2625,3
Mittlerer Berg, Markstein, Erdfläche (J β) 897,53 3133,6
Mitterer, Berg, höchste Stelle d. Waldes, Erdfl. 900,93 3145,5
Unterer Berg, Markstein, Erdfl. (J γ) 869,21 3034,7
Unterer, Berg, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. 875,85 3057,9
Schönbühl, Signalstein, Erdfläche (O ε) 708,89 2475,0
Konzenberg, Fahrbahn der Straße a. d. Paßhöhe 712,91 2489,0
Wasserspiegel der Elta an der Markungsgrenze 671,37 2344,0
 Markung Stetten.
Stetten, Kirchthurm, Knopf 669,24 2336,6
Stetten, Kircthurm, Erdfläche, östl. Seite (J α) 639,56 2232,9
Wasserspiegel der Donau a. Einfluß d. Kesselbachs 631,73 2205,6
Haselrain, Signalstein, Erdfläche (J γ) 692,38 2417,3
Bräunisberg V, Signalstein, Erdfläche (J ζ) 796,54 2781,0
Kitzenbühl, Terassenkante (Grenze J β, γ) 704,42 2459,4
Attmand I, Signalstein, Erdfläche (J ε) 792,01 2765,2
Bräunisberg III, Signalstein, Erdfläche (J ε) 812,99 2838,4
Bräunisberg IV, Signalstein, oben 837,78 2925,0
Breunisberg,SignasteinErdfläche (J ζ) 837,53 2924,1
Hardt, Signalstein, Erdfläche 867,78 3029,7
 Markung Thalheim.
Thalheim, Kirchthurm, östliche Firstspitze 778,91 2719,4
Thalheim, Kircthurm, Erdfl. nördl. Seite (O α) 754,31 2633,6
Röhrenbrunn I, Signalstein, Erdfläche 842,58 2941,7
Röhrenbrunnen, höchste Stelle der Felder, Erdfl. 860,38 3003,9
Brenntenwäldle, Signalstein, Erdfläche (Grenze O α, β) 769,16 2685,4
Heubelen, Wasserspiegel des Riedbaches am Einfluß des Kienerbächles 759,36 2651,2
Lupferbergerwasen, Markstein auf d. Plateauspitze 872,91 3047,6
Lupfen (Lupferberg) höchste Stelle des westl. Erdwerkes (J β) 975,44 3405,6
Lupfer II, Signalstein, Erdfläche (O ζ) 915,10 3194,9
Daselbst, Hängendes der Macrocephalus-Oolithe 914,50 3192,8
Wilhelmsburg, Signalstein, Erdfläche (O δ) 852,86 2977,6
Obere Mühle, Erdfläche am südlichen Giebel 735,20 2566,8
Obere, Mühle Wasserspiegel des Bachs im Wegübergang 732,58 2557,7
Götzenlochersteig, Signalstein, Erdfläche 751,05 2622,2
Herrenwald, höchste Stelle, Erdfläche (J ζ) 927,56 3238,4
Wasserspiegel des Kraienbachs an d. Landesgrenze 717,84 2506,2
Untere Mühle, Erdfläche am westlichen Giebel 729,08 2545,5
Jägersrain, Signalstein, Erdfläche (O ε) 834,15 2912,3
Reifenberg, oberer Rand des Steinbruchs 927,71 3239,0
Kalbweidsteig, Signalstein, Erdfläche (O β) 789,55 2756,6
Buchhalde, Erdfläche auf der Plateauspitze 938,83 3277,8
Sattel, zwischen Buchhalde u. Winterhalde (Paß) 901,33 3146,9
 Markung Thuningen.
Thuningen, Kirchthurm, Knopf auf dem westl. Staffelgiebel 769,80 2687,6
Thuningen, Kircthurm, Erdfläche (L ε) 743,20 2594,8
Daselbst, Wasserspiegel des Sieblegrabens 733,10 2559,5
Eckbühl, Signalstein, Erdfläche (L δ) 782,61 2732,4
Warmberg I, Signalstein, Erdfläche (L γ) 761,25 2657,8
Wasserspiegel des Schönbachs an der Quelle 741,14 2587,6
Hinter Eichen, tiefster Punkt der Wasserscheide 746,10 2604,9
Hasenloch, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (O β) 820,79 2865,7
Hohtanne, Signalstein, Erdfläche (O α) 765,71 2673,4
Bühl, Signalstein, Erdfläche (O α) 762,97 2663,8
Bleichbühl, Signalstein, Erdfläche (L ε) 766,26 2675,3
Oberschlieten, Signalstein, Erdfläche (L α) 735,86 2569,1
Wasserspiegel des Köthenbachs (Kettach) an der Landesgrenze 713,71 2491,8
Riethen, Wasserspiegel des Bächleins an der Landesgrenze 715,17 2496,9
 Markung Trossingen.
Trossingen, Kirchthurm, Knopf 740,48 2585,3
Trossingen, Kircthurm, Erdfläche (L α) 697,75 2436,1
Im Thalbach, Häng. d. Gryphitenbank (L α, β) 685,33 2392,7
Gruger, Stand der Terrasse (Grenze L γ, δ) 722,26 2521,7
Hochfeld, Signalstein, Erdfläche (L ζ) 762,24 2661,2
Langwiesen, Signalstein, Erdfläche (L α) 723,75 2526,9
Daselbst, Wasserspiegel des Bächleins (L β) 727,26 2539,1
Egelshaldenbühl, Signalstein, Erdfläche (L α) 741,44 2588,6
Hardtäcker, Signalstein, Erdfläche (L α) 727,48 2539,9
Kirchhalde, Signalstein, Erdfläche (L α) 737,92 2576,3
Daselbst, Hängendes der rothen Knollenmergel 733,42 2560,6
Dornen, Markstein a. d. höchsten Stelle, Erdfl. (L α) 735,84 2569,1
Daselbst, Grenze K ε, L α 727,81 2541,0
Vor Sengen, Signalstein, Erdflache L α 703,29 2455,4
Untere Mühle, östliche Firstspitze d. Hauptgebäudes 652,77 2279,0
Untter Müle, Erdfläche am östl. Giebel (K δ) 637,96 2227,3
Wasserspiegel des Thalbachs am Einfluß des Faulthalbachs 634,66 2215,8
 Markung Weigheim.
Weigheim, Kirchthurm, nordwestl. Giebelspitze 757,00 2642,9
Weigheim, Kircthurm, Erdfläche, östl. Seite (L α) 734,44 2564,2
Schönwies I, Signalstein, oben 771,00 2691,8
Schönwies,SignasteinErdfläche (L ε) 770,81 2691,2
Daselbst, Liegendes der Posidonienschiefer (Grenze L δ, ε) 768,61 2683,5
Ziehen, Signalstein, oben 760,98 2656,8
Ziehen, SignasteinErdfläche (L ε) 760,55 2655,3
Oberlen, Signalstein, oben 770,01 2688,4
Oberlen, SignasteinErdfläche (L α) 769,73 2687,4
 Markung Weilheim.
Weilheim, Kirchthurm, Knopf 699,90 2443,6
Weilheim, Kircthurm, Erdfläche, nördl. Seite 673,74 2352,2
Wasserspiegel des Faulenbachs am Einfluß des Ortsbächleins 666,44 2326,8
Steig-Gewand, Markstein, Erdfläche (O ε) 743,49 2595,8
Erzgrubenhäusle, Schwelle d. Stollenmundlochs 748,99 2615,0
Daselbst, Häng. des Macrocephalusoolithe 759,00 2649,9
Lehlehalde, oberer Rand des Betakalksteinbruchs (J β) 838,89 2928,9
Lehlehalde, Sohle des Steinbruchs (J β) 834,89 2914,9
Erbsenberg I, Signalstein, Erdfläche 740,73 2586,1
Steinreute, höchste Stelle, Markungsgrenzstein, oben 919,70 3211,0
Steinreute, höchste Stelle, Markungsgrenzstein, Erdfläche 919,27 3209,5
Allmand, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (J ε) 873,12 3048,4
 Markung Wurmlingen.
Wurmlingen, Kirchthurm, Knopf 715,64 2498,6
Wurmlingen, Kircthurm, Erdfl., nördl. Seite 664,07 2318,5
Erbsenberg II, Signalstein, Erdfläche 725,96 2534,6
Erbsenberg I, Signalstein, Erdfläche 740,73 2586,1
Unter den Forchen, Signalstein, Erdfläche 734,35 2563,9
Weilenberg, Signalstein, Erdfl. (J γ) 832,87 2907,8
Konzenberg I, Signalstein, Erdfläche (J α) 715,21 2497,1
Daselbst, Wasserspiegel der Elta an der Markungsgrenze 671,37 2344,0
Ruine Konzenberg, Thurm, obere Fläche des Mauerkranzes 797,39 2784,0
Koppenhau, höchste Stelle, Erdfläche (J δ) 865,44 3021,6
Leibenthal, Signalstein, Erdfläche 675,07 2356,9
Streitwiesen, Wasserspiegel d. Stammenbronnens 650,97 2272,8
Hinter Alter, Signalstein, Erdfläche 657,02 2293,9
Frauenwiesen, Signalstein, Erdfläche 654,80 2286,1
Wasserspiegel der Elta am Einfluß des Faulenbachs 654,34 2284,5
Tannhalde, Steinbruch, Grenze J β, γ 776,18 2709,9
Kreuzweg, Signalstein, Erdfläche 847,08 2957,5
Pfingstock, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (J δ) 851,08 2971,4
Edelknab, Burgruine, Erdfläche (J δ) 837,00 2922,3
Ursulathal, Quelle des Schelmenbrunnens 716,81 2502,6
Kayh, höchste Stelle des Waldes, Erdfl. (J ε)[2] 857,81 2994,9


Der höchste Punkt des Bezirks fällt auf den Lupfen mit 975,44 m (3405,6 württemb. Fuß) und der tiefste an den Fuß des Hohentwiel, wo der Signalstein „Holzeck“ 427,70 m (1493,3′) über dem Meere liegt. Der tiefste Punkt im Donauthal befindet sich an der Landesgrenze, in der Nähe des malerischen Schlosses Bronnen, wo der Wasserspiegel der Donau zu 607,41 m (2120,7′) bestimmt worden ist.

| Es bedeutet für:
Die Schichten der Keuperformation.
K α Gipsmergel.
K β Schilfsandstein.
K γ Mittlere bunte Mergel.
K δ Stubensandstein.
K ε Obere Knollenmergel.
K ζ Bonebedsandstein.
Die Schichten der Liasformation.
L α Arcuatenkalk und Sandstein.
L β Turnerithone.
L γ Numismaliskalke.
L δ Amaltheenthone.
L ε Posidonienschiefer.
L ζ Jurensismergel.
Die Schichten des braunen Jura.
O α Opalinusthone.
O β Eisenoolithe und Sandsteine.
O γ Blaue Kalke.
O δ Ostreenkalke und Oolithe.
O ε Parkinson-Oolithe.
O ζ Ornatenthone.
Die Schichten des weißen Jura.
J α Impressathone und Lochenschichten.
J β Wohlgeschichtete und kolonisirte Biplexkalke.
J γ Abtychusthone und Spongitenkalke.
J δ Dickbankige Quaderkalke.
J ε Plumpe Massenkalke.
J ζ Krebsscheerenplatten.


Abdachung und Wasserscheiden.

Der weit größere Theil des Bezirks, der Heuberg, die Hardt und der Gebirgsstock zwischen dem Elta- und dem Faulenbach-Thal, zeigt eine Abdachung von Norden nach Süden gegen die Donau, während das Land auf der rechten Seite der Donau, die sog. Eck, sich von Süden nach Norden abdacht. Der nordwestlichste Theil des Bezirks, die Baar, hat eine Abdachung von Süden nach Norden und Nordwesten gegen den Neckar.

| Wie schon oben erwähnt wurde, zieht die europäische Wasserscheide zwischen dem Donau- und dem Rheingebiet durch den Bezirk; sie tritt nördlich von Hochemmingen (G. H. Baden) herkommend auf der Markung Thuningen in den Bezirk, läuft dort über die Flur Heerstraße 1/8 Stunde nördlich an Thuningen vorüber und ändert an der hohen Tanne ihre bis jetzt gegen Osten eingehaltene Richtung plötzlich in eine nördliche, zieht zunächst des sog. Rottweilerwegs hin bis zur Flur Türnen und nimmt bald wieder eine östliche Richtung an; läuft nun durch den Ort Schura, weiter durch den Allmandwald bis auf die Kuppe des Landbergs; hier wendet sie sich gegen Norden bis auf die Kuppe des Waldes Lauberhardt, wo sie den Bezirk eine Zeitlang verläßt und denselben erst auf dem Horn (Mark. Hausen o. V.) wieder erreicht. Vom Horn läuft endlich die Wasserscheide nördlich an Hausen o. V. vorüber auf den Zundelberg und verläßt dort den Bezirk, um im Oberamtsbezirk Spaichingen fortzusetzen (s. die Oberamtsbeschreibung von Spaichingen).

Hieraus ersehen wir, daß nur ein kleiner Theil, der nordwestlichste, des Bezirks in das Rheingebiet, der übrige, weit größere, in das Donaugebiet fällt.


Erdfälle und Höhlen.

Erdfälle, trichterförmige Einsenkungen, kommen auf dem Heuberg, auf der Hardt, auf der Eck etc. vor und zwar auf den Markungen Irrendorf, ziemlich viele, Kolbingen, das Sauloch, die Hülbe und das Hummelsloch, Neuhausen o. E., im Rieth und beim Dinkelbrunnen, Renquishausen, im sog. Stritten etc.

An Höhlen, jedoch keine von besonderer Bedeutung, ist der häufig zerklüftete und durchlöcherte weiße Jura unseres Bezirks ziemlich reich, wir nennen von denselben folgende:

Auf der Markung Fridingen, im langen Felsen im Hündlesthal, im Ramspel, in der Ziegelhalde, im Felsen, auf dem das Schloß Bronnen steht, und mehrere kleine Höhlen und Spalten.

Auf der Markung Kolbingen, einige unbedeutende Höhlen, wie der hohle Felsen im Altholz, der hohle Felsen im Einschlag, das Steigeleloch, das Eulenloch im Schrot und das Härdtleloch.

Auf der Markung Mühlheim, eine Höhle an der Felsenhalde, auch die Wulf entspringt in einer Felsengrotte.

Auf der Markung Neuhausen o. E., eine kleine Höhle, die Felsenstube genannt.

Auf der Markung Renquishausen, im Lanquartstein.

| Auf der Markung Wurmlingen, im Stierjörgenfelsen und im Wagenrain. (Über das Nähere der vorkommenden Höhlen s. die betreffenden Ortsbeschreibungen.)


Gewässer.

Der Flächeninhalt sämmtlicher Gewässer im Oberamtsbezirk, d. h. der Flüsse, Bäche, Seen und Weiher, beträgt nach den Ergebnissen der Landesvermessung 394 Morgen; davon kommen auf Seen und Weiher 97/8 Morgen, auf Flüsse und Bäche 3841/8 Morgen[3].

Der Bezirk ist mit Ausnahme der wasserarmen Hochebenen, Heuberg, Hardt, Eck, ziemlich quellen- und wasserreich; besonders treten am Fuß der höheren Berge viele kräftige Quellen zu Tag. Die meisten Orte beziehen ihr Trinkwasser theils aus laufenden, theils aus Pump-, Zieh- und Schöpfbrunnen, einige aus Cisternen. Ausschließlich nur laufende Brunnen haben Mühlhausen und Mühlheim, während die Orte Fridingen, Nendingen, Schura, Stetten ihr Wasser nur aus Pump-, Zieh- und Schöpfbrunnen, die Orte Irrendorf, Kolbingen, Neuhausen ob Eck und Renquishausen beinahe nur aus Cisternen ihr Wasser erhalten.

Bei anhaltender trockener Witterung haben zuweilen vollständigen oder theilweisen Wassermangel die Orte Irrendorf, Kolbingen, Neuhausen ob Eck und Renquishausen. Das Quellwasser ist meist gut, frisch und klar, doch je nach den Gebirgsschichten, woraus es entspringt, etwas verschieden, deshalb an vielen Stellen kalkhaltig. Sehr gutes Wasser besitzen Tuttlingen, Oberflacht, Seitingen und Mühlhausen, minder gutes Wasser Gunningen, Kolbingen, Neuhausen ob Eck und Renquishausen. (S. auch die Ortsbeschreibung.)


Mineralquellen.

Mineralquellen von einiger Bedeutung kommen im Bezirk nicht vor. Am Ursprung des Kesselbachs auf der Markung Nendingen bestand früher ein sog. Mineralbad; schwefelhaltigen Beigeschmack führen einige Brunnen in Schura, Thalheim, ein Brunnen in Thuningen, zwei in Trossingen und einer im Seltenthal, Markung Wurmlingen. Besonders gut als heilkräftig geltendes Wasser führt der Schneiderbrunnen im Donau-Thal auf Irrendorfer Markung.

| Periodisch fließende Quellen, sog. Hunger- oder Seltenbrunnen, kommen vor auf den Markungen Trossingen und Wurmlingen, auch der Seltenbach, Markung Tuttlingen, fließt nur zeitweise. (S. auch die Ortsbeschreibung.)


Flüsse und Bäche mit ihren Thälern.
1. Im Donaugebiet.

Die Donau, sie erreicht den Bezirk bei Donaufeld, eine halbe Stunde oberhalb Tuttlingens, fließt im Ganzen und Großen in nordöstlicher Richtung an Tuttlingen, Ludwigsthal, Nendingen, Stetten, Mühlheim und Fridingen vorbei, bildet unterhalb der Fridinger Ziegelhütte eine Strecke weit die Bezirks- und Landesgrenze, tritt beim Schlößchen Bronnen noch einmal auf kurze Zeit in das Oberamt und berührt dasselbe noch zweimal unterhalb Beuron an der Irrendorfer Markung, zugleich wieder an der Landesgrenze. Ihre Breite wechselt von 50 bis 200, am Wehr bei der Tuttlinger Brücke bis 300 Fuß. Ihre Tiefe ist sehr verschieden, wechselt bei mittlerem Wasserstand von 5–12 Fuß. Im Sommer nimmt der Fluß sehr ab, namentlich verfällt er zwischen Tuttlingen und Möhringen, schon auf badischem Gebiet, seit einigen Jahren so beträchtlich, daß der Betrieb der Wasserwerke in Tuttlingen und Ludwigsthal sehr beeinträchtigt wird (s. u. bei Tuttlingen), dagegen schwillt er bei starken Regengüssen und raschem Schneeschmelzen so sehr an, daß weithin die Thalebene überschwemmt wird. Auf seinem Lauf durch den Bezirk setzt er eine ziemliche Anzahl von Mühlen und andern Wasserwerken, darunter das Hüttenwerk Ludwigsthal, in Bewegung.

Brücken gehen über die Donau: zwei bei Tuttlingen, darunter die Eisenbahnbrücke, dann bei Ludwigsthal, Nendingen, Stetten, Mühlheim und Fridingen je eine.

Das von Tuttlingen bis Mühlheim breite fruchtbare Thal wird unterhalb Mühlheim plötzlich eng, felsig, viel gekrümmt und wild-romantisch. (S. auch die Abschnitte Natürliche Beschaffenheit und Naturschönheiten).

In die Donau fallen auf der rechten Seite:

a. Der in Tuttlingen einmündende, nur periodisch fließende Seltenbach; derselbe kommt aus einem engen auf der Eck beginnenden Waldthälchen.

b. Dann kommt bei Nendingen das enge, waldige Rottweiler-Thal, bei Neuhausen beginnend, ein Trockenthal, in die Donau, ein weiteres bei Mühlheim und eines bei Fridingen.

| Auf der linken Seite:

a. Der Köthenbach, entspringt eine Viertelstunde nordöstlich von Thuningen, läuft durch das Dorf und eine halbe Stunde südwestlich davon, bei der unteren Mühle, in das Großherzogthum Baden. Das durch Ackerland ziehende Thal ist ganz wenig eingeschnitten.

b. Der Kraienbach, entspringt in mehreren Armen oberhalb Thalheim, nimmt hier den kurzen Röhrenbach auf und verläßt unterhalb der unteren Mühle den Bezirk (und Württemberg), um bei Möhringen im Großherzogthum Baden in die Donau zu münden. Länge des Laufes innerhalb des Bezirks 11/2 Stunden, des ganzen Laufes 31/2 Stunden. Sein Thal zieht anfänglich durch flache Hügel mit schmaler Sohle, erhält erst unterhalb Thalheim hohe, bewaldete Gehänge, die sanft gegen die Thalebene auslaufen.

c. Die Elta, entspringt zwischen dem Stauffelberg und dem Landberg im O./A. Spaichingen, erreicht bald den Bezirk, fließt durch Gunningen und Seitingen in südlicher Richtung bis an den Fuß des Konzenbergs, wendet sich hier gegen Osten und mündet bei Tuttlingen ein; Länge des ganzen Laufes 4 Stunden. Das oben nur mäßig eingefurchte und enge, anmuthige Thal bekommt bei Seitingen bedeutende bewaldete Thalgehänge, die es gegen Tuttlingen hin beibehält.

In die Elta fließen auf der rechten Seite:

Der 1/2 Stunde lange Lombach, der nordwestlich von Gunningen entspringt und bald unterhalb dieses Orts einmündet. Das Thal ist mäßig eingetieft und zieht zwischen flachem Ackerland hin.

