Das Mikroskop und die Industrie

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Das Mikroskop und die Industrie
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 5, S. 54
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1853
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[54] Das Mikroskop und die Industrie. Wie mit der fortschreitenden Wissenschaft der Aberglaube und die falschen Aufstellungen einer vergangenen Zeit mehr und mehr schwinden, so werden durch dieselbe auch Betrug und Schwindel schwieriger oder ganz und gar unmöglich gemacht. Der Optikus Chaudier in Paris, Rue de Varennes, hat in neurer Zeit ein Mikroskop gebaut, das besonders für Kaufleute und Fabrikanten von Weberei- und Spinnereistoffen eingerichtet ist und für diese zweifellos sehr nützlich werden muß. Durch dieses Mikroskop unterscheidet man nämlich ganz genau die Haare, die Wollgattungen, die Baumwolle, den Flachs, den Hanf, die Seide etc. von einander und wenn dies geübtern Kennern bisher auch mit der Loupe möglich wurde, so war dies doch nur da der Fall, wo das fremde Material in starkem Verhältniß mit eingemischt war, der Belang also nothwendig in die Augen springen mußte. Wo es sich aber um einige Hunderttheile handelte, reichte weder der Kennerblick noch die Loupe aus.

Unter diesem Mikroscop erscheinen die Haare gerade und an einem Ende zugespitzt. Die Kaschemirwolle zeigt einen viel geringern Durchmesser als die gewöhnliche Wolle und ihre Endchen sind bogenartig geformt, ohne jemals wie die feine Wolle gedreht zu sein, welche ihr Vorhandensein immer durch einige Fäden gröbere Wolle, welche man damit gemischt findet, verräth. Die Baumwolle insbesondere unterscheidet sich von allen andern Faserstoffen durch ihre breite, gedrückte und dünne Form, welche sie wie ein an manchen Stellen umschlungenes und zusammen gezogenes Band erscheinen läßt. Mit dieser einfachen Kenntniß ist es unmöglich, daß ein Fabrikant vermischte Rohstoffe kaufe, ohne daß er dieselben bemerke, und auch der Konsument wird sehr leicht irgend ein Gewebe, selbst Shawls[WS 1], diese kostbaren Gewebe, bei denen der Betrug außerordentlich groß ist, analysiren können. Ebenso ist es, wenn man die verhältnißmäßige Feinheit der Wollgattungen, ihre Verschiedenheit in Farbe und Nüance unterscheiden und bestimmen will. – Das Mikroscop kostet übrigens nur Einen Thaler.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Shwals