Der Dritte im Bunde

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Textdaten
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Autor: Bn.
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Titel: Der Dritte im Bunde
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 7, S. 113, 116
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1895
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[101]
Die Gartenlaube (1895) b 113.jpg

Der Dritte im Bunde.
Nach dem Gemälde von Marie Simm-Mayer.

[116] Der Dritte im Bunde. (Zu dem Bilde S. 113) Er hat etwas lange auf sich warten lassen, dafür ist er denn jetzt auch Mittelpunkt, um den sich das ganze Haus dreht. Die zwei „Großen“ rennen von jedem Spiel weg, sobald der Kleine im grünverhangenen Bettkörbchen von seiner Trägerin herunter an die Luft gebracht wird. Diese lächelt mit echtem Ammenstolz auf ihr Bübchen nieder und auch den Kindern scheint’s, als könne es nichts Herzigeres geben als das dicke rote Gesichtchen mit den zwei festgeballten Fäustchen, das so süß in seinem weichen Federneste schlummert. Das blondlockige kleine Fräulein, der bisherige Verzug des Hauses, reckt sich allerdings nur auf Zehen und wirft, mit lässig auf den Rücken gelegten Händen, einen gnädigen Neugierblick zwischen die seidenen Vorhänge: auch in der Bewunderung kommt ihr das Gefühl des eigenen verwöhnten Persönchens nicht abhanden. Der ehrliche Junge dagegen, mit seinem hausgeschnittenen braunen Staffelkopf, er ist ganz Hingebung und Entzücken. Seine Seele denkt nicht mehr an den schönen neuen Drachen, der ihm rückwärts herunterpendelt, er harrt nur atemlos, ob das Brüderchen nicht doch vielleicht die Aeuglein öffnen und ihn ein bißchen anlachen werde. ... Und dabei gucken seine bloßen Aermchen und das gutmütige Kindergesicht so unschuldig naiv aus dem gestickten Affenjäckchen und der überreichlichen Faltenhose heraus, deren Schnittgeheimnis glücklicherweise mit der Empirezeit verschwunden ist!

Daß die Malerin des hübschen Bildes diese Zeit aufs genaueste studiert hat, zeigt jede Kleinigkeit ihrer Darstellung. Aber der Hauptreiz liegt doch in dem einfach menschlichen Vorgang, den sie dem Beschauer so liebenswürdig zu zeigen versteht.Bn.