Das Passionsspiel von Gmünd (Scherr)

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Textdaten
Autor: Johannes Scherr
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Titel: Das Passionsspiel von Gmünd
Untertitel:
aus: Haidekraut. Ein neues Skizzen- und Bilderbuch. S. 1–22
Herausgeber:
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: [1883]
Verlag: K. k. Hofbuchhandlung Karl Prochaska
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Erscheinungsort: Wien und Teschen
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Originalherkunft:
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
Siehe auch Passionsspiel Schwäbisch Gmünd
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[1]

Das Passionsspiel von Gmünd.
Eine Jugenderinnerung.
(April 1883.)

Zwischen den Thälern, welche die Fils und die Rems in ihrem oberen Laufe durchfließen, liegt eine länglicht von Osten gen Westen streichende, südwärts und nordwärts ziemlich steil abfallende Hochebene. Aus dieser steigen, in unregelmäßigem Dreieck einander gegenübergestellt, drei Bergkuppen auf: der Hohenstuifen im Osten, der Hohenstaufen im Westen, der Hohenrechberg im Norden. Die Spitzen der beiden erstgenannten sind kahl. Wenigstens waren sie so, als ich sie vor 35 Jahren zuletzt gesehen. Die letzten spärlichen Mauerreste von der Burg auf dem Hohenstaufen, deren ich mich aus meinen Knabenjahren noch erinnere, seien jetzt, hör’ ich, auch verschwunden. Der Rechberg trägt auf seinem breiten Gipfel die Kirche, den Friedhof, den Pfarrhof und das Meßnerhaus der Gemeinde, welche aus den beiden östlich und südlich an seinem Fuße gelegenen Weilern gebildet wird. Wo der Berg nach [2] Westen abfällt, erhebt sich, durch einen tiefen Einschnitt von ihm getrennt, ein umfangreicher Felshügel, auf welchem die Ruinen vom Stammschloß des alten und hochangesehenen Dynastengeschlechtes Derer von Rechberg und Rothenlöwen ragen. Das war bis zum Jahre 1865 eine stattliche, eine pfalzartige Herrenburg. Da aber hat mitten im Winter an einem Januartag der Blitz in sie geschlagen, um nach wenigen Stunden nur noch Trümmer und Asche zurückzulassen. Am Fuße des Burghügels, ganz am westlichen Ende des Weilers lag zwischen seinem Baumgarten und seinem Gemüsegärtlein mein elterlich Haus, worin ich[1] am 3. Oktober im Theuerungsjahr 1817 als das zehnte Kind des Schulmeisters geboren wurde. Aus den Fenstern unserer Wohnstube sahen wir auf den nahen Hohenstaufen und fernhinüber auf die vorspringenden Gipfel der „schwäbischen Alb“, Neuffen, Teck, Achalm. Vielleicht darf ich sagen, daß mir von der Weite dieses Ausblicks von jugendauf etwas in der Seele geblieben.

In der breiten, anmuthigen, von der Rems durchflossenen Thalmulde, zu welcher die oben beschriebene Hochebene gen Norden sich abdacht, liegt die alte Reichsstadt Gmünd, von deren Ursprung nur die Sage zu raunen, die Geschichte aber nichts Bestimmtes zu sagen weiß. Schon von Alters, wie auch heute, um ihrer gewerblichen Thätigkeit, namentlich um ihrer Gold- und Silberschmiedearbeiten willen weitum bekannt, blühte Gamunda oder Gmünd – welchen Namen der [3] Ort etwa davon erhalten haben könnte, daß nahebei verschiedene Bäche in die Rems mündeten – unter dem Schutze der Staufer empor und wurde dann eine „freie Reichsstadt“, was sie dem Namen nach bis zum November von 1802 blieb. Da ist sie, nichts weniger als gern, eine wirtembergische Oberamtsstadt geworden, welche ihrem neuen Herrn, dem Kurfürsten Friedrich von Wirtemberg, am 20. Juli von 1803 die feierliche Huldigung leisten musste.

