Der Todtenkopf im Walde

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Ludwig Neuffer
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Todtenkopf im Walde
Untertitel:
aus: Taschenbuch von der Donau. Auf das Jahr 1824, S. 183–184
Herausgeber: Ludwig Neuffer
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1823
Verlag: Stettinische Buchhandlung
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Ulm
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Exemplar der HAAB Weimar auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[183]

Der Todtenkopf im Walde.

Du kahler Schädel, welcher zersplittert hier
Auf öder Heid’ am Strahle der Sonne bleicht,
Den Menschen unwerth und den Manen,
Aber dem Wandrer ein böses Zeichen;

5
Wer bist du, daß vergessen, ein leichtes Spiel

Der Winterstürm’, und ohne Beerdigung
Du hier am Hügel rollst? Welch Schicksal
Warf dich in diese verlaßne Wildniß?

Erwürgte hier ein laurender Feind vielleicht

10
In schwarzer Nacht den eilenden Wanderer,

Und nahm durch Meuchelmord auf ewig
Ihm den erwarteten Tag der Heimkehr?

Bestraften hier die rächenden Furien
Geheimen Frevel? Oder bewaffnete

15
Des Elends Wuth dem langen Dulder

Gegen den Busen die eigne Rechte?

[184]

Du schweigst. Des Schicksals richtender Augenblick
Ist längst vorüber; aber noch liegst du hier
Ein später Zeuge stummer Unthat

20
Unter dem Himmel in Thau und Wettern.


Noch keine Hand bestreute mit Erde dich,
Kein frommes Zeichen ehrt der Gebeine Platz,
Und unbekümmert streift der Jäger
Heute wie morgen an dir vorüber.

 Neuffer.