Burg Falkenstein im Schappacher Thal

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
<<< >>>
Autor: Josef Bader
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Burg Falkenstein im Schappacher Thal
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 473–474
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Karlsruhe
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[473]
Burg Falkenstein im Schappacher Thal.[1]

Das Schappacher Thal ist in der Geschichte durch die Burg Falkenstein berühmt, deren Trümmer unterhalb des Dorfes Schappach auf einem Hügel noch sichtbar sind. Hier fanden die getreuen Waffenbrüder Ernst von Schwaben und Werner von Kyburg ihre letzte Zuflucht, aus der sie endlich der Mangel an Lebensmitteln in die feindlichen Sperre und in den Tod trieb. Joseph Bader erzählt die Begebenheit wie folgt:

Nach dem Tode Herzogs Hermann von Schwaben trat dessen Schwager Ernst, der Sohn des Markgrafen Leutbold von Oesterreich, in diese Würde, starb aber bald an einem unglücklichen Pfeilschuß auf der Jagd. Sein Erstgeborner ist jener Herzog Ernst, von welchem die Sage des Volks so wunderbarliche Abenteuer zu erzählen weiß. Sein ganzes Elend entsprang aus seinen Ansprüchen auf das Erbe des Burgundischen Reichs, während König Konrad dasselbe als ein der teutschen Krone zugesprochenes Vermächtniß behauptete. Diese Angelegenheit wurde der Zunder einer blutigen Partheiung durch ganz Schwaben; allenthalben erhoben die Großen ihre Waffen gegen einander, endlich mit dem Grafen Welf der Herzog Ernst selbst gegen den König, und zum zweitenmal, nachdem er im ersten Kriege sich unterwerfen hatte müssen. Aber auch jetzt [474] schien ihm kein besseres Glück; geächtet und von Allen verlassen, welcher die Rache des gewaltigen Kaisers fürchteten, mußte sich Ernst mit seinem einzigen, ihm noch treu gebliebenen Freunde und Waffenbruder, dem Grafen Werner von Kyburg, in die Wildnisse des Schwarzwalds flüchten, auf die Burg Falkenstein, in der untern Baar. Durch Auslieferung Werners, in welchem König Konrad den Hauptanstifter des ganzen Aufstandes sah, hätte sich Herzog Ernst noch retten können, aber er gab den königlichen Unterhändlern großherzig zur Antwort: „Eher will ich Alles einbüßen, als meinen Freund verrathen!“ – Als in der Burg Falkenstein endlich die Lebensmittel ausgingen, rafften die beiden Unglücksgefährten Alles zusammen, was ihnen noch anhing und drangen gegen Schwaben vor. Da erschien mit überlegener Macht Graf Mangold von Nellenburg, Schirmherr zu Reichenau, dessen Besitzungen zunächst gefährdet waren. Voll verzweifelten Muthes stürzte sich Ernst an der Spitze seines Häufleins in die Massen des Feindes. Es wurde mit äußerster Erbitterung gefochten; endlich fiel der Herzog, ritterlich bis zum letzten Hauche, hinter einem Walle von Leichen; ihm folgte sein treuer Werner in den Tod; aber auch Graf Mangold blieb auf dem Schlachtfelde – zur Sühne der unglücklichen Waffenbrüder.

(Siehe Joseph Bader’s „Badische Landesgeschichte.“ S. 100. – Zugleich verweisen wir auch auf Uhland’s gediegenes, kernteutsches Drama: „Ernst von Schwaben.“)

  1. Aus dieser Burg, und nicht aus der im Höllenthal, (Siehe S. 409 dieses Bandes) stammt die noch jetzt blühende Familie der Freiherrn von Falkenstein.