Das steinerne Kreuz zu Kommerau

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Textdaten
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Autor: Heinrich Gottlob Gräve
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Titel: Das steinerne Kreuz zu Kommerau
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aus: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz, S. 119–120
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: F. A. Reichel
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Erscheinungsort: Bautzen
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Quelle: MDZ München, Commons
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XLVIII. Das steinerne Kreuz zu Kommerau.

Wenn man von Budissin durch das bei Königswartha gelegene Dorf Kommerau auf dem Fahrwege kommt, so findet sich in der Dorfgasse rechts ein Stein mit einem eingehauenen schwarzen Kreuze. Die Ursache dieses Denkmals ist:

George Michauck, Bauer im besagten Dorfe, heirathete im J. 1829 Hanna, einzige Tochter Johann Domaschke’s, Bauers und Richters daselbst. Der bei Letzterm dienende Knecht, Michael Werner, hatte schon vor ihrer Verheirathung mit ihr Bekanntschaft gehabt und sie, als ein unverständiges sechszehenjähriges Mädchen, war ihm mehr, als ihrem Manne gewesen; daher kein Wunder, daß jene Ehe nicht unter die glücklichsten gehörte, welches sich auch bald dadurch deutlich zeigte, daß die junge Frau ihren Ehemann verließ und in das älterliche Haus zurückkehrte. Sie drang auf Scheidung, welche nicht erfolgte; vielmehr wurde sie zu ihrem Manne zurückgewiesen, bei dem sie jedoch nur wenige Tage blieb und sich wiederum zu ihren Aeltern begab. Der verbotene Umgang wurde fortgesetzt, dessen Folge ein todtgeborner Knabe war, den Werner auf dem königswarther Kirchhofe verscharrte; und da sie sich abermals in gesegneten Umständen fühlte, wurde – wahrscheinlich von Beiden – der Beschluß gefaßt, Michauck aus dem Wege zu räumen, sich dann zu heirathen und die Mordthat durch Beten zu verbüßen. Am 28. Jänner 1835 Abends in der achten Stunde führte Werner auf dem Platze, wo sich das Kreuz befindet, an Michauck – den [120] eine mit dem Vorhaben ganz unbekannte Auszüglerin, bei der sich dessen Frau zu Rocken befand – unter dem Vorgeben, daß er zu ihr kommen und sich aussöhnen möchte, abrief, seinen Plan aus.

Werner wurde am 8. Jänner 1836 mit dem Schwerte hingerichtet.