Der 21/2 Stunden lange Schönbach, entspringt 1/2 Stunde westlich von Schura auf der Flur Türnen, fließt durch Schura, Durchhausen und Oberflacht, unterhalb welchen Orts er einmündet. Das freundliche Wiesen-Thal wird auf beiden Seiten von flachen Ackerlandshügeln begrenzt.

Auf der linken Seite fallen in die Elta:

Der bei Hausen o. V. entspringende Hesselbach, weiter unten Stettbach genannt, Länge seines Laufes stark 3/4 Stunden. Das Thal, in das von Westen her die schön geformte kahle Pyramide des Hohenkarpfen hereinblickt, hat gegen Osten steile, mit Wald bedeckte Gehänge.

Der Faulenbach, beginnt im Torfstich bei Dürbheim, O./A. Spaichingen, erreicht aber nach 1/8 stündigen Lauf unsern Bezirk, | läuft an Rietheim, Weilheim und Wurmlingen vorbei und bald unterhalb letzteren Orts in die Elta. Länge des ganzen Laufes 2 Stunden; sein weites wiesenreiches Thal wird von hohen wohlgebildeten Waldbergen eingefaßt; er nimmt auf seinem Lauf von beiden Seiten kleine, z. Th. im Sommer vertrocknende Bäche auf.

d. Das Ursenthal, beginnt hoch auf dem Heuberg, eine Stunde westlich von Böttingen, O./A. Spaichingen, zieht als „Birenthal“, mäßig eingefurcht, bis Aggenhausen, dann schneidet es schroff und tief in’s Gebirg ein und tritt als enges, wildes Felsenthal gegenüber von Nendingen ins Donauthal. Von Altrietheim an läuft es ganz in dem Bezirk; ganze Länge des Thals 31/2 Stunden, im Bezirk gegen eine Stunde. Bei starken Regengüssen und heftigem Schneegang kommt ein großes Wasser durch das Thal herab.

e. Der 1/2 Stunde lange Kesselbach, entspringt in der Donauthalebene unterhalb der Nendinger-Kapelle und geht bei Stetten in die Donau.

f. Bei Stetten zieht weiter ein tief und felsig eingerissenes, im Ganzen 1 Stunde langes Trockenthal, vom Kraftstein gegen die Donau herab.

g. Der Lippach, entspringt in starker Quelle nordöstlich von Mahlstetten, O./A. Spaichingen, tritt nach halbstündigem Lauf in unsern Bezirk und mündet bei Mühlheim ein. Länge des ganzen Laufes gegen zwei Stunden. Das Thal ist eng, felsig, mit Wald bedeckt und bietet sehr malerische Partieen.

h. Der Wulfbach, entspringt in mächtiger Quelle in einer Felsgrotte an der Straße von Mühlheim nach Kolbingen; der kräftige, kaum 1/4 Stunde lange Bach treibt auf seinem Weg mehrere Mühlen und mündet bei Altstadt in die Donau.

i. Gegenüber von Altfridingen tritt, östlich von Kolbingen beginnend, ein ganz enges und wildes, 3/4 Stunden langes, trockenes Felsenthal herein.

k. Die Beera, bei Gosheim, O./A. Spaichingen, entspringend, läuft nicht ganz eine Stunde lang in unserem Bezirk und mündet oberhalb Fridingen ein. Länge des ganzen Flüßchens 61/4 Stunden. Das Thal wird von schönen Waldungen und felsenreichen Gehängen begleitet.

|
Gefälle der Donau[4].
Bezeichnung der bestimmten Punkte Höhe
über dem
Meere
Länge der
Wasserbahn
zwischen zwei
benachbarten
Punkten
Gefälle
absolutes relatives
in Prozent
der
Wasser-
bahn
Meter Kilometer Meter
I. Section: Brege.
Bregquelle am Furtwängle 1000,2
2,30

88,2

3,83
Katzensteig, Brege 912,0
5,30

57,9

1,09
Furtwangen, Hübschenthalmündung 854,2
4,55

36,9

0,81
Einfluß d. Rohrbachs in die Brege 817,2
4,70

19,2

0,41
Vöhrenbach bei der Stadt 798,0
6,63

45,3

0,68
Mündung d. Eisenbachs in die Brege 752,7
10,65

45,3

0,42
Mühle bei Wolterdingen 707,4
5,80

14,4

0,25
Bräunlingen, Mühle 693,0
8,60

15,3

0,18
Donaueschingen, Brigachmündung 677,7
Ursprung bis Donaueschingen 0 48,53 322,5 0,66
Geradlinige Distanz beider Endpunkte 30,94 Kilom.
Entfernung der Wasserbahn nach 48,53 Kilom.
Somit Thalentwicklung 1,57
II. Section: Donaueschingen-Bronnen.
Donaueschingen, Brigachmündung 677,7
7,02

6,0

0,08
Donau bei Neidingen 671,7
12,75

9,3

0,07
Hausen, Mündung der Aitrach 662,4
6,35

4,8

0,08
Immendingen, Brücke 657,6
12,80

16,7

0,13
Tuttlingen, Eltamündung 640,9
4,73

4,9

0,10
Tuttlingen, Einfluß d. Riedgrabens 636,0
2,64

2,0

0,07
Nendingen, Brücke 634,0
2,51

2,3

0,09
Stetten, Einfluß des Kesselbachs 631,7
1,99

2,3

0,11
Mühlheim, Einfluß der Lippach 629,4
5,86

7,8

0,13
Fridingen, Einfluß der Beera 621,6
3,87

3,9

0,10
Fridingen, Haldenackerhäldele ob der Gurgel 617,7
0,32

1,0

0,29
Fridingen, Haldenackerhäldele unter der Gurgel 616,7
3,31

4,7

0,14
Fridingen, Albernen 612,0
2,20

4,6

0,21
Bronnen, Landesgrenze b. Jägerhaus 607,4
Donaueschingen bis Bronnen 0 66,35 70,3 0,11
Geradlinige Distanz beider Endpunkte 34,11 Kilom.
Entfernung der Wasserbahn nach 66,35 Kilom.
Somit Thalentwicklung 1,95 Kilom.
Bregquelle bis Bronnen 0 114,88 392,8 0,34
|
Die Wassergebiete der Donau[5].
(Von den Quellen bis zur Einmündung der Schmiecha.)
Namen der Gebiete Flächeninhalt in Bemerkungen
Quadrat-
Kilom.
Quadrat-
Meilen
Gebiet der Brege
Gebiet der Brigach
Gebiet d. stillen Musel
292,23
196,14
37,87
5,307
3,562
0,688
Mündung unterhalb Donaueschingen.
Münung untehalb Donaues
Münung untehalb Donaues
Einzugsgebiet d. Donau
Gebiet kleiner Bäche I.
Gebiet der Kettach
526,24
71,17
57,15
9,557
1,293
1,038
Unterhalb Donaueschingen.
Zwischen Musel- und Kettachmündung.
Einfluß oberhalb Geisingen.
Einzugsgebiet d. Donau
Gebiet kleiner Bäche II.
Gebiet der Aitrach
654,56
8,32
110,58
11,888
0,151
2,008
Unmittelbar untr d. Kettachmünd.
Zwischen Kettach und Aitrachmündung.
Mündung bei Hausen.
Einzugsgebiet d. Donau
Gebiet klein. Bäche III.
Gebiet d. Mühlbachs
Geb. d. Bachzimmerbachs
Gebiet d. Kraienbachs
773,64
52,56
18,19
21,21
29,74
14,047
0,955
0,330
0,385
0,540
Unmittelbar unter d. Aitrachmünd.
Zwischen Aitrach- und Eltamündung.
Mündung bei Zimmern.
Mündung bei Immendingen.
Mündung bei Möhringen.
Einzugsgebiet d. Donau
Gebiet der Elta
895,16
81,04
16,257
1,472
Unmittelbar ob der Eltamündung.
Mündung ob Tuttlingen.
Einzugsgebiet d. Donau
Geb. klein. Bäche IV.
Gebiet d. Seltenbachs
Gebiet d. Ursenthals
Gebiet des Altenthals
976,20
28,57
32,04
28,06
13,39
17,729
0,519
0,582
0,509
0,243
Unter der Eltamündung bei Tuttlingen.
Zwischen Elta- und Lippachmündung.
Mündung bei Tuttlingen.
Mündung oberhalb Nendingen.
Mündung bei Nendingen.
Einzugsgebiet d. Donau
Gebiet der Lippach
Gebiet d. Felsenthals
1078,26
36,98
27,58
19,582
0,672
0,501
Unmittelbar ob der Lippachmünd.
Mündung unterhalb Mühlheim.
Münung untehalb Mühl
Einzugsgebiet d. Donau
Gebiet klein. Bäche V.
Gebiet der Beera
1142,82
12,15
141,00
20,755
0,220
2,561
Unmittelbar unter d. Lippachmündung.
Zwischen Lippach- und Beeramündung.
Mündung oberhalb Fridingen.
Einzugsgebiet d. Donau
Geb. klein. Bäche VI.


Gebiet der Schmiecha
1295,97
210,21


148,54
23,536
3,817


2,698
Unmittelbar unter d. Beeramündung.
Zwischen Beera- und Schmiechamünd.
mit Einschluß der Wassersäcke des
Maßstetter Hardts:
Inclusive des Degenfelder Wassersacks.
Einzugsgebiet d. Donau 1654,72 30,051 Unmittelbar unter d. Schmiechamünd.
|
2. Im Neckar-, Rhein- (im engeren Sinne) Gebiet.

a. Der Störzengraben, entspringt eine Viertelstunde nordöstlich von Thuningen, fließt als Mühlbach durch Mühlhausen und fällt nach 5/4 stündigem Lauf eine halbe Stunde unterhalb Schwenningen, O./A. Rottweil, in den Neckar. Das Thal, anfangs ganz flach, zwischen Ackerland hinziehend, bricht oberhalb Mühlhausen schroff und tief in den Keuper ein.

b. Der Weigheimerbach, entspringt in Weigheim, tritt nach einer halben Stunde aus dem Bezirk und mündet nach einstündigem Lauf oberhalb der Eisenbahnstation Trossingen, im Oberamt Rottweil, in den Neckar.

c. Der Steppach, entspringt eine Viertelstunde östlich von Weigheim, nimmt unterwegs von links den Weigenbach auf und mündet unterhalb der Station Trossingen in den Neckar; Lauf im Bezirk eine halbe Stunde, im Ganzen über eine Stunde.

d. Der Trosselbach, entspringt in mehreren Armen, eine Viertelstunde südlich von Trossingen, läuft an dessen östlichem Saume hin, nimmt von linksher den Thalbach auf und verläßt unterhalb der unteren Mühle den Bezirk, um bei der Täfernmühle im O./A. Spaichingen in die Prim zu gehen. Lauf im Ganzen 2 Stunden, im Bezirk 11/4 Stunde. Der eine halbe Stunde nordwestlich von Trossingen entspringende Hagenbach läuft nur eine halbe Stunde durch unseren Bezirk und mündet bei Aixheim (O./A. Spaichingen) in den Trosselbach. Das Thal des letzteren zieht sich, so weit es durch den Bezirk geht, eng und mäßig tief eingefurcht durch Ackerland hin.

Zu erwähnen wäre noch die am östlichen Fuße des Hohentwiels (württemb. Exclave, Markung Tuttlingen) hinfließende, beim badischen Städtchen Aach entspringende Aach, welche sich in den Bodensee (Zellersee) ergießt. Auch fügen wir hier eine Messung einiger Brunnen beim Bruderhof (ebenfalls württemb. Exclave östlich vom Hohentwiel gelegen) bei, welche wir Herrn Forstwart Karrer daselbst verdanken.

|
Monat
der
Beobachtung
1877
Nr. 1
der
„Drachenbrunnen“
Wiesenquelle auf
der Sommerseite
Nr. 2
Quellen des
alten Hofbrunnens
Winterseite
Nr. 3
Wasser des
Pumpbrunnens
im Hofe
42’ tief
Meereshöhe 446 M.
Bemerkungen[WS 1]
Die Grade sind R.
Je am letzten jeden
Monats gemessen.
Die Quellen entspringen auf der Grenzschichte
zwischen diluvialem Kies u. Letten.
Januar 00000+ 7,5° 00000+ 5° 0000+ 8° Lufttemp. Nachm. 2/3 Uhr + 2,5°
Februar 00000+ 7 00000+ 5,5 0000+ 8 Lufttemp.Nachm. 2/3 Uhr – 0
März 00000+ 7 00000+ 6 0000+ 8 Lufttemp.Nachm. 2/3 Uhr + 10
April 00000+ 7 00000+ 7 0000+ 8,5 Lufttemp.Nachm. 2/3 Uhr + 10
Mai 00000+ 7,2 00000+ 8 0000+ 8,8 Lufttemp.Nachm. 2/3 Uhr + 15
Juni 00000+ 8 00000+ 9,5 000+ 10,5 Lufttemp.Nachm. 2/3 Uhr + 21,5
Juli 00000+ 8,8 0000+ 10,5 0000+ 9,5 Lufttemp.Nachm. 2/3 Uhr + 20
August 00000+ 9 0000+ 11 000+ 10,2 Lufttemp.Nachm. 2/3 Uhr + 17
September 0000+ 10 00000+ 9 0000+ 9,5 Lufttemp.Nachm. 2/3 Uhr + 12,5
October 00000+ 9,5 00000+ 8 0000+ 8,5 Lufttemp.Nachm. 2/3 Uhr + 12
November 00000+ 9 00000+ 6,8 0000+ 7,5 Lufttemp.Nachm. 2/3 Uhr + 05
Dezember 00000+ 00000+ 0000+ 7,5° Lufttemp.Nachm. 2/3 Uhr + 05
Jährl. Amplitude 00000+ 3° 00000+ 5,5° 0000+ 3°
Jährl. mittl. Temp. 00000+ 8,1° 00000+ 7,6° 0000+ 8,7° + 8,1° Mittel aus Nr. 1–3
|
Feuchtigkeit der Luft in % Jan. Febr. März April Mai Juni Juli August Sept. Octob. Nov. Dez.
Mittlere „ 80 79 75 72 74 68 74 74 73 71 83 85 beobachtet aus
Klinkerfues
Patent-Hygrometer
von Lambrecht
in Göttingen.
Größte „ 92 90 92 91 92 89 92 92 93 92 95 91
immer Morgens zur
Zeit des Sonnenaufganges
d. 15. d. 25.
26.
d. 13.
21.
d. 23. d. 28. d. 1.
23.
d. 30. d. 25 d. 28. d. 24.
25.
d. 7. d. 14.
24.
25.
29.
Jahresmittel:
75%
Geringste „ 56 58 47 40 40 28 40 40 29 45 65 68
Nachmittags 2–3 Uhr d. 29 d. 28. d. 21. d. 10. d. 28. d. 16. d. 1. d. 19. d. 28. d. 13. d. 4. d.19.
|
Naturschönheiten und landschaftlicher Charakter.

Wie wir oben gezeigt haben, sind die Terrainbildungen, die Beschaffenheit der Oberfläche, durch die geognostischen Verhältnisse bedingt; mit ihnen sind die landschaftlichen Schönheiten und Charaktere auf’s innigste verbrüdert. In der Physiognomie unseres Bezirks sprechen sich daher vor Allem drei verschiedene Landschaftszüge kräftig aus, die der drei jurassischen Bildungen (schwarzer, brauner und weißer Jura), während die Keuperbildungen nur wenig Einfluß ausüben.

Hiezu kommt noch der sehr beträchtliche Unterschied in der Erhebung über die Meeresfläche in diesen drei Partieen, die auch einen bedeutenden Gegensatz in der Fruchtbarkeit unseres Bezirks, ein auffallendes Aufstufen von fruchtbaren, ziemlich milden Gegenden des Tieflandes, bis zu der unfruchtbaren, rauhen, wilden, felsenreichen Gebirgsnatur des Hochlandes bilden.

Aller Orten, sogar im Tiefland, bieten sich dem Auge theils schöne Aussichten und malerische Ansichten, theils, namentlich auf dem Hochlande, die großartigsten Rundsichten, welche unstreitig zu den schönsten unseres Vaterlandes gehören.

Um diese verschiedenen landschaftlichen Schönheiten und Charaktere etwas näher kennen zu lernen, unternehmen wir eine kleine Wanderung durch den Bezirk. Wir beginnen mit der Baar, welche aus dem Großherzogthum Baden in namhafter Ausdehnung noch in den nordwestlichen Theil des Oberamtsbezirks hereingreift.

Ein anziehendes, wohlgebautes, getreidereiches Flachland, das von freundlichen, wiesengrünen Thälchen vielfältig durchzogen wird. Hübsche, zum Theil sehr ansehnliche, Wohlhabenheit verrathende Ortschaften haben sowohl in den Thälern, als auch auf dem Flachlande günstige Stellen gefunden und rufen mit den sie umgürtenden Obstbaumgärten einen angenehmen Eindruck hervor. Einen besonderen landschaftlichen Reiz erhält diese Gegend durch den gegen Osten nahe an sie herantretenden Heuberg, von dem die hochgelegene Wallfahrtskirche auf dem Dreifaltigkeitsberg ernst und einladend herüber winkt. Noch näher drängt sich im Südosten der bewaldete Gebirgsstock zwischen Elta und Faulenbach heran; von ihm greift ein Ausläufer, das Horn bei Hausen ob Verena, mit dem etwas von ihm getrennten Staufelberg kräftig in die Baar hinein und bildet eine scharf markirte Grenze zwischen | ihr und dem Gebirgsland. Eine weitere Grenzmarke ist der nur 1/2 Stunde südlich von dem Horn sich frei und majestätisch erhebende, kegelförmige Hohenkarpfen, der gebieterisch, gleichsam wie ein Vorposten der Alb, über das Flachland hinwegschaut, von allen in der Baar gelegenen Orten, wie auch von ferneren Gegenden sichtbar, als ein Glanzpunkt der Gegend. Auf der Spitze des Bergkegels, welche noch die spärlichen Trümmer einer Burg trägt, entrollt sich dem Auge eine entzückende Aussicht über die Baar hinweg an den Schwarzwald, und sonst in das württembergische und badische Land hinein, an die nahe, hier sehr durchbrochene Alb und in blauer Ferne an einen Theil der schneebedeckten Schweizer-Alpen.

Im Süden der Baar steht frei der lang gestreckte, dicht bewaldete, an einzelnen Punkten eine schöne Aussicht gestattende Hohen-Lupfen, den Baarort Thalheim von dem Flachlande trennend, von ihm aus zieht sich ein ebenfalls bewaldeter Ausläufer gegen Nordwesten weit in die eigentliche Baar hinein und endigt mit dem namhaft markirten Hügel, das Hasenloch genannt; dieser Höhenzug begrenzt äußerst malerisch die Baar im Süden unseres Bezirks. Die großartige Aussicht auf dem Hohen-Lupfen wird leider an vielen Stellen durch dichten Wald verdeckt.

Wir wandern nun das bedeutendste Thal der Baar, das der Elta hinab, das bei seinem Durchgang zwischen den beiden freistehenden Bergen Hohenkarpfen und Hohenlupfen einen imposanten Charakter erhält, weiter thalabwärts lagert in demselben das ansehnliche Seitingen, das mit seiner frei und erhöht gelegenen Kirche sammt Pfarrhause und der etwas entfernt gelegenen, einzeln stehenden Kapelle eine sehr malerische Ansicht bietet. Von Seitingen abwärts geht das Thal in das durchbrochene Juragebirge ein und erhält zu beiden Seiten hochansteigende, bewaldete Thalgehänge; auf diesem Wege haben wir stets den Konzenberg mit seinen altehrwürdigen, nur wenig aus dem dichten Wald hervorragenden Ruinen vor Augen. Am Fuß desselben angekommen wendet sich das bis jetzt südlich ziehende Elta-Thal schnell gegen Osten und hier werfen wir noch einen Blick zurück thalaufwärts, denn hier erschließt sich dem Auge ein prächtiges Landschaftsbild, zu dem die beiden hohen, dicht bewaldeten Thalgehänge den Rahmen bilden; im Mittelgrund liegt reizend Seitingen und im Hintergrunde stolz der Hohenkarpfen.

Ehe wir die Baar verlassen, sei noch des kräftigen, schön gewachsenen Menschenschlags gedacht, der mit seiner kleidsamen | Volkstracht diese Gegend bewohnt und nicht selten zu den freundlichen Landschaftsbildern treffliche Staffagen liefert.

Wir nehmen unseren Weg in das weite, verhältnismäßig milde, gerade gegen Süden ziehende Faulenbach-Thal, an dessen Eingang das stattliche Wurmlingen mit seinem ehemaligen ansehnlichen Schloß eine so behagliche Stätte gefunden hat. Weiter thalaufwärts erreichen wir das anmuthige Weilheim und endlich an einigen einsamen Mühlen vorüber Rietheim, das mit seinen Weilern und dem dem Freih. v. Wiederhold gehörigen mit Anlagen umgebenen Schloß einen hübschen Anblick gewährt. Hier verlassen wir das freundliche, fruchtbare Faulenbach-Thal und steigen den steilen, dicht bewaldeten Bergabhang hinan auf den Heuberg, zu dem einsam und hochgelegenen Weiler Rußberg, dort von einer großartigen Aussicht an die Tiroler- und Schweizeralpen überrascht, und plötzlich in eine rauhe Gegend versetzt, die mit dem so eben verlassenen Faulenbach-Thal auffallend kontrastirt.

