Das billige Licht

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Bw.
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Das billige Licht
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 13, S. 220
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[220] Das billigste Licht. Bei der Schnelligkeit, mit der in den letzten zehn Jahren auf dem Felde der Beleuchtung eine Erfindung die andere gejagt hat, ist es wohl wert, einmal zu untersuchen, welche unter den vielen heute gebrauchten Lichtarten die vorteilhafteste ist. Das Gegenteil, die kostspieligste Beleuchtungsmethode, ist schnell gefunden, es ist natürlich die Kerzenbeleuchtung. Sie kostet, in einer Lichtstärke von 100 Kerzen eine Stunde lang unterhalten, mindestens 1 Mark 30 Pf, bei den meisten Kerzensorten noch mehr. Ihr ist als das unbedingt billigste Licht die elektrische Bogenlampe entgegenzuhalten, die für die Stunde und 100 Kerzen Leuchtkraft nur 3 Pfennig kostet. Zwischen diesen Extremen aber stuft sich die Reihe der Beleuchtungsmittel ebenso allmählich wie interessant ab. Sehen wir von der fast ungebräuchlichen Kerzenbeleuchtung ganz ab, so wird sich am teuersten das elektrische Glühlicht stellen, da es durchschnittlich 22 Pfennige für die Stunde und 100 Kerzen kostet. Das in der letzten Zeit soviel umstrittene Acetylenlicht ist bis jetzt beinahe ebenso kostspielig, mit 20 Pfennig für dieselbe Lichtmenge. Das Gaslicht hängt in seiner Helligkeit ganz von den Brennern ob, in denen es verbrannt wird, und kostet bei dem in Berlin üblichen Gaspreise 15 bis 20 Pfennig für die Stunde mit 100 Kerzen, in Auerbrennern ist es, wie wir später sehen werden, unverhältnismäßig billiger. Bedeutend wohlfeiler stellt sich, wie jeder weiß, der beides ausprobiert hat, die Petroleumbeleuchtung, die bei der Anwendung guter Lampen nur 8 bis 9 Pfennig für die vorbezeichnete Lichtmenge kostet. Das neuerdings erfundene Spiritusglühlicht ist noch billiger, es dürfte sich auf 1 Pfennig stellen, und ungefähr ebenso hoch kommt die Anwendung der neuen Benzinlampe mit Glühstrumpf zu stehen. Das Dürrlicht, eine Art der Petroleumbeleuchtung, bei der das Erdöl durch Auftropfen auf eine glühende Platte vergast und alsdann ohne Brenner in einer hohen weißen Stichflamme verbrannt wird, stellt sich nur auf 5 Pfennig in dem gleichen Verhältnis. Es wird bei nächtlichen Arbeiten im Freien oft in Anwendung gebracht. Uebertroffen wird es sowohl an Billigkeit wie sonstigen Vorzügen durch das Gasglühlicht, welches die Kosten der Gasbeleuchtung auf den vierten bis fünften Teil ihrer früheren Höhe reduziert hat. Es kostet nur 4 Pfennig für eine Stunde und 100 Kerzen und ist unbestritten seit der elektrischen Bogenlampe die größte Erfindung der Beleuchtungsbranche. Das billigste aller Leuchtmittel ist endlich, wie schon erwähnt, das elektrische Bogenlicht – wer’s noch wohlfeiler haben will, muß sich schon an die liebe Sonne wenden, die ihr Licht seit Jahrmillionen umsonst scheinen läßt, über Gerechte und Ungerechte.
Bw.