Ein Gedicht

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Bn.
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Ein Gedicht
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 9, S. 291
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[269]
Die Gartenlaube (1899) b 0269.jpg

Ein Gedicht.
Nach dem Gemälde von H. Vogler.

[291] Ein Gedicht. (Zu dem Bilde S. 269.) Abschiednehmen im Frühling, wo rings die Hoffnung in Blüten steht, ist schwer; doppelt schwer, wenn einer ein verschwiegenes Herzenssehnen mit fort nehmen muß, weil er nicht weiß, ob es verstanden und erwidert wird. Die schönen sanften Augen haben nichts verraten, bald hoffte, bald zweifelte er, und nun ist die Abschiedsstunde da! Aber Liebe macht erfinderisch: nach der Sitte der Zeit hatte ihm die Holde ihr Stammbuch zur Einzeichnung gegeben und er erwartete sie hier an dem stillen Gartenende, um es in ihre Hand zurückzulegen. Lebhaft griff sie danach, sah beim Aufschlagen zwei Seiten frisch geschriebener Verse, ohne Autornamen – und trat errötend ein paar Schritte vor, um den Blicken des stillen Beobachters beim Lesen auszuweichen. Aber diese haften trotzdem fest an ihrer lieblichen Gestalt, und es dürfte ihr schwer werden, ihnen unbefangen zu begegnen, sobald sie das Buch sinken läßt. Im Gefühl davon hält sie es fest und zögert, obwohl das Gedicht längst gelesen ist. Was wird der nächste Augenblick bringen? . . Ringsum duftet und blüht der Frühling, das Plätzchen im grünen Laubschatten ist verschwiegen, und die Nachtigallen und Amseln werden sich nicht wundern, wenn jetzt ein erlebtes Gedicht dem geschriebenen auf dem Fuße folgt!
Bn.