Burkau (Störzner)

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Textdaten
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Autor: Friedrich Bernhard Störzner
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Titel: Burkau
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aus: Was die Heimat erzählt. Sagen, geschichtliche Bilder und denkwürdige Begebenheiten aus Sachsen, S. 482
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Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Arwed Strauch
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Erscheinungsort: Leipzig
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203. Burkau.

An den nordöstlichen Fuß des Butterberges bei Bischofswerda schmiegt sich das langgestreckte und stattliche Kirchdorf Burkau, seit 1901 Station der Bahnlinie Bischofswerda–Elstra–Kamenz. Der Ort breitet sich in einem nach Osten zu geöffneten Tale aus, das vom Burkauer Wasser durchflossen wird. Den schönsten Blick auf das freundliche Dorf hat man vom „Heitern Blick“, einem schön gelegenen Einkehrhause an der von Rammenau nach Elstra führenden Landstraße. Den östlichen Hintergrund Burkaus bildet da der Taucher bei Uhyst.

Burkau gehört wohl mit zu den ältesten Ortschaften der Gegend. Finden wir doch in seiner Umgebung noch Reste jener alten Schanzen, an denen das östliche Sachsen reich ist. So trug der Burgberg bei Burkau in vergangenen Zeiten einen festen Ringwall, von dem noch deutliche Spuren vorhanden sind.

Wer nun aber der erste Bewohner dieses lieblichen Tales gewesen ist, das wissen wir heute nicht. Ueber die Gründung des Ortes berichten die Ueberlieferungen leider nichts. Die Schreibart des Ortsnamens war eine schwankende. In alten Urkunden findet man den Namen geschrieben Purkaw, Purrkau, Purko, Porcaw, Purkaw, Porka, Purgkau, Burka und seit 1750 endlich Burkau.

Man nimmt allgemein an, daß im Burkauer Tale im 11. Jahrhunderte ein festes Schloß errichtet wurde, das den Anfang des Burkauer Rittersitzes bildete. Am längsten erhielt sich das Herrenhaus des Rittersitzes in Niederburkau, das im Jahre 1810 ein Raub der Flammen wurde.

Die erste urkundliche Nachricht über Burkau stammt aus dem Jahre 1164. Im 12. und 13. Jahrhundert kam die Oberlausitz größtenteils unter die Herrschaft der Herzöge von Böhmen. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts hatte Wladislaus von Böhmen einen Rachezug gegen Otto den Reichen, den Markgrafen von Meißen, unternommen. Bei dieser Gelegenheit waren von Wladislaus auch einige Güter des damaligen Bischofs Gero von Meißen verwüstet worden. Andere hatte der Böhmenherzog widerrechtlich an sich gerissen. Darüber führte der Bischof Klage beim Kaiser. Dieser zwang den Herzog zur Herausgabe der betreffenden Güter und Dörfer, unter welchen sich Gießelbrechtsdorf (Geißmannsdorf) und Goldbach befanden. Außerdem mußte er Prietitz bei Elstra als Entschädigung abtreten. Jedoch Burkau, sowie die Luchsenburg und die alten Burgen Pickowe (Pickau bei Bischofswerda) und Mohren blieben unter der Herrschaft des Herzogs Wladislaus. Das geschah im Jahre 1164. Als die beiden Lauschen am 30. Mai 1635 an das Kurhaus Sachsen kamen, wurde auch Burkau kursächsische Besitzung.

Ueber die sonstigen Schicksale Burkaus in früheren Zeiten fehlen leider bestimmte Ueberlieferungen. Das Schloßarchiv, das gleichzeitig auch das Kirchenarchiv enthielt, wurde im Jahre 1810 bei dem Schloßbrande, bei dem Brande des niederen Hofes, ein Raub der Flammen. Wertvolle Urkunden gingen dabei für immer verloren.