Der Sichelesacker

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
<<< >>>
Autor: Unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Sichelesacker
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 638
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Karlsruhe
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons, Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[638]
Der Sichelesacker.

Auf dem Reicholzheimer Bergfelde gegen Wertheim hielt man einst am Tage vor Mariä Himmelfahrt Aerndte. Als Abends das Fest eingeläutet wurde, hörten die Leute mit der Arbeit auf und ermahnten ein Mädchen, welches zu schneiden fortfuhr, dasselbe zu thun. „Es mag Gott lieb oder leid seyn, mein Acker muß noch heute fertig geschnitten werden!“ – antwortete das Mädchen, und arbeitete mit doppeltem Eifer fort. Nachdem sie den letzten Schnitt gethan, fiel sie plötzlich, zur Strafe für ihren Frevel, rückwärts in die Sichel und starb an der Wunde. Zum Andenken an diesen Vorfall wurde auf dem Acker ein Stein, mit einer darauf eingehaltenen Sichel errichtet, und daher kommt die Benennung des Platzes „Sichelesacker.“ Bei diesem Steine wächst kein Hälmchen Gras und wenn man ihn zudeckt oder entfernt, kommt er doch allemal wieder auf dem alten Platze zum Vorschein.

(S. Mone’s „Anzeiger etc.“ Jahrg. 1838.)