Die Gmünder standen von altersher in dem Ruf, ein lebenslustiges Völklein zu sein, und ein Schalk hat darum die Behauptung aufgestellt, der Name ihre Stadt hätte ursprünglich »gaudia mundi« gelautet. Daraus wäre mittels korrumpirender Verkürzung allmälig Gmünd geworden. Die Bewohner der alten Reichsstadt waren aber ebenso strammkatholisch als frohsinnig. Zwar zur Reformationszeit, so von 1530 bis gegen 1580 hin, haperte es zuweilen mit dem strammen Katholicismus der guten Gmünder ganz bedenklich, – so bedenklich, daß um 1546 die Stadt fast für lutherisch gelten konnte. Allein das Meßbuch gewann doch immer wieder die Oberhand über die Augsburger Konfession und schließlich schlug der Weihwedel die Bibel endgiltig in die Flucht. In Gmünd gab es eben muskelkräftige und entschlossene Weihwedelschwinger, das muß man sagen. So ein richtiger Streithahn der ecclesia militans war z. B. der Pater Laib, Guardian der Minoriten. Als der eines Tages vernahm, [4] ein lutherischer Prädikant wollte sich erdreisten, die von dem „stinkenden, meineidigen wittenberger Mönch aufgebrachte Ketzerei und Rebellion“ von der Kanzel der altehrwürdigen Johanniskirche herab zu predigen, machte sich von seinem Kloster alsbald zur genannten Kirche auf. Richtig, der Prädikant stand auf der Kanzel und hatte eine zahlreiche Zuhörerschaft. Mein Herr Guardian Hochwürden aber, nicht faul, stürmte auf die Kanzel, nahm den Ketzer beim Kragen, schmiß ihn hinunter, löste dann seinen Kuttenstrick und argumentirte mit selbigem den lutherischen Missionär zum Tempel hinaus. Dies vollbracht, kehrte er zurück, bestieg die Kanzel, und orgelte von derselben ein so feurigkatholisches Blitz- und Donnerwetter herab, daß die versammelte Menge sich reuevoll bekreuzte und alle ketzerischen Gelüste fahren ließ. Dieser streitbare Pater brachte es auch zuwege, daß die Gmünder Rathsherren zum Zeugniß ihrer Rechtgläubigkeit nicht anders als mit dem Rosenkranz in der Hand zu den Rathsitzungen gehen durften, – ein Brauch, der erst mit dem Untergange der Reichsstädtischkeit aufhörte. Trotzdem tauchte der Protestantismus immer wieder in der Stadt auf, was daraus erhellt, daß die Gmünder im Jahre 1570 eine Anzahl lutherisch gewordener Mitbürger gewaltsam aus der Stadt jagten. Eine letzte ketzerische Regung machte sich i. J. 1620 bemerkbar. Von da an erfreute sich Gmünd bis zum Jahre 1803 der Wonne tirolisch-hehrer Glaubenseinheit. Denn Protestanten [5] durften die Reichsstadt nicht bewohnen und Juden durften dieselbe gar nicht betreten.

Daß an einem so glaubenstreuen Orte der Eifer für das Reich Gottes groß und der Eifer gegen das Reich des Teufels fast noch größer sein musste, liegt auf der Hand. Demnach florirte die thatkräftige Bezeugung dieses Doppeleifers, der Hexenproceß, in Gmünd gar sehr. Namentlich im siebzehnten Jahrhundert, allwo bekanntlich Katholiken und Protestanten in brennender Liebe für ihre der Zauberei verdächtigen Mitmenschen wüthend wetteiferten. Das erzkatholischen Gmünd wollte im Hexenhaß und in der Hexenvertilgung keiner erzlutherischen Stadt im Heiligen Römischen Reiche Deutscher Nation nachstehen. Das Malefizgericht unserer Reichstadt hatte aber auch noch eine andere und zwar eine ebenfalls gutkatholische Konkurrenz auszuhalten, nämlich die mit dem Malefizgericht der reichsfreien Herren von Rechberg-Rothenlöwen. Daraus ergab sich für die beiden, etwa 1½ Wegstunden von einander entfernten Malefizgerichte ein ganz eigenes Verhältniß. Sintemalen nämlich die gmünder und die hohenrechberger Inquisitoren nach dem berühmten Axiom verfuhren: „Haust du meinen Juden, so hau’ ich deinen Juden“ – gelangten sie nach mancherlei aus Geschäftsneid entsprungenen Machenschaften zu dem stillen Kompromiß, einander gegenseitig freundnachbarlich ihre Hexen zu verbrennen. Besonders fruchtbar an Hexenbränden waren die Jahre 1613 bis 1616. [6] An einem Tage, dem 29. Oktober von 1613, wurden in Gmünd 4 „Hexen“, das Steibel-Madele, des Büchsenstoffels Weib, die Todtengräberin und die Hutten-Lene mitsammt dem „Hexenmeister“ Blezing „eingeäschert“. Am 2. Februar von 1614 mussten den Feuertod sterben die 6 „Hexen“: Das Hecken-Kätherle, die Umber-Lene, die Ulmer-Bötin, die Kupfer-Urschel, die Hutten-Steine und die alte Scherrin – vielleicht eine meiner Ahninnen. Soweit eine aktenmäßige Kontrole möglich, steht fest, daß die Gmünder dem Moloch des Hexenwahns 52 Menschenbrandopfer dargebracht haben. Das kann noch maßvoll und sparsam erscheinen, verglichen mit dem Brandopfereifer, welchen andere, kleinere, theilweise viel kleinere schwäbische Ortschaften entwickelten. Zu Rottenburg am Neckar sind binnen wenigen Jahren 50, im benachbarten Horb 27, in Hechingen 15, beim Kloster Marchthal in einem und demselben Jahre 16 „Hexen“ eingeäschert worden. Noch großartiger trieb es das kleine Städtchen Wiesensteig im „Geißenthäle“. Denn dasselbe veranstaltete einen Hexenbrand, welcher mit einmal 25 „Hexen“ verzehrte und demnach kecklich mit jedem spanischen „Glaubensakt“ (auto de fé) den Vergleich aushalten konnte. Natürlich durfte und wollte die lutherische Orthodoxie hinter der römischen nicht zurückbleiben. In dem kleinen protestantischen Ingelfingen am Kocher mussten im Jahre 1592 binnen drei Monaten 13 Hexen und Hexenmeister in Scheiterhaufenflammen sterben. [7] Die Reformation hat ja, wie jedermann wissen könnte, den Teufels-, Zauber- und Hexenwahn nicht nur nicht geschwächt, sondern vielmehr gestärkt. Luther selbst war bekanntlich ein wilder Fanatiker des Teufelsglaubens und auch der „milde“ Melanchthon hatte gegen die Hexenbrennerei nichts einzuwenden. Der ganze Wahnwitz mit allen seinen entsetzlichen Folgen lag eben in den Anschauungen und Stimmungen einer Zeit, welche Jahrhunderte währte, und dieser Wahnwitz wurde durch die Gegensätze und Kämpfe zwischen Katholicismus und Protestantismus noch beträchtlich verschärft. Aber es soll, wem Gerechtigkeit lieb ist, keine sich darbietende Gelegenheit verübergehen lassen, ohne daran zu erinnern, daß der erste große Bekämpfer des Hexenproceßgräuels nicht aus dem Protestantismus hervorging, sondern aus dem Jesuitenorden, der hochherzige Graf, Poet und Jesuitenpater Friedrich von Spee[2]Cautio criminalis«, 1631).

