Biegemann

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Textdaten
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Autor: Joachim Ringelnatz
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Titel: Biegemann
Untertitel:
aus: Reisebriefe eines Artisten, S. 81, 82
Herausgeber:
Auflage: 5.–9. Tausend
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1928 (EA 1927)
Verlag: Ernst Rowohlt
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Erscheinungsort: Berlin
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Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[81]
BIEGEMANN



Biegemann war mein Lehrer.
Biegemann war mal zu mir gut.
Ich bleibe doch sein Verehrer.
Denn was tut’s, wenn, was tat, nicht mehr tut.

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Biegemann warfen schließlich

Seine Freunde allerlei vor.
Biegemann wurde verdrießlich,
Unverschämt. – Bis er den letzten verlor.

Als ich ihn weiter besuchte –

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Denn er war einst mein geistiger Halt –,

Schlug er und wälzte und fluchte
Alles auf mich, was den Freunden galt.

Langsam wurde ich kühler.
Endlich blieb ich ihm fern.

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Aber doch war ich sein Schüler

Einstmals und hatte ihn gern.

Was er nun Schlechtes verbreitet
Über mich – überall –, macht mich nicht heiß.
Denn nur der Unsichre streitet

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Und ich weiß, was ich weiß.


Wenn ich ihn jetzt hin und wieder
Sehe, so wende ich mich. Daß heißt

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Wenn er mich jemals wieder –

Wie neulich, im Hofbräu – mit Kalbsknochen schmeißt,

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Hau ich ihm eins in die Fresse.

Denn ich bin doch kein Magistrat. – –
Aber niemals vergesse
Ich, was mir Biegemann Gutes tat.