Der Papierkorb der „Getreuen von Butzbach“

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Papierkorb der „Getreuen von Butzbach“
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 17, S. 292
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[292]
500px

Der Papierkorb der „Getreuen von Butzbach“.

Der Papierkorb der Getreuen von Butzbach. (Mit Abbildung.) Vor drei Jahren, gelegentlich des achtzigsten Geburtstags des Fürsten Bismarck, traten einige Bürger der oberhessischen Stadt Butzbach zusammen um dem Altreichskanzler zu dem bevorstehenden Jubeltage ein Zeichen der Liebe und dankbaren Verehrung zu widmen. Da Butzbach durch seine Gerbereien und seine Lederindustrie sich eines besonderen Rufes erfreut, stifteten sie ihm ein Paar „Geburtstagsstiefel“. Auch im darauffolgenden Jahre meldeten sich „die Getreuen von Butzbach“ am 1. April in Friedrichsruh durch eine Gabe an. Sie sandten ein kunstvolles „Rauchtischchen“, mit allerlei zeitgemäßen Sprüchen geziert. In diesem Jahre wanderte wieder ein sinnreiches Geschenk von Oberhessen nach dem Sachsenwalde. Es war ein Papierkorb, den unsere nebenstehende Abbildung wiedergiebt. Er ist aus dem besten naturfarbenen Butzbacher Leder gearbeitet, etwa 80 cm hoch und hat die Form einer Urne. Quer über die Oeffnung ist ein Lederbügel angebracht, an dem zwei Deckel zum Verschließen des Korbes befestigt sind. Ein blauseidenes Band schmückt den Bügel und von seinen Enden trägt das eine das Wappen Bismarcks, das andere das Stadtwappen von Butzbach. Das Band wird von einem ledernen Schilde zusammengefaßt, auf dem folgenden Worte eingebrannt sind.

„Die ganze Kraft, die beste Liebe
Hast stets du deinem Volk geweiht,
Ein Band, das heißer Dank gewunden,
Verknüpft uns mit dir allezeit.“

Ferner findet sich auf dem oberen Rande des Papierkorbes folgende Mahnung.

„Laß schreiben nur den giftigen Neid,
Bis ihm die Finger zucken,
Es wird der Lederbauch gar bald
Die ganze Flut verschlucken.“

Von der weiteren Ausschmückung des Korbes sind noch ein in Medaillonform gehaltenes, in feinster Lederbrandzeichnung ausgeführtes Bild von Butzbach sowie eine in derselben Art hergestellte Widmungstafel hervorzuheben. Letztere trägt die Worte: „Zum 1. April 1897, die Getreuen von Butzbach.“ Recht hübsch sind auch die Eichenzweige und Kleeblätter, ähnlich den drei Kleeblättern des Bismarckschen Wappens, ausgeführt. Der Fuß ist mit blauer Seide umkleidet und mit demselben Stoß auch das Innere ausgeschlagen. Die „Getreuen“ von Butzbach pflegen, wie wir noch besonders erwähnen wollen, ihre Gaben selbst auszudenken und auch selbst auszuführen.

Gewiß hat der Papierkorb dem Altreichskanzler im Sachsenwalde gefallen, mehr aber noch als die kunstvolle Ausführung wird ihn die dankbare Liebe erfreut haben, die auch in dieser Butzbacher Gabe zum Ausdruck kam.