Bluomen und daz grüene gras

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Textdaten
Autor: Neidhart
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Titel: Bluomen und daz grüene gras
Untertitel:
aus: Die Lieder Neidharts. Der Textbestand der Pergament-Handschriften und die Melodien. S. 250–256. ISBN 3-534-03592-5. Dort unter dem Kürzel „L 46“ verzeichnet.
Herausgeber: Siegfried Beyschlag
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1975
Verlag: Wissenschaftliche Buchgesellschaft
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Erscheinungsort: Darmstadt
Übersetzer:
Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[250]
L 46
W-F: WL
Nr. 19
H: 62,34
I
R 39,1      c 105,1


Bluomen und daz grüene gras
     beidiu sint verswunden.
     nu treit uns aber diu linde vür die sunne nindert schat.

ê, dô sî geloubet was,

5
     dô hiet man dâ vunden

     vil maneger hande vreuden. dâne gêt nu nindert phat,

H: 63,1dâ wir dô
     ie sô vrô

[252]
     bî ein ander wâren.
10
     diu vreude het ein ende, dô diu zît begunde swâren,

H: 63,5     des trûret manic herze, des gemüete stuont ê hô.


II
R 39,2      c 105,2


H: 63,5Rôsen ist diu heide blôz
     von des rîfen twange.
     diu vogelîn in dem walde habent nindert obedach.

H: 63,6winder, dîn unstaetic lôz

5
     twinget uns ze lange.

     von dir und einem wîbe lîde ich leider ungemach,

H: 63,12der ich gar
     mîniu jâr
          hân gedienet lange

10
          von herzen williclîchen, eteswenne mit gesange.

     des ist mir niht gelônet noch, wie kleine ist umbe ein hâr.


III
R 39,3      c 105,3


Man sol willetôre sîn
     aller guoten wîbe,
     und in ir willen hengen, der ir hulde welle haben.

H: 63,20daz ist der geloube mîn,

5
     swie sô mir mîn schîbe

     ze wunsche niht enloufe. ich waene, ich werde alsô begraben,
 
dazs ir muot
     mir ze guot
          gein mir iht verkêre.

[254]
10
     diu schult diu lît ûf Watken unde ûf jenem Ôtegêre,

daz sî nu alsô dicke mir sô toubez ôre tuot.


IV
R 39,4      c 105,7


Geuden giengen sî gelîch
     hiwer an einem tanze.
     dâ muosten drîe vor im gîgen, und der vierde pheif.

sîner vreuden was er rîch

5
     under sînem kranze.

     er nam im, dâ diu schoene gie, vil manegen umbesweif,
 
Erkenvrit
     allez mit
          vaste an sînem diehe.

10
     er wunschte, daz er mir an ir daz helmel vor geziehe.

er hât den vuoz verlenket hiwer an einem geilen trit.


V
R 39,5      c 105,4


Dienest âne saelikeit
     niemen kan volenden.
H: 64,1     ich hân ez rehte ervunden: kleiner lôn ist mir beschert.

mîn verloren arebeit

5
     wil mich dicke phenden

     an vreuden. ungelücke maneger saelden mich behert.
 
ich verzage,
     daz mîn klage
          niht ir herze entsliuzet
          und daz er gegen ir in rûnewarten bölzel schiuzet,
     sich güffent, daz er mich ze jungist von ir dienste jage.

[256]
VI
R 39,6      c 105,6


Swer versmaehet mînen sanc
     und sîn spottelachet,
     wol singen unde rûnen habent ungelîchen lôn.
 

ê, dô’r in diu ôren klanc,

5
     was er ungeswachet.

     nu klinget er ûf zwîvel, niene ûf rehten lobes dôn.

minne riet,
     daz ich liet
          nâch ir hulden sunge.

10
          daz tet ich unde wânt des niht, daz mir dâ misselunge.

H: 64,20     nu laet mir niht gelingen ein vil hiuziu dörperdiet.