Von Rußberg wandern wir hinüber zu dem engen, tief eingeschnittenen, waldreichen Ursen-Thal, das ernst und still mit seinen hohen, schroffen, zum Theil von weißen Felsen bekrönten Thalgehängen weit in den Heuberg hineingreift; das Thal überschreitend gelangen wir an der auf felsiger Höhe gelegenen, beinahe vergangenen Ruine Alt-Rietheim vorüber auf den Bräunisberg; hier wenden wir uns nördlich und gehen auf der Höhe, welche allenthalben die schönsten Fernsichten an die Hochalpen erlaubt, nach dem einsamen Hof Kraftstein, der in der Nähe der Ruine gleichen Namens ganz an der nördlichen Grenze unseres Bezirks liegt. Von Kraftstein führt uns der Weg in nordöstlicher Richtung über das auch von Felsengruppen umkränzte Lippach-Thal, das der muntere, klare Lippach in vielen Krümmungen belebt, und dessen wiesengrüne Thalsohle sich von den dunklen zu beiden Seiten hoch ansteigenden Waldgehängen so freundlich abhebt. Nachdem wir das Thal überschritten haben, erreichen wir bald das mit Obstbäumen mäßig umsäumte Kolbingen, welches hoch auf dem Heuberg liegt und dessen Charakter nicht ganz verleugnen kann, obgleich es ziemlich milder erscheint, als die übrigen mehr nördlich gelegenen Heubergorte. Wegen der hohen, freien Lage genießt man hier an vielen Punkten, namentlich bei der Kapellenlinde, schöne Aussichten an die Hochalpen, während sich auf dem Wachtfelsen und auf dem „breiten Stein“ herrliche Blicke in das Donau-Thal aufschließen. Das nur 3/4 Stunden nördlich von Kolbingen gelegene Renquishausen nähert sich schon | mehr dem eigentlichen rauhen Heuberg; von dem Ort aus, wie auch an vielen Stellen der Markung, insbesondere auf Obermaden, bei den Stationen und bei der Signalstange eröffnen sich wieder die prachtvollsten Fernsichten an die Tiroler- und Schweizeralpen.

Von Kolbingen gehen wir ostwärts nach dem oberen kantigen Rand der rechten Thalgehänge des Beera-Thals, verlassen hier den Heuberg und steigen den steilen Abhang hinab in die wiesenreiche, mäßig breite, von hohen felsigen Abhängen begleitete Thalebene, in der sich die rasche Beera in bogenförmigen Krümmungen hinschlängelt, einzeln stehende Mühlen und Fabrikwerke in Bewegung setzend, und so die dem Thal eigenthümliche Stille unterbricht. Von der Thalebene besteigen wir den Kreidenstein, der mit seiner weißfelsigen Stirne gegen das Thal vortritt und einen herrlichen Blick in dasselbe gestattet; mit ihm haben wir die Hochebene der Hardt erreicht, in welcher ein etwas von dem Heuberg verschiedener Zug ausgesprochen ist. Auch hier gewähren viele Punkte schöne Aussichten an die Hochgebirge, ganz überraschend schön sind aber die Blicke in das Donau-Thal von den südlich von Irrendorf gelegenen Anhöhen und Felswänden, dem gespaltenen Felsen, Eichfelsen etc., die uns aufmuntern, in das Donau-Thal selbst hinab zu steigen, um so mehr als wir an der östlichen Grenze unseres Bezirks angelangt sind.

Wir betreten das Donau-Thal südöstlich von Irrendorf, dort wo sich das innen und außen mit ergreifend schönen Fresken (aus neuester Zeit) geschmückte Kirchlein zu Sankt-Maurus einsiedlerisch erhebt, gegenüber wunderbar keck, auf gewaltigem Fels das altehrwürdige Schloß Wildenstein. Blicken wir zuerst thalabwärts gegen das aus Felsen wurzelnde Werrenwag: prachtvoll treten hier von beiden Seiten die rechtkantig umrissenen, unten von Höhlen durchbrochenen Felsenmassen mit wahrhaft klassischen Linien heran. Wir aber gehen thalaufwärts durch das tief eingeschnittene, von grotesken Felsenkränzen begleitete, wild romantische, tiefe Thal, das an vielen Stellen der in haftenförmigen Bögen sich durchwindenden Donau kaum den Durchgang gestattet, und gelangen nach Beuron. Das großartige Kloster mit seinen Nebengebäuden und seiner herrlichen Kirche hat hier in der üppigen Thalweitung in paradiesischer Stille, auf einem sanften, von dem Fluß in graziösem Bogen umflutheten Terrainausläufer eine reizende Stelle gefunden. Bald verengt sich das Thal wieder und erhält einen etwas anderen Charakter, der Fluß | lauft hier ziemlich gerade gestreckt und die Felspartieen verschwinden etwas, bis es in der Nähe des Schlosses Bronnen, das von hoher Felsenspitze in das Thal herunter winkt, seinen wildfelsigen Charakter wieder annimmt (hier zugleich auf eine Zeitlang ganz in unseren Bezirk eingehend). Eine ernste Stille herrscht in dem etwas breiter gewordenen Thale, nur durch das Klappern einer einzeln stehenden Mühle unterbrochen. Wir gelangen an dem Scheuerlehof vorüber an eine Bergspitze mit felsiger Stirne, auf der die Ruinen der Burg Kallenberg liegen; dann beginnt das ganz eng werdende Thal sich wieder in kleinen haften- und hufeisenförmigen Bögen zu krümmen und merkwürdig verschränkt stehen in ihm die Felsen um den weglosen Fluß. Höhlen dunkeln im Kalk-Gestein, Burgruinen, Zacken, Zinnen und gratige Rücken schauen schwindelnd herab, bis plötzlich hinter dem „Lugenberge“ die Felsgehänge auseinander treten und in der wiesenreichen Thalebene winkt uns das alte Städtchen Fridingen freundlich und friedlich entgegen. Oberhalb des Orts bricht das tief eingeschnittene Beera-Thal auf das Donau-Thal ein und bildet einen anziehenden Vereinigungspunkt beider Thäler; hierauf wendet sich das Thal in einem großen Bogen um den beinahe frei stehenden, breit hervortretenden Felsenberg Alt-Fridingen und verengt sich noch einmal, bis es in der Nähe von Altstadt seinen wild romantischen Charakter für immer ablegt, weit geöffnet und fruchtbar wird.

Wir sind von hier an plötzlich in eine ganz andere Gegend versetzt, die steilen bewaldeteten Bergwände auf der linken Seite der Donau entfernen sich vom Fluß und senden ihre flachen, für den Ackerbau benützten Ausläufer gegen die breite, wiesengrüne Thalebene, durch die der Fluß meist in großen Flachbögen hinzieht. Gleich beim Eintritt in diese veränderte Landschaft liegt gar freundlich, etwas erhöht, die sehr alte St. Gallus-Kirche auf Altstadt und ihr gegenüber auf der rechten Seite der Donau winkt uns von einem schmalen Terrainausläufer herunter das alterthümliche Städtchen Mühlheim, das mit seinen dem Freiherrn v. Enzberg gehörigen auf der äußersten Spitze des Orts gelegenen ansehnlichen Schloß samt Schloßgarten eine wirklich malerische Ansicht bildet. Man genießt von dem Schloß aus nicht allein eine hübsche Aussicht in das Donau-Thal, sondern auch gegenüber in das Lippach-Thal, welches hier rechtwinkelig in das Donau-Thal einbricht und durch die schöne Felsgruppe am Walterstein bemerkenswerth ist.

| Wir wandern weiter thalaufwärts an dem freundlich gelegenen Stetten vorüber zu dem ansehnlichen Dorfe Nendingen, das an dem Vereinigungspunkt des Rottweiler-Thals mit dem Donau-Thal angenehm hingebaut ist und einen Blick in das felsenreiche Ursen-Thal gestattet.

Bald oberhalb Nendingen tritt ein steiler Bergvorsprung auf dem noch die schwachen Reste der Wasserburg aus dunklem Wald hervorlugen, in das Donau-Thal keck hervor und zugleich beschreibt am Fuß desselben die Donau einen scharf in die Thalebene hinausragenden Bogen.

Nachdem man diesen Bergvorsprung umgangen hat, erreichen wir am westlichen Fuß desselben das Hammerwerk Ludwigsthal und von hier wird auch das nahe gelegene, regelmäßig erbaute Tuttlingen sichtbar, an dessen Südseite der freistehende Honberg mit den ansehnlichen Ruinen der Honburg sich malerisch erhebt, während an der Westseite der Stadt das freundliche, von Mühlwerken belebte Elta-Thal in das Donau-Thal hereinzieht und die Schönheit der Lage der von hohen Bergen umgebenen Stadt noch wesentlich erhöht.

Von Tuttlingen gehen wir auf das rechts der Donau sich erhebende, waldreiche Gebirge, die Eck genannt; so lange der Weg über Ackerland führt, hat man schöne Einblicke über die Oberamtsstadt hinweg in die Thäler der Donau und der Elta, bis der üppige Wald uns aufnimmt. Auf der Höhe des Gebirgs und zugleich am Ende des Waldes angekommen, öffnet sich in der Nähe von Neuhausen ob Eck eine prachtvolle, weit reichende Aussicht an die Tiroler- und Schweizeralpen und in das Hegau, aus dem die Spitzen seiner Kegelberge hervorragen, auch das Schloß Heiligenberg etc. ist noch sichtbar.

Von hier pilgern wir auf der Höhe des Gebirgs hinüber auf den Witthoh, der zwar nicht mehr in unserem Bezirk, doch ganz nahe an seiner südlichsten Grenze liegt und hier erschließt sich nun ein Panorama, das zu den schönsten weit und breit gezählt werden darf. Das Auge schweift über herrliche, mit lichtgrünen Wiesenthälchen durchzogene Waldungen hinweg bis an den Bodensee, von dem sich besonders die beiden Unterseen so wunderbar schön in die Landschaft hereindrängen; hinter ihnen das obstbaumreiche Schweizervorland des Thurgau, über dem die schneebedeckten Alpen in ihrer ganzen Majestät sich erheben. Man sieht von den Vorarlberger Alpen vorbei an den großen Gestalten des Sentis, Glärnisch und Tödi bis tief in’s Berneroberland | mit Finsteraarhorn, Jungfrau und Blümlisalp. Im Westen erscheint das lang gestreckte Schwarzwald-Gebirge mit seinen fast unübersehbaren, dunklen, ernsten Tannenwaldungen, aus denen der Feldberg mit seinem kahlen Haupte mächtig und gebieterisch emporragt. Zum Schönsten gehört aber der Blick nach Südwesten, hier steigt in phantastischer Pracht das Hegau empor mit seinen freistehenden, vulkanischen Kegelbergen, die uns anlocken, diese Schönheiten auch in der Nähe zu sehen; und so wollen wir noch hinüber eilen zum Hohentwiel, der, getrennt von dem übrigen Württemberg, unserem Bezirk einverleibt ist. Auf der Kuppe des mit den weit gedehnten Festungstrümmern überlagerten Felskolosses entzückt und bewältigt uns der großartigste Rundblick nicht allein in die weiteste Ferne, sondern auch in der nächsten Umgebung über das fruchtbare, von freundlichen Ortschaften reich belebte Hegau, aus dem der Hohentwiel als der bedeutendste Berg und seine Schwesterberge, frei wie Urpyramiden gewaltig emporstreben und einen Eindruck hervorrufen, der zum Erhabensten und zugleich zum Eigenthümlichsten gehört, den wir irgendwo anders vergeblich suchen (s. auch die Ortsbeschreibung Hohentwiel).

Ungern trennen wir uns von diesem einzig schönen Punkt und steigen durch die schnöde ruinirten Festungswerke herab zu dem auf halber Höhe des Berges gelegenen anmuthigen Gasthaus, um befriedigt von dem vielen Schönen und Großartigen, welches wir in unserem Bezirke gesehen, im Schatten der vor dem Gasthaus stehenden ehrwürdigen Linde unsere Wanderung zu beschließen.

Außer den schon angeführten Aussichtspunkten nennen wir von den vielen vorhandenen noch folgende: auf dem Suntelberg und dem Hausener Kapf (Mark. Hausen o. V.), auf dem gespaltenen Felsen und Eichfelsen (Mark. Irrendorf), auf dem Guckenbühl und Schloßbühl (Mark. Mühlhausen), auf dem Welschenberg (Mark. Mühlheim), auf dem Kirchberg und bei der Eucharius-Kapelle (Mark. Seitingen), auf den Almen (Mark. Stetten), auf der Schwenninger Höhe und auf dem Häufenberg (Mark. Thuningen), auf dem Hochfeld und auf dem Bogen (Mark. Trossingen), bei der Wendelins-Kapelle (Mark. Weigheim), auf dem Fürstenstein (Mark. Weilheim), auf dem Kapf und auf dem Koppenhahn (Mark. Wurmlingen) u. s. w. (S. auch die betreffenden Ortsbeschreibungen.)

|
Boden.

Die Bodenverhältnisse bestehen wie allenthalben theils aus den Zersetzungsprodukten der zu Tage gehenden Gebirgsformationen, theils aus den die Formationen überlagernden Diluvial- und Alluvialgebilden; wir müssen daher bei der Darstellung derselben die geognostischen Verhältnisse des Bezirks zu Grunde legen. Unsere Darstellung soll übrigens nur eine allgemeine, leicht übersichtliche sein, indem wir die speziellen Bodenbeschreibungen in den betreffenden Ortsbeschreibungen ausgeführt haben.

Im allgemeinen wechselt der Boden unseres Bezirks vom fruchtbaren, theilweise sehr fruchtbaren, bis zum minder fruchtbaren und unfruchtbaren; der weit größere Theil des Oberamtsbezirks erfreut sich indessen mittelfruchtbarer Bodenverhältnisse.

Der nordwestliche Theil des Bezirks, die sog. Baar, ist in Beziehung der Bodenverhältnisse am meisten begünstigt, hier liefern die Zersetzungen des schwarzen Jura (Lias), dem nicht selten eine günstige Beimengung oder Überlagerung von Lehm zukommt, meist einen fruchtbaren, ergiebigen, zuweilen etwas schweren, theils sandigen, theils kalkreichen Boden. Die oberen Schichten dieser Formation sind zu wenig ausgebildet, als daß sie einen namhaften Einfluß auf den Boden haben könnten, mit Ausnahme des etwas mehr verbreiteten Posidonienschiefers, dessen Zersetzungen einen hitzigen jedoch ziemlich fruchtbaren Boden liefern.

Die Thalgehänge, welche von Norden und Nordwesten in die Baar einschneiden, gehören den oberen Schichten der Keuperformation an, deren oberste Schichte, die Knollenmergel, als ein schmales Band unter dem schwarzen Jura hinzieht und dort einen schweren, stark gebundenen, nicht durchlassenden Boden liefert. Der unter den Knollenmergeln auftretende weiße Stubensandstein, der ebenfalls nur wenig verbreitet ist, hat in seinen Zersetzungen einen mageren Sandboden zur Folge, der sich jedoch, wenn ihm eine reichliche Düngung oder eine günstige Beimengung von Lehm und Mergel zukommt, sich gut für den Feldbau, namentlich für den Anbau von Kartoffeln, eignet.

Die Zersetzungsprodukte des braunen Jura treten hauptsächlich am Fuß der Gebirgsstöcke und freistehenden Berge im Westen und Nordwesten des Bezirks auf; von ihnen liefern die Opalinusthone einen ziemlich fruchtbaren, etwas starken Boden und werden daher meist für den Feldbau benützt, während die | höher liegenden Schichten weniger ergiebige Thon- und Sandböden bieten, mit Ausnahme der blauen Kalke, die sich hauptsächlich bei Hausen o. V. geltend machen und deren Zersetzungsprodukte einen kalkhaltigen, für den Feldbau tauglichen Boden liefern.

Der weit größte Theil des Bezirks, der Heuberg, die Hardt, die Eck, der Gebirgsstock zwischen den Thälern des Faulenbachs und der Elta u. s. w., besteht aus weißem Jura, dessen Zersetzungen einen kalkreichen, leichten, mit Gesteinstrümmern erfüllten Boden liefern.

In den Vertiefungen und Mulden hat sich nicht selten ein schwarzer, humusreicher, fruchtbarer Boden, zuweilen auch Lehm angehäuft. Im allgemeinen ist der Boden mittelfruchtbar, indessen stehen die Felderträge der betreffenden weißen Juragegenden wegen des rauhen Klimas in Vergleichung mit den tiefer gelegenen Distrikten des Bezirks merklich zurück. Tiefgründig ist der Boden selten und bald erreicht der Pflug entweder die massenhaft unterlagernden Gebirgstrümmer oder den anstehenden Felsen, an einzelnen Stellen ist die Humusdecke so gering, daß sie einen Anbau nicht mehr gestattet und nur noch als Weide benützt werden kann. Die Steilgehänge des weißen Jura sind so schroff, daß ein Anbau derselben nicht mehr möglich ist, dagegen bilden sie die Heimat üppiger Laubwaldungen, auch die Hochebene der sog. Eck, des Gebirgsstocks zwischen Elta und Faulenbach u. s. w. werden zum größten Theil oder ganz mit Vortheil für den Waldbau benützt.

In den Thalebenen, namentlich in denen der Donau, der Elta und des Faulenbachs, haben sich fruchtbare mit Sand und Geröllen gemengte Lehme (Alluvionen) abgelagert, welche den Wiesenbau begünstigen, wogegen sich mehrere in den weißen Jura eingreifende Trockenthäler hiezu nicht mehr eignen. Über die Bodenverhältnisse der Parzellen Hohentwiel und Bruderhof s. die Beschreibung von Hohentwiel.


Luft und Witterung.
Die Luft ist im allgemeinen frisch und gesund, auf dem Heuberg, Eck und Hardt rauh und oftmals windig und stürmisch, so daß dort der Obstbaum nicht gerade gern gedeiht, während feinere Gewächse, wie Gurken, Bohnen etc. nicht mehr fortkommen wollen. Dagegen ist das Klima in der Baar und in den | Thälern beträchtlich milder, darf jedoch nicht zu den milden des Landes gerechnet werden; indessen ist die Obstzucht nicht ohne Belang und ebenso können die feinen Gewächse noch mit Erfolg gezogen werden. Schädliche Frühlingsfröste und in der Tiefe kalte Nebel sind häufig, während von Hagelschlag die Gegend nicht besonders oft heimgesucht wird. Das O./Amt Tuttlingen nimmt nach dem 46jährigen Durchschnitt unter den 64 Oberämtern des Landes die 36. Stelle ein. (s. auch W. Jahrb. Jahrg. 1873 Th. II. S. 50 ff.) Eine Ausnahme machen die Exklaven Hohentwiel und Bruderhof, durch weit milderes Klima, so daß hier nicht blos feinere Gewächse und zarte Obstsorten gedeihen, sondern auch am Hohentwielberg der Weinbau mit bestem Erfolg betrieben wird.


Witterungsverhältnisse [6].

In unserem Bezirk bestand eine meteorologische Station zu Tuttlingen unter Oberamtsarzt Dr. v. Groß, von welcher vollständige Beobachtungen aus den Jahren 1834–1839 vorliegen, und besteht jetzt wieder eine in Hausen ob Verena, welche von dem Verfasser dieser Zeilen besorgt wird. Von 1854 an beobachtete Dekan Dr. Hartmann die Temperatur in der Weise, daß von den Monaten Januar bis April, November und Dezember die täglichen Maxima und Minima, von den Monaten Mai bis October aber in der Hauptsache nur die Maxima aufgeschrieben wurden.

Die älteren (nicht reduzirten) Mittelzahlen der Wärme sind in Celsiusgraden:

Tuttlingen Stuttgart Diff.
1834 8,5 11,0 2,5
1835 7,4 09,4 2,0
1836 8,0 09,9 1,9
1837 6,9 08,9 2,0
1838 6,9 08,7 1,8
1839 8,6 09,9 1,3
6jährige Mittel 7,7 09,6 1,9
Tuttlingen liegt 647, Stuttgart 249 Meter über der Meeresfläche. Da nun in Württemberg auf 180 Meter Erhebung eine | Temperaturabnahme von 1° gerechnet wird, so sollte die Differenz der Wärme beider Orte 398/180 = 2,2 betragen. In unseren Jahren ist sie hauptsächlich durch das Jahr 1839 mit seinem warmen Sommer und Herbst herabgedrückt worden; doch ist denkbar, daß die südlichere Lage Tuttlingens oder seine größere Nähe am Föhn überhaupt zu seinen Gunsten wirkte[7].

