Der Hirsch-Orden

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Textdaten
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Autor: Johann Karl Wilhelm Geisheim
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Titel: Der Hirsch-Orden
Untertitel:
aus: Gedichte, Zweites Bändchen.
S. 49–51
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Josef Max & Komp.
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Erscheinungsort: Breslau
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Der Hirsch-Orden.


Einst, Anno sechszehnhundert zwei
Und siebzig, – in den Jahren,
Da Fürstenlust und Jägerei
Noch traut’re Freunde waren,

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Schuf ein Piast, gern froh zur Birsch,

Den Orden von dem goldnen Hirsch.

Zu einer Jägerlustbarkeit
Ließ er ein Eichblatt schlagen
Von Gold, – und Jägertapferkeit

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Ließ er’s zum Zeichen tragen.

Dies Eichenblättlein zu empfahn,
Ward mancher schöne Schuß gethan.

Geprägt war auf das Eichenblatt
Ein goldner Hirsch zum Bilde:

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Der Jäger führt, was er auch hat,

Das Edle stets im Schilde;
Und bildet sich nicht viel drauf ein,
Auch vieler Hasen Tod zu sein.

[50]
Des Eichenblatt’s Rückseite war
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Ein rothes Herz, – darinnen

Ein weißes Kreuz, und stellte dar,
Wie’s Wild die Jäger minnen,
Willfährig dem Naturgebot,
Unschuldig doch an seinem Tod.

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Und wer besonnen schoß und traf,

Daß Knall und Fall nicht fehlte,
Daß schnell das Thier in ew’gen Schlaf
Versank und sich nicht quälte,
Vor Allen der das Eichenblatt

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Ruhmwürdig sich erworben hat.


Des Ordens Stifter dann kredenzt
Ihm beim gespickten Teller
Im Becher, den das Laub bekränzt,
Den besten Geist im Keller,

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Und Jagdgesang und Hörnerschall

Ist seines Ruhmes Wiederhall.

Heut fehlet zwar der goldne Hirsch,
Des Jägers Brust zu schmücken;
Denn goldner Lohn kehrt heut der Birsch

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Stets mehr und mehr den Rücken;

Das Herz doch schmückt des Jägers Brust,
Der solchen Ruhm’s sich ist bewußt.

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Ihm braucht man den Hirschorden nicht

Zum Lohne zu verleihen;

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Er weiß wohl selbst, versagt’s ihm nicht,

D’rein Andre einzuweihen,
In stets verjüngter Jägerlust
Der Kunst zu schießen sich bewußt.

Ihm winket bei dem Jagdbeschluß

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Die Lust zum frohen Teller;

Ein guter Geist bringt ihm den Gruß
Der Geister aus dem Keller;
Und Jagdgesang und Hörnerschall
Sind seines Ruhmes Wiederhall.