Der zauberische Pater

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Textdaten
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Autor: Fidelis Dürr
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Titel: Der zauberische Pater
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 452–453
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Originalherkunft:
Quelle: Commons und Google
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Der zauberische Pater.

Der noch während der Belagerung von 1633 in Villingen lebende Franziskanermönch Pater Ludovikus Ungelehrt soll ein ausgezeichneter Physiker, besonders in der Magie bewandert, gewesen seyn.

Dieser Mann hatte sich nach besonderem Mechanismus ein Pferdchen verfertigt, das, ausgenommen das Haberfressen, alle [453] Eigenschaften eines Pferdes besaß. Ein Jude machte nun einen Handel mit dem Pater, welcher die einzige Bedingung beifügte, daß das Pferd niemals in’s Wasser gelassen werden dürfe. Der Jude schwang sich nach geschlossenem Kauf frisch zu Pferde und ritt zur Stadt hinaus. Beim Anblick des Briegflußes konnte er doch dem Kitzel nicht widerstehen, durch denselben zu reiten, um zu sehen, was dies auf sein Pferd für eine Wirkung haben werde. Gedacht, gethan: Doch siehe! in der Mitte des Wassers fühlt er sich auf einmal ohne Bewegung und sieht sich, statt auf dem Pferd, auf einem Bund Stroh sitzen. Mit Zetergeschrei eilt er in’s Kloster zurück und fragt nach dem Pater Ungelehrt, der ihn so schrecklich betrogen habe. Der Pater, dies voraussehend, hatte sich auf’s Bette gelegt und einen Fuß herausgestreckt, während er sich dabei stellte, als ob er in tiefem Schlafe liege. Umsonst war alles Rufen des Juden, um den Schläfer zu wecken. Endlich zog er am hervorgestreckten Fuße desselben aus Leibeskräften: aber wehe! Der Fuß blieb in den Händen des Juden, der ihn fallen ließ und voll Entsetzen davon rannte.