Der Herbst (Geisheim)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Johann Karl Wilhelm Geisheim
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Herbst
Untertitel:
aus: Gedichte, Zweites Bändchen.
S. 46–48
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Josef Max & Komp.
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Breslau
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons, Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]
[46]
Der Herbst.


Seht euch den Herbst, den Jäger, an,
Wie unter’m Haberkranze
Er, was die Fidel fideln kann,
Sich dreht im deutschen Tanze.

5
Wie flott er schwenkt die dralle Maid,

Mit violetten Backen,
Wie Takt er jubelnd tritt und schreit,
Daß Haus und Diele knacken.

Verschossen ist die Farbe sehr

10
An seinem grünen Rocke;

Doch sehr gefällt den Dirnen er
Mit seiner krausen Locke.

Voll Äpfel und voll Nüsse hat
Er seine großen Taschen,

15
Er giebt Jedwedem gerne satt

Zu knäubeln und zu naschen.

Hat nichts er mehr, so thut er doch,
Der lose Schalk, als hätt’ er,
Führt Euch zum Baum’ und schüttelt noch –

20
Und schüttelt welke Blätter.


[47]
Zwar hegt er Blumen auch; doch mehr

Liebt er die volle Traube;
Mit lust’gen Brüdern sitzet er
Dort in der Rebenlaube.

25
Sein Pfeifchen dampft, doch früh schon fängt

Der Abend an zu dunkeln;
Und unser lust’ger Vetter denkt
An’s Küssen und an’s Munkeln.

Versprochen hatt’ er’s längst der Braut,

30
Es soll’ jetzt Hochzeit werden,

Nun endlich wurden sie getraut
Zum ew’gen Bund’ auf Erden.

Doch einen guten Ehemann
Wird man ihn just nicht schelten;

35
Fort läuft er gern, so oft er kann,

Und macht daheim sich selten.

Im lust’gen Waidwerk draußen mag
Es besser ihm gefallen;
Dort lebt er seinen liebsten Tag,

40
Und läßt die Büchse knallen.


Das Weiblein müht daheim sich sehr,
Das Männchen warm zu halten;
Doch unaufhaltsam jaget er
Im Nassen und im Kalten.

45
[48]
Gar gern gesehn doch bringet er

Heim manchen guten Braten:
Dann schmaus’t sein Völklein um ihn her,
Und horcht auf seine Thaten.