Das goldene Kegelspiel (Badisches Sagen-Buch)

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Autor: Unbekannt
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Titel: Das goldene Kegelspiel
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aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 244–245
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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[244]
Das goldene Kegelspiel.

Von der Yburg sagt man, daß sie von Tempelherren erbaut sey. Aber diese Chorherren wurden einmal alle in Einer Nacht umgebracht und ihr Haus zerstört. Seitdem gehen die Geister auf diesem Berge, Riesen und Zwerge sind auf der Burg, man hört darin Kriegsgeschrei, und Leute, die dann in die Nähe kommen, werden mit Steinen geworfen. Man hört darin auch lachen, jammern und weinen. Viele Geister sind schon hinauf gebracht worden. Die Geisterbanner stecken sie zuerst in Säcke und tragen sie um Mitternacht aus den Häusern. Diese vielen Geister auf der alten Burg spielen oftmals mit Kegeln. Ein Knabe, der Holz sammelte, hörte das und ging aus Neugierde an das Schloßthor, da stand ein alter Mann und führte ihn zu dem Wohnhaus. Da waren zwölf Männer mit schwarzen Kleidern und weißen Bärten und einer winkte dem Knaben, die gelben Kegel aufzusetzen. Das that er auch, ihm kam aber die Kugel gar zu schwer vor. Da schlug es zu Steinbach zwölf Uhr, die Männer hörten auf und gaben ihm zum Lohn einen gelben Kegel in seinen Holzkorb, worauf Alles mit dem letzten Glockenschlag vor seinen Augen verschwand. Der Kegel war dem Knaben zu schwer und als er bei einem Stamme einen schönen Haufen Lesholz fand, da warf [245] er den gelben Kegel hin und füllte seinen Rückkorb mit dem Holz. – Das trug er denn nach Fahrenhalt und erzählte seinem Vater, was ihm begegnet war. Dieser aber schalt den Sohn, daß er den schweren gelben Kegel nicht behalten habe, denn er müsse von Gold gewesen seyn. Da lief der Knabe seinem Vater zu Lieb wieder in den Wald und kam auch an den Stamm, wo er das Lesholz gefunden, aber der gelbe Kegel war fort, es lag da nur ein Stück dürres Holz. – Wenn die Leute im Walde zu thun haben, so bleiben sie gern beisammen oder warten am Wege auf einander, um gemeinschaftlich nach Hause zu gehen. Denn einzeln werden sie oft ihre geführt und an die Burg gebracht. Dort muß sich Jeder dreimal im Ring herumwenden, bevor er weggeht, und wenn er weiß, wie er sich zu wenden hat, dann findet er wieder den rechten Weg.

(Vergl. Mone’s „Anzeiger etc.“ Jahrg. 1834.)