Der gespenstige Ochse bei Horka (S.)

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Textdaten
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Autor: S.
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Titel: Der gespenstige Ochse bei Horka
Untertitel:
aus: Volkssagen in der Lausitz, in: Neues Lausitzisches Magazin, Sechszehnter, Neuer Folge dritter Band, S. 385–386
Herausgeber: Joachim Leopold Haupt
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1838
Verlag: Heyn’sche Buch- und Kunsthandlung
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Erscheinungsort: Görlitz
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Quelle: Google, Commons
Kurzbeschreibung:
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Neues Lausitzisches Magazin 16 NF3 1838.pdf
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[385]
20.
Der gespenstige Ochse bei Horka.

Bei Horka ist, so wie bei Görlitz, eine Hügelreihe, welche sich nach von W. nach S. hinzieht, unter dem Namen „die Weinberge“ bekannt.

Die Benennung derselben soll sich davon herschreiben, daß vor Zeiten auf diesen Bergen ein Schloß gestanden, wo man Wein geschenkt hat. Weit und breit sind Leute zu Wein hingegangen und gefahren, wo es denn geheißen [386] hat, „wir fahren auf die Horkschen Berge zu Weine.“ Die Horkschen Unterthanen haben auch alljährlich einen gewissen Geldzins, so wie einen gemästeten Ochsen dahin entrichten müssen.

Ein solcher Ochse geht dort noch jetzt um: Der Ochsenknecht auf dem Dominio Ober-Horka, herrmannschen Antheils, ein Mensch von 17 bis 18 Jahren, hat ihn erst neuerdings gesehen, als er gegen Abend die Ochsen hütete. Etliche Abende hintereinander erschien ihm nemlich ein Ochse, von Farbe ganz weiß. Als der Knecht vor Furcht nicht mehr allein austreiben wollte, so ging der Dominial-Pächter, der Jäger und mehrere Andere mit Flinten bewaffnet mit. Da nun der Ochse, wenn man spricht, sich wieder entfernt, so hatte man dem Ochsenknecht gesagt: „wenn der Ochse kommt, so laß nur die Peitsche fallen.“ Dies geschieht; als aber die Uebrigen keinen Ochsen sehen, so frägt der eine Begleiter, wo denn der Ochse wäre? – „dort kehrt er wieder um, und geht jetzt grade über die Brücke weg,“ antwortete der Knecht. Sie mußten also unverrichteter Sache nach Hause gehen.

S.