Zu den Merkwürdigkeiten Gmünds gehörte in meiner Jugendzeit und gehört wohl noch jetzt der „Sankt Salvator“, ein aus der ganzen Umgegend vielbesuchter Wallfahrtsort oder vielmehr Wallfahrtsweg. Verlässt man nämlich die Stadt durch eins ihrer beiden gen Westen gekehrten Thore, so gelangt man auf der nach Lorch führenden Straße, aber jenseits der über die Rems gelegten Brücke rechtshin abbiegend und eine Pappelallee entlang wandelnd, an den Fuß eines waldbekrönten Begabhanges. Hier öffnet sich ein Weg, [8] der in mannigfachen Wendungen aufwärts führt, zur rechten Hand in Zwischenräumen eingefasst von den Stationen eines „Kalvarienberges“. Dieser besteht aus einer Reihe von halb oder ganz offenen Kapellen, in welchen die Leidensgeschichte Jesu in lebensgroßen, bemalten Figuren und Gruppen aus Holz und Stein dargestellt ist. Als Schlußstation steht droben eine Kirche, welche zwei Stockwerke oder Kapellen hat, deren untere ganz, deren obere halb in den „Epperstein“ genannten Felsen eingehauen ist. Fabulirerin Sage rückt die Entstehung dieser Felskirche bis in die Zeit der Merwiger[3] zurück. Es ist aber nichts damit. Wenigstens reicht die Entstehung dieses eigenartigen Heiligthums in seiner jetzigen Gestalt nicht weiter als in den Anfang des 17. Jahrhunderts hinauf. An gewissen Fest- und Gedenktagen war der Salvator, von dessen Höhe man den Staufen, den Rechberg, den Stuifen und die ganze Bergreihe des „Aalbuch“ erblickt, das Ziel prächtiger Processionen, welche mit wehenden Fahnen und klingender Musik – ich erinnere mich, bei einer solchen Procession auch eine tragbare Orgel von dem „Kantor und Chorregenten“ der Stadt im Gehen „schlagen“ gesehen und gehört zu haben, – den Kalvarienberg sich hinaufbewegten. Droben wurde dann von einer im Freien stehenden Kanzel herab gepredigt und hierauf an einem allem Volke sichtbaren Altar in der Vorhalle der oberen Felskapelle ein Hochamt celebrirt.

