Das Gespenst in Hohen-Bünsow

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Textdaten
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Autor: Jodocus Donatus Hubertus Temme
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Titel: Das Gespenst in Hohen-Bünsow
Untertitel:
aus: Die Volkssagen von Pommern und Rügen. S. 293–294
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: Nicolaische Buchhandlung
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Erscheinungsort: Berlin
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Originalherkunft:
Quelle: Google und Commons
Kurzbeschreibung:
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250. Das Gespenst zu Hohen-Bünsow.

Zu Weihnachten des Jahres 1687 hat sich in dem Pfarrhause des Dorfes Hohen-Bünsow ein gar sonderbarliches Gespenst eingefunden. Es erschien am ersten Weihnachtstage, als der Pastor nicht zu Hause, sondern zur [294] Verrichtung von Predigten nach Rubkow gereiset war. An dem Abend dieses Tages, wie es etwas finster geworden, und seine Frau und Tochter sich in der Stube mit Singen und Beten beschäftigten, erschien das Gespenst auf einmal an der Stubenthür, und hat bald wie ein Hund gebellt, bald geschrieen wie ein Ziegenbock, bald an der Stubenthür gekratzt und gewaltsam gerissen, um sie zu öffnen. Das hat also lange gedauert, obgleich die Frau und Tochter des Predigers fleißig am Beten verblieben, bis zuletzt die Tochter Muth gefaßt, und an die Thür getreten und mit lauter Stimme ausgerufen: Du Teufel, du höllische Schlange, des Weibes Saamen soll dir den Kopf zertreten! Worauf der Geist von der Stubenthüre gewichen, und zu der Küchenthüre gegangen. In der Küche war die Magd des Pfarrers. Diese hatte Muth, und nahm zwei Stücke Holz, die warf sie nach ihm, so daß sie ins Kreuz zu liegen kamen. Da fuhr er plötzlich durch die verschlossene Hausthüre ab, einen gräulichen Gestank hinter sich zurücklassend. Dabei hat man denn vermerket, daß es der Teufel selbst seyn müsse, denn er hat einen langen Schwanz und einen großen Pferdefuß gehabt. – Man hat das Gespenst nicht wiedergesehen.

Memorabilia Pomeraniae, a. M. Christophoro Pylio, p. 58.