Der Ofen als Ventilator

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Ofen als Ventilator
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1891
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[20] Der Ofen als Ventilator. Der Ofen wird namentlich in der Winterszeit als ein ausgezeichneter Ventilator gerühmt, und das ist er auch, denn er saugt, wenn er geheizt wird und solange die Esse warm ist, eine gewaltige Menge Luft vom Zimmer ab. Viele setzen noch dieser natürlichen Ofenventilation die Krone auf, indem sie über dem Ofen ein Loch mit einem Thürchen in die Esse schlagen lassen. Auch dieses Loch saugt eine Masse der oben an der Decke angesammelten Luft ab. Leider sind aber diejenigen, die da meinen, daß damit schon genug für die Ventilation gethan sei, im Irrthum. Bei einer zweckmäßigen Lüftung der Wohnzimmer kommt es nicht nur darauf an, daß die schlechte Luft fortgeschafft wird, sondern auch darauf, daß an ihre Stelle reine Luft eintritt. Wissen wir nun, woher bei der natürlichen Ofenventilation die „frische“ Luft ins Zimmer kommt? Treten wir, während der Ofen brennt und die Fenster geschlossen sind, mit einer brennenden Kerze an die Thür, die nach dem kalten Vorsaal führt, und halten das Licht an das Schlüsselloch. Da sehen wir sofort an der vom Windzuge abgelenkten Lichtflamme, wie der Ofen die Luft aus dem Vorsaal ansaugt. Also wir erhalten bei dieser Ventilation zumeist die Luft aus dem Vorsaal, dem Treppenhause u. s. w. in das Zimmer. Ob sie immer rein und gesund ist, muß dahingestellt bleiben. Oft kann der Ofen eine sehr schlechte Luft ansaugen.

Wie verhüten wir das? Oeffnen wir einmal das Fenster und kehren mit dem Lichte an das Schlüsselloch zurück. Die Flamme brennt jetzt ruhig, der Ofen saugt auf dem weniger Widerstand bietenden Wege die Luft von der Straße an. Da haben wir die nöthige Belehrung. Wir ventilieren erst dann richtig, wenn wir nicht nur für den Abzug der schlechten, sondern auch für den Zuzug der frischen Luft Sorge getroffen haben. Wo sich keine anderen Einrichtungen treffen lassen, ist es am zweckmäßigsten, eines der oberen Fenster mit einer Glasjalousie versehen zu lassen. *