[9] Es ist sehr möglich, daß der junge Schiller als sieben- oder achtjähriger Knabe da droben einmal Zeuge einer solchen Feierlichkeit gewesen, zur Zeit, wo sein Vater, der Hauptmann Johann Kaspar Schiller, als Werboffizier mit den Seinen im Gasthaus „Zur Sonne“ in dem wirtembergischen Gränzflecken Lorch lebte (1765–68). Der Herr Hauptmann hat uns ja in einem am 6. März 1790 an seinen Sohn geschriebenen Briefe bezeugt, daß „Fritzle mit Mama nach Schwäbisch-Gmünd gefahren“, und Schillers ältere Schwester Christophine hat erzählt, daß sie mit ihrem Bruder mehrmals den Kalvarienberg besucht habe.1) [10] Vater, der ein Kenner und Verehrer des großen Dichters war, theilte mir einmal gelegentlich mit, er hätte von einem alten gmünder Geistlichen – dem Kaplan Reiß oder Reuß, dessen hohe Greisengestalt mit langen schneeweißen Haaren mir selber noch im Gedächtniß steht – vernommen, daß der Herr Hauptmann Schiller mit seiner Familie einer Aufführung des gmünder Passionsspiels angewohnt habe. In späterer Zeit, als ich mich anschickte, mein Buch „Schiller und seine Zeit“ zu schreiben, gab ich mir Mühe, zu erkunden, ob jene Mittheilung begründet wäre. Der Knabe Schiller konnte ja möglicherweise durch dieses Passionsspiel die erste dramatische Anschauung und Anregung erhalten haben. Meine bezüglichen Nachforschungen blieben aber resultatlos, weil der Kaplan Reiß, welcher in seinen Jahren der Hofprediger des bekanntlich katholischen Herzogs Karl Eugen von Wirtemberg gewesen, schon 20 Jahre zuvor gestorben und eine andere Spur der erwähnten Ueberlieferung nicht aufzufinden war.

Als kleiner Junge hab’ ich mit meiner frommen Mutter – fromm nicht allein im kirchlichen, sondern auch im besten und schönsten Sinne, welcher dem Worte innewohnen kann – die Wallfahrt auf den Sankt Salvator oft gemacht. Einmal, als sie beim Herabgehen [11] vom Kalvarienberg bemerkte, daß die Betrachtung der heiligen Tragödie in Holz und Stein mich besonders angeregt und ergriffen hatte, sagte sie: „Ja, da hättest du das Herrgöttle-Spiel sehen sollen, welches in der Karwoche bei der Pfarrkirche stattfand, bevor die wirtembergischen Schreiber in’s Land kamen.“ Meine Mutter, in ihrer strengen Rechtschaffenheit und in ihrer unerschöpflichen Herzensgüte, war sonst gegen jedermann gerecht und duldsam. Auch gegen Protestanten und Israeliten, was dazumal in meiner Heimatgegend keineswegs schon selbstverständlich war. Im Gegentheil, so wenig selbstverständlich, daß z. B. die katholische Gemeinde Rechberg und die lutherische Gemeinde Staufen, ob zwar ihre Feldmarken zusammenstießen und sie nur eine Wegstunde von einander entfernt lagen, durchaus keine Beziehungen mitsammen hatten. Aber auf die „wirtembergischen Schreiber“ war auch meine tolerante Mutter nicht gut zu sprechen. Die Einverleibung der reichsstädtischen, reichsgräflichen und reichsfreiherrlichen Gebiete Mittel- und Oberschwabens in Wirtemberg war nicht ohne mancherlei Gewaltsamkeit und Gehässigkeit vor sich gegangen, zumal der richtige altwirtembergische Beamte durchschnittlich der Ueberzeugung lebte, er wäre es seinem Amte schuldig, grob zu sein. Das, verbunden mit dem zudringlichen Hineinregieren des wirtembergischen Polizeistaats in alles und jedes, hatte die an einen behäbigen Schlendrian gewöhnten Bewohner der ehemaligen Reichsgebiete [12] sehr unsanft berührt und tief verstimmt. Dazu war noch der Groll und die Trauer über den furchtbaren Blutzehnten gekommen, welchen der vom Herzog zum Kurfürsten und dann vom Kurfürsten zum König Napoleonis gratia vorgerückte neue Landesherr auf Befehl seines Protektors von den neuen Unterthanen erheben musste. Kein Wunder demnach, daß in unserer Gegend während meiner Kindheit und noch weit später der „wirtembergische Schreiber“ für ein Schimpfwort galt. Der Ausgleich zwischen Alt- und Neuwirtemberg hat eine geraume Zeit erfordert, um perfekt zu werden. Wenn er es geworden, mag es hauptsächlich dem Umstand zu verdanken sein, daß die konfessionellen Gegensätze, welche ja vorhanden waren und sind, hier nie zu so heftiger Reibung kamen, wie anderwärts. Wer gerecht urtheilen will, muß anerkennen, daß das wirtembergische Regiment von Anfang bis heute den Bedürfnissen der Katholiken des Landes zuvorkommend und ausreichend Rechnung trug. Nicht minder aber auch, daß die katholische Hierarchie Wirtembergs, wenigstens in ihren maßgebenden Spitzen, in dem Staat keineswegs nur einen um jeden Preis und mit allen Mitteln zu befehdenden „Racker“ gesehen hat, sondern eine berechtigte Lebensmacht, mit deren Bedürfnissen und Forderungen ebenfalls gerechnet werden müsste. Am Ende aller Enden handelt es ich ja allzeit und überall darum, einen erträglichen »modus vivendi« zu finden, und wo und wann Menschen oder Völker, Konfessionen oder [13] Parteien, Staaten oder Kirchen einen solchen gefunden, dürfen sie schon zufrieden sein.

