Der erschreckliche und recht wunderseltzsam-geschwäntzte Comet

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
Autor: unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der erschreckliche / und recht wunderseltzsam-geschwäntzte Cometobserviret und beschrieben
Untertitel: Welcher am 16. Novembr. 1680. im MargGraffthumb Meissen/ Ober-Lausitz/ auch in vielen andern Provintzien und Orthen … ist gesehen worden : Wie solchen etliche … Astrologi …
aus: Vorlage:none
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum: ca 1681
Erscheinungsdatum: Vorlage:none
Verlag: Vorlage:none
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort:
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: im VD17 unter der Nummer 3:628850N Scans auf Commons
Kurzbeschreibung: Kometenflugschrift. Die Schrift ist aus mehreren Vorlagen kompiliert. Siehe auch Tobias Beutel: Kurtzes Bedencken und Wahrhafftige Relation des Comet-Sterns.
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Der erschreckliche und recht wunderseltzsam-geschwäntzte Comet 01.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[1]

Der erschreckliche / und recht wunderseltzsame-geschwäntzte
COMET,

Welcher am 16. Novembr. N. Cal. 1680, im MargGraffthumb Meissen / Ober-Lausitz / auch in vielen andern Provintzien und Orthen / mit Erstaunung vieler frommer Christen ist gesehen worden; Wie solchen etliche Vornehme gelehrte Astrologi observiret und beschrieben.

Dabey auch das Wunder-Neue und den 4. Decembr. 1680. in Rom von einer Henne gelegte Ey / von welchem auch zum Ende weniger Nachricht zufinden ist.


ES ist dieser Comet / welchen ich den 24. Novembr. jüngsthin zum letzten mahl observiret / und der den 17. dieses Monats Decembris wieder zu Gesichte kommen / eben der vorige / Er ist 3. Wochen unter der Sonnen Strahlen verdeckt gewesen / und nun von 17. Novembr. biß 24. Decembr. über 120. Grad motu proprio oder in seiner eigenen Bewegung gegen Morgen von Abend her / aus dem Himmlischen Zeichen der Waage biß in den Wassermann gelauffen / wendet sich zwar dabey numehro auch gemählich mit nach Mitternachtwerts; Indem er vorhin jenseit des Aeqvatoris oder Lineä gestanden / itzt aber über dieselbe auf die Nord-Seite kommen / Er praesentirte sich in der itzt Welt-bekanten Gestalt alhier bey der Churfürstl. Sächß. Residentz Dreßden gedachten 17. Decembr. Abends um 5. Uhr gen Niedergang / stunde auch um 6 Uhr nicht mehr als 3. Grad supra Horizontem mit einem Strahl oder Cauda 90. Grad lang / (so zwar numehro abgenommen / und den 23. Decembr. nur etliche funfftzig Grad noch an seiner Länge gehabt / auch sich täglich weiter vermindert) dessen Haupt aber im Antinoo,[1] und 21. Grad Capricorni, auf 20 Grad Nordlicher Breite / die Spitze oder das Ende seines Strahls ist um die Mitternachts-Seite die gantze Nacht ein wenig der gantze Cauda oder Strahl aber sambt dem Haupt gegen Morgen um 6. Uhr etliche Tage gesehen worden.

Wiederholtes JUDICIUM.[2]

INdem es der vorige Comet ist / und eben den vorigen eigenen Lauff von Abend gegen Morgen behält (wiewohl Er sich zwar nun auch schon von Mittag gegen Morgen mit zuwenden angefangen / und allbereit über den Aeqvatorem ist / da er zuvor jenseit gestanden) bleibt es auch bey vorhin albereit aus andern Autoribus genommenen Juditio und meinen daraus gethanen Wunsche; so aus dessen motu proprio, oder eigenen Lauffe verfasset war.

