Chinesische Brautsänfte

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Titel: Chinesische Brautsänfte
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 9, S. 291
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Die Gartenlaube (1899) b 0291.jpg

Chinesische Brautsänfte.
Nach einer Photographie.

Chinesische Brautsänfte. (Mit Abbildung.) In China ist das Los der Frauen beklagenswert. Sie seufzen unter dem schweren Joch althergebrachter Vorurteile und Gewohnheiten. Das Glück der Liebe, das unsere europäischen Bräute am Hochzeitstage verklärt, ist den meisten von ihnen fremd, denn in dem Reiche der Mitte werden nur Konvenienzheiraten geschlossen und dabei wird nach den Herzensneigungen und Wünschen der Braut nicht gefragt. Die Eltern suchen für sie den künftigen Ehemann aus, und mit ungewissen Ahnungen sieht sie dem Hochzeitstage entgegen. Dieser wird je nach dem Vermögen des Brautpaares recht festlich begangen. Der Bräutigam schickt einen Freund mit einer Sänfte, damit er seine Braut aus dem Elternhause abhole und in ihr neues Heim bringe. Diese Sänfte ist zumeist reich mit Vergoldungen und dem Schmelz von Königsfischerfedern verziert und bei hochstehenden Leuten mit rotem Tuch ausgeschlagen. Auch trägt sie auf rotem Papier einige symbolische Inschriften. Der Sänfte pflegen rotgekleidete Männer mit allerlei symbolischen Abbildungen voranzugehen. Im Hause des Bräutigams findet nun die eigentliche Hochzeit statt, die in einer Menge weitschweifiger, echt chinesischer Zeremonien besteht und mit einem Mahle beschlossen wird.
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