Der Gaul

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Christian Morgenstern
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Gaul
Untertitel:
aus: Alle Galgenlieder. S. 80–81
Herausgeber: Margaretha Morgenstern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1981
Verlag: Diogenes
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Zürich
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
Fotomechanischer Nachdruck der 1932 erschienenen Erstausgabe, Berlin: Bruno Cassirer. ISBN 3-257-20400-0
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[80]
Der Gaul


Es läutet beim Professor Stein.
Die Köchin rupft die Hühner.
Die Minna geht: Wer kann das sein? –
     Ein Gaul steht vor der Türe.

5
Die Minna wirft die Türe zu.

Die Köchin kommt: Was gibt’s denn?
Das Fräulein kommt im Morgenschuh.
     Es kommt die ganze Familie.

‚Ich bin, verzeihn Sie‘, spricht der Gaul,

10
‚der Gaul vom Tischler Bartels.

Ich brachte Ihnen dazumaul
     die Tür- und Fensterrahmen!‘

Die vierzehn Leute samt dem Mops,
sie stehn, als ob sie träumten.

15
Das kleinste Kind tut einen Hops,

     die andern stehn wie Bäume.

[81]
Der Gaul, da keiner ihn versteht,

schnalzt bloß mal mit der Zunge,
dann kehrt er still sich ab und geht

20
     die Treppe wieder hinunter.


Die dreizehn schaun auf ihren Herrn,
ob er nicht sprechen möchte.
Das war, spricht der Professor Stein,
     ein unerhörtes Erlebnis!..