Das Abholen der Standarten vom königlichen Schloß in Berlin zur Frühjahrsparade

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Autor: N.
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Titel: Das Abholen der Standarten vom königlichen Schloß in Berlin zur Frühjahrsparade
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 23, S. 381, 388
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1896
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[381]
Die Gartenlaube (1896) b 0381.jpg

Das Abholen der Standarten vom königlichen Schloß in Berlin zur Frühjahrsparade.
Nach einer Originalzeichnung von C. Becker.

[388] Das Abholen der Standarten vom Königlichen Schloß in Berlin zur Frühjahrsparade. (Zu dem Bilde S. 381.) Mit der großen Frühjahrsparade, die Ende Mai stattfindet, schließt in Berlin offiziell die „Saison“ und die Badezeit beginnt. Dem militärisch veranlagten Berliner gilt diese Parade als der schönste Tag des Lenzes. Der Soldat selber sieht der großen Truppenschau mit einigermaßen gemischten Gefühlen entgegen, es wird hart gearbeitet bis dahin; aber wenn alles klappt, bleibt auch der Lohn nicht aus, und nachher winkt die köstliche Manöverzeit. So ist für Militär und Civil der Tag der Frühlingsparade in Berlin ein Gegenstand gespannter Erwartung, und sein weihevollster Augenblick – die Abholung der Fahnen und Standarten vom Königsschloß – ist immer wieder der allgemeinen Teilnahme sicher. Die einzelnen Bataillone und Kavallerieregimenter entsenden zu dieser Handlung zum Anschluß an die Fahnencompagnie, bezw. -Eskadron, Kommandos von Offizieren und Unteroffizieren; in feierlichem Zuge werden nach der Abholung die Standarten der Reiter, wie unser Bild zeigt, und die Fahnen der Fußsoldaten zum Paradeplatze geleitet. Die Bevölkerung ist zeitig auf den Beinen, und wer sich als rechten Soldatenfreund fühlt, der läßt die wehenden Banner nun nicht mehr aus den Augen. Sie flattern auch gar so stolz im lauen Morgenwinde, die ruhmreichen Zeugen blutiger Schlachten! Preußens ganze Geschichte, mit all ihren Triumphen und Niederlagen, ihren Demütigungen und Sonnenflügen, zieht an dem vorbei, der diese zerschossenen und zerrissenen, oft nur noch Fetzen darstellenden Banner betrachtet. Mögen derlei Erwägungen auch nicht allen Neugierigen kommen, die den Zug begleiten – eine festliche, eine gehobene Stimmung liegt doch auf den meisten Gesichtern, soldatische Strammheit und das Gefühl der Zugehörigkeit zum Volke in Waffen drückt sich unverkennbar in den taktgemäßen, festen Schritten der „Paradebummler“ aus.
N.