Dürer malt seine Frau

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Titel: Dürer malt seine Frau
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 1, S. 20
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[17]
Die Gartenlaube (1897) b 017.jpg

Dürer malt seine Frau.
Nach dem Gemälde von W. Lindenschmitt.

[20] Dürer malt seine Frau. (Zu dem Bilde S. 17.) Eine der erfreulichen „Rettungen“, welche die neuere Geschichtsforschung allerhand „Verkannten“ hat zu Teil werden lassen, ist der vielverleumdeten Frau des edlen Meisters Albrecht Dürer zu gute gekommen. Die Legende hat sie zu einer zweiten Xanthippe gemacht, die ihrem hochstrebenden genialen Mann das Leben unsäglich verbittert habe. Den Gründen dafür fehlt jedoch die beweisende Kraft und vieles spricht dafür, daß sie dem Maler eine treuliebende Lebensgefährtin und vortreffliche Hausfrau gewesen ist. Und in jener Zeit, da der junge Dürer, von der „Wanderschaft“ heimgekehrt, sich in seiner Vaterstadt Nürnberg als Meister niederließ und in der anmutigen Jungfrau Agnes Frey die Tochter eines ansehnlichen und vermögenden Handwerksmeisters heiratete, hat er vollends an deren Seite Glücks die Fülle genossen. Als junger Ehemann schuf er den reizenden Kupferstich „Der Spaziergang“, auf dem er sich selbst in zärtlichem Gespräch mit seiner Eheliebsten lustwandelnd dargestellt haben soll. „Der auf der Landschaft ruhende Sonnenschein,“ sagt ein neuerer Biograph Albrecht Dürers von diesem Bilde, „scheint nur der Abglanz ihres eigenen Glückes zu sein.“ Von diesem Sonnenglanz einen Widerschein finden wir in W. v. Lindenschmits Bild, das in so liebenswürdiger Auffassung den Meister Dürer im Begriff zeigt, sein schmuckes Weibchen zu malen. Ihr selbst ist ein Attribut in die Hand gegeben, das auf ihren häuslichen Fleiß hinweist, während das schelmische Lächeln in ihren Zügen auf jenen harmlosen Frohsinn deutet, welcher der beste Lohn für ein treues Wirken in der Enge der Häuslichkeit ist.

P.