Am Tage, von welchem ich gesprochen, führte mich meine gute Mutter vom Salvator in die Stadt, um meine neugierigen Fragen nach dem „Herrgöttlespiel“ an dem Orte zu beantworten, allwo es tragirt worden war und sie es zu wiederholten Malen mitangesehen und mitangehört hatte. Das war der große freie Platz, welcher sich die ganze Nordseite der Stifts- oder Pfarrkirche von Gmünd entlangzieht. Der Grundstein zu diesem gewaltigen gothischen Bau wurde 1351 gelegt und der erste Baumeister war derselbe, welcher auch am Dom von Mailand mitgebaut hat, Heinrich Arler[4], ein Bürger von Gmünd. Sechsundzwanzig Jahre lang hat die Arbeit an diesem Münster gewährt, das aber nicht mehr ganz in seiner vollendeten Gestalt vorhanden ist. Denn die westliche Fassade mit der Hauptpforte flankirten zwei hohe Thürme, welche in der Karfreitagsnacht von 1497 zusammenstürzten, nicht infolge eines Erdbebens, sondern infolge einer unbedachterweise im Innern der Kirche vorgenommenen baulichen Aenderung, welche die Konstruktion der beiden Thürme stark geschädigt hatte. Im übrigen ist der stattliche Bau ein schönes Zeugniß, was mittelalterlicher Gemeinsinn auch in verhältnißmäßig kleinen Städten zu unternehmen und durchzuführen vermochte. Freilich brauchte man dazumal, wann es sich um einen Monumentalbau handelte, noch nicht Hunderttausende [14] oder gar Millionen auszugeben, bis auch nur der Bauplatz und der Bauplan festgestellt waren, wie das etwa bei dem Reichstagsgebäude des neuen deutschen Reiches der Fall – einer Baugeschichte oder vielmehr Bauvorgeschichte, welche zu einer Krähwinkelias [5] höchster Potenz ausgiebigen Stoff liefern könnte[6]. Im 14. Jahrhundert baute man spottbillig. Die Herren Baukünstler und Bauunternehmer von heute werden große Augen machen, wenn sie erfahren, daß das Honorar, welches der Meister Heinrich Arler beim Bau der gmünder Stiftskirche von dem Bauherrn, d. h. von der Gemeinde empfing, nicht weniger und nicht mehr betrug als täglich 1 Pfennig, 1 Laib Brot und 1 Maß Wein.

Etwas später, als ich ein Schüler des gmünder Untergymnasiums geworden, tagtäglich Sommers und Winters mit meinem Bücherranzen auf dem Rücken aus meinem dörflichen Heim frühmorgens zur Stadt wandernd, hatte ich Gelegenheit, das, was mir die Mutter und der Vater vom Passionsspiel erzählten, vielfach vervollständigen zu lassen. Auch durch eine Nonne. Das Gymnasium war nämlich in dem Obergestock vom „Klösterle“ untergebracht und auf demselben Boden bewohnten einen abgeschlossenen Flügel noch drei Nonnen, die letzten von den zwölfen, welche der Konvent zum Sankt Ludwig bei der Säkularisation im Jahre 1803 gezählt hatte. Schwester Agathe – so war, wenn mir mein Gedächtniß treu, ihr Klostername – begrüßte mich zu unsern Begegnungen im Korridor [15] und auf den Treppen immer sehr freundlich, seit ich ihr einmal zur Winterszeit auf dem Glatteis bedeckten Hofraum einen kleinen Dienst hatte erweisen können, und ich sehe sie noch vor mir, eine schöne Greisin, in ihrer schwarzen Kutte, das frische rothbackige Gesicht mit den klugen Augen gar hübsch eingerahmt von dem blendend weißen, kunstvoll gefältelten Weihel[7]. Noch viel ausführlicher aber als die Schwester Agathe wusste der alte „Kantor“ Vetter, bei welchem ich hätte nicht nur singen, sondern auch „klavierschlagen“ und „geigen“ lernen sollen, vom Passionsspiel zu reden, und er hatte es gern, wenn man ihn auf dieses Thema brachte. War er doch auch einer der „Aktores“ gewesen. So hießen alle Mithandelnden, auch die weiblichen, und es gab kaum eine Familie in der Stadt, welche nicht eins ihrer Mitglieder zum Personal des ungemein volksthümlichen Spiels gestellt hätte. Die Armen waren von der Betheiligung nicht ausgeschlossen und die Reichen machten sich eine Ehre daraus, mitzuspielen.

