Das Dichtergrab am Rhein

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Textdaten
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Autor: Julius Mosen
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Titel: Das Dichtergrab am Rhein
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 14, S. 209
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1860
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[209]
Das Dichtergrab am Rhein.
Von Julius Mosen.[1]

Ich will eine Rose pflücken,
Die letzte, die ich hab’,
Ich komm’ damit zu schmücken
Eines deutschen Dichters Grab,

Deß Lied wir oft gesungen,
Den Schläger in der Hand;
Wie das so hell geklungen,
Das Lied vom Vaterland!

Vor dessen Liederstimme
In dunkler, schwüler Nacht
In seinem starken Grimme
Das deutsche Volk erwacht!

Hinweg die Todtenklage,
Dies Lied soll Wächter sein
Mit seiner großen Frage
Beim Dichtergrab am Rhein;

Bis in der Schwerter Sausen
Die rechte Antwort grollt.
Wie wenn mit Sturmes Brausen
Das Meer die Wogen rollt;

Bis alle Fesseln springen
An einem heißen Tag,
Zerrissen sind die Schlingen,
Die Zwietracht und die Schmach.

Die Rose soll er haben,
Den Volkes Herz bleibt sein,
Den sie so schön begraben
Zu Bonn am deutschen Rhein.





  1. Von seinem Schmerzenslager sendet uns der leidende Dichter diese Blume für das Sängergrab am Rhein. „Leider,“ schreibt man uns aus Oldenburg, „vermag ich nicht, Ihnen günstigere Nachrichten über des armen Mosen körperliches Befinden zu geben, indem dasselbe von den qualvollsten Schmerzen belastet ist. Sein Dulden ist wahrhaft groß und verehrungswürdig, und das Gedicht gibt Ihnen sicheres Zeugniß seiner Geistesfrische.“
    Die Redaction.