Nehmen wir die Jahre 1854–1876 hinzu, so ergeben sich aus den aufgezeichneten Maximal- und Minimalzahlen der einen Jahreshälfte mit den bloßen Maximalzahlen der anderen zusammengenommen folgende Jahresmittel: 1854 9,7, 1855 10,1, 1856 12,5, 1857 11,6, 1858 10,6, 1859 11,6, 1860 9,9, 1861 11,1, 1862 11,2, 1863 10,6, 1864 8,9, 1865 11,4, 1866 12,1, 1867 11,6, 1868 12,7, 1869 10,7, 1870 9,9, 1871 9,9, 1872 12,6, 1873 11,5, 1874 11,1, 1875 10,1, 1876 10,2, 23jähriger Durchschnitt 10,9. Nimmt man als wahren Durchschnitt der betreffenden Jahre den Stuttgarter von 10,3 – die Differenz 2 = 8,3, so ergeben sich folgende Proportionen 10,9 : 8,3 = 9,7 : X u. s. f. und man findet folgende Jahresdurchschnitte:

Tuttlingen Stuttgart Diff.
1854 7,4 09,7 2,3
1855 7,7 08,8 1,1
1856 9,5 10,7 1,2
1857 8,8 10,6 1,8
1858 8,1 09,6 1,5
1859 8,8 11,4 2,6
1860 7,5 09,7 2,2
1861 8,5 11,0 2,5
1862 8,5 12,0 3,5
1863 8,1 11,8 3,7
1864 6,8 09,4 2,6
1865 8,7 10,9 2,2
1866 9,0 10,6 1,4
1867 8,8 09,8 1,0
1868 9,6 11,1 1,5
1869 8,1 10,5 2,4
1870 7,5 09,6 1,2
1871 7,5 09,1 1,6
1872 9,6 11,2 1,6
1873 8,8 10,2 1,4
1874 8,4 09,4 1,0
1875 7,6 09,3 1,7
1876 7,7 09,9 2,2
23jähriges Mittel 8,3 10,3 2,0

Diese neueren mit den älteren Jahren zusammengerechnet wird sich die Tuttlinger Mitteltemperatur ziemlich genau auf 8° stellen, die Differenz gegenüber der Stuttgarter auf 2°. Zur Bestätigung dient die in den beiden letzten Jahren 1875 und 1876 zu Hausen o. V, 803 Meter ü. M. beobachtete Temperatur von 6,3° oder 6,9°, welche von der Stuttgarter jedesmal um 3° differirt, von der Tuttlinger resp. um 1,3° und 0,8°, wobei sich die etwas zu große Differenz zwischen Hausen und Tuttlingen aus der in Tuttlingen bedeutend größeren Sommerwärme der beiden Jahre leicht erklärt. Schließen wir von Tuttlingen und Hausen auf die Baar, so wird deren Mitteltemperatur auf etwa 7,5° festzusetzen sein, wogegen die des Heubergs etwa 6,5° betragen dürfte.

Die alten, sechsjährigen Mittelzahlen der Jahreszeiten sind folgende:

Tuttlingen Stuttgart Diff.
Winter –1,40 0,9 2,3
Frühling 6,6 8,6 2,0
Sommer 17,00 19,00 2,0
Herbst 8,2 9,9 1,7

Der Wärmeunterschied zwischen Tuttlingen und Stuttgart war sonach in den betreffenden Jahrgängen im Winter am größten, im Herbst am kleinsten, wie denn unsere Gegend sich durch schöne Herbste auszuzeichnen pflegt.

Die größten und kleinsten Differenzen, die in den einzelnen Jahrgängen zwischen Tuttlingen und Stuttgart vorkommen, sind:

Größte Kleinste Diff.
Winter 2,1 (1836) 1,2 (1834, 1838)
Frühling 2,5 (1837) 1,6 (1839) 18 38
Sommer 2,5 (1838) 1,6 (1839) 18 38
Herbst 2,6 (1834) 1,0 (1839) 18 38
| Der wärmste Monat hat in Tuttlingen die mittlere Wärme von 18,3, dieselbe schwankt zwischen 19,5 (1834) und 16,6 (1837). Der kälteste Monat hat die mittlere Wärme – 2,7, dieselbe schwankt zwischen 2,6 (1834) und – 7,0 (1838). Die Differenz zwischen dem wärmsten und dem kältesten Monat beträgt demnach 26,5.

Extreme Stände wurden beobachtet in den alten Jahren:

Höchster Stand

35,0 C. 15. Juli 1839.

Tiefster Stand

– 25,5 2. Januar 1836.

In den neuen Jahren:

Höchste Stände

35,0 18. Juli 1871 und 28. Juli 1872.

Tiefste Stände

–25,5 15. Februar 1854.

– 25,0 28. Januar 1855.


Die Jahresdifferenz schwankt in den älteren Jahren zwischen 54,4 (1836) und 50,4 (1834, 1837), in Stuttgart zwischen 55,6 (1839) und 47,5 (1838); in den neueren zwischen 57,5 (1871) und 40,5 (1872), in Stuttgart zwischen 54,9 (1875) und 34,4 (1863).

Die mittleren Werthe der höchsten und tiefsten Stände, sowie der Jahresdifferenz sind in den älteren Jahren in

Tuttlingen
Mittleres Maximum 031,4
Mittleres Minimum –20,9
Mittlere Differenz 052,3.
In den neuen Jahren in
Tuttlingen
Mittleres Maximum 033,1
Mittleres Minimum –18,2
Mittlere Differenz 051,3

Die mittlere Differenz kann also für Tuttlingen zu 52° C. angenommen werden, was mit Stuttgart nahezu übereinstimmt.

Die Frostgrenzen, welche gebildet werden durch den letzten Tag im Frühjahre und den ersten Tag im Spätjahr, an | welchen das Thermometer mindestens bis zum Gefrierpunkt sinkt, fallen im Mittel in den alten Jahren


Zwischenzeit
in Tuttlingen auf 25. April und 21. October 178 Tage,
in Stuttgart auf 14. April und 28. October 196     „
Die Schneegrenzen, d. i. der letzte Schneetag im Frühjahr und der
erste im Spätjahr fallen im Mittel in den alten Jahren
Zwischenzeit
in Tuttlingen auf 6. Mai und 23. October 169 Tage,
in Stuttgart auf 19. April und 31. October 204     „
Die mittlere Anzahl der Schneetage ist in den alten Jahren zu Tuttlingen 60, zu Stuttgart 35.


Zahl der Frosttage,
d. h. der Tage, an welchen das Thermometer mindestens bis zum Gefrierpunkt sinkt,
 in den alten Jahren:
Mittel Maximum Minimum
Tuttlingen  108 121 (1834) 94 (1836)
Stuttgart 089 103 (1838) 72 (1836);
 in den neuen Jahren:
Mittel       Maximum  Minimum
Tuttlingen 121 169 (1864) 094 (1855)
Stuttgart 088 122 (1871) 050 (1863)

Zahl der Wintertage,
d. h. der Tage, an welchen das Thermometer nicht über
den Gefrierpunkt sich erhebt,
 in den neuen Jahren:
Mittel Maximum Minimum
Tuttlingen 23 55 (1871) 1 (1872)
Stuttgart 20 44 (1855) 0 (1863)

Zahl der Sommertage,
d. h. der Tage, an welchen die größte Wärme
mindestens 25° C. erreicht, in den alten Jahren:
Mittel Maximum Minimum
Tuttlingen 45 63 (1834) 30 (1838)
Stuttgart 56 88 (1834) 44 (1837)
 in den neuen Jahren:
Mittel Maximum Minimum
Tuttlingen 47 87 (1868) 15 (1854)
Stuttgart 54 103 (1865) 30 (1854)


Niederschlag.

Der Niederschlag ist von Tuttlingen nicht bekannt. In Spaichingen war die Zahl der Tage mit Niederschlag 1852–1859 im Mittel 140 (in Stuttgart 154), die Höhe desselben 631,8 Millim. (in Stuttgart 579,0 Millim.).

In Hausen o. V. waren 1875 und 1876 im Mittel Tage mit Niederschlag 182 (Stuttgart 190). Der Niederschlag erreichte 1875 eine Höhe von 819 Millim. (Stuttgart 703 Millim.), 1876 von 999 Millim. (Stuttgart 646 Millim.), was auf einen mittleren Niederschlag von circa 850 Millim. hinweist.

Was die Vertheilung des Niederschlags auf die einzelnen Jahreszeiten betrifft, so fällt am meisten Niederschlag im Sommer, am wenigsten im Winter. Setzt man die jährliche Regenhöhe = 100, so wird der Niederschlag im

Hausen o. V. Stuttgart
Winter 012 017
Frühling 019 026
Sommer 044 035
Herbst 025 022
100 100


Gebirgsarten, Versteinerungen und Mineralien.

Die geognostischen Verhältnisse des Bezirks sind nicht besonders mannigfaltig und zeigen viele Ähnlichkeit mit denen des angrenzenden Oberamtsbezirks Spaichingen; sie beschränken sich hauptsächlich auf die jurassischen Bildungen, schwarzer, brauner und weißer Jura, von denen der letztere eine besonders große Verbreitung gefunden hat und die Hauptrolle in unserem Bezirke spielt.

Außer den jurassischen Bildungen greift im Nordwesten die Keuperformation in den Bezirk ein und überdies erscheinen die Tertiärgebilde sporadisch dem weißen Jura ausgelagert (siehe | unten). Die vulkanischen Gebilde des Hohentwiels sind bei der Beschreibung von H. besonders behandelt.

Wir beginnen mit der untersten (ältesten) in unserem Bezirk zu Tage gehenden Gebirgsformation, mit dem

1. Keuper, welcher im nordwestlichsten Theil des Oberamtsbezirks auftritt und in die Thäler bei Mühlheim, Weigheim und Trossingen sich hineinzieht (s. die Karte); er beginnt mit den unteren Gipsmergeln, welche sich auf den Markungen Mühlhausen und Weigheim noch geltend machen und dort die unteren Terrainausläufer gegen den Neckar bilden, während er im Trosselbach-Thälchen nicht mehr zu Tage geht. Über den Gipsmergeln lagert der feinkörnige Werkstein (Schilfsandstein) in geringer Verbreitung und erscheint nur auf der Markung Weigheim bauwürdig, während er auf der Markung Mühlhausen schiefrig und nicht mehr brauchbar auftritt. Der Keuperwerkstein wird von den mittleren bunten Mergeln überlagert, welche nirgends eine beträchtliche Ausdehnung erhalten und sich als ein schmales Band zwischen dem Werkstein und dem grobkörnigen, weißen Keupersandstein (Stubensandstein) hinziehen, welch’ letzterer ebenfalls einen nicht bedeutenden Streifen an den oberen Thalgehängen bei Mühlhausen und Weigheim bildet, während er nun auch im Trossinger Thal zu Tage geht und dort an den unteren Gehängen auftritt. Über dem weißen Stubensandstein lagern nur die oberen Keupermergel (Knollenmergel), welche im diesseitigen Bezirk das Schlußglied der Keuperformation bilden, indem das normal oberste Glied derselben, das Bonebed, fehlt oder wenigstens nicht zu Tage geht.

Ein im Keuper angesetzter Bohrversuch am Metzgerbühl (Mark. Mühlhausen) lieferte folgendes Ergebniß:

Meter
Gipsmergel 64,29
Lettenkohlengruppe.
Meter
Dolomitische Gesteine oben von Gips durchzogen 11,69
Mergelschiefer zum Theil von sandiger Konsistenz mit viel Schwefelkies und Lettenkohle 5,20
Gips mit Bleiglanz metamorphosirte Dolomitbank 0,73
Schiefriger Thon 1,46
Lettenkohlengruppe im Ganzen 19,08
83,37
Trigonodusdolomit, poröser Kalkstein mit Feuersteinnestern, drusig, rauh und sandig 27,22
Hauptmuschelkalk, mit dünnen Thonlagen, enthielt gelbe Blende und Schwefelkies 25,50
Anhydritgruppe, gelbe Mergel, Zellendolomite und Stinkkalk mit Hornsteinen, welche 1procentige Sohle lieferten 31,23
Anhydrit oder Gips mit Salzthon 28,35
Ganze Teufe des Bohrlochs 195,67


Wegen Bruch des Gestänges durch einen Höhlenzusammenbruch wurde das Bohrloch 1823 verlassen.

Die Mächtigkeit der Keuperformation ist in Vergleichung mit anderen Gegenden des Landes sehr unbedeutend und sämmtliche Schichten derselben drängen sich so enge zusammen, daß sie kaum die Mächtigkeit von einer Schichte der Formation im Mittellande Württembergs erreichen; so findet man z. B. den Stubensandstein auf der Markung Weigheim mit folgendem Profil von 3. nach unten:

rother Mergel im Wechsel mit sandigen Lagen||2,290
Sandschiefer 0,86 M.
Bänke des Stubensandsteins 1,720
sandige Mergel 0,290
Totale Mächtigkeit der Stubensandsteingruppe 5,16 M.

Die mittlere Mächtigkeit des Keupers beträgt[8] (Württ. Jahrbücher, Jahrgang 1877, Heft V, S. 48) 129,2 m. u. zw. vor und nach dem

Gipsmergel 84,0 M.
Schilfsandstein 02,40
Bunte Mergel 13,50
Stubensandstein 04,40
Knollenmergel 24,90

An organischen Einschlüssen ist im allgemeinen der Keuper in unserem Bezirk nicht reich ausgestattet, namentlich sind die in anderen Landestheilen im feinkörnigen Werkstein so häufig vorkommenden Kalamiten nur spärlich vertreten.

| Die Erhebung des Keupers über dem Meere beträgt auf dem sog. Schelling bei Mühlhausen 779 m und unter der hohen Tanne bei Thuningen 691 m. Zwischen diesen beiden Extremen (dem höchsten und niedersten gemessenen Punkte) bewegen sich die übrigen Erhebungen der Keuperformation in unserem Bezirk.

Über dem Keuper, welcher in unserem Bezirk an keiner Stelle die Hochebene, sondern nur die Abhänge gegen einzelne Thäler bildet, erhebt sich in steiler, stark markirter, jedoch nicht hoher Terrasse

2. Der schwarze Jura (Lias). Er erscheint im Nordwesten des Bezirks in ziemlich namhafter Ausdehnung und verbreitet sich dort über einen Theil der Baar; auf ihm liegen die Orte Schura, Weigheim, Thuningen und Trossingen. Mit dem schwarzen Jura beginnen die jurassischen Bildungen, welche einen Hauptabschnitt im System der Gebirgsformationen bieten; er wird in den unteren (α und β), in den mittleren (γ und δ) und in den oberen (ε und ζ) abgetheilt.

Der untere schwarze Jura (α, β), welcher, wie schon oben angedeutet wurde, sich in unserem Bezirk unmittelbar über den Knollenmergeln des Keupers erhebt, indem das Schlußglied des letzteren hier zu fehlen scheint, beginnt mit einer dunklen Kalkbank, nach dem in demselben vorkommenden Ammonites psilonotus Psilonotenbank genannt, oder wenn diese fehlt mit dem gelblichen Liassandstein (Thalassitenbank). Beide Glieder sind nur ganz schwach vertreten und gehen bald gegen oben in thonreiche bläuliche Kalkbänke mit Ammonites Bucklandi und zahlreichen Gryphiten über, nach denen ihnen der Name Gryphitenkalke beigelegt wurde. Über der Ebene des schwarzen Jura (α) erheben sich nun in schmalem Bande die Turnerithone (β) mit Ammonites Turneri, welche nirgends eine namhafte Ausdehnung erhalten und sich nur westlich von Thuningen etwas geltend machen, sie bilden allmählig einen Übergang zu dem sie überlagernden

mittleren schwarzen Jura (γ und δ); er beginnt mit lichtgrauen, von Kalkbänken durchzogenen Mergeln, von den in ihnen häufig vorkommenden Terebratula numismalis Numismalismergel genannt. Gegen oben mehren sich die Kalkbänke und gehen in Flammenkalke über, mit dem γ abschließt. Über ihnen erscheinen die festen Amaltheenthone mit Ammonites amaltheus und Kostatenmergel (δ) mit zahlreichen Belemniten. Beide Glieder bilden ebenfalls nur schmale Bänder und gelangen an keiner Stelle zu größerer Entwicklung. Über ihnen lagert endlich | der obere schwarze Jura (ε und ζ); er kennzeichnet sich an manchen Stellen mit einer ziemlich stark markirten, jedoch ganz unbedeutenden Terrasse über den mittleren Jura und beginnt mit dem feinblättrigen, bituminösen Posidonienschiefer (ε) reich an Posidonia minuta; am südlichen Saum des schwarzen Jura bildet er eine ebene Platte und hat mit Ausnahme des schwarzen Jura α die größte Verbreitung in der Formation des Lias gefunden. Gegen oben geht er in den Jurensismergel (ζ) über, welcher indessen kaum angedeutet erscheint und der die schwarze Juraformation abschließt.

Die durchschnittliche Mächtigkeit des schwarzen Jura beträgt 56,6 m und zwar:

Meter
Die Psilonoten- und Arietenschichten (Lias α) 10,7 mächtig
00 Turnerithone (Lias β) 20,7  
00 Numismalismergel (Lias γ) 06,6 
00 Amaltheenthone (Lias δ) 07,1  
00 Posidonienschiefer (Lias ε) 09,6  
00 Jurensisschichten (Lias ζ) 01,9  

Von den zahlreichen organischen Einschlüssen, welche der schwarzen Juraformation zukommen, nennen wir folgende:

In dem unteren schwarzen Jura (α β) Ammonites angulatus, A. Bucklandi, A. scipionianus, A. Thalassites concinnus, Th. giganteus, Gryphaea arcuata in großer Anzahl und nicht selten noch mit den Deckeln versehen, insbesondere bei Trossingen, G. obliqua, Nautilus aratus, Pentacrinus tuberculatus, Terebratula ovatissima u. s. w.

Im mittleren schwarzen Jura (γ δ): Ammonites Bronnii, A. amaltheus, A. lineatus, A. striatus, Belemnites elongatus, B. paxillosus, B. compressus, Terebratula numismalis, T. cornuta, Rynchonella variabilis, Rh. amalthei, R. scalpellum, Nucula complanata, Pecten inaequivalvis, Gryphaea cymbium, Pentacrinus basaltiformis u. s. w.

Im oberen schwarzen Jura (Lias ε ζ): Ammonites serpentinus, A. jurensis, A. radians, Belemnites digitalis, B. tripartitus, Mytilus gryphoides, Posidonia minuta, Pecten contrarius, Pentacrinus subangularis u. s. w. Im Jahr 1839 wurden in dem Posidonienschiefer bei Schura bedeutende Reste eines Sauriers beim Graben eines Brunnens aufgefunden, auch sollen Abdrücke von Fischen dabei zu Tage gekommen sein.

| Mineralien finden sich im schwarzen Jura folgende: Kalkspat, Cölestin, Schwerspat (sämmtlich in den Kammern der Ammoniten), Schwefelkies u. s. w.

Die Erhebung des schwarzen Jura über das Meer bewegt sich von 511–755 m.

3. Der braune Jura erhebt sich im Nordwesten des Bezirks theils etwas verflacht, theils merklich ansteigend über den schwarzen Jura und verbreitet sich über die Baarorte Durchhausen, Gunningen, Oberflacht, Seitingen und Thalheim, ferner über die Markung Hausen o. V. bis an den linken Steilrand des Hesselbach-Thals und bildet von Setzingen abwärts die unteren Ausläufer gegen das Elta-Thal bis an den Vereinigungspunkt der Thäler des Faulenbachs und der Elta, von hier zieht er sich das Faulenbach-Thal hinauf bis an die Oberamtsgrenze nördlich von Rietheim, wo er ebenfalls nur die unteren Ausläufer der steilen Thalgehänge bildet, jedoch häufig, wie auch im Elta-Thal von dem von oben herabgekommenen weißen Juraschutt überlagert und nicht mehr sichtbar wird (s. auch die Karte).

Der braune Jura wird wieder in den unteren (α und β), in den mittleren (γ und δ) und in den oberen (ε und δ) abgetheilt.

Der untere braune Jura beginnt mit den Opalinusthonen (α), von dem in denselben häufig vorkommenden Ammonites opalinus, so genannt; er verbreitet sich hauptsächlich am südöstlichen Saum des schwarzen Jura und zieht sich noch in die Thäler des Lombachs bis gegen Gunningen, des Schönbachs bis unterhalb Durchhausen und des Kraienbachs bis Thalheim hinein, wo er die untersten Ausläufer der Thalgehänge bildet. Die Opalinusthone (α) bestehen aus dunklen Thonen, bankweise mit weißen Schalenresten und Thoneisensandstein-Knauern erfüllt, welche gegen oben immer sandiger werden und allmählig in den Eisensandstein (β) übergehen, welcher sich meist in ziemlich steiler Terrasse über die Opalinusthone erhebt und zum Theil namhafte, stark markirte, freie Hügel bildet, wie der Stauffelberg, der Lomberg, das Hasenloch etc. Seine Verbreitung ist sehr beträchtlich und erstreckt sich mit den Opalinusthonen beinahe über das ganze oben angegebene Gebiet der braunen Juraformation mit Ausnahme der ihn überlagernden, unten näher bezeichneten übrigen Schichten der Formation. In den Eisensandsteinen scheidet sich Brauneisenstein als Geoden, theils in Flözen aus, welche im Osten des Landes mehr anschwellen und seit langer | Zeit dort abgebaut und verhüttet werden, während sie in unserem Bezirk sich weniger ausgebildet haben. Über den Eisensandstein erhebt sich in namhafter, zum Theil steiler Terrasse

der mittlere braune Jura (γ und ζ); er beginnt mit den blauen Kalken (γ) welche als ein meist schmales Band über den unteren braunen Jura hinziehen, jedoch etwa eine Stunde unterhalb Thalheim im Kraienbach-Thal unter die Thalsohle streichen, im Mühlbach-Thal bis in die Nähe von Oberflacht die unteren Thalgehänge bilden und auf der rechten Seite des Thals bei Oberflacht unter die Thalsohle ziehen, während sie von letzterem Ort aufwärts im Schönbach-Thale sich von der Thalebene entfernen und wieder über dem unteren braunen Jura hinlaufen.

