Deutsche Geschichte (Die Gartenlaube 1861)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Schulze-Delitzsch
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Deutsche Geschichte
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 23, S. 368
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1861
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: Werbung für ein deutsches Geschichtsbuch
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[368] Deutsche Geschichte. Wenn wir in unsern Tagen, wo die nationale Idee so gewaltig an der Neugestaltung des alten Europa arbeitet und auch unser Vaterland mit ihrem belebenden Hauche durchdringt, auf ein Werk aufmerksam machen, welches auf einem noch nicht betretenen Wege die deutsche Geschichte in ihren gesammten politischen, wirthschaftlichen und Cultur-Beziehungen vorführt, so wird dies keiner Rechtfertigung bedürfen. Es ist dies die „Deutsche Geschichte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart“ von Max Wirth, welche in 15 Lieferungen à 8 Bogen und – 12 Ngr. – und 3 Bänden, jeder Band in zwei Abtheilungen, im Verlag der Expedition des Arbeitgebers zu Frankfurt erscheint, wovon soeben die erste Lieferung ausgegeben ist. Ganz abweichend von der gewöhnlichen Methode beginnt der als Volkswirth und Publicist rühmlich bekannte Verfasser damit, den Lesern die geschichtlichen Entwicklungsgesetze vorzuführen, und sogleich von Haus aus die äußern Begebenheiten dem bloßen Spiele der Willkür zu entrücken und unter dem höhern Gesichtspunkt innern nothwendigen Zusammenhangs eines großen stetig fortschreitenden Culturprocesses zusammenzufassen. Sehr glücklich sind die von der Nationalökonomie zunächst auf ihrem Felde festgestellten Gesetze den gesellschaftlichen Verkehrs der Menschen in ihrer universellen, weil aus der menschlichen Natur selbst abgeleiteten Geltung für das Geistesleben und die staatliche Gestaltung der Nationen nachgewiesen, und auf diese Weise dem Leserkreise gleichsam eine Vorschule geschichtlichen Studiumn geboten, wie sie uns bei keinem ähnlichen Werke bekannt ist. Die Darstellung ist gedrängt und höchst populär, aber populär in dem Sinne, daß sie auch den Gebildetsten anspricht, dabei in hohem Grade anregend; Eigenschaften, die wir dem Werke nicht wenig zum Verdienst anrechnen.

Was das eigentlich Geschichtliche anlangt, so sind in der vorliegenden ersten Lieferung, welche das erste Auftreten der Deutschen in der Geschichte bis zu den Römerkämpfen umfaßt, die Quellen so gut wie die neuesten Arbeiten der Forscher gewissenhaft benutzt, ohne daß der Verfasser sich des eignen selbstständigen Standpunktes begäbe, von welchem aus er uns vielmehr manchen neuen eigenthümlichen Blick eröffnet. Am besten wird sich die Reichhaltigkeit des Materials, welchen das Werk bietet, aus dem Inhaltsverzeichnisse des zweiten, nicht die äußeren politischen Begebenheiten, sondern die inneren Zustände behandelnden Abschnitts der ersten Abtheilung des ersten Bandes (bis zum Ende der Karolinger) ergeben. Derselbe behandelt:

1. Land, Wohnsitze, Leute. 2. Eigenthum, freies und gebundenes, Gesammteigenthum. Markgenossenschaft. 3. Die Gütererzeugung, a. Landwirthschaft, Ackerbau, Viehzucht, Jagd, Fischerei, b. Gewerbe und Handel. 4. Münze, Maß, Gewicht. 5. Transportwesen. 6. Capital, Credit, Preise. 7. Die Staatsverfassung, die Ständeunterschiede, Fürst und Volksversammlung. 8. Gesetzgebung und Gericht. 9. Militärverfassung. 10. Zölle, Steuern. 11. Wohnung, Kleidung, Nahrung. 12. Erziehung, Sprache, Schrift, Literatur, Wissenschaft, Kunst, Musik. 13. Sitten und Gewohnheiten. 14. Religion und Aberglaube. 15. Allgemeiner Stand der Bildüng am Ende des Zeitabschnittes.
Und so können wir die Anschaffung des Werks, das sich, wie wenige andere, als ein wahres Volksbuch ankündigt, nicht dringend genug empfehlen.
Schulze-Delitzsch.