Ihnen fielen natürlich die „fürnehmen“ Rollen zu, weil die Beschaffung der prächtigen Gewänder viel Aufwand erforderte. Aermeren wurden ihre bezüglichen Unkosten entweder durch wohlhabende Mitbürger oder aber aus dem „Passionsspielkasten“ ersetzt, in welchen das von den Zuschauern erhobene, sehr mäßige „Schaugeld“ floß. Die Anzüge der Aktores müssen übrigens, wenn ich alles mir darüber Mitgetheilte zusammenhalte, [16] ein etwas barockes Gemisch von altjüdischen Trachten, von altrömischem Rüstzeug und von Rokoko-Moden des 18. Jahrhunderts dargestellt haben.

In früheren Zeiten tobte der Kampf um’s Dasein noch nicht so heftig und ruhelos wie heute. Die Menschen hatten daher mehr Zeit, als sie jetzt haben, und waren auch nicht so peinlich auf das Einmaleins gestellt. Man war in allem und jedem einfacher und genügsamer und konnte darum auch mehr leben und leben lassen. Der alljährliche Aufwand von Zeit, Mühe und Hingebung, welchen ihr Passionsspiel den guten Gmündern verursachte, wäre heutzutage unmöglich, ja kaum noch denkbar. Die Leute sind seither gescheider, d. h. wissender, aber auch schlechter, d. h. selbstsüchtiger geworden. Früher waren die Bauern in den Dörfern der Nachbarschaft von Gmünd uneigennützig genug – ein richtiger Rechner von heute müsste eigentlich sagen „dumm genug“ – alter Gepflogenheit gemäß das zur Passionsbühne nöthige Holz aus ihren Wäldern „ganz umsonst“ zur Stadt zu bringen und an dem Aufbau des Gerüstes mitzuarbeiten.

Den Platz auf der Nordseite der Stiftskirche, wo die Bühne aufgeschlagen wurde, habe ich schon bezeichnet. Er mochte an 15,000 Zuschauer fassen. Etwa ein Drittel des Raumes war mit Schranken eingehegt, innerhalb welcher Sitz- und Stehplätze vorhanden. Außerhalb dieser Schranken konnte jedermann ebenfalls „ganz umsonst“ zuschauen, freilich, der weiten Entfernung von [17] der Bühne wegen, ohne etwas zu hören. Alle Zuschauer, die zahlenden wie die nichtzahlenden standen und saßen unter freiem Himmel, weil nur die Bühne bedacht war. Diese zeigte drei neben einander stehende tempel- oder palastartige Gebäude, deren Eingänge mittels Vorhängen verschlossen waren. Der Scenenwechsel wurde dadurch bewirkt, daß bald vor diesem bald vor jenem dieser Bauwerke die Vorhänge zurückgezogen und nach abgespielten Auftritt wieder geschlossen wurden. Links, vom Zuschauerraum aus gemeint, hatte die Bühne noch einen aufsteigenden Anbau, welcher den Oelberg vorstellte.

Der Text des Passionsspiels war zumeist in gereimten jambischen Versen von drei Hebungen verfasst. Doch ist dieses Texbuch, wie es ja jetzt auch gedruckt vorliegt1), keineswegs das ursprüngliche, sondern eine sehr späte Umarbeitung und Erweiterung, schließlich etwa um die Mitte des 18[.] Jahrhunderts redigirt. Noch spätere Einschiebsel sind nicht ausgeschlossen. Auf das Alter des gmünder Mysterienspiels gestattet dieses modernisirte Textbuch natürlich keinen Schluß[.] Wann dasselbe in der alten Reichsstadt zum erstenmal tragirt worden, ist meines Wissens nicht festgestellt und nicht festzustellen. Gewiß ist jedoch, daß Weihnachts- und Osterspiele schon im frühen Mittelalter in die alemannischen Gegenden Eingang gefunden haben. Ich will [18] nur daran erinnern, daß die Kirche des Klosters St. Gallen diesseits der Alpen eine der ältesten Osterspielstätten gewesen ist. Seine Entwicklung vom primitiv Dramatischen zum vielseitig Theatralischen hat jedoch das kirchliche Schauspielwesen in süddeutschen Landen gewiß nicht vor dem 15. Jahrhundert gefunden. Im übrigen zerfiel das gmünder Passionsspiel in 24 Auftritte. Das erste Dutzend wurde am Gründonnerstag, das zweite am Karfreitag gespielt.

Die ganze Handlung behielt bis zuletzt ihren kirchlichen Charakter. Allerdings liefen einzelne Auftritte nicht ohne weltlichen Schabernack ab und namentlich trieb die mitspielende zahlreiche Teufelrotte gelegentlich diesen und jenen derben Jux und Ulk mit den Zuschauermassen. Aber das geschah doch nur episodisch und beeinträchtigte die feierliche Haltung der Aktores und der Zuschauer kaum bemerkbar. Nicht selten erhob sich die Stimmung der Zuschauermasse zu wirklicher Andacht, auch brachen, insbesondere die Frauen dann und wann in lautes Weinen aus.