Aus denen Himmels-Bildern conjecturirt[3] man zwar offtmahls auch! Und wenn man den Antinoum betrachtet / darinnen der Comet zu erst (worauf sonderlich zusehen) den 17. Decembr. wieder erschienen / wie auch / daß er seinen Strahl gleich durch des Adlers Halß und Haupt streckete (davon er zwar folgende Tage weiter gegen den Delphin Pegasum, und andere Bilder fort geruckt) So hat derselbe Antinous unter den fingirten Himmels-Bildern keinen guten Uhrspung / Es verhält sich kürtzlich darmit also: Käyser Hadrianus, so von dem löbl. Käyser Trajano adoptirt, und im 117. Jahr Christi Römischer Käyser worden / hat einen schönen Knaben (Antinous genant) sehr lieb gehalten / und demselben zu Ehren nicht allein zu Manticea in Grichen Land einen Tempel bauen; sondern [2] ihn auch von den Grichen consecriren, und unter die Himmels-Bilder setzen lassen / allda er auf einen Altar kniend pflegt abgemahlt zu werden / und in 7. biß 11. Sternlein vorgebildet wird.

Wie dieses nun ein verkehrter Handel / der Käyser Hadrianus auch / ob wohl ein gelehrter doch verkehrter Herr gewesen / und vorhin nicht allein nach Cron und Scepter gestanden (ungeachtet ihn der Trajanus nicht gern darzu haben wollen) sondern auch / so bald er zur Regierung gelanget / denen jenigen Hohen Häuptern nachgetrachtet / die bey dem Röm. Reiche in Ansehen gewesen und viel gegolten; Inmassen er bald im andern Jahr seiner Regierung dem Palmam[4] (so 2. mahl Consul gewesen) Celsum Nigrinum und andere aus dem Wege geräumet; So helffe GOtt / daß der itzige Comet / aus dem verkehrten Bilde / darinnen er zum erstenmahl wieder erschienen mit seinem grossen Strahl durch den Adler / nicht etwan auch auf dergleichen Herren deute / der wider des Adlers Willen / nicht nur nach Scepter und Cron trachte; Sondern es auch darbey mit andern Hohen Häuptern gern zu machen vermeinet / wie gedachter Hadrianus zu Anfang seiner Regierung gethan; Und wird ja der scharff sehende Adler (inmassen Adlers Augen auch unverwandt und ohne Schaden in die hellscheinende Sonne sehen können) mit seinen Gliedern selbst auf die Hut seyn / und sich umsehen / wo etwa so ein Herr in der Welt zufinden seyn möchte / der es gerne wie Hadrianus machen wolte damit Er dabey in Zeiten vigiliren, und es damit nicht zu weit kommen lassen möge. Zumahl GOtt der Allerhöchste gnugsam / mit einer dergleichen grossen Himmels-Fackel darzu leuchtet / deren Strahl (ob gleich das Haupt bißhero nicht über uns / sondern America / Brasilien und andern Indianischen Orthen gestanden) zugleich mit über Europam reichet / und so lang ist / daß er sich (nur der Sonnen-Höhe gleich gerechnet) deren Lauff die heutigen Astronomi auff 1. Grad 114227. Teutsche Meilen zu schreiben / auf die 10280430. (Zehen Tausend mahl Tausend zwey Hundert u. achtzig Tausend / vier Hundert und dreißig) Meilen erstreckt. Dreßden / den 24. Decembris Anno 1680.


Anfang und Beschluß der OBSERVATIONUM
des im Novembri Anno 1680. erschienenen Cometen.

NAchdem[5] diesen Cometen den 17. Novembr. früh Morgens die Wachten bey allhiesiger Churfl. S. Residentz ohngefehr zum erstenmahl gewahr / und mir es angedeutet worden / habe ich ihn observiret:

Den 18. Novembr. gieng er auf früh 1. Viertel nach 2. Uhren / stunde mitten inter Corvum et Spicam Virginis, Cauda war daran wegen Gewölcks wenig zusehen.

Den 19. Novembr kam er über den Horizont halbweg 4. Uhr / war weiter von Corpo der Spica Virginis zu gelauffen / stunde nur dritthalb Grad über derselben im 16. Grad ♎ Cauda war über 30. Grad lang. Die folgenden 2. Tage war er wegen trüben Wetters nicht zusehen. Den 22. 23. 24. aber kam er wieder zu Gesichte / und stunde den 24. Novembris gantzer 19. Grad tieffer / als Spica Virginis, also / daß er motu proprio vom 19. biß 24. Novembr. 22. Grad von Occident gegen Orient gelauffen / war am Haupt schwächer / und Cauda gar nicht mehr zusehen / wird auch itzt nicht mehr zu Gesichte kommen / Cum lumen majus officiat minori, indem er unter die radios Solis gerückt. Den 19. Novembr. war er am besten zu observiren, und sein Haupt an Grösse Spica Virginis gleich / Color Saturninisch.

