Der Pestkirchhof bei Leppersdorf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Friedrich Bernhard Störzner
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Pestkirchhof bei Leppersdorf
Untertitel:
aus: Was die Heimat erzählt. Sagen, geschichtliche Bilder und denkwürdige Begebenheiten aus Sachsen, S. 194–195
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Arwed Strauch
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel: {{{ORIGINALTITEL}}}
Originalsubtitel: {{{ORIGINALSUBTITEL}}}
Originalherkunft: {{{ORIGINALHERKUNFT}}}
Quelle: Digitalisat der SLUB Dresden und bei Wikimedia Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[194]
83. Der Pestkirchhof bei Leppersdorf.
Was die Heimat erzählt (Störzner) 194a.jpg

Von Großröhrsdorf nach dem benachbarten Leppersdorf führt ein Fußweg. Derselbe bringt den Wanderer am Walde vorüber. Hier bezeichnet der Volksmund eine Stätte als den Pestkirchhof. Dieser einsame Platz diente zur Pestzeit als Begräbnisstätte. Hier begrub man zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges diejenigen Bewohner von Leppersdorf, die von der tückischen Pest hinweggerafft wurden. Im Jahre 1631 brach diese furchtbare Seuche aus und wütete daselbst bis zum Jahre 1638. Die Pest soll in Leppersdorf so schrecklich aufgetreten sein, daß 1635 der Ort verödet war und leer stand. Wer von dieser bösen Krankheit verschont geblieben war, floh. Nach Monaten erst kehrten die Menschen wieder zurück, fanden dann aber oftmals ihre heimatliche Hütte verwüstet vor.
Was die Heimat erzählt (Störzner) 194b.jpg

Ansicht von Leppersdorf um 1840.

Die rohen Krieger hatten sie in Brand gesteckt. Nach und nach sammelten sich die noch lebenden Bewohner des Dorfes wieder auf den Trümmern [195] ihres einstigen Glückes. Doch da brach die Pest von neuem aus. Dazu stellten sich auch die mordlustigen Krieger wieder ein, und die unglücklichen Bewohner Leppersdorfs mußten abermals fliehen. Im Jahre 1638 kehrten endlich Ruhe und Sicherheit vor den Feinden ein, auch schien die Pest verschwunden zu sein. Der Ort bevölkerte sich nach und nach wieder. Die Gräber auf dem Pestkirchhofe verfielen mit den Jahren, da niemand mehr dort begraben wurde, und bald zog der Pflug über sie seine Furchen, doch der Name „Pestkirchhof“ blieb erhalten bis auf den heutigen Tag. In „Christians Lehmanns Schauplatz der natürlichen Merkwürdigkeiten in dem Meißnischen Ober Ertzgebirge“ vom Jahre 1699 befindet sich pag. 965 folgende Notiz:

Anno 1680 am 28. Julii gieng eine fromme Bauersfrau von Leppersdorf nach Radeberg, dieser begegnete ein klein weißes Kind auf dem Wege und sagte, es würde eine weit um sich greiffende Pest entstehen, die anders nicht als durch Buße und Bekehrung zu Gott könne gewendet werden, darum sollte sie Gott um Abwendung ernstlich anruffen.“ –[WS 1]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Siehe ULB Halle