Der langsame Crispin

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Textdaten
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Autor: Christian Felix Weiße
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Titel: Der langsame Crispin
Untertitel:
aus: Scherzhafte Lieder.
S. 125-126
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1758
Verlag: Weidemann
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[125]
Der langsame Crispin.


Bey heitern Mondenscheine,
Erwartete im Hayne
Voll Zorn Claudine den Crispin.
Wie ärgerte Claudinen

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Die Trägheit von Crispinen!

Denn, eh er kam, gieng halb der Abend hin.

Sie wollt ihn nicht mehr sehen,
Und hochgelehrt im Schmähen
Empfing sie zornig den Crispin.

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Sie weinte, schimpfte, drohte,

Wenn er die Hand ihr bote:
Woher du kömmst, schrie sie, geh wieder hin!

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Sein Reden, Bitten, Flehen

Half nichts, sie hieß ihn gehen,

15
Dieß währte bis um Mitternacht:

Er bat mit mildern Blicken,
Ihn mindstens fortzuschicken:
Doch desto mehr schien sie nur aufgebracht.

Wohl! sprach er, deinen Willen

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Muß ich einmal erfüllen,

Und drollte nach dem Weinhaus hin:
Da fing sie erst von neuen
Erbärmlich an zu schreyen:
Du gehst, Crispin? Ach bleib Crispin! Crispin!