Das behexte Kind in Nußloch

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Autor: Unbekannt
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Titel: Das behexte Kind in Nußloch
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 430
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons, Google
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Das behexte Kind in Nußloch.

Als eine Frau zu Nußloch Mittags ihrem sechswöchigen Kinde Brei gab, kam eine Krautschneiderin in die Stube und fragte sie, warum das Kind so wenig Brei erhalte? Die Frau versetzte, das gehe die Krautschneiderin nichts an; worauf dieselbe voll Zorn sich entfernte. Am Abend, als das Kind wieder Brei bekommen sollte, nahm es keinen an, sondern weinte heftig und den ganzen nächsten Tag über blieb sein Benehmen eben so. Bekümmert trug die Frau das Kind im Dorfe herum und fragte, ob ihm Niemand helfen könne? Ein alter Strumpfstricker erbot sich dazu und trug das Kind am folgenden Morgen um 5 Uhr nach Wiesloch zu den Kapuzinern. Nachdem dieselben lange über das Kind gebetet hatten, kam eine große Kapsel zur Thüre herein und klapperte die Worte hervor: „Mach mich auf! Mach mich auf!“ – Man öffnete sie nun und sah darin eine Menge von Päckchen liegen, deren jedes mit einem Namen überschrieben war. Die Kapsel gestand nun, sie sey selbst die Krautschneiderin und habe das Kinde behext; es könne jedoch von dem Zauber befreit werden, wenn man ihm Pulver aus dem Päckchen eingebe, worauf sein Name stehe. Die Kapuziner fanden das Päckchen und gaben die eine Hälfte des Pulvers dem Kind ein, die andere dem Strumpfstricker mit nach Hause. Dort sagte derselbe der Mutter des Kindes, am Abend werde die Krautschneiderin wieder zu ihr kommen und sie solle derselben dann das Pulver, welches er ihr hier mitgebracht habe, in einem Stücke Brod zu essen geben. Die Frau that wie geheißen, worauf die Krautschneiderin ganz rasend wurde und oben aus dem Schornstein hinausfuhr. Das Kind aber war wieder ganz hergestellt und erreichte ein hohes Alter.

(Siehe Mone’s Anzeiger, etc. J. 1838.)