Der Währwolf in Hindenburg

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Textdaten
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Autor: Jodocus Donatus Hubertus Temme
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Titel: Der Währwolf in Hindenburg
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aus: Die Volkssagen der Altmark
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Nicolaische Buchhandlung
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Google und Scans auf Commons
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63. Der Währwolf in Hindenburg.

Der Glaube an den Währwolf hat sich auch in der Altmark erhalten. In dem Dorfe Hindenburg erzählen sich die Leute noch jetzt von einem solchen Menschen, der sich in einen Wolf hat verwandeln können, und es leben noch welche, die ihn in ihrer Kindheit gekannt haben. Er hatte einen Streifen Leder aus einer Wolfshaut gehabt, an der noch die Haare waren. Sobald er sich diesen um den Leib band, war er in einen Wolf verwandelt. Er hatte dann eine außerordentliche Stärke, so daß er oft ganz allein ein ganzes Fuder Heu zog, oder einen ganzen Ochsen ins Maul nahm und forttrug. Er hatte in solchem Zustande aber auch ganz und gar die Natur des Wolfes: denn er würgte das Vieh, und fraß sogar Menschen. Einer seiner Nachbarn ward einmal von ihm verfolgt, und konnte ihm nur mit genauer Noth entgehen. Nur seine Frau verschonte er, wenn er auch noch so wüthend war. Sie kannte einen Zauberspruch, wodurch er gebannt wurde, und den er ihr [57] selbst gelehrt haben soll. Sie schnallte ihm dann den Streifen wieder ab, und nun war er wieder ein vernünftiger Mensch.

Acten des Altmärkischen Vereins für Geschichte und Industrie.