Auf dem Rücken zwischen der Elta und dem Schönbach, auf welchem die Kapelle und Kirche in Seitingen liegen, bilden die blauen Kalke die schmale Hochebene, endlich treten sie bei dem Horn westlich von Hausen o. V. in den Bezirk und ziehen von da um den Fuß des Hohenkarpfen herum das Kesselbach-Thal hinauf und bilden dort die unteren Gehänge des Thals bis nach Hausen o. V. Vom Kesselbach-Thal ziehen sie auf der linken Seite noch herein in das Elta-Thal und verlieren sich unterhalb Seitingen unter die Thalsohle. Über den blauen Kalken entwickeln sich die Giganteusmergel (δ), welche gegen oben mit den Eisenoolithen den mittleren braunen Jura abschließen. Die Gruppe des braunen Jura δ erscheint als eine auffallend flache Treppe über dem braunen Jura γ und macht sich hauptsächlich am Fuß des schroff ansteigenden Lupfen als ein ziemlich ausgebreitetes Flachland geltend. Eine größere Verbreitung findet sie auch bei Hausen o. V., wo sie zwischen den Thälern der Elta und des Kesselbachs eine Zeitlang die Hochebene bildet und alsdann in einem ziemlich breiten, flachen Bande um den Hohenkarpfen herumläuft. Überdieß erscheint sie noch als ein schmales Band an den linken Thalgehängen des Kesselbachs, streicht aber, wie der unter ihr liegende braune Jura γ bei Seitingen unter die Thalsohle, anfänglich aber unter die von oben herabgekommenen, weißen Juraschutte. Die gleichen Erscheinungen finden wir im Kraienbach-Thal unterhalb Thalheim. Außer dieser angegebenen Verbreitung geht der braune Jura δ nur noch westlich von Rietheim in nicht großer, schmaler Ausdehnung zwischen Trümmerschutt zu Tage. Hierauf folgt gegen oben der obere braune Jura (ε und ζ), welcher mit dem Parkinsonithone und Macrocephalenoolithe (ε) beginnt, es erscheinen graue, milde | Thone mit verkiesten Ammoniten und feinen Muscheln, welche gegen oben von oolithischen Kalken durchzogen werden, mit denen alsdann ε abschließt. Alsdann erscheinen als Schlußglied der braunen Juraformation die Ornatenthone (ζ), theilweise wieder Oolithe einschließend und die scharfe Grenze gegen den weißen Jura bildend. Die Verbreitung oder vielmehr das zu Tage gehen des oberen braunen Jura ist in unserem Bezirk eine unbedeutende und überdies auf eine von den herabgestürzten Trümmern des weißen Jura häufig bedeckte; beide Glieder, von denen ε eine ziemlich steile Terrasse, ζ eine flache, beinahe ebene Treppe über derselben bilden, erscheinen nur östlich von Hausen o. V. am Fuß des Zundelbergs, ferner über dem ersten Absatz des Hohenkarpfen, um den sie im Kreis herumlaufen, ebenso bilden sie ein Band um den Lupfen und endlich gehen sie noch südlich von Thalheim zu Tage, werden aber bald von herabgestürzten Trümmergesteinen der Beobachtung entzogen. Fern von diesen Stellen erscheint noch vereinzelt der obere braune Jura ε als ein unbedeutender Streifen zwischen Trümmerschutt westlich von Weilheim, wo früher in demselben Linsenerz abgebaut wurde.

Die mittlere Mächtigkeit des braunen Jura beträgt in unserem Bezirk 227,5 m und zwar:

Meter
Die Opalinusthone (α) 88,7
00 Murchisonä- und Brauneisensteinschichten (β) 49,0
00 blauen Kalke (γ) 24,3
00 Ostreenoolithe (δ) 15,7
00 Parkinsoni- und Macrocephalenschichten (ε) 40,9
00 Ornatenthone 08,9

Ein Aufschluß am Fahrweg von Hausen o. V. gegen den Hausener Kapf zeigt in dem braunen Jura von unten nach oben folgende Schichtenreihe und Mächtigkeiten:

Meter
Ostreenoolithe (δ) 18,0
Parkinsonithone und Macrocephalenoolithe (ε) 44,0
Ornatenthone (ζ) 06,0
Von den überaus zahlreichen organischen Einschlüssen des braunen Jura, welche jedoch in unserem Bezirke etwas sparsamer als in anderen Gegenden des Landes vertheilt sind, nennen wir im unteren braunen Jura: Ammonites opalinus, A. Murchisonae, Belemnites compressus, B. opalinus, Trigonia clavis, | Nucula claviformis, Pecten demissus, P. personatus, Gryphaea calceola etc.

Im mittleren braunen Jura: Ammonites coronatus, A. Humphrieseanus, A. bifurcatus, Astarte maxima, Belemnites giganteus, Trigonia costata, Terebratula perovalis, valis, Pholadomya Murchisonae, Pecten tuberculosus, Ostrea cristagalli, O. pectiniformis, O. eduliformis u. s. w.

Im oberen braunen Jura: Ammonites Parkinsoni, A. macrocephalus, A. ornatus, A. hecticus, A. convolutus, Belemnites canaliculatus, B. semihastatus, Trigonia costata, Posidonia ornata, Terebratula varians, Nucula Palmae, Ostrea Knorri u. s. w. Wegen der geringen Verbreitung des oberen braunen Jura ist die Ausbeute an Versteinerungen hier eine weit beschränktere, als in manchen anderen Gegenden des Landes.

Von Mineralien kommen in der braunen Juraformation vor: Schwerspat, Cölestin, Braunspat, Kalkspat, Thoneisenstein, Brauneisenstein u. s. w.

Die Erhebung des braunen Jura über das Meer beträgt am Lupfen nördlich von Thalheim 920 m, im Sattel zwischen der Buchhalde und der Winterhalde bei Thalheim 879 m, am Hohenkarpfen 857 m, Blutthalde bei Oberflacht 845 m, Hausenerkapf bei Hausen o. V. 864 m, an der Weilheimer Steige bei Seitingen 800 m, am Erzgrubenhäuslein bei Weilheim 767 m u. s. w. Über dem braunen Jura erhebt sich endlich in sehr steiler und hoher Terrasse

4. Der weiße Jura, welcher den übrigen, weit größten Theil des Bezirks einnimmt und nicht allein den Heuberg, sondern auch die von demselben getrennten Gebirgsstöcke zwischen dem Faulenbach und der Elta, zwischen dem Kraienbach, Elta und Mühlbach und zwischen der Elta, Kraienbach und Donau bildet. Überdies gehört dem weißen Jura an der auf der rechten Seite der Donau in den Bezirk eingreifende Gebirgszug, die sog. Eck, mit Ausnahme der Tertiärgebilde, welche in der Nähe des Witthohs den weißen Jura in nicht großer Verbreitung überlagern.

Der weiße Jura wird ebenfalls in den unteren (α und β), in den mittleren (γ und δ) und in den oberen (ε und ζ) abgetheilt; er beginnt zuunterst an den Steilgehängen und bildet diese theilweise mit den Impressathonen (α) die aus aschgrauen Kalkmergeln mit der zahlreichen Terebratula impressa bestehen, sie verwittern sehr gerne und tragen nicht wenig dazu bei, daß | namentlich in nassen Jahrgängen an den Steilabfällen des weißen Jura Verrutschungen vorkommen, indem die Impressathone schlüpfrig werden und sich hinausschieben, wobei die über ihnen liegenden geschichteten Kalke nachstürzen. Die Impressathone gehen hauptsächlich in der westlichen Hälfte unseres Bezirkes zu Tage, hier bilden sie vereinzelt zuerst den obersten Steilabfall des Lupfen und die steile Kuppe des Hohenkarpfen, während sie zusammenhängend den Steilabfall des Gebirgsstocks zwischen Elta und Faulenbach ringsum bilden; überdies erscheinen sie, jedoch häufig verrutscht und von oben herabgekommenen Trümmergesteinen überschüttet, am Fuß der linken, steilen Gehänge gegen das Faulenbach-Thal und ziehen sich oberhalb Tuttlingen unter die Thalsohle der Elta. Ferner ziehen sie sich in schmalem Bande am Fuß der Gebirgsstöcke zwischen Elta, Mühlbach und Kraienbach und zwischen Elta, Kraienbach und Donau herum und streichen am Einfluß der Elta in die Donau ebenfalls unter die Thalsohlen. Weiter hin gegen Osten gehen sie nur noch an einzelnen Stellen ganz unbedeutend zu Tage, wie bei Ludwigsthal und gegenüber auf der linken Seite der Donau bei der Bleiche, ferner im Lippach-Thal, wo sie am Fuß der beiden steilen Thalgehänge noch als ein ganz schmaler Streifen erscheinen. Gegen oben stellen sich in den Thonen allmählig 1/2′ mächtige Kalkbänke ein, welche zusammenhängend werden und in den weißen Jura (β) übergehen. Dieser mauerartig geschichtete Kalk bildet theils die Hochebene, theils zieht er sich stark markirt an den Steilgehängen und theils am Fuß derselben hin. Im Westen des Bezirks erscheint er zuerst auf der lang gestreckten Kuppe des Lupfen und auf der höchsten Spitze des Hohenkarpfen, eine weit größere Ausdehnung erhält er auf der Hochebene des Gebirgsstocks zwischen den Thälern der Elta und des Faulenbachs. An den Gebirgsstöcken zwischen der Elta, dem Mühlbach und dem Kraienbach und zwischen der Elta, dem Kraienbach und der Donau, wie an den linken Steilgehängen gegen das Faulenbach-Thal, bildet der geschichtete Kalk (β) eine kräftig markirte Terrasse theils in der Mitte der Steilabfälle, die sich allmählig gegen die Thalebene herabsenken und zunächst oberhalb Tuttlingen dieselbe erreichen. Von hier an wird er der nächste Begleiter der Donauebene und bildet die untersten Gehänge derselben auf beiden Seiten, zugleich greift er noch in die Seitenthäler des Donau-Thals hinein und zieht sich namentlich in das Lippach-Thal, hier als Terrasse über den Impressathonen, weit hinein, im Donau-Thal selbst aber zieht er sich bei Mühlheim | unter die Thalsohle und tritt noch einmal an dem vorgeschobenen Berg (Alt-Fridingen) und südöstlich von Irrendorf zunächst der Donau zu Tage. Über dem unteren weißen Jura entwickelt sich der an Versteinerungen reiche, mittlere weiße Jura (γ und δ) und zwar zunächst mit den Spongitenkalken (γ), welche auf dem südlichen Theil des zwischen Elta und Faulenbach hinziehenden Gebirgsstocks (unterem Berg, Weilerberg) die Hochfläche, in den übrigen Gegenden jedoch nur ein schmales Band über den weißen Jura β bilden und nirgends mehr eine größere Verbreitung finden. Über den Spongitenkalken lagern dickgeschichtete Kalkbänke (δ), welche sich theilweise auf dem Gebirgszug zwischen dem Faulenbach-Thal und auf dem Ursenthal und auf dem Gebirgsstock zwischen der Elta, dem Kraienbach und der Donau ganz auf den Hochflächen ausbreiten, sonst aber nur an den Steilgehängen als eine schmale Terrasse hinziehen und an keiner Stelle mehr eine größere Verbreitung erhalten.

1

Es folgt nun der obere weiße Jura (ε und ζ), er beginnt mit ε als ein ungeschichtetes plumpes Gestein (zuckerkörniger Kalk, Marmor und Dolomit), das mit organischen Einschlüssen ebenfalls reichlich erfüllt ist. Die Verbreitung des weißen Jura ε ist eine sehr beträchtliche, indem derselbe die Hochflächen zwischen dem Faulenbach-Thal und dem Ursen-Thal, zwischen dem letzteren und dem Lippach-Thal und zwischen dem letzteren und dem Bären-Thal, wie auch die Hardt größtentheils bildet. Überdies macht sich derselbe auf der rechten Seite der Donau noch ziemlich geltend und bildet dort die unteren, gegen den Fluß hinziehenden Partieen, welche an manchen Stellen noch namhaft in das Gebirge eingreifen. Auch der lang gestreckte, frei stehende Honberg bei Tuttlingen besteht in seinen oberen Theilen aus zuckerkörnigem Kalk (ε). Über dem zuckerkörnigen Kalk tritt endlich als Schlußglied der weißen Juraformation der Plattenkalk, Krebsscheerenkalk (ζ) auf; er überlagert die Hochflächen in kleineren Partieen zwischen dem Ursen-Thal und dem Lippach-Thal (Bräunesberg, Henkerssteig und Hardt), ferner auf dem Gebirgsstock zwischen den Thälern des Kraienbachs, der Elta und des Mühlbachs (oberer Berg, Grashalde), und erhält zwischen Renquishausen und Kolbingen eine sehr beträchtliche Ausdehnung; auch auf der Hardt bei Reinfeld und Irrendorf erscheint er noch in ganz mäßigen Gruppen. Auf der rechten Seite der Donau hat aber der weiße Jura ζ seine weit größte Verbreitung erhalten; hier deckt er beinahe die ganze Hochebene des Gebirges „Eck“, | während er weiter gegen Osten nur noch sporadisch südlich von Fridingen, Bronnen und Irrendorf auftritt.

Der Plattenkalk bricht in schönen 2–3″ mächtigen Platten mit Krebsscheeren, daher er auch Krebsscheerenkalk genannt wird; er wird an mehreren Stellen, namentlich wieder bei Kolbingen, abgebaut und liefert daselbst die bekannten, weithin gesuchten Kolbinger Platten. Die Plattenkalke gehören in den gleichen geognostischen Horizont, wie die berühmten Solenhofer Lithographiesteine, stehen aber denselben an Feinheit und Reinheit des Korns nach und eignen sich deshalb nicht zu lithographischen Arbeiten. Der Plattenbruch im Besitz des Leopold Hipp von Kolbingen zeigte folgendes Profil:

Meter
 Humus und Abraum 1,15
 Brauchbare Platten 1,60
 Trümmergesteine und gelber Letten 0,43
 Feinkörniger Sand 0,60
 Weiße Kalkbank 0,20
 Weißer, zäher Letten 0,35

Mit dem Plattenkalk schließt das in unserem Bezirk so interessant aufgeschlossene, geognostische Stufenland ab. Ehe wir den weißen Jura verlassen, soll noch einer untergordneten jüngeren Bildung desselben gedacht werden, nemlich des sog. Nagelfelsens (Nägelesstein), der sich am Fuß des weißen Jura an einigen Stellen, als losgewordenes, herabgestürztes Trümmergestein abgelagert hat und allmählig mittelst eines aus Süßwasserkalk bestehenden Bindemittels zu einem festen Konglomerat zusammengebacken wurde.

Die mitttlere Mächtigkeit der weißen Juraformation beträgt im diesseitigen Bezirk 280,3 m und zwar:

Meter
Die Impressathone (α) 26,6
00 wohlgeschichteten Kalke (β) 63,4
00 Spongitenkalke (γ) 27,0
00 dickgeschichteten Quaderkalke (δ) 27,3
00 zuckerkörnigen Kalke (ε) 95,5
00 Plattenkalk 40,5

Von dem Bräunisberg bis zur Kapelle (Mark. Nendingen) ist nach den Bestimmungen des Trigonometers Regelmann folgendes Profil des weißen Jura von o. n. u. aufgeschlossen:

|
Meter
W. J. ζ Platten und Kalke auf der Kuppe des Bergs 06,04
„     „ ε Zuckerkörnige Kalke mit gerundeten Quarziten 11,50
„     „ ε Krystallinische lagerhafte, glatte Kalkbank 01,00
„     „ ε Lagerhafte Kalkbänke von krystallinischen Adern durchzogen 05,40
„     „ ε Röthliche zuckerkörnige 00,60
„     „ ε Weißer Jura γ, ε total 48,50
W. J. δ Fleckige Kalkbänke getrennt durch oolitischen Mergelgrus,
„     „ ε nach oben zeigt sich Übergang zur krystallischen Struktur
07,00
„     „ ε Feste Quaderkalkbänke 07,50
„     „ ε Krystallinische Kalkbänke 03,00
„     „ ε Oolitische Quaderkalke 03,00
„     „ ε Bläuliche Kalkbänke mit dunklen Schwammflecken,
„     „ ε durchschwärmt von Scyphiengrus und dunklen, fleckigen Kalkbänken
07,20
„     „ ε Feste, lagerhafte Kalkbank 00,40
„     „ ε Weiße Jura δ total 28,10
W. J. γ Grünliche Kalkmergel wechseln mit Bänken eines mergeligen
„     „ ε Cephalopodenkalks, der viele Ammoniten u.
„     „ ε Belemnites hastatus enthält
24,20
„     „ ε Pentacrinitenbank 00,10
„     „ ε Plumpe Kalkbank mit Rynch. lacunosa 00,40
W. J. β Wohlgeschichtete Biplexkalke 54,26

Die Erhebung über das Meer des bis zu dem Plattenkalk ausgebildeten weißen Jura beträgt auf dem Edenberg (Mark. Fridingen) 816,94 m, bei dem Kolbinger Plattenbruch 870,60 m, auf dem Würtenbühl (Mark. Nendingen) 823,10 m, auf der Flur Obermaden (Mark. Renquishausen) 891,24 m, beim Signalstein auf der Flur Absätze (Mark. Neuhausen o. E.) 805,01 (s. auch oben die Höhenbestimmungen).

Von den sehr zahlreichen organischen Einschlüssen im weißen Jura nennen wir nur folgende und zwar im unteren weißen Jura: Ammonites alternans, A. biplex, A. planulatus, A. flexuosus, Asterias impressae, Belemnites hastatus, Rostellaria bicarinata; Terebratula impressa, T. bisuffarcinata, T. orbis, beide letztere an der Quelle im Ursen-Thal, Pecten cingulatus, Pentacrinus subteres, Fucoides Hechingensis (letztere zwischen Nendingen und Ludwigsthal) u. s. w.

| Im mittleren weißen Jura: Ammonites polyplocus, A. polygyratus, A. inflatus A. lingulatus, Belemnites hastatus, A. costatus, A. parabilis, Terebratula nucleata, T. pectunculus, T. loricata, T. substriata, T. lacunosa, Pecten velatus, P. subpunctatus, Ostrea Römeri, Cidaris coronata. Echinus nodulosus, Sphaerites punctatus, Pentacrinus cingulatus, Ceriophora clavata, Scyphia obliqua, Sc. reticulata, Sc. articulata, Sc. texturata, Spongites vagans, S. dolosus, Gnemidium Goldfussii, Galerites Mandelslohii (letztere im Steinbruch im Seltenthal) u. s. w.

Im oberen weißen Jura: Pterodactylus suevicus, Dracosaurus maximus, Strobilodus suevicus, Sphaerodus gigas, Eryon spinimanus, E. speciosus, Clyphea modestiformis, Pustulina suevica, Pagurus suprajurensis, Ammonites bispinosus, Aptychus laevis, Nerinea depressa, N. suprajurensis, Terebratula trigonella, T. pentagonalis, T. insignis. T. loricata, T. inconstans, Rhynchonella trilobata, Ostrea hastellata, Pecten subspinosus, Trigonia suevica, Pholadomya donacina, Echinus lineatus, Cidaris marginata, C. elegans, C. trispinatus, Lobophyllia suevica, Cnemidium corallinum, Spongites glomeratus, Odontopteris jurensis, Pagurus suprajurensis (letzterer auf dem oberen Berg ostlich von Thalheim) u. s. w.

Endlich haben wir noch der sogenannten kolonisirten Partieen (Nester) im weißen Jura zu erwähnen, welche hauptsächlich zwischen Tuttlingen und Wurmlingen auf der linken Seite der Elta, ferner an der Landesgrenze oberhalb der Spinnerei (Mark. Tuttlingen), und am nördlichen Fuß des Konzenbergs, wie auch im Lippach-Thal westlich von Kolbingen in den Impressathonen (weißer Jura α) auftreten. Etwa in der Mitte der Impressathone erscheinen plötzlich bedenkliche Scyphienmergel auf mit Scyphia obliqua nebst anderen unförmlichen Schwämmen und man findet darin Terebratula lacunosa, Arolica, T. subsimilis, T. orbis, T. strioplicata, T. bissuffarcinata, Eugeniacrinus caryophyllatus, E. Hoferi, E. nutans, Pentacrinus cingulatus, Ammonites alternans, A. complanatus, A. biplex, Crania porosa, Cidaris cucumis, C. coronatus u. s. w.

In dem geschichteten Kalke (weißer Jura β) kommen einzelne Kolonien im Ursenthal westlich von Alt-Rietheim vor, in denen besonders Ammonites bimammatus, A. flexuosus, A. biplex leitend sind.

| Von Mineralien kommen im weißen Jura krystallisirter Quarz im Plattenkalk, Kalkspat in Klüften, Chalcedon, Cölestin, an vielen Stellen Bohnerz in Mulden und Spalten u. s. w. Die im Plattenkalk häufig vorkommenden Dentriten sind insbesondere bei Kolbingen sehr reichlich vertreten.

