Das Hündchen von Bretten (Bechstein)

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Textdaten
Autor: Ludwig Bechstein
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Titel: Das Hündchen von Bretten
Untertitel:
aus: Deutsches Sagenbuch.
Seite 35
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1853
Verlag: Georg Wigand
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Erscheinungsort: Leipzig
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39. Das Hündchen von Bretten.

„Dir geschieht, wie dem Hündchen von Bretten!” sagen die Leute in der Rheinpfalz. Damit deuten sie auf ein Wahrzeichen des Städtleins Bretten hin, und bezeichnen mit dem Spruch den Empfang des bekannten Teufelsdankes für gehaltene Treue. Zu Bretten war ein Mann, der hatte ein treues frommes Hündchen, das hatte er mit Fleiß abgerichtet zu allerlei Dienst und Kunststück, insonderheit brauchte er es zum Fleisch holen. In einem Körbchen, darin eingewickelt das Geld lag und auf einem Zettel stand, was es bringen sollte, holte es beim Metzger Wurst und Fleisch, rührte davon nie einen Bissen an, so brachte es dem Metzger viele viele Kreuzer ins Haus. Da fügte sich’s, daß der Metzger einen Gesellen bekam, der war katholisch, der Mann aber, dem das Hündlein zugehörte, war evangelisch, und sandte es auch am Freitag zum Metzger, daß es wie gewohnt, sein Fleisch oder seine Wurst hole. Solches verdroß dem Metzgergesellen, und er sagte: warte Ketzer, ich will dir den dir gehörigen Schlünker schicken, – nahm das Hündlein, hackte ihm auf dem Block das geringelte Schwänzchen grausam ab, und legt’s in den Korb. Das arme Thier faßte den Korb, lief blutend nach Hause, stellte den Korb vor seinen Herrn, legte sich hin, winselte, streckte alle Viere von sich und starb. Die ganze Stadt Bretten war entrüstet über solch ungetreue That, der Gesell wurde alsobald ausgewiesen, und des Hündleins Bild ohne Schwanz in Stein gehauen und über’s Stadtthor gesetzt, darüber aber ein Kranz, den Lohn der Treue anzudeuten. Dieses ist das Wahrzeichen von Bretten, in welcher kleinen Stadt der große Philippus Melanchthon geboren wurde.