Allgemeines Deutsches Kommersbuch:353

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
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[704]

Sanktus Gam=bri=nus, Sanktus Gam=bri=nus!

     2. Dort bei der Freunde fröhlichen Scherzen schwinden die Sorgen,
schweigen die Schmerzen; |: wenn dich der Kummer drückt; tief nur
ins Glas geblickt! Salve Gambrinus, Salve Gambrinus! :|

     3. Bei hellem Becherklang fliehen die Stunden, schnell sind bei
frohem Sang Leiden entschwunden; weit geht das Herz mir auf zu
neuem Lebenslauf! Salve Gambrinus!

     4. Wenn dann die Sterne heimlich erblassen, muss ich die traute
Stätte verlassen; wie war's doch heut so schön! Freunde, auf Wiedersehn!
Salve Gambrinus!


          792.     Bocklied.

     Mailüfterl=Weise

     1. Wenn's Mailüfterl weht, geht der Bockkeller auf, da heben die
Bräuknecht die Banken hinauf, und Studenten, die kneipt habn im
Hofbräuhaus drin, die wern wieder munter, zum Bock ziehen's hin.

     2. Und blühn mal d'Radi, das Herz dann frohlockt, denn d' Radizeit
is ja die Zeit für den Bock. Doch d'Radi thun blühen so frisch alle
Jahr, aber Kredit hast nur amol, un nachher is gar!

     3. A Bier kriegst's ganz Jahr bei de Wirt un de Bräu, der Bock
aber hat nur an anzigen Mai, und hast du sechs Maßerl, so wird der
Kopf schwer, das Geld geht zum Teufel und kommt nimmermehr!


          793.     Droschkengaullied.     (III. 180.)

     Mäßig. Hunkler.

     1. Wer isch so ü=bel dran wie wir? hm! hm! Wer isch so
e g'=schun=de=nes Tier? hm! hm! 's giebt doch nix mi=se=
[705] rab=le=res auf tau=send Meil als wie wir
ar=me Drosch=ken=gäul.

     2. Des Morgens in der Früh um drei, hm! hm! da kummt schon
an uns die Reih; hm! hm! es heißt: Steh auf, du faules Oos! Wir
müsse raus in d'Kälte so nacked und so bloß.

     3. Von Fütterung isch au kei Red, und wenn man gleich um=
falle thät; es wird halt hinte a Droschke hingeschnallt, und druff mit
der Peitsch, daß es sitzt und knallt.

     4. Alsdann geht's auf den Platz in aller Eil und Hatz; da bleibe
wir stehen, wir arme Wicht, und schneide a gottserbärmlich G'sicht.

     5. So stehn wir oft den halben Tag von Hunde und von Mücke
g’plagt; da kummt a G'sellschaft junger Herrn, die möchte au spaziere
fahre gar so gern.

     6. Und hüscht und hott mit Peitscheknall, und fliege muß die Lotter=
sall; wir solle zierlich thue, nett und schön, und sind doch so alt wie
Methusalem.

     7. Und sind wir endlich an dem Ziel, so stehen wir wiedrum
still; die G'sellschaft geht ins Wirtshaus und sauft und frißt, und wir
werden höchstens von de Hunde angepißt.

     8. Ein Läwe voller Pein und Müh, so ohne alle Poesie, dieselbe
Schinderei so früh wie spät, wenn nur emol a Dunnerwetter drei=
schlage thät.

Hunkler in Karlsruhe.


          794.     Die Studenten=Anna.     (III. 123.)

     Etwas lebhaft. D. Becker.

     1. Wie der Student verschieden auch sonst sein Lieb=chen nennt, doch
si=cher ei=ne An=na liebt jeg=li=cher Student. Sehr