Cosel

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Textdaten
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Autor: Friedrich Bernhard Störzner
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Titel: Cosel
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aus: Was die Heimat erzählt. Sagen, geschichtliche Bilder und denkwürdige Begebenheiten aus Sachsen, S. 277–278
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Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Arwed Strauch
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Erscheinungsort: Leipzig
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124. Cosel.

Gegen drei Stunden nördlich von Königsbrück entfernt liegt das ungefähr 250 Einwohner zählende Dörfchen Cosel. Seine Umgebung bilden ausgedehnte Kiefernwaldungen und stattliche Teiche. Wer die stille, poesievolle Heide und ihre schlichten und biederen Bewohner liebt und versteht, der wird sich hier in dieser Waldeinsamkeit recht wohl fühlen. – Cosel wird umgrenzt von den Fluren der Nachbarorte Schwepnitz, Deutsch-Zeißholz, Grüngräbchen, Wendisch-Sella, Grünewald und Lipsa. Ein munteres Bächlein, das Schwarzwasser genannt, durchfließt den Ort. An seinen Ufern finden wir manch stimmungsvolles Landschaftsbild.

Unter den Gebäuden des waldumschlossenen Dörfchens Cosel hebt sich das schmucke Rittergut hervor, zu dem schöne Waldungen und umfangreiche Karpfenteiche gehören. Schon im Jahre 1670 wird das Rittergut Cosel genannt. Damals verkaufte es Caspar Gotthard von Minkwitz an die Standesherrschaft Königsbrück. Bei derselben verblieb es über 100 Jahre hindurch, bis es 1789 durch Erbteilung an Jakob, Graf von Redern und 1803 durch Verkauf an den Oberamtsadvocat Glauch kam. Von diesem ging es in den Besitz seiner Tochter und deren Gemahl, dem Fabrikherrn Ernst August Pietsch in Chemnitz, über.

Zu Sachsen kam Cosel erst im Jahre 1818, die Freude hierüber war so groß, daß die damaligen Bewohner beschlossen, die im Jahre 1795 wegen Baufälligkeit abgebrochene Kapelle neu aufzuführen, und am 50 jährigen Regierungs-Jubiläumstage des Königs Friedrich August des Gerechten [278] wurde unter entsprechender Feier der Grundstein gelegt. Schon am 6. Dezember 1819 konnte die aus Steinen aufgeführte Kapelle bereits geweiht werden. Früher wurden in dieser Kapelle jährlich nur zwei Predigten gehalten und zwar am Margaretentage, den 13. Juli, und am Nicolaustage, den 6. Dezember. Für jede dieser Predigten erhielt der Geistliche in Schwepnitz 16 Groschen.

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Schwepnitz um 1830.

Bis zum Jahre 1795 stand in Cosel nur eine hölzerne Kapelle, deren Gründung Jahrhunderte zurückreicht. Doch fehlen hierüber nähere Nachrichten. In einem alten Kirchenbuche findet man in der Matrikel die Bemerkung: „1 Scheffel Korn ist für die deutsche Predigt in Cosel anno 1584 dem Pfarrer legirt worden.“ – Ein Nachfolger des Schreibers dieser Bemerkung hat aber hinzugefügt: „Dieser ist auch zurückgeblieben!“ – Die alte Kapelle war indes so baufällig geworden, daß dieselbe auf Anordnung des damaligen Oberamtes zu Budißin im Jahre 1795 abgetragen werden mußte und über 23 Jahre hindurch unaufgebaut blieb. –

Am Schwarzwasser aufwärts wandernd, kommen wir nach Grüngräbchen, am Zusammenflusse des Groß-Graber Baches und des Schwarzwassers und in der Mitte der Waldteile Harkenholz, Kappanzsche, Wehricht. Eine Zierde dieses freundlichen Dorfes ist das Schloß mit seinen zwei Seitenflügeln und seinen hübschen Gartenanlagen.