Am Grünen Donnerstag Abends um 7 Uhr begann bei Fackelbeleuchtung das Spiel. Während das vom Stadtzinkenisten dirigirte Orchester ein ernstes Präludium spielte, trat droben auf der noch geschlossenen Bühne der Dekan der Stadtklerisei unter die versammelten Aktores, ermahnte sie, daß jeder und jede zur würdigen Durchführung der heiligen Aktion beitragen möchten, sprach dann ein Gebet und schloß mit den Worten: [19] „Nun, im Namen Jesu, fanget an!“ Der erste Auftritt gab, so zu sagen, die Exposition des ganzen Drama’s: den Abschied Jesu von seiner Mutter Maria vor seinem Aufbruch gen Jerusalem. Dort spielte der zweite Auftritt, eine Sitzung des jüdischen Synedriums unter dem Präsidium von Kaiphas. Der dritte Auftritt brachte die Verhandlung des Judas von Karioth mit dem hohen Rath. Die bekannte Provision – in Wien würde man sagen das „Trinkgeld“ – von 30 Sekeln oder Silberlingen für das Verrathsgeschäft wurde gefordert und bewilligt, worauf der Verräther triumphirend abging mit den Worten:

„Gelt, Jesu! itzt hab’ ich eins Dir
Gar meisterlich versetzet?
Erfahren wirst Du bald von mir,
Wie hoch Dich Judas schätzet.
Doch muß ich mich noch stellen an,
Als ob ich wär Dein Freunde,
Damit vermerken niemand kann,
Daß Judas sei dein Feinde.“

Folgten dann die Fußwaschungs- und Abendmahlsscenen, denen sich der große Auftritt auf dem Oelberge anschloß. Aus der Judenrotte, welche gekommen, den Sohn Gottes zu fangen, tritt Judas hervor, küsst den Verrathenen und spricht:

„Oh, Meister, sei auf’s schönste mir
Zu tausendmal gegrüßet –“

worauf Jesus:

„Oh, Freund, was gabe Anlaß Dir,
Daß Du mich so geküsset?
[20] Wenn auch Du warst entschlossen schon,
Von mir ganz abzuweichen,
Warum verrathst des Menschen Sohn
Durch dieses Freundschaftszeichen?“

In den weiteren Scenen, bis zur zwölften, spielten sich ab die Anklage und Verurtheilung Jesu von seiten des Synedriums, die Verleugnung und die Reue Petri, die Klagen der Maria über das Loos ihres Sohnes u. s. w. Um 10 Uhr Abends wurde das Spiel geschlossen, um am folgenden Tage, Mittags 12 Uhr, wieder aufgenommen zu werden. Diese zweite Abtheilung eröffnete die endgiltige Beschlußfassung des hohen Rathes über den verleugneten, verrathenen und verurtheilten Messias:

„Er sterbe! Ja, das wollen wir;
Kein’ Gnad’ soll er erlangen.
Pilato gleich ihn führ’ man für!
Am Kreuzholz muß er hangen.“

Während hierauf die Kompetenzkonflikte zwischen dem Synedrium, dem römischen Landpfleger und dem König Herodes dramatisch erledigt werden, hat sich der Mann mit den 30 Silberlingen verzweifelnd erhenkt und ist zur Hölle gefahren, Der Höllenrachen thut sich auf und speit Flammen. Man sieht eine Menge von Teufeln darin herumwuseln und hört den verdammten Verräther jammern:

„Ach weh, ach weh! Oh, Bitterkeit!
Ach, Elend! Noth in Ewigkeit!
Hätt’ ich den Meister nit verrathen,
Müsst’ ich nit ewig, ewig braten!“

[21] Der 23. Auftritt zeigte das Jammerbild des „Ecce Homo!“ und der 24. die Ausfällung des Todesspruches über den Heiland. Derweil sodann das Personal des Passionsspiels zur Kreuzwegsprocession sich rüstete und ordnete, wurde zur Erbauung der Zuschauer eine Reihe von lebenden Bildern auf der Bühne gestellt, vorgeführt und mittels kurzer Sprüche erklärt, in etwas naiver Verbindung freilich. Denn neben alttestamentlichen Gruppen wie Adam und Eva, Josef und seine Brüder, Jephtha und seine Tochter, sah man allegorische Figuren wie die sieben Todsünden, und Gestalten der deutschen Sagenwelt wie die Pfalzgräfin Genovefa mit ihrem Schmerzenreich und der Hirschkuh. Die Kreuzwegsprocession, den Schmerzensgang des sein Kreuz schleppenden Jesus nach Golgatha darstellend, bewegte sich von der Stätte des Passionsspiels aus durch verschiedene Gassen der Stadt und kehrte über den großen Marktplatz zur Stiftskirche zurück. Der Akt der Kreuzigung selbst fand nicht statt. Die Aufrichtung des Kreuzes Jesu und der beiden Schächerkreuze auf der Bühne beschloß das ganze Spiel und unter den Klängen eines Trauermarsches wurden die Vorhänge zugezogen.

