Der „Gartenlaube-Walzer“ von Johann Strauß

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Titel: Der „Gartenlaube-Walzer“ von Johann Strauß
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 1, S. 20
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1895
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[20] Der „Gartenlaube-Walzer“ von Johann Strauß, welcher diese erste Nummer des neuen Jahrgangs der „Gartenlaube“ als Extra-Beilage begleitet, wird in seiner anmutvollen Melodienfrische nicht nur all den vielen Leserinnen und Lesern willkommen sein, welche nach Strauß’scher Musik gern Walzer tanzen. Denn auch wer selbst nicht Klavier spielt und am Tanz nur noch als Zuschauer teilnimmt, wird das heitere Musikstück als Geschenk für musikalische Freunde gern willkommen heißen, und ihm selbst wird das Wort „ein neuer Walzer von Strauß“ liebe Erinnerungen heraufbeschwören an holdes Jugendglück und goldne Träume, wo frohes Entzücken der Seele sein klingend Echo fand in Walzertönen von Johann Strauß. Wie groß die Gemeinde derer ist, die den genialen Wiener Musiker als den Schöpfer unserer schönsten Walzermelodien verehren, ist vor kurzem erst, im letzten Herbst, so recht zu Tage getreten, als derselbe das Jubiläum beging, dessen fröhliche Feststimmung in dem neuen Walzer nachklingt. Auf sein reiches Schaffen, das so unzählige Herzen froh gemacht hat, als Jubilar zurückschauend, mußte den Komponisten die frohe Vorstellung überkommen, welch’ innigen Zusammenhang seine Kunst mit den festlichsten Stunden unseres Familienlebens hat. Wie viel Verlobungen kamen nicht zustande unter dem Zauber seiner Melodien! Ist doch der Walzer von allen deutschen Gesellschaftstänzen derjenige, dessen Wesen am unmittelbarsten Poesie atmet, und der Tanz in unserem Gesellschaftsleben diejenige Macht, die am leichtesten die Herzen erschließt und die Träume von Liebesglück der Verwirklichung nähert.