5. Von den tertiären Bildungen überlagert die Meeresmolasse den weißen Jura im Süden des Bezirks und ragt dort vom Lohhof einerseits bis gegen den Aichhalderhof, andererseits bis auf 1/4 Stunde südlich von Tuttlingen in unseren Bezirk herein, an letzterer Stelle lagert auch zwischen dem weißen Jura und der Meeresmolasse unterer Süßwasserkalk. Überdies erscheint sie noch sporadisch kleine Stellen deckend, nordöstlich von Tuttlingen bei der Kesselgrube, ferner an 3 Stellen im Donau-Thal bei Fridingen und endlich an 3 Punkten auf der Mark. Irrendorf, wo sie sich in unserem Bezirk am weitesten gegen Norden vorgewagt hat. Auch bei der getrennt vor dem Oberamtsbezirk gelegenen Parzelle Bruderhof lagert Meeresmolasse (s. auch die Karte). Die bei Fridingen vorkommende Meeresmolasse enthält, abweichend von den übrigen Vorkommnissen, Geschiebe von Granit, Porphyr etc.

Bei Neuhausen o. E. kommt unterer Süßwasserkalk mit einigen Helixarten vor.

6. Die vulkanischen Gebilde (s. hierüber hinten die Beschreibung von Hohentwiel).

7. Das ältere Schwemmland (Diluvium) beschränkt sich hauptsächlich auf Lehm, der meist mit Geröllen gemengt ist, und sich in der Donau-Thalebene, wie auch an den sanften Ausläufen der Steilgehänge gegen dasselbe abgelagert hat. Auf den Höhen hat er nur nördlich von Tuttlingen in den Wäldern Eichen und Kayh, wie an einigen kleinen Stellen auf dem nördlich von Nendingen gelegenen Bräunisberg Platz gegriffen. Lehm mit kantigem Kies (Juraschutt) gemengt kommt vorzugsweise am Fuße der Gehänge gegen das Faulenbach-Thal vor.

8. Das jüngere Schwemmland (Alluvium) verbreitet sich hauptsächlich in der Thalebene der Donau und in einigen Seitenthälern derselben, namentlich in dem Elta-Thale; es besteht aus Lehm, Sand, Geröllen u. s. w. und bekundet meist in seinen Bestandtheilen die Gebirgsformationen, welche die Gewässer in jüngerer Periode, als die der Diluvialzeit, berührten, theilweise losrißen und wieder abgelagert haben und immer noch ablagern; eine namhafte Rolle spielen dabei die von den Steilgehängen | und Höhen herabgestürzten Trümmergesteine, die sich in Folge der fortwährend an den Schichten des weißen Jura nagenden Verwitterungen an dem Fuß der Steilgehänge ablagern und zum Theil mittelst eines kalkreichen Bindemittels die sog. Nägelesfelsen gebildet haben.

Jüngerer Süßwasserkalk (Kalktuff) kommt nur bei Altstadt vor und Torf wird auf den Markungen Schura und Weigheim gewonnen (s. den Abschnitt Gewinnung von Mineralien).

Überblicken wir kurz das Ganze noch einmal, so kann uns die Erscheinung nicht entgehen, daß die Gebirgsschichten theilweise unter die Thalsohlen ziehen und thalabwärts normal höher liegenden Schichten Platz machen; es ziehen z. B. die Impressathone (weißer Jura α) am Fuß der beiden Elta-Thalgehänge hin und streichen in der Nähe des Donau-Thals oberhalb Tuttlingen unter die Thalsohle, so daß der nächste Begleiter der Donau, mit wenigen, ganz unbedeutenden Ausnahmen, der geschichtete Jurakalk (weißer Jura β) wird. Aber auch dieser streicht schon unterhalb Mühlheim unter die Thalebene, um dem Spongitenkalk (weißer Jura γ) die Stelle zu räumen. Auch im Lippbach-Thale gehen die Impressathone am Fuß der Thalgehänge zu Tage und verschwinden in der Nähe des Donau-Thales unter die Thalsohle u. s. w.

Wenn nun die Lagerung der Gebirgsschichten eine horizontale wäre, dann müßte gerade das Gegentheil eintreten; die immer tiefer in das Gebirge eingreifenden Flüsse würden thalabwärts allmählig tiefer liegende Gebirgsschichten zu Tage legen, während sie in unserem Bezirk höher liegende zu ihrem nächsten Begleiter erhalten.

Hieraus geht ein beträchtliches Einfallen der Gebirgsschichten klar hervor, welche sich theils gegen Süden, theils gegen Osten merklich neigen.


Pflanzen und Thierreich.
Pflanzen.[9]
Die Flora des Oberamtsbezirkes darf sich eines besonderen Reichthums rühmen. Wohl wenige Bezirke des Landes besitzen eine so ausgeprägte und reiche Gebirgs- und Felsenflora wie diejenige | unseres Oberamts. Und in der That, keine Örtlichkeit im ganzen Amte liegt unter 600 m; selbst der etwas fremdartig hereinragende Hohentwiel erhebt sich bis 691 m und nur seine Basis mit der ihm gegenüberliegenden, durch den Achfluß stark getrennten, weiteren württemb. Exclave Bruderhof hebt in einer Region von 427 m an, die Höhen des Heubergs gehen bis zu 980 m.

An den riesenmäßigen Felsen, zwischen welchen sich die Donau von Mühlheim an durchwindet, sammeln wir zahlreich häufig jene Fels- und alpinen Formen, welche dem Botaniker auf dem Wege nach den Alpen wie ein Vorgeschmack, wie eine der ersten Stationen erscheinen. Und geht er weiter dem Süden zu, so trifft er auf dem Hohentwiel die meisten dieser Gewächse wieder, wie auch die Pflanzendecke der Berge vulkanischen Ursprungs sich enge an diejenige der Kalkberge anschließt wegen des gemeinsamen, felsigen und trockenen Bodens, wenn auch nicht in dem Maße (wie wir später an mancher Pflanzenart sehen werden), wie dies z. B. Thurmann in seinem bekannten Werk über die Pflanzen des Juras angenommen hat. (Essai de Phytostatique appliqué à la chaîne du Jura etc. par Jules Thurmann, Berne 1849.)

Aber auch die bewaldeten Abhänge der Juraberge zeigen eine Fülle von Gewächsen, die wir, bei uns wenigstens, gewöhnlich nur auf der an phanerogamischen Pflanzen so reichen Alb anzutreffen gewohnt sind.

Jurakalk wird übrigens auch um den Hohentwiel im Basalttuff angetroffen, derselbe ist sicherlich aus der Tiefe mitgerissen worden, da die Formation nur wenige Stunden im Hohen-Randen vorbeistreicht. Da alle möglichen Einschlüsse von Granit Gneiß etc. vorhanden sind, so wird die ganze Masse gegen Süden und Südwesten wohl als Auswurfsmaterial gelten können, zudem der Kalk sichtlich durch Feuer verändert ist. Bei dieser Gelegenheit mag erwähnt sein, daß ich am Nordfuß des Berges ein Lager rother und grüner Mergel mit Sandbrocken – nach Fraas dem Tertiärsandstein angehörig – beobachtet habe.

Da wo im Südosten des Oberamts das Gebiet sich schmal in das Großherzogthum Baden erstreckt, liegt auf wasserhaltigem Tertiärgebirge der feuchte Schindelwald (so – und nicht Schindlerwald geheißen) wo sich im Schatten starker Nadelhölzer auf altem Sumpfboden, dem Rest eines Hochmoors, eine Vegetation ähnlich der des Oberlandes angesiedelt hat, ein vollendeter Gegensatz zu | den dürren Formen des Juras. Eine Meereshöhe von circa 2400′ begünstigt noch die Ansiedlung einiger subalpinen Gewächse.

Die Donau liefert manche Wasser- und Sumpfpflanze, welche sonst in einem Juragebiete eine Seltenheit sind oder gänzlich fehlen.

Das alte Korngäu – die Baar – ist reich an Pflanzen des bebauten Landes und an Wegelagerern.

Die Flora der Gegend um den Bruderhof, in der Hauptsache eine Sandflora, stimmt mit der benachbarten Bodensee- und Rheinthalflora überein, sowie auch die Torfwiesen der Ach (Wiesenmoor) die Vegetation der Bodenseeriede, wie z. B. bei Radolfzell und Konstanz, zeigen.

In den Weinbergen des Hohentwiels – Dank ihrer günstigen Exposition und ihres warmen Bodens – sieht man die meisten den Weinbau begleitenden Gewächse des Unterlandes wieder. Aus dem Verwitterungsprodukt um den Hohentwiel ist ein schwerer, lehmiger Ackerboden hervorgegangen, welcher in seinen Unkräutern vielfach an die schweren, thonigen Böden des Unterlandes, z. B. der unteren und mittleren Mergel des Keupers erinnert.

Für die Felsenflora des Donauthales von Tuttlingen bis über Sigmaringen und die hier auftretenden subalpinen und alpinen Pflanzen gibt es vielleicht ein eigenes Moment – nämlich die sehr geringe jährliche Regenmenge – ähnlich der raschen Abnahme der Niederschläge in den Alpen. So hat Sigmaringen nach 10jährigem Durchschnitt nur 374 mm Regen. Der im Westen vorgelagerte Heuberg, die höchste Erhebung unserer Alb, wird fast rechtwinkelig von der herrschenden Regenrichtung getroffen, die Regenwolken laden den größten Theil ihres Inhaltes vorläufig hier ab und die gegenüberliegende südliche Abdachung liegt auf diese Weise im „Regenschatten“, wenn dieses Wort – analog dem „Windschatten“ hier erlaubt ist. Namentlich im Sommer dürften die Niederschläge über den lang gedehnten Felspartieen besonders gering sein, da die von dem Kalkgestein lebhaft erwärmte, dünne, aufsteigende Luft, einen Niederschlag lange verhindert. Alle Felsbewohner im Jura, dasselbe gilt von den basaltischen Gesteinen, sind deshalb mehr oder weniger gerüstet, die Sommer-Campagne zu ertragen, am meisten wohl die an den Klingsteinfelsen des Hohentwiels wachsende Sedum dasyphyllum L., deren saftige, kugelig gedrungene Blättchen noch mit einem feinen Haar-Überzuge bekleidet sind, um vor der austrocknenden | Gewalt der glühenden Sonnenstrahlen noch mehr geschützt zu sein, wie die übrigen, größer organisirten Fettpflanzen, die den gleichen Standort bewohnen.

Auch die Organisation aller übrigen Felsenpflanzen ist darauf berechnet, große Dürre unbeschadet zu ertragen. Frühe Blüthezeit vor Eintritt der heißen Monate; behaarter oder sonst überzogener Blätter und Stengel (beide Eigenschaften ausgezeichnet bei Alyssum montanum L., blühte 1877 schon am 1. April), starker Oberhaut der Blätter mit wenig Spaltöffnungen und dadurch oft herbeigeführter saftiger Organe etc. bedient sich die Natur, um die Existenz vieler Pflanzen auch auf so schwierigem Terrain noch möglich zu machen.

Mit der Flora von Tuttlingen ist der Name C. A. Rösler unzertrennlich verknüpft. Dieser außerordentlich fleißige Sammler und gewissenhafte Beobachter lebte in den 1830er Jahren in Ludwigsthal. Er ist der Begründer unserer Kenntnis der Flora des Bezirks, auf ihm haben wir fortgebaut.


Der Wald.

Im Bezirk Tuttlingen vollzieht sich der Übergang zwischen Schwarzwald und Alb. Die reinen Laubholzbestände des Kalkbodens gehen allmälig in Nadelholz über, so daß im Westen schon ganze Bestände von Fichten mit viel Tannen und Forchen vorherrschen. Doch hat eine intensive Waldkultur auch hier Vieles verändert und sehen wir deshalb auf reinstem Kalkboden oft Forchen, zuweilen Schwarzforchen, als Vorbau, Fichten an einigermaßen besseren Plätzen und Tannen unter Laubholzschutzbestand. Auch hier wird der Lärche die gehörige Aufmerksamkeit geschenkt (die sie auf der Alb längst mehr verdient hätte) und sehen wir hin und wieder erstarkte Kulturen, wie z. B. am Schloßberge bei Ludwigsthal.

Aus dem oben erwähnten Umstande, daß im Bezirk der Übergang vom Laubholzgebiete der Alb zu dem des Nadelholzes im Schwarzwalde stattfindet, erklärt es sich, daß wir bei der Flora es sowohl mit Erzeugnissen des Buchen-, als Fichtenklimas zu thun haben und trägt diese Thatsache nicht wenig zum Reichthume an Arten bei.

Die Hainbuche kommt zwar überall eingesprengt vor, hat aber nur in den Hohentwieler (Bruderhof-) Waldungen einigermaßen Bedeutung, indem sie dort der Rothbuche oft in Länge | und Stärke nicht viel nachsteht. Nur daselbst und im Schindelwald auch die gemeine Erle.

Im Bezirk ist die Grenze der Eiche. Während die Hohentwieler Waldungen noch beide Eichenarten – Stiel- und Traubeneiche – aufweisen, wobei die Traubeneiche überwiegt, hat der Hohentwiel auf der Höhe neben der ersteren Art (Quercus pedunculata Ehrh. mit sehr kurz gestielten, geöhrten Blättern) einige Gebüsche der Traubeneiche, und höher hinauf, z. B. in der Baar, kommen nur noch vereinzelte Exemplare der Q. ped. vor, so ein Feldbaum bei Thalheim, ein Baum auf der Höhe bei Möhringen, kleine Bäume im Wurmlinger Kay, Grenze bei c. 860 m, ähnlich wie im Allgäu (Sendtner, Vegetationsverh. Süd-Bayerns, wo ebenfalls pedunculata weit höher geht als sessiliflora, welche nach Grisebach auch im Norden bälder zurückbleibt).

Als eigentliche Waldbäume kommen noch vor die drei Ahorne (Acer pseudoplatanus, A. platanoides und A. campestre), von Linden (nur Tilia parvifolia Ehrh.) und namentlich die Esche (Fraxinus excelsior), ebenso die Ulme, Ulmus campestris L., sehr selten ist die Erle (Alnus glutinosa), außer der gewöhnlichen Birke (Betula alba) kommt auch die weichhaarige (B. pubescens) vor, die Zitterpappel (Populus tremula), die Salweide (Salix Caprea).

Außer den genannten verzeichnen wir noch folgende Holzgewächse:

Taxus baccata L. bei Kolbingen und im Wurmlinger Gemeindewald nach Hrn. Revierförster v. Gaisberg, überall der gemeine Wachholder (Juniperus communis), Salix nigricans Fr. bei Thalheim, der Pimpernußstrauch (Staphylea pinnata L.) Nendingen und Tuttlingen, von Hollundern Sambucus racemosa und nigra L., die Felsenbirne (Aronia rotundifolia Pers.), die Steinmispel (Cotoneaster vulgaris) überall auf Felsen, die weichhaarige Felsenbirne (Coton. tomentosa Lindl.) im Duttenthal bei Tuttlingen. Der Kreuzdorn Rhamnus cathartica L. häufig, klein mit dichtbehaarten Blättern, Felsen bei Fridingen, im Mohrentobel bei Ludwigsthal der Felsenkreuzdorn Rh. saxatilis L. Von Sorbus-Arten (Vogelbeeren etc.) ist von Rösler bei Nendingen ein eigenthümlicher Baum, nämlich ein Bastard zwischen der Mehlbeere S. Aria L. und der Elsebeere S. torminalis Cr. entdeckt worden, derselbe führt den Namen: S. latifolia Pers. oder richtiger: S. Aria-torminalis Irm., die Früchte heißen Saubeeren. Die Mehlbeere, wie in allen Albwaldungen sehr häufig, auch die Elsebeere und die Vogelbeere S. aucuparia L. – | Prunus Mahaleb L. bei Irrendorf. Der Seidelbast (Daphne Mezereum und D. Cneorum), letzterer auf dem Withoh und in dem Nendinger Gemeindewald.

Einige seltene Rosen sind zu erwähnen. Rosa rubrifolia Vill. Kolbingen, R. rubiginosa, Rosa alpina L. daselbst und bei Bronnen, R. pimpinellifolia Dec. sehr verbreitet, R. tomentosa Sm. nicht selten. Verbreitet ist der Geisklee, Cytisus nigricans L., Lonicera alpigena L. häufig als Unterholz, ja Forstunkraut überall um Tuttlingen. Ribes alpinum L. Von diesen Holzgewächsen sind dem Bezirk ganz eigenthümlich: Rhamnus saxatilis und Rosa alpina.


Die Flora.

Eine ausgezeichnete Wald- und Gebirgsflora (mit Ausschluß der Felsenpflanzen, Sumpfgewächse und Sporenpflanzen, welche besonders aufgeführt werden) ist zu verzeichnen. Bemerkenswerth sind einige Gräser, wie Melica uniflora Retz, Elymus auropaeus L., Festuca silvatica Vill. und F. gigantea Vill. überall an entsprechenden Standorten. Ebenso zwei Carices (Riedgräser) des trockenen Bodens, nämlich C. humilis Leyss. und C. ornithopoda Willd., Luzula maxima Dec. Waldungen um Tuttlingen, Tofjeldia calyculata Wahlbg. gegen Immendingen. Gemein ist die ästige Zaunlilie Anthericum ramosum L., zwei Arten seltener Maiblumen, nämlich Convallaria verticillata L. und C. Polygonatum L. sind häufig, Ornithogalum silvaticum Pers, der Waldgelbstern häufig, Leucojum vernum L. das Schneeglöckchen. Im hochgelegenen Schindelwald Veratrum album L., der weiße Germer (nach Rösler, 1876 und 1877 nicht mehr beobachtet), Muscari botryoides L., Lilium Martagon L. An Orchideen ist die Umgebung von Tuttlingen besonders reich und wären hier namentlich zu erwähnen: die Korallenwurzel Corallorizha innata R. Br., Goodyera repens R. Br., Orchis pallens L., O. ustulata L., O. militaris L., O. fusca L., Platanthera chlorantha Cust., Himantoglossum viride Rich., Ophrys muscifera Huds., Spiranthes autumnalis Rich., Epipactis atrorubens Schult., Cephalanthera rubra Rich. und C. grandiflora Bab., Epipogium Gmelini Rich. Exemplar aus der Wurmlinger Gegend, im Besitze des Herrn Dekans Dr. Hartmann in Tuttlingen. Sehr verbreitet ist der Frauenschuh, Cypripedium Calceolus L., im ganzen Lande wohl hier am häufigsten.

| Asarum europaeum L.; drei Wolfsmilcharten: Euphorbia amygdaloides L. mit E. dulcis L. und E. verrucosa L., Polygonum viviparum L., auf dem Heuberg, Thesium montanum Ehrh. Wurmlingen z. B. nebst Th. pratense Ehrh. In den tiefschattigen Waldungen des Schindelwaldes: Veronica montana L., Digitalis grandiflora Lam. überall. – Auf dem Heuberg Melampyrum silvaticum L. Die Kugelblume Globularia vulgaris L. häufig an sonnigen Abhängen. Von Labiaten das prächtig blühende Immenblatt: Melittis Melisophyllum L., Nepota nuda L. zwischen Aldingen und Tuttlingen; Gemein: Stachys alpina L., Teucrium montanum L., Rhinanthus angustifolius Gm. Berge um Tuttlingen. Das seltene Sperrkraut: Pelemonium coeruleum L. bei Thalheim und in Wiesengebüschen am Schindelwald, in letzterem Lysimachia nemorum L., der große Steinsame Lithospermum officinale L. nicht selten.

Die stattliche Gentiana lutea L. hin und wieder, so namentlich bei Fridingen, G. cruciata L. Gemeine Erica oder Calluna vulgaris L. mit der behaarten Form, C. pubescens im Schindelwald, meist weißblühend. Pyrola minor L., P. secunda L., auch die reizende P. uniflora L. verbreitet.

Von Stellaten sind seltener Asperula tinctoria L. bei Wurmlingen, häufiger A. galioides M. B., Galium boreale L.

In allen Waldungen findet sich Campanula persicaefolia L. und nach Döll im Donauthale C. pusilla Haenke. Verbreitet ist Phyteuma orbiculare L. und in der Baar Ph. nigrum Schm.

Die Compositen stellen mehrere ausgezeichnete Arten. So Petasites albus Gaertn. bei Stetten, Arnica montana L. auf dem Heuberg. Gemein Buphthalmum salicifolium L. und Aster Amellus L., ebenso A. Bellidiastrum Scop. Tuttlinger Berge, Chrysanthemum corymbosum L., Centaurea montana L., Carduus defloratus L., Serratula tinctoria L., Hieracium Nestleri Vill., Crepis taraxacifolia Thuill., Cr. alpestris Tausch und Cr. succisaefolia Tausch., um Tuttlingen.

Von Ranunkulaceen sind folgende bemerkenswerth: Thalictrum minus L. Felsen bei Fridingen etc. Th. galioides Nestl. am Leitenberg, Anemone Hepatica L. mit A. Pulsatilla L. häufig auf allen Bergen, A. narzissiflora L. Wurmlingen (Seltel) und in den benachbarten badischen Juragegenden bei Bachzimmern, Geisingen etc., A. ranunculoides L. Ranunculus aconitifolius | L. wohl überall, R. montanus Willd. Ludwigsthal; sehr häufig ist R. lanuginosus L., Trollius europaeus L. Wiesen am Schindelwald etc., verbreitet Helleborus foetidus L.

