Der Stürmer von Orleans

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Stürmer von Orleans
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 47, S. 789, 791
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1870
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[789]
Die Gartenlaube (1870) b 789.jpg

Ludwig Freiherr von der Tann.


[791] Der Stürmer von Orleans. (Mit Abbildung.) Das Jahr 1870, so reich an herrlichen, großartigen Erfolgen für das gesammte deutsche Volk, hat speciell einem Manne, der einst viel gescholten und viel gelästert worden ist, eine Genugthuung und Rechtfertigung gewährt, die ihm wohl zu gönnen war und die schwerer in die Wagschale fällt, als seiner Zeit ein die verleumderischen ultramontanen Blätter verurtheilender Richterspruch in die Wagschale gefallen wäre. Es ist ja noch bekannt, wie nach dem für Baiern so unglücklichen Verlauf des Krieges von 1866 die an den Ufern der Isar und der Donau heimischen, ihr Stichwort aus den bischöflichen Palais holenden Tagesblätter wüthend über den General Ludwig Freiherrn von der Tann, welcher dem Prinzen Karl als Chef des Generalstabes der mobilen baierischen Armee beigegeben war, herfielen, ihn theils der Unfähigkeit, theils des Verraths beschuldigend. Der General, der nie ein Hehl daraus gemacht hatte, daß seine politische Gesinnung und sein patriotisches Empfinden über die blauweißen Grenzpfähle hinausreicht, mußte der particularistischen Partei in Baiern von je ein Dorn im Auge sein, und wenn es auch ihren eifrigsten Bemühungen nicht gelang, den bei der ganzen Armee hochgeschätzten und von seinem Könige mit Auszeichnung überhäuften Mann zu stürzen, so mußte es doch bei den Wohldenkenden eine gewisse Verstimmung zurücklassen, aus dem von General von der Tann angestrengten Proceß die ultramontanen Blätter unverurtheilt hervorgehen zu sehen.

Die dem schwer beleidigten Manne damals versagt gebliebene Genugthuung hat er sich nunmehr glänzend selbst geholt und der vielgepriesene Führer der schleswigschen Freischaaren hat seine alte Tüchtigkeit in noch viel umfassenderer Weise auf’s Neue bewährt. Die Tage von Wörth, Beaumont, Sedan und Orleans sind für die baierischen Truppen ebenso ruhmreiche, als blutige Tage gewesen, und es mag dem Führer des ersten baierischen Armeecorps ein freudiges Bewußtsein sein, daß diese von seinen braven Soldaten errungenen Erfolge dem ganzen großen deutschen Vaterlande zu gut kommen werden.