Kurtzes JUDICIUM hierüber:

COMETAE sunt testimonium, qvo significatur totam hanc Machinam aliqvâ mente gubernari. Sagt gar nachdrüchlich ein Florentinischer Doctor, Fanciscus Junctinus in seiner Astrologia, setzt auch hinzu: Itaq, ejus modi impressiones non temerè fiund in aëre (aetbere) neq existunt casu. Denn ob man wohl heutiges Tages deren Generation denen exhalationibus Solis et aliarum Planetarum zuschreibt / so siehet man doch dabey augenscheinlich GOttes Allmacht.

So viel die Bedeutung der Cometen betriefft / siehet man vornehmlich / über wessen Haupten er stehet; diß ist nun zwar weit von uns / und ist er uns nicht vertical, sonst würde er natürlicher Weise bey itzigem Contagio schädlicher Mitwürckung haben; Uber-natürlicher Weise aber ist er denen darunter angezeigten Drohungen und Warnungen GOttes keinem Ort zuweit entlegen. Man judiciret auch aus des Himmels-Bildern / dadurch er laufft / deren aber würden hier zu viel seyn. CARDANUS nimbt es ex motu und sagt: Si Cometes feratur ex Oriente in septentrionem, inde proveniet aut lex aut pestis, aut Princeps, qvi boreales nationes devastabit et conturbabit. Daß also entweder Veränderung in hohen Regiements-Sachen und Gesetzen / oder Pestilentz / oder neuer Krieg dadurch angezeiget würde. Weil aber dieser Comet nicht von Orient herauff / sondern von Occident Flügel-schnell gegen Orient laufft. Dreßden, den 30. November Anno 1680.

Hilff GOtt / daß alles Ubel abgewendet werde.
TOBIAS Beutel / Churfl. Sächß. Secr. Math. und Kunstk.

[3]

EXTRACT eines Schreibens von Hr. Erhardo Weigeln.
Mathematum, Profess. Publ. in Jehna den 19. Decembris 1680.

WElcher Gestalt ich alhier den annoch wärenden und an wunderlichen Erscheinungen immer zunehmenden Cometen nicht allein vom 10. Novembr. an / so lange er frühe vor Sonnen Auffgange zusehen gewesen; sondern auch / nachdem er den eignen Lauff der Sonnen übertroffen / und sich nun nach der Sonnen Untergang hinführo weiter erweisen wird / das erstemahl den 11. Decembr. das andermahl gestern / als den 18. Decembr. Zum drittenmahle heute den 19. Ejusdem[6] auf das fleissigste beobachtet; Und befunde bey denselben so viel wundersame Eigenschafften / daß ich mit fleißiger Nachsuchung im Regiester derer vormahls erschienenen Cometen noch keinen finden können / der ihme gleich wäre / indem er 1) gantz nahe unter dem Marte[7] im Himmels-Bilde des Löwen also kenntlich gestanden / daß man von seiner Geburtsstatt gewisser / als sonst von ie eines andern Cometen seiner versichert. 2) Gar nahe bey der Mittelstrasse des vornehmsten Creyses des Zodiaci, darunter alle Planeten sich auffhalten / immer her und fort also gestrichen / daß er seinen Streich / nicht wie die andern als einen Circul / sondern als eine Schlangen-Linie geführet / welches sonst von keinem gelesen wird. 3) So ist er auch viel kenntlicher / als ie einer / da man doch von gar sehr wenigen dergleichen lieset / welche so wohl vor / als nach der Sonnen gesehen worden / hat sich erstlich als ein Morgenstern / nun aber als ein Abendstern erwiesen. 4) Ist der Schweiff nun ein ziemliches länger / als ie einer observiret worden / und hat sich diesen nächsten Erscheinungen nach / über 70. Grad am Himmel erstrecket / so formidabel; daß sich gestern alhier iederman davor entsetzet / auch einige gemeine Leute Willens gewesen / in Erblickung seiner es vor ein Feuer aus zuschreyen.

Nun gehet der so grosse Schweiff mitten durch den Adler / das Creutz Christi / sonst der Schwan genant zu / und zielet der Comet mit seinen itzo von der Mittelstrasse abgewenderen Lauff / gegen dem Delphin und Pegaso hin / und scheinet also / daß er daherumb seinen Lauff vollenden werde / weßwegen er sich denn uns Christen / sonderlich im Römischen Reiche sehr considerabel darstellet.