Wie am Roßberge und Dreifürstensteine der mittleren Alb eine Varietät der Aquilegia vulgaris mit dunkelvioletten Blüthen vorkommt, so auch hier bei Wurmlingen (A. atrata Koch). Zwei Eisenhutblüthige Aconitum variegatum. L., Heuberg etc. und lycoctonum L., Actaea spicata L.

Von der Gattung Corydalis zwei Spezies, nämlich die nicht seltene C. cava Schweigg. und C. solida digitata Sm.

Einige Cruciferen sind zu erwähnen. Lunaria rediviva L. bei Fridingen; häufig Thlaspi montanum L., Cardamine silvatica Lk. und C. Impatiens L., Dentaria digitata Lam. die gefingerte Zahnwurzel, im Duttenthal; Arabis pauciflora Garke, Kolbingen, Sisymbrium strictissimum L. Gebüsche an der Donau, Turritis glabra L. Thurmkraut, häufig; noch häufiger ist Arabis hirsuta Scop., Viola mirabilis L. häufig, ebenso die wilde Balsamine Impatiens noli tangere L., Geranium silvaticum L.

Polygala Chamaebuxus L. Einziger Standort dieses zierlichen, immergrünen Sträuchleins in Württemberg, von den Alpen herübergekommen (geht nördlich bis Böhmen, Nürnberg, Vogesen auf dem Hochfelde).

Umbelliferen, Doldenpflanzen. Astrantia major L., Bupleurum longifolium L. und B. falcatum, überall. Die stattliche Bergheilwurz Libanotis montana All. Tuttlingen und Fridingen, Peucedanum Cervaria L. In allen Laubwaldungen wächst Laserpitium latifolium L., Silaus pratensis L., Chasrophyllum hirsutum L. nicht so selten im Jura, namentlich nicht wie Thurmann annimmt, so in allen wasserreichen Alb-Thälern gegen Süden, auf Wässerwiesen, an Ufern etc., aber nur bei Wasser von niederem und konstantem Wärmegrade, die Quelle im Sommer nicht über 7 bis 8° R. und der Wasserlauf in der Nähe der Pflanzen nicht über 11°; ändert sich letzteres Verhältniß bei längerem Laufe der Gewässer, so bleibt die Pflanze zurück. Ch. temulum L. und Ch. aureum L., Pleurospermum austriacum Hoffm. der Rippensame, zwischen Eßlingen und Thalheim unweit der Landesgrenze. Das bleiche Hexenkraut Circaea alpina L. im Schindelwald, Rubus saxatilis L. überall. Nicht selten Vicia silvatica L., und V. dumetorum L., in Waldungen, häufig V. tenuifolia Roth., dann Coronilla | montana Scop., Trifolium rubens L. und Tr. alpestre L., Potentilla opaca L.

Felsenpflanzen. Festuca ovina L. var. glauca Koch, ganz charakteristisch für Felsen, Sesleria coerulea L. überall. Allium fallax Don., bei Fridingen etc., Rumex scutatus L., Androsace lactea L. Fridingen und Beuron, eine der wenigen Pflanzen, welche wirklich nur auf Kalk vorkommen, in Württemberg nur hier beobachtet und der nördlichste Standort dieser Pflanze der Kalkalpen überhaupt.

Sehr häufig sind: Valeriana tripteris L., Artemisia Absinthium L., Leontodon incanus Schrank, bei Fridingen, Bronnen etc., Hieracium Jacquini Vill., H. bupleuroides Gm. bei Fridingen, Bronnen und Beuron, Alyssum montanum L. mit Draba aizoides L. Zwei eigentliche Alpenpflanzen: Cochlearia saxatilis Lam. bei Irrendorf und Biscutella laevigata L. bei Bronnen, Beuron und Werenwag. Sisimbryum austriacum Jacq. Bronnen, Arabis arenosa L. überall auf allen Felsen.

Sedum boloniense Lois. bei Ludwigsthal, Saxifraga Aizoon L. Die Felsennelke Dianthus caesius L. verbreitet. Coronilla vaginalis Lam. über der Mühlheimer Altstadt.

Pflanzen der sonnigen Abhänge, Weg- und Ackerränder, sowie des bebauten Bodens. Es sind hier anzuführen: um Tuttlingen der immer seltene Hafer der Ödungen, Avena pratensis L., Phleum phalaroides Köler, Lolium linicola Sond. (in jedem Leinacker), Stipa pennata L. Irrendorf auf Felsen, sonst keine Felsenpflanze, sondern nur Pflanze sehr dürrer Standorte, daher vielfach auch auf Sandfeldern wie in den Rheinlanden etc. immer noch der einzige Standort in Württemberg. Das Vorkommen dieses Grases illustrirt am besten das trockene, Eingangs erwähnte Klima, Stipa ist eine Steppenpflanze und gehört der zentralen, europäisch-asiatischen Zone an, welche durch eine nordwestliche Vegetationslinie begrenzt ist.

Allium oleraceum L., Ornithogalum umbellatum L., Scilla bifolia L., die Sternhyacinthe um Tuttlingen und Ludwigsthal. Sehr häufig ist die schöne Daphne Cneorum L. Veronica praecox All., Linaria spuria Mill.; von Orobanche-Arten: O. Galii Duby, O. epithymum Del., O. Teucrii F. Schultz, auf Teucrium montanum bei Wurlingen; O. coerulea Vill. und O. ramosa L., Stachysannua L., Salvia verticillata L., Teucrium chamaedrys L. und T. Botrys L., Ajuga chamaepitys L. – Von Borrogineen: Asperugo procumbens | L. bei Bronnen. Der schöne Venusspiegel Specularia Speculum Dec., sehr häufiges Ackerunkraut, ebenso die seltene Sp. hybridra Dec. Einige Synanthereae wie Carduus acanthoides L., Cirsium Eriophorum L., Lactuca perennis L., Senecio viscosus L. Zweifelhaft erscheint die Achillea nobilis L. bei Ludwigsthal. Erysimum crepidifolium Rchb., Neslia paniculata Desv., Papaver dubium L., Alsine tenuifolia Wahlb. (am Honberg), Cerastium semidecandrum L. (in der Baar), Silene linicola L. Bronnen und sonst im Lein nicht selten, Dianthus prolifer L., Scleranthus perennis L. (Ludwigsthal). Die Malve der Alb: Malva Alcea L. häufig und am Eisenbahndamm die Moschusmalve: M. moschata L., Nigella arvensis L. in der Baar. Saxifraga tridactylites L. überall. Pflanzen feuchter Wiesen und Moore, Sumpf- und Wassergewächse. Glyceria aquatica Presl. bei Ludwigsthal, Eriophorum vaginatum L., Schindelwald. An der Donau einige seltene Binsen, wie Scirpus maritimus L., Sc. acicularis L. und Sc. compressus Pers., daselbst die schöne Blumenbinse mit dem Kalmus Butomus umbellatus L., Acorus Calamus L. Von Laichkräutern (Potamogeton), P. densus L., P. obtusifolius Met. K., P. lucens L. und P. pectinatus L., Zanichellia palustris L. Im Schindelwald: Triglochin palustre L., Salix repens L. (Moorweide), Polygorum Bistorta L., Scutellaria galericulata L., Pedicularis silvatica L. und Utricularia minor L., Pinguicula vulgaris L. gegen Hausen o. V., Rietheim und Bachzimmern. Die Primula farinosa L. bei Ludwigsthal. Lysimachia thyrsiflora L. Verbreitet ist Gentiana verna L. am Schindelwald den 16. Aug. 1876, zum zweitenmale blühend, daselbst G. Pneumonanthe L., Erythraea pulchella Pers. und Menyanthes trifoliata L. Ebenso die Gruppe der Vaccinien: V. uliginosum L. mit der gemeinen V. Myrtillus L. und der Preißel- und Moosbeere: V. Vitis Idaea L., V. oxycoccos L. nebst der reizenden Andromeda polifolia L. Letztere übrigens sehr selten, wie überhaupt, seit Rösler dort sammelte, Vieles ganz selten, oder gar verschwunden ist. Der Schindelwald hat viel von seinem sumpfigen Charakter durch Grabenziehungen, Kulturen etc. verloren, auch die dortigen Wiesen sind nicht mehr wild wie früher, sondern werden jetzt theils gedüngt, theils aufgeforstet und verlieren hiedurch langsam ihre wilde Flora. Mit genannten Ericaceen kommt ebenfalls Epilobium palustre L. in einer kleinen, behaarten Form β pilosum vor, E. reseum L. | an der Donau. Von Compositae sind nur wenige, sumpfliebende zu verzeichnen. Crepis paludosa Mnch., Senecio aquaticus Huds., Cirsium bulbosum Dec. Nasturtium palustre Del. und N. amphibium R. Br., Stellaria glauca With. Im Schindelwald ferner: Spergula nodosa L. Das Sumpfveilchen, Viola palustris L. mit dem Sonnenthau: Drosera rotundifolia L.

Nicht selten sind Geranium palustre L. und Parnassia palustris L., letztere zeigt die bekannte Erscheinung, daß Pflanzen, welche zugleich im Gebirge und in der Ebene vorkommen, gewöhnlich im Gebirge zuerst ihre Blüthen entfalten, wie Colchicum, Erica, Enziane u. A. So traf ich 1876 die Parnassia am Schindelwald 705 m den 16. August in voller Blüthe, auf den Bruderhofwiesen dagegen die ersten Blüthen am 26. August, also 10 Tage später bei einem Höhenunterschiede von 270 m. Thysselinum palustre Hoffm. (Schindelwald), um Tuttlingen Cicuta virosa L., Phellandrium aquaticum L. Das Fünfblatt Comarum palustre L. noch häufig im Schindelwald; um Tuttlingen: Tetragonolobus siliquosus Roth., Trifolium hybridum L., Tr. fragiferum L., Tr. filiforme L., Potentilla supina L.

An Sporenpflanzen oder kryptogamischen Gewächsen ist der Bezirk nicht sehr reich, da er überwiegend der Juraformation angehört.

Von Pilzen wären zu erwähnen die eßbare Spizmorchel Morchella conica Pers., sie findet sich im Frühjahre nicht selten in den Nadelwaldungen des Bezirks und wird zum Küchengebrauche gesammelt. Der trockene Spätsommer und Herbst 1877 war wieder sehr ungünstig zur Beobachtung von Pilzen.

Von Flechten einige homöomerische, Kalkfelsen bewohnende, so z. B. Collemma (Synechoblastos) turgidum Ach. mit C. granosum Wulf. Von heteromerischen Flechten: Psoroma crassum Ach. bei Fridingen etc. Amphiloma Callopisma Ach., Endocarpon miniatum Ach. verbreitet, Sphyridium fungiforme Schrad. im Schindelwald, hie und da Imbricaria Acetabulum Neck., die isländische Moosflechte Cetraria islandica L. häufig, namentlich auf dem Heuberge. Von dem Heer der überall gemeinen Lecidien, Lecanoren, Parmelien etc. soll nichts weiter aufgeführt werden.

Von Lebermoosen kommt die Marchantia polymorpha im Schindelwald vor, ebenso die Sphagnoecetis communis (Jungermannia Sphagni Dicks).

| Einige bemerkenswerthe Laubmoose seien erwähnt. Im Schindelwald die Torfmoose: Sphagnum cymbifolium Ehrh. mit Sph. acutifolium Ehrh., Aulacomnium palustre Schwaeg. Campylopus torfaceus Br. et Sch. und Hypnum nitens Schreb. Leucobryum glaucum Hedw. Bei Fridingen, überhaupt auf allen Kalkfelsen: Trichostomum flexicaule Schwaegr. mit Barbula tortuosa W. et M., Grimmia (Gümbelia) crinita Brid. auf altem Mörtel am Mauerwerk der Ruine Honberg der Stadt Tuttlingen. Dicranum montanum Hedw., Neckera crispa Hedw. (verbreitet an Kalkfelsen) und nicht selten das schöne Astmoos, Hypnum crista castrensis L.

Die Farnkräuter liefern einiges Interessante. Scolopendrium officinale Sw. nicht selten, Aspidium aculeatum L. bei Bronnen, A. spinulosum L. im Schindelwald, Asplenium viride Huds. bei Fridingen, Cystopteris fragilis Bernh. überall. Polypodium vulgare L. und P. Dryopteris L.

Lycopodium clavatum L. im Schindelwald, daselbst auch Equisetum silvaticum L.


Thierreich[10]).

I. Säugethiere. Das Edelwild und Damwild ist längst verschwunden, das Wildschwein dagegen zeigt sich seit einigen Jahren zuweilen wieder als Wechselwild; Rehe sind in ganz mäßiger Anzahl vorhanden, ebenso der Hase; der Fuchs ist ziemlich häufig und der Dachs nicht selten. Außer diesen trifft man ziemlich häufig den Fischotter, Edel- und Steinmarder, Iltis, das kleine Wiesel, das Eichhorn (rothbraun und schwarz), den Igel, zuweilen die Wildkatze, dann verschiedene Mäuse- und Fledermäuse-Arten.

II. Vögel. Außer den meisten, bei Hohentwiel angegebenen Arten, sind noch folgende zu erwähnen: Aquila chrysaetus L., der Steinadler, als Seltenheit, Circus aeruginosus Sav., die Reh- oder Roßweihe, Falco aesalon Gm., Zwergfalke, Ulula aluco Blas., Baumkauz, Fringilla citrinella L., Zitronenzeisig, Mucifraga caryocatactes Temm., Nußhäher, Tetrao bonasia L., Haselhuhn, nicht selten auf dem Heuberg, Tetrao lagopus L., | Schneehuhn, als Seltenheit, Tetrao urogallus L., Auerhahn, Anser cinereus Mey., Wildgans.

III. Reptilien. a) Saurier. Überall häufig sind an den geeigneten Örtlichkeiten die Blindschleiche (Anguis fragilis L.) und die Zauneidechse (Lacerta agilis L.). Von der Berg- oder Waldeidechse Lacerta vivipera Jacq. s. crocea, Wolf., auf der Alb sehr häufig, z. B. um Urach, im Hügelland sehr selten, auf dem Schwarzwald z. B. bei Zavelstein auf Gebüschen am Wasser, traf Nördlinger Männchen und trächtige Weibchen auf der Hardt bei Tuttlingen (Württemb. naturwiss. Jahresh. 1857, S. 197). Sie klettert gern auf Büsche und liebt im Gegensatz gegen L. agilis und die folgende Art beschattete, feuchte, ja selbst nasse Orte. Die Mauereidechse (Lacerta muralis Lich.) suchte Jäger auf der Alb vergebens; mit ihm fand ich sie häufig in den Weinbergen des unteren Enzthales um Bissingen (Sommer 1867) und zwar in einer Varietät, die an der Übergangsstelle von der Seite zum Bauch je eine Reihe von 6–8 prachtvollen, azurblauen Flecken trug. Über ihre Verbreitung in Württemberg schreibt Paulus in den Jahresheften vom J. 1857. Er erwähnt dort nicht den Hohentwiel, wo ich sie – ohne blaue Seitenflecke – im Sommer 1876 und 1878 antraf, wie sie in der Nachmittagssonne zwischen dem glühend heißen Mauergestein der Ruine ihr Wesen trieb.

b) Schlangen: Die Ringelnatter Tropidonotus natrix L., die glatte Natter Coronolla laevis Merr., die Kreuzotter Pelias berus L. und die Varietät Prester L.

c) Lurche: Der Laubfrosch Hyla arborea L., der grüne Wasserfrosch Rana viridis Roessel, Grasfrosch R. temporaria L., Gemeine Kröte Bufo vulgaris Latr., die veränderliche Kröte Bufo variabilis Gm., der gefleckte Salamander Salamandra maculata Laur., der Wassermolch Triton palustris L.

IV. Fische. Die Donau und ihr Gebiet, vor den übrigen mitteleuropäischen Flußgebieten ausgezeichnet durch ihren Fischreichthum, rechtfertigt diesen Ruf auch während ihres kurzen Laufs durch unseren Bezirk. Im Vergleich mit dem oberen Neckar z. B. tritt der Unterschied zu Gunsten der Donau deutlich hervor. Der Hauptgrund wird wohl darin liegen, daß letztere einen viel schwächeren Fall hat als der Neckar und wenn sie auch nicht so viel Wasser führt als dieser, doch ein viel tieferes Bett besitzt, mit Ausbuchtungen, reichlichem Ufergebüsch, Wassergewächsen etc., was alles für die Entwicklung der Fische von der größten | Bedeutung ist. Auch finden am Neckar wegen der häufigeren die Ufer verheerenden Überschwemmungen weit mehr Korrektionen statt, durch welche, weil man sie in der Regel um die Zeit vornimmt, in welcher die meisten Fische laichen, die Brut gestört oder völlig ruinirt wird. Doch hat auch im Tuttlinger Bezirke, wie anderwärts, gegenüber von früheren, nicht allzuweit hinter uns liegenden Zeiten der Fischreichthum abgenommen. Als Hauptursachen werden bezeichnet die großen Eisgänge und in zweiter Linie der unvernünftige Betrieb des Fanges. Gefangen wird mit der Angel (über Land und mit Grundangel) und mit dem Garn (Setzgarn und Zuggarn). Der Zoologe von Siebold in München, zur Zeit wohl der beste Kenner der mitteleuropäischen Süßwasserfische[11], gibt für die dem Donaugebiet angehörigen Fischarten die Gesammtzahl 52 an. Bringt man davon in Abzug 2 Bastarde, eine nur an zwei Stellen des Hauptflusses, eine nur in zwei Nebenflüssen vorkommende Art und sechs sich aus dem schwarzen Meer bloß in seltensten Fällen verirrende Arten, so bleiben noch übrig 42 Spezies. Von diesen wurden von mir und von erfahrenen Fischern in den Gewässern des Bezirkes Tuttlingen, soweit sie zur Donau gehören, folgende 18 mit Sicherheit beobachtet[12].

1. Der Flußbarsch (Perca fluviatilis L.), ein unter dem Namen Egli allbekannter, volksthümlicher Fisch, der ausnahmsweise hier bis 3 Pfund schwer wird und dessen Fleisch ganz vorzüglich wäre, wenn es nur nicht so viele Gräten hätte. Von den übrigen zur Familie der Barsche gehörigen Arten, die z. B. in der Donau bei Ulm vorkommen (Beschr. des O.-A. Ulm S. 28), wurde, soweit meine Beobachtungen und Erkundigungen reichen, hier noch keine gefangen.

2. Der Koppen (Cottus gobio L.), Gruppe, häufig an rasch fließenden Stellen unter Steinen, im Fluß und in den kleineren Bächen.

3. Die Treische (Lota vulgaris Cuv.) oberhalb und unterhalb der Stadt, meist im tiefen Wasser, auch bei Fridingen. Sie ist der einzige Süßwasserfisch aus der im Meer in zahlreichen Arten vorkommenden Familie der Schellfische. Ihr Fleisch ist vortrefflich, weich und weiß.

| 4. Der Karpfen (Cyprinus carpio L.), nicht selten in der Nähe der Stadt und gegen Ludwigsthal an ruhigen Stellen mit schlammigem Grund und reichlichen Uferlöchern. Ein Versuch, den Winkel, d. h. das Altwasser zwischen Donau und Elta, hart an der Stadt durch Einsetzen von junger Brut mit Karpfen zu bevölkern, mißlang, indem dieselbe unter dem Eise erstickte.

5. Die Schleihe (Tinca vulgaris Cuv.) sehr häufig in allen Altwassern, z. B. in der alten Donau bei Ludwigsthal, in Exemplaren bis 3 Pfund.

6. Die Barbe (Barbus fluviatilis Ag.). Bei diesem Allesfresser, der im Abfluß von Mühlkanälen und dort am fettesten und schwersten wird (über 10 Pfund), wo Kloaken ihren Inhalt in laufende Wasser ergießen, wird der Massenfang mitunter in ausgiebigster Weise betrieben. So wurden einmal in den 50ger Jahren zwischen der Fabrik und der Stadt bei der sogenannten „Rösche“ so viele Barben gefangen, daß man es für gut fand, sie für den Winter einzusalzen und zu räuchern.

7. Der Greßling (Gobio fluviatilis Flem.). Das handlange, walzige, gefleckte Fischchen mit zwei Bartfäden ist überall häufig in etwas schlammigem, nicht allzu tiefem Wasser, z. B. sehr zahlreich unter der Brücke in Tuttlingen.

8. Die Laube (Alburnus lucidus Heck.). Das schlanke, oben meergrüne, unten und seitlich silberblanke Fischchen, welches hart unter dem Wasserspiegel scharenweise dahinzieht, ist als „Angel-Fischle“ jedem Kind bekannt.

Weniger in die Augen fallend, weil sie den Grund des Wassers der Oberfläche vorzieht, ist

9. die Schußlaube (Alburnus bipunctatus Heck.). Sie ist weniger schlank, auch etwas kürzer als die vorige und leicht von ihr zu unterscheiden durch eine längs den silberglänzenden Seiten hinziehende schmale, schwärzliche Naht, die dem Fischchen in vielen Gegenden den Volksnamen „Schneider“ verschafft hat. Mit Würmern und Insekten wird dasselbe häufig an der Angel gefangen, um als Köderfisch zu dienen.

