Das Gespenst zu Schorstett

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Textdaten
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Autor: Jodocus Donatus Hubertus Temme
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Titel: Das Gespenst zu Schorstett
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aus: Die Volkssagen der Altmark
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Nicolaische Buchhandlung
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Erscheinungsort: Berlin
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22. Das Gespenst zu Schorstett.

Drei Meilen von Tangermünde liegt in der Altmark ein Dorf, Namens Schorstett. In diesem hat sich vor Zeiten einmal ein sonderbarliches Gespenst herumgetrieben. Es hat ganz weiß ausgesehen, und ist oft zu Dritt gewesen, von unterschiedlicher Größe. Es hat sich hören lassen mit [22] Poltern, es hat mit Steinen nach den Leuten geworfen, in die Speisen hat es Lehmklöße und Stücke von Ziegelsteinen hineingeworfen, die Würste hat es von den Wiemen gerissen und verzehrt. Die Steine, mit denen es geworfen, sind so heiß gewesen, als wenn sie im Backofen wären gewärmt worden. Oft hat es mit Ruthen in den Stuben herumgepeitscht, und mit Stecken um sich geschlagen. Dann hat es wieder Thüren und Fenster aufgebrochen und Feuer unter die Betten und in die Stuben gelegt. Einer Magd hat es Blut unters Kinn gestrichen, ihr ein Tuch, so in Blut getaucht, umgehangen und ihr befohlen, nach Stendal in die Stadt zu gehen und den Leuten zu sagen: sie sollten Buße thun, der jüngste Tag sei nicht weit. Ein anders Mal hat es den Leuten Brod und Käse zu essen gegeben, worunter Blutstropfen gewesen. Dann hat es wieder den Pfarrer des Dorfes zum Singen und Beten ermahnt, und gesagt, wenn sich die Leute nicht bessern würden, sollten sie mit Feuer und Schwert bestrafet werden.

Endlich ist dieses Gespenst verschwunden; man hat aber ungeachtet seiner Ermahnungen nicht anders geglaubt, als daß es der Teufel selbst gewesen; denn er hat sich einmal selbsten als einen großen Drachenwurm abgemalt.

Rittners Altmärk. Geschichtbuch, in Küsters antiq. Tang. II. Bd. 59.