Mannem

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Autor: Unbekannt
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Titel: Mannem
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 431–433
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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[431]
Mannem.
Pfälzer Dialect.

Mannem! Ja, deß muß mer sage,
Wie ich mich besinn’ un wähl’:
Mannem bleibt halt immer Mannem,
S’ gibt nor eens. bei meiner Seel’!

5
Do der Rhein un do der Necker –

S’is der der e Paradies!
Un die Stadt mit ihre Gasse,
Hol mich Gott! e klee Paris.

Will mer nor deß Schloß betrachte,

10
Werren eem die Aage scheu,

Wo mer hinkummt, is doch nergends
So e weltmillions Gebäu.

Doch wie werd mer’s, wenn ich dran denk,
Wie der Karel Theodor

15
Noch gelebt hot, greine möcht’ ich –

S’ kummt mer jetz ganz anerscht vor.

Sellemol, do war e Lebe!
Freilich war ich noch e Bu,

[432]

Sechzehn Johr alt, awer denk’ ich’s,

20
Schnürt mer’s fascht die Gorgel zu.


Bin emol mit meiner Schwester
Uf de Boxall[1] gange, denk!
War maskirt; no, den Spektakel,
Hoscht gemeent, du krieschst die Krenk!

25
War der der e Menschetruppel

Do in dem Theatersaal,
Wann er noch emol so groß wär,
Wär’ er doch zu korz un schmal.

Kummt e Paff zu meiner Schwester

30
Un e Nunn kummt zu mer hin,

Un der Paff, des war der Korferscht,[2]
Un die Nunn die Korferschtin.

No, hab ich gedenkt, du kumscht mer
Recht, du bischt emal nit faul;

35
Un mein Oos vun ere Schwester

Die nimmt a keen Blatt vor’s Maul.

Un do han mer dann die Herzer
Ausgeleert, recht dick un dinn,
Un getanzt, sie mit dem Korferscht,

40
Un ich mit der Korferschtin.


Regischtrater wär ich worre,
Odder so e Sekretär,
Wann nit e verfluchter Zufall
Uns derzwische kumme wär.

45
Rumpelt der e Pärche z’amme,

Un die Ann’re driver naus,
Un ich fall mer dann zum Unglück
Gleich e fürchterliche Brauß.

[433]

Jetz war’s all! Was war ze mache?

50
S’ Klotte’s Bube have g’sagt:

„Die blo (blaue) Daub (Taube) is halt beim Deivel!“
Ham mich aus dem Staab gemacht.

Selli Zeite kumme nimmer,
Aber dessentwege is

55
Mannem halt noch immer Mannem,

Is e wahres Paradies.

S’ gibt nor eens, ich kann’s Euch sage,
Wie ich mich besinn un wähl’:
Mannem bleibt halt immer Mannem,

60
S’ gibt nor eens, bei meiner Seel!
(Dies charakteristische Lied ist, ohne Namensangabe des Verfassers, mitgetheilt im Mannheimer „Stadt- und Landbothen.“ Jahrg. 1834. S. 1003.)

  1. Bauxhall. Großer Maskenball.
  2. Kurfürst.