10. Die Rothfeder (Leuciscus erythrophthalmus Flem.), ein überall häufiger, beliebter Speisefisch. Viel weniger geschätzt ist das ebenfalls nirgends fehlende

11. Rothauge, „Rothäugle“ (Leuciscus rutilus L.).

12. Der Aitel, Schuppfisch, in Tuttl. Alet (Squalius cephalus Heck.). Der dicke Kopf und der breite, hellbraune Rücken lassen diesen Fisch, der im Allgemeinen gerne gegessen wird | namentlich zur Winterszeit, und eine beträchtliche Größe erreichen kann (bis 8 Pfund) kaum mit einem anderen verwechseln.

13. Der Hasel (Squalius leuciscus Heck.), ein kleiner Donaufisch, in der Küche wenig geachtet, dagegen als Köderfisch von den Angelfreunden geschätzt.

14. Die Nase (Chondrostoma nasus L.). Diesen, durch die weit über die Mundspalte hervorragende, schräg abgestutzte und auf der unteren Seite stark abgeflachte Schnauze gekennzeichneten Fisch, sieht man in der Donau überall, meist scharenweise im raschen Wasser, den Kopf gegen die Strömung gerichtet und mit breiten, silbrigen Seiten lebhaft blinkend. Sein Fleisch ist schlecht und sehr grätig, man läßt ihn deshalb als „Hechtfutter“ unbehelligt schwimmen:

15. Die Asche (Thymallus vulgaris Nilss.), ein Edelfisch, der in der Lebensweise vieles von den Forellen hat und dem die auffallend große, einem Segel[13] vergleichbare, purpurroth und schwarz gezeichnete Rückenflosse zu ganz besonderem Schmucke dient. Ihr Fleisch ist delikat. Früher war sie verhältnismäßig häufig in der Beera, namentlich auf der Fridinger Markung, jetzt wird sie leider immer seltener und dürfte bei fortgesetzter schonungsloser Verfolgung bald ganz aus unserem Gebiet verschwunden sein.

16. Die Forelle (Trutta fario L.). Forellenwasser sind die Beera, die Elta mit dem Faulenbach, der Kesselbach und der an der Kolbinger Steige entspringende Wulfbach. Die Forellen des letzteren zeigen über die ganze Körperoberfläche eine gleichmäßig schwarze Färbung, wie denn überhaupt dieser Edelfisch nicht nur in der Farbe der Haut, sondern auch in der des Fleisches je nach den verschiedenen Wohnorten sehr wandelbar ist. Eigentlich lohnend ist der Fang jetzt nur noch in der Beera und wird das Pfund dermalen mit M. 1,75 bezahlt. Neuerdings sind in dem Bache, der hinter der Papiermühle zwischen Tuttlingen und Ludwigsthal aus einem krystallhellen Quellenbecken abfließt, junge Forellen eingesetzt worden, und hier sei auch der wohlgelungenen Versuche Erwähnung gethan, welche vor einigen Jahren Herr Oberamtspfleger Schad in Tuttlingen in dem auf Nendinger Markung entspringenden, nach halbstündigem Lauf bei Stetten in die Donau mündenden Kesselbach mit der Zucht der Seeforelle (Trutto lacustris L.) angestellt hat.

| 17. Der Hecht (Esox lucius L.), der gewandteste und gefräßigste Räuber des Süßwassers, wird wegen seines wohlschmeckenden Fleisches, von dem jetzt in Tuttlingen das Pfund mit 1 Mark bezahlt wird, während es in den fünfziger Jahren noch 9 Kreuzer galt, eifrig verfolgt. Sein fernerer gedeihlicher Fortbestand ist durch den unerschöpflichen Reichthum an „Weißfischen“, namentlich Nasen, gesichert. 20pfündige Exemplare sind gerade keine Seltenheit, und am Schillerjubiläum, den 10. November 1859, schmückte ein 36 Pfund schwerer Hecht, der Tags zuvor unweit der Stadt gefangen worden war, die Festtafel.

18. Die Grundel (Cobitis barbatula L.) soll früher häufiger gewesen sein, bei der Tuttlinger Brücke wird sie von den Buben unter Steinen noch regelmäßig gefangen.

Zum Schluß erwähne ich noch das Flußneunauge (Prike, Petromyzon fluviatilis L.), das sich im Donaugebiet findet und nach Siebold im ausgewachsenen Zustand eine Länge von meistens 12–15 Zoll, selten bis 18 Zoll erreicht. In unserem Bezirk habe ich den Fisch nirgends gesehen. Nun aber versicherten mich zwei kundige, mit den Fischen wohl vertraute Männer, daß vor etwa 7 Jahren ein kleiner ungefähr 1/2 Pfund schwerer Aal bei Ludwigsthal und vor etwa 5 Jahren ein größerer 1–11/2 Pfund wiegender bei Fridingen in der Donau gefangen worden und daß beide Exemplare von ihnen unzweifelhaft als Aale erkannt worden seien. Bekanntlich ist das Vorkommen dieses in Betreff seiner Fortpflanzung heute noch räthselhaften Fisches im Donaugebiet nirgends mit Sicherheit nachgewiesen. Ob nun in den beiden eben genannten Fällen eine Verwechslung vorliegt[14] – und eine solche wäre beinahe einzig möglich mit dem Neunauge – ist natürlich jetzt nicht mehr zu entscheiden.

V. Insekten[15]. Für den Insektensammler ist die hiesige Gegend ein dankbares Feld, besonders reich an Käfern und Fliegen. | Ausgiebige Fundorte sind namentlich die frisch abgeholzten Waldstrecken mit üppigem Strauchwerk und zahlreichen Doldengewächsen. Doch werden in früheren Zeiten, als die Bewirthschaftung der Forste noch nicht so gewissenhaft und haushälterisch betrieben wurde, als es noch alte faulende Stämme reichlich in den Wäldern gab und als in der Nähe der fließenden Gewässer noch mehr Altwasser und Tümpel existirten, für viele Kerbthiere die Existenzbedingungen günstiger gewesen sein, als heutzutage. Es folgen hier nur einige wenige Notizen.

Käfer. Besonders gut vertreten sind die Caraben, sowohl die größeren als die kleineren und kleinsten Arten. Schädlich traten in den Bruderhofwaldungen vor einigen Jahren Borkenkäfer auf Bostrychus curvidens Germ. und typographus L., so daß plötzlich viele hundert Stämme abstarben und den ganzen Sommer gearbeitet werden mußte. Vergebens habe ich mich bemüht um den in Württemberg sehr seltenen Carabus irregularis, den der ausgezeichnete, leider jetzt verstorbene Käferkenner Direktor Steudel im Schönbuch bei Bebenhausen in einem einzigen Exemplar entdeckt hat. (Leydig O.-A. Beschr. Tüb.) und von dem wir ein Pärchen auf dem Rosenstein bei Heubach fanden. Von kleinen Caraben habe ich einige für Württemberg neue Arten ganz in der Nähe der Stadt am Eingang ins Duttenthal, das überhaupt sehr reich an Insekten ist, namentlich an Dipteren, gefunden. Meist unter Steinen fand ich folgende gute Arten: Ophonus puncticollis Payk., brevicollis Deg., azureus Fal., Harpalus laevicollis Duftsch., rubripes Duftsch., latus L., Haptoderus spadiceus Deg., Taphria nivalis Panz., Agonum versutum St., Licinus depressus Payk., Helops quisquilius Fab., Otiorhynchus unicolor Herbst und fuscipes Ol., Molytes glabratus Fab. Roth von Schreckenstein führt noch folgende seltene Arten auf: Carabus irregularis Fab., Odontaeus mobillicornis Fab., Rosalia alpina L. (Tuttlingen). Eine große Menge von spanischen Fliegen (Lytta vesicatoria) traf ich einmal auf einer Esche des Hohentwiel[16].

| Schmetterlinge. Der Apollo (Parnassius Apollo L.) fliegt um Tuttlingen vereinzelt auf den Höhen über der Papiermühle, ziemlich häufig weiter Donauabwärts um die Kalkfelsen bei Fridingen und Beuron, am häufigsten unterhalb Schloß Werenwag. Mit Vorliebe setzt und saugt er sich an den Blüthenköpfen von den Scabiosen fest. Die zahlreichen Exemplare vom Hohentwiel zeichneten sich durch ganz besondere Durchsichtigkeit der Flügeldecken und durch die Größe der rothen Augenflecken aus[17]. Herr Professor Fraas berichtet von dem massenhaften Auftreten der Wolfsmilchraupe Deilephila euphorbiae L. auf dem Hohentwiel. Ferner werden angegeben: Zwei schöne Spinner: Arctia Hebe L. und villica L., beide Bärenraupen auf niederen Pflanzen sind sehr wenig in unserem Land verbreitet, letztere ist sogar nur noch in Wangen einmal aufgefunden worden. Der große Spanner Gnophos furvata S. V. sitzt bei Tage an den Felsen und kann des Nachts mit der Laterne an Blüthen, besonders Echium, gesammelt werden. Von Kleinschmetterlingen werden aufgeführt: Grapholitha foenella L. s. tibialana Hb. 40, deren Raupe in den Wurzeln des Beifußes lebt, Grapholitha compositella Fab. als Gundiana Hb. 42, beide von Tuttlingen, und auch die seltene Myclois rosella Scop. pudorella Hb. 63. Die schöne Hypercallia Christiernana L., bei Waldshut und Bachzimmern angeführt, bis jetzt noch nicht für Württemberg bekannt, kommt sicher auch bei Tuttlingen vor, da sie im Donauthal bei Regensburg keine Seltenheit ist.

Bei den fliegenartigen Insekten (Diptera) sagt Leydig (a. a. O.): „auffallend ist, daß die Schnacken (Culex pipiens) hiesiger Gegend (Tübingen) wenig blutdürstig sind“. In Tuttlingen waren Anfangs der 70er Jahre diese Plagegeister in den Häusern namentlich kleinen Kindern gegenüber wegen der Heftigkeit ihrer giftigen Bisse ordentlich gefürchtet, so zwar, daß man dieselben allgemein für eine neue, durch Häute aus wärmeren Ländern eingeschleppte Art hielt, wogegen die Entwicklung der Tipuliden ganz entschieden spricht.

Aus der Abtheilung der Netzflügler (Neuroptera) findet der Sammler an den Ufern der Gewässer eine gute Ausbeute an Köcherfliegen (Phryganea). Von solchen sammelte ich: | Plectoenemia irrorata Curt., Mystacides albifrons L., bifasciatus Pict., venosus Ramb. und ater Pict., Aspatherium piceum Brauer, Limnophilus vitratus De Geer. Von Wasserjungfern fliegt an dichten Waldstellen, z. B. häufig an dem Fußweg von Wurmlingen nach Hausen o. V., die schöne, große Aeschna juncea, deren Flügel im Sonnenschein goldbraun glänzen. Dem schönsten aller Netzflügler, dem bunten Schmetterlingshaft, Ascalaphus macaronius, mit großen, schwarz gelben Flügeln und breitgeknöpften Fühlern, häufig auf Hohenurach, Hohenlupfen und anderen schwäbischen Albbergen, von Leydig auch bei Tübingen gefangen und schon 1802 durch den Canonicus Meyer um Rottweil gesammelt, begegnete ich um Tuttlingen nirgends, traf ihn aber zu meiner Freude an einem heißen Julinachmittag 1876 auf dem Hohentwiel zwischen hohem Grase oben auf der Festung.

Von Heuschrecken fliegt an trockenen, steinigen, heißen Stellen häufig die schön bandirte Oedipoda fesciata Sieb. in beiden Formen: die eine an den Hinterflügeln lichtblau (O. coerulescens Fab.), die andere wenig roth (O. germanica); am Hohentwiel auch Calopterus italicus L. mit rosig durchscheinenden Hinterflügeln.

Von wanzenartigen Insekten endlich machen sich durch Größe und Zeichnung, mit Vorliebe auf den großen, weißen Schirmblumen und sonnigen Waldabhängen sitzend, z. B. in Menge im Duttenthal, bemerkbar: die entschieden schönste deutsche Art, die blutrothe Schreitwanze (Harpactor cruentus Fab.) und eine Schildwanze (Tetyra nigrolineata Fab.), ganz gleichmäßig schwarzroth gestreift wie ein württembergischer Grenzpfahl.

VI. Krebse, Crustacea.

Decapoda. Der „Steinkrebs“ (Astacus saxatilis Koch.) und der „Edelkrebs“ (Astacus nobilis) sind schwerlich verschiedene Arten von Flußkrebsen. Unser Flußkrebs (Astacus fluviatilis L. s. nobilis) gräbt sich, wenn er es haben kann, an ruhigen Stellen in den lehmigen Uferwänden Löcher, in denen er bei Tag sitzt, um Nachts auf Raub auszugehen. Diese „Lochkrebse“ werden bedeutend größer als die im rascher fließenden Wasser unter Steinen wohnenden „Steinkrebse“.

Isopoda, (Asseln). Die Wasserassel (Asellus aquaticus L.) überall zahlreich, besonders häufig fand ich sie in dem Quellbecken hinter der Papiermühle. Landasseln[18]: Außer den an | geeigneten Örtlichkeiten allenthalben gemeinen „Mauerasseln“ und „Kellerasseln“: Oniscus muravius Cuv., Porcellio scaber Brandt, P. dilatatus Brandt, P. pictus Brandt und Armadillidium vulgare Milne Edwards habe ich um Tuttlingen gefunden. Porcellio trivittatus Lereboullet. Von ihm gibt es eine ockergelbe und eine hellziegelrothe Varietät, die Herrich-Schäffer als eigene Art P. ochraceus aufführt. In der Umgegend von Stuttgart fand ich dieselbe, aber immer vereinzelt, am Hasenberg und am Hohenheimer „Königssträßle“ unter Steinen, häufiger bei Ditzingen in morschen Weidenstämmen; um Tuttlingen habe ich sie vergebens gesucht. Porcellio nemorensis H. Sch. Hier die gewöhnlichste Art unter Steinen im Wald, um Stuttgart vereinzelt unter Baumrinden im Bopserwald am Königssträßle und in der Nähe der Gaiseiche. Porcellio maculicornis H. Sch. (ohne Zweifel Porc. pruinosus Brandt). Diese Assel, die beträchtlich kleiner ist als ihre Gattungsverwandten, zwetschgenfarbig und wie diese Frucht weißlich bereift mit langen, schwarz-weißen Fühlern, traf ich bis jetzt nur an zwei Orten, aber beidemal in stark bevölkerten Kolonien: in Tuttlingen hinter der Bierbrauerei zum „deutschen Hof“ und in Stuttgart in dem Mulm eines alten Gewächshauses des Handelsgärtners Schneider. Porcellio armadilloides Lereboullet. Oniscus saxatilis Hartmann[19]. Das Thier ist leicht daran zu erkennen, daß es sich zusammenkugeln kann, wie die eigentlichen Kugelasseln. Um Tuttlingen fand ich | dasselbe selten, häufig dagegen bei Stuttgart zwischen feuchten, bemoosten Steinen, z. B. auf der Reinsburg und hinter dem alten Militärschießplatz gegen das Jägerhaus hinauf. Armadillidium pulchellum Panz. Nach Leydig (O.-A.-Beschr. von Tübingen) ist diese kleinste Kugelassel „wie anderwärts“ auch um Tübingen häufig unter Baumrinden. Trotz sehr eifrigen Suchens habe ich das Thierchen nur an zwei Orten gefunden: eine ungemein dicht bevölkerte Kolonie auf der Höhe der Lochenstraße bei Balingen in einem weiß-faulen Buchenstumpen und in ähnlicher Situation eine kleine im Walde zwischen Wurmlingen und Hausen ob Verena.

VII. Mollusken sind wenige bekannt, angeführt werden mehrere Arten Clausilien: Bulimus radiatus Brug häufig am Hohentwiel, B. montanus Drap. im Laubwald des Bruderhofes an alten Stöcken, Helix ericetorum Müll. Hohentwiel. – Helix pomatia L., var. grandis, doppelt so groß, als die gewöhnliche Weinbergschnecke, wurde einmal in einem Wäldchen bei Tuttlingen gefunden und befindet sich in der Sammlung des Vereines für vaterländische Naturkunde.



  1. Aufgenommen und berechnet vom Trigonometer Regelmann. Weitere Höhenangaben finden sich „Württ. Jahrbücher für Statistik und Landeskunde“, Jahrgang 1877, Heft V, S. 5–33.
  2. Die den Höhenpunkten beigefügten lateinischen und griechischen Buchstaben bezeichnen die Gesteinsschichten, welche die unmittelbare Unterlage der Punkte bilden.
    Die Erklärung dieser geognostischen Bezeichnungen siehe auf der folgenden Seite.
  3. 1 württemb. Morgen = 0,3152 Hektar.
  4. Bestimmt von Trigonometer Regelmann.
  5. Aus den topographischen Spezialkarten ermittelt von Trigonometer Regelmann.
  6. Von Pfarrer Hartmann in Hausen ob Verena.
  7. Es ist hier auch auf den Umstand aufmerksam zu machen, daß die gewöhnlichen Thermometer meist etwas zu hoch stehen; das Tuttlinger Thermometer wurde nie verglichen.
  8. Die Mächtigkeiten des Keupers, wie auch die der folgenden Gebirgsformationen sind von Trigonometer Regelmann bestimmt worden (s. Württ. Jahresbücher, Jahrg. 1877, Heft V, Seite 48 ff).
  9. Von Revieramts-Assistent Karrer auf dem Bruderhof; über die Pflanzen des Hohentwiel s. u. bei Hohentwiel.
  10. Unter Mitwirkung von Dr. Hofmann am K. Naturalien-Kabinet in Stuttgart, mit Beiträgen von Prof. W. Hartmann in Glarus (III a., IV., V., VI.).
  11. Die Süßwasserfische von Mitteleuropa. Bearbeitet von C. Th. E. v. Siebold. Leipzig, Engelmann 1863.
  12. Systematische Reihenfolge und Bezeichnung nach dem genannten Buch.
  13. Daher auch die Bezeichnung Th. vexillifer.
  14. v. Siebold sagt: „Es muß auffallen, daß nach der Angabe verschiedener Zoologen die Donau und ihre Nebenflüsse Aale besitzen sollen. Ich habe es mir angelegen sein lassen, diesen Angaben näher nachzuspüren und bin zu der Überzeugung gekommen, daß dieselben auf Mißverständnissen oder Verwechslungen beruhen.
  15. Es existirt für die Tuttl. Umgegend in weiterem Sinn ein altes, aber heute noch sehr brauchbares Verzeichnis von Roth v. Schreckenstein: „Verzeichniß der Insekten vom Bodensee, der Schmetterlinge, Käfer, Halbflügler, Netzflügler, Wespen, Wanzen und Fliegen, welche um den Ursprung der Donau und des Neckars, dann um den unteren Theil des Bodensees vorkommen.“ Stuttg. u. Tüb. 1802, Cotta. Tuttlingen ist in demselben als Fundort oft genannt.
  16. Leydig vermißte diesen offizinellen Käfer bei Tübingen, wo er nach Schübler früher (1820) so häufig war, „daß selbst ein Handel ins Ausland getrieben“ wurde. Nach Leydig wird er noch in großer Menge bei Heilbronn gesammelt. Massenhaft traf ich ihn einmal (um 1850) an der Jagst bei Schönthal und in ganz unglaublichen Massen, weithin durch den Geruch erkennbar und Alles zerfressend, in einer jungen Eschenpflanzung in der Nähe der Hochburg in Baden.
  17. „Der prächtige Alpenschmetterling Apollo mit dem rothleuchtenden Auge auf den Flügeln wiegte sich über den Blumenkelchen“.
     (Scheffel im „Ekkehard“.)
  18. Wichtigste Schriften: Brandt, Conspectus monographiae crustaceorum oniscodorum (Bullet. de la soc. imp. natur. Moscou Tom. VI. 1833.) Lereboullet, Memoire sur les crustacés de la famille des cloportides etc. (Mém. de la societé d’hist. nat. de Strassbourg IV.) Schnitzler, De oniscineis agri Bonnensis. Dissertatio 1853.
  19. Mein Großvater († 1823 als O.-A.-Arzt in Backnang), unter den damaligen Naturkundigen in Württemberg hochgeschätzt, hat in jüngeren Jahren unter anderen den Asseln der Stuttgarter Gegend seine besondere Aufmerksamkeit geschenkt und über dieselben eingehende Aufzeichnungen gemacht. Mit dem gleichen Gegenstand war damals auch der mit H. befreundete Cuvier in Paris beschäftigt. Am Schluß seiner Abhandlung: „Memoire sur les cloportes terrestres“ (Journal d’histoire naturelle. Paris 1792, pag. 18 ff.) sagt er: „l’ ajoute ici la notice de deux espéces que je n’ai point vuer, mais dont la description m’a été envoyée par M. Hartmann de Stuttgardt, aux indications duquel je dois d’avoir trouvé la plupart des espéces décrites ci-dessus. Il nomme la première Oniscus saxatilis . .. enfin ce qui est plus remarquable, elle a la proprieté de se rouler en boule.“ Schnitzler hat auf diese Eigenschaft hin das neue Genus Cylisticus gemacht. W. H.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Die in der Vorlage in den Zeilen Juni, August und September enthaltene Strichgrafik musste aus technischen Gründen entfallen.


« Kapitel A 1 Beschreibung des Oberamts Tuttlingen Kapitel A 3 »
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).