EXTRACT-Schreiben aus Leipzig untern 30. Decembr.
Anno 1680.

DEen Cometen habe ich das erstemahl am 6. November st. vet. früh um 3. Uhr im 2. Grad der Jungfrauen / und das letztemahl im 2. Grad Scorpions gesehen / ist alle Zeit nahe an der Sonnen-Strasse gestanden / erst an der Mitternächtigen / und zu letzt an der Mittäglichen Seite / den Regeln nach ist er sehr wichtig / ist eine andere Frage / denn alles / was sie weissagen / geschiehet auch ohne Cometen. GOTT lasse wahr werden / was gut vor uns ist / woran es besagten Regeln nach / auch nicht mangelt. In solcher Zeit / als von 6. biß 22. Novembr. st. vet. ist er fortgangen in die 60. Grad / ist aber / bin ohne Zweifel / nicht der erste / der ihn gesehen / man hat wol 14. Tag vorher davon geredet / und soll der erste Nachricht aus Engeland kommen seyn.

Der Comet / welchen wir im Novembr. früh gesehen / und seinen Lauff gar nahe an der Sonnen-Strasse nach der Sonnen zu gehalten / hat nun dieselbe überholet / und ist wie ein Neuer Mond an der andern Seite wieder herfür kommen / daß man ihn nun Abends siehet. Mit solcher neuer Wiederkunfft macht er viel und neuer Arbeit. Dessen Schwantz ist freylich in 60.Grad gewesen / hernach auf 70. und drüber kommen; doch nachdem einer scharff sehen kan / doch ist er noch nicht der längste; Man lese / was der Hr. Erasmus Francisci[8] im I. Theil seines Lusthauses ein Capitel von Cometen pag. 1188. 1200. 1213. 1215. setzet / so wird man unter andern schönen Annotatis auch dieses finden / daß der Schwantz[9] des Cometen Anno 1618. endlich gar 104 Grad lang[10] worden / ist auch breiter gewesen; Ich finde auch noch lebendige Zeugen / die solches wissen. Daß der itzige nicht ein echter Comet seyn solte / sehe ich gantz keine Ursach zu zweifeln / indem er die rechte Cometen-Gestalt und Lauff hat. Den 29. December st. vet. Abends um 6. Uhr rührete er mit der Mittäglichen Seite seines Schwantzes die 3. Sterne im lincken Fuß des Pegasi, welche welche Bayërus mit βμλ bezeichnet das Caput Cometae war in gerader Linea mit dem α und χ Pegasi, am 19. Decembris hat er nur 20. Minuten über der Hand des Antinoi gestanden / gehet also fast den Weg / welchen der Cometa Pegarias Anno 1577. gegangen. Des itzigen Schwantz wil auch etwas krum scheinen.

Dem armen Teutschland böses aus Cometen zu prognosticiren, halte ich itzt gar für eine schlechte Kunst / denn es alles Unglückes schon so voll / und dessen Ruin schon vor dem Cometen so klar / daß ich nicht sehe was ein Comet darzu thun kan / das nicht schon da wäre. GOTT erbarme sich unser Aller / und wende alles zum besten.

[4]

EXTRACT
Aus einen Send-Schreiben / so der berühmte Astrologus, Herr Christoph Neubarth
an einen Vornehmen von Adel in Ober-Laußitz geschieben / den itzt am Himmel
stehenden Cometen betreffend:

BEyneben sehe ich aus meines Hochgeehrten Herrns Schreiben / daß Er bekümmert ist / wegen des Comet-Sterns / als wenn derselben 2. oder 3. seyn solten / so berichte ich denselben / daß wir nicht mehr als einen observiret / dieser aber hat sich so wunderlich herum gewendet / daß er vor 2. ist angesehen und gehalten worden. Er deutet nichts guts / ist ein böser Prophet und Vorbothe / künfftigen grossen Unglücks / so GOtt über Teutschland schicken wird. Er ist ein rechter Vorbothe der grossen Zusammenkunfft der grossen Planeten Saturni und Jovis im Himmlischen Löwen und feurigen Triangel / dergleichen wir seither Anno 1618. nicht gehabt. Was damahls darauf erfolget / ist bekant / wird grosse Veränderung anrichten / davon in dem heurigen und künfftigen Calender weiter berichtet wird. GOTT sey uns allen gnädig / und helffe uns seelig hindurch. Wir haben auf nichts guts zuhoffen.