Die Gesammtwirkung wird, wie mir scheint, dadurch bezeugt, daß die nach der Stadt geströmten Volksscharen nach Beendigung des Mysteriums nicht lärmend und lachend, sondern still, ernst und nachdenklich in ihre Dörfer heimzukehren pflegten. Allem nach, was ich darüber in Erfahrung bringen konnte, hatte das Passionsspiel [22] von Gmünd durchaus nicht den hässlichen Beigeschmack einer geschäftlichen Spekulation, sondern war und blieb bis zuletzt eine wesentliche religiöse Handlung. Nur die dünkelhafte Vielwisserei unserer Tage weiß aber nicht oder leugnet in ihrer Bornirtheit und Volksfremdheit, daß das Volk – worunter ich freilich nicht die Pöbelhorden der großen Städte verstehe – nur mittels religiöser Vorstellungen mit der idealen Welt in Beziehung gesetzt werden kann. Ich stehe daher keinen Augenblick an, zu sagen, daß die mittelalterlichen „Mysterien“ und „Moralitäten“ allen ihren Graß- und Grellheiten zum Trotz für das Volk immerhin eine gesundere Geistesnahrung waren, als es die scham- und zuchtlosen Tingeltangeleien von heute sind[.]

Das Passionsspiel von Gmünd stand und fiel mit der Existenz seiner Heimatstätte als Reichsstadt. Zur Osterzeit von 1803 ist es demnach zum letzenmal tragirt worden[.] Das anhebende Jahrzehnt der Franzosennoth mag den Gmündern die Sache wohl noch mehr verleidet haben als das ihnen anfänglich so unliebsame „wirtembergische Schreiberregiment“. Der Bürger, welcher bei der letzmaligen Aufführung den Heiland spielte, hieß Nepomuk Forster und hatte den freilich nicht sehr heiländisch klingenden Spitznamen „Der Geigelesdick“.


Fußnoten der Vorlage

1) [9] Schillers Leben nach Erinnerungen der Familie u. s. w. verfasst 1830, S. 10[8]. Die Verfasserin dieser Biographie, Karoline von Wolzogen[9], hat aber Christophines Erzählung nicht recht verstanden oder aber ungenau nacherzählt. Denn von „Spaziergängen“, welche das kleine Geschwisterpaar von Lorch aus nach dem gmünder Kalvarienberg unternommen hätte, konnte keine Rede sein, maßen Lorch nahezu 2 Wegstunden von Gmünd entfernt liegt. Den Hauptmann Schiller führten seine Werbegeschäfte zweifelsohne nicht selten in die alte Reichsstadt herauf und hielten ihn auch wohl längere oder kürzere Zeit daselbst fest. Da mag ihn denn sein „Lisele-Dorle“ – wie man in Schwaben den vornehmen Namen Elisabeth-Dorothea vertraulicht – ab und zu mit den Kindern besucht haben. Hier böte sich nun diesem oder jenem Schiller-Philologen die schöne Gelegenheit, eine „grundlegende“ Abhandlung zu verfassen über das bedeutsame Problem, ob die Frau Hauptmännin von Lorch nach Gmünd in einem einspännigen oder aber in einem zweispännigen Fuhrwerk heraufgefahren, ja wohl sogar ein „abschlußgebendes“ Buch zu schreiben, um unanfechtbar festzustellen, allwo bei solchen Anlässen der Hauptmann Schiller mit den Seinen geherbergt habe, ob im Ritter Sankt Jörg oder in der Blauen Ente oder im Schwarzen Bock oder im Rothen Ochsen. Das müsste ja ganz neue Lichter auf Schillers Leben und [10] Dichten werfen und demnach würde der oder würden die Lichterwerfer um die Wissenschaft und folglich, um das Vaterland höchlich sich verdient machen.
1) [17] Katholische Trösteinsamkeit, herausgegeben von Pfarrer Holzwarth, Bd. 7, S. 117 fg. Mainz 1856.

Anmerkungen (Wikisource)

Erstdruck: Nord und Süd 25 (1883), Nr. 73, S. 88-99 Internet Archive = Google-USA*

Zum Gmünder Passionsspiel siehe die Themenseite: Passionsspiel Schwäbisch Gmünd. Zu Scherrs Vorlagen Holzwarth und Grimm siehe die dort anegeführte Arbeit von Nägele 1940, S. 28f. UB Tübingen.

  1. Johannes Scherr
  2. Friedrich Spee von Langenfeld
  3. Merowinger
  4. Meister Heinrich (I.) Parler im Familienartikel Parler in der ADB
  5. Siehe Krähwinkel
  6. Siehe die Wikipedia zum Reichstagsgebäude
  7. Der auch den oberen Teil der Stirn bedeckende weiße oder schwarze Kopfschleier der Nonnen
  8. Scans auf Wikimedia Commons
  9. Caroline von Wolzogen