EXTRACT
Aus Herrn Petri Neutards Med. & Math. Cult. von Memmingen
Astrologischen Beschreibung:

P. P.[11] Nun finden wir ratione formae & figurae loci motûs, temporis aliarumqve conditionum[12] sonderliche 3. Cometen in Historicis, so diesem nicht viel ungleich: Deren die 2 ersten nach Christi Geburt / und zwar der eine Anno 1577. im Monat Novembris sich auch gegen Niedergang erzeiget / nemlich über dem Haupt des Schützens seinen Schweiff auch gegen dem Steinbock und Delphin wendend / war auch nicht viel kleiner als der itzige / stunde 2. Monat und etliche Tage / und lieff biß an die Nasen des Eqvilei: Darauff ist gefolget grosse Pest / welche in sonderheit im Schwäbischen Cräyß grassiret; Wie auch die Expeditio Lusitanica, in welchen 3. Könige geblieben.[13]

Der 2. Comet / Anno 1661. stunde wie der itzige Anfangs / zwischen dem Adler und Delphin / lieff aber dem Adler ie mehr und mehr zu: darauf ist erfolget / wie bekant der Ungarische Krieg / in welchem der Türcke dem Adler ziemlich zu gesetzet.[14]

Der 3. Comet / so diesen itzigen ratione Longitudinis Caudae & velocis motûs, das ist wegen der Grösse und schnellen Lauffs ziemlich ehnlich / stunde vor der Sündfluth (dessen oben gedacht) im Jahr nach Erschaffung der Welt 1656. war noch grösser als der itzige / und lieffe so schnell / daß er in einem Monat durch den gantzen Zodiacum oder Thier-Cräyß kam / und also alle 12. Himmlische Zeichen durchwandert / darauff dann die Sündfluth kame. Der getreue und barmhertzige GOTT wende alles Ubel gnädiglich von uns ab / und erhalte unsern Römischen Adler unversehrt in gutem Flor: Auch verleyhe Er uns seinen guten Heiligen Geist / daß wir bey einbrechendem Jüngsten Tage uns von Hertzen bekehren / und die Zukunfft unsers HERRN JESU CHristi mit Freuden erwarten / AMEN.

Nachricht wegen des Wunder-Eyes:

ES hat sich nicht allein ein Wunder-Stern am Himmel / wie gemeldet / sehen lassen / welcher den klaren Zorn GOttes uns zu erkennen gegeben; Sondern es hat auch den 4. Decembr. 1680. eine Henne in Rom ein Ey geleget / da auff der einen Seiten eben der Comet gestanden / auff der andern aber eine Rübe / wie die Figur zeiget. Der Comet ist zu Rom am Himmel im Zeichen der Jungfrauen gesehen worden / wie solches aus nachfolgenden erhellet:


Adi 4. Decembre 1680. in Roma una Gallina
partori un’ ovo nel qvale sivede una
Cometa & alteri segni Come una rapa
praesentato nella praesente figura.

Si Stampano de Gio Marco Sallazi in piazzia
Navona supe in permissa.[15]               

Wer keinen GOtt hier gläubt / mag diese Ding’ betrachten / Daraus wird er gewiß / daß ein GOTT sey erachten / Drum sollen wir zur Buß / und Beß’rung seyn bereit / Eh’ uns kommt übern Halß / Krieg / Pest / und Theure Zeit.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Antinoos
  2. Urteil
  3. Annehmen, deuten
  4. w:Aulus Cornelius Palma Frontonianus
  5. Vorlage: NAckdem
  6. desgleichen [Monats]
  7. Mars
  8. Erasmus Francisci
  9. Vorlage: Swchantz
  10. Vorlage: land
  11. u.s.w.
  12. in Bezug auf Form und Gestalt, Bewegung, Zeit und andere Umstände
  13. w:Schlacht von Alcazarquivir
  14. w:Türkenkrieg 1663 / 1664
  15. Am 4. Dezember 1680 hat in Rom eine Henne ein Ei gelegt, auf dem man einen Komenten und andere Zeichen wie eine Rübe sieht, dargestellt in der Abbildung. Gedruckt von Gio[vanni] Maria an der Piazza Navona.