Deutsche Zeitungen im fernen Afrika
[332] Deutsche Zeitungen im fernen Afrika. Vor einigen Wochen erhielten wir mit der überseeischen Post die erste Nummer der „Deutsch-Aegyptischen Presse“, einer in Alexandrien neu gegründeten deutschen Zeitung. Daß in dem alten Culturlande der Pharaonen sich tüchtige Landsleute fanden, welche ein derartiges Unternehmen in’s Leben riefen, war kein Wunder; auch erschienen bekanntlich in Alexandrien schon seit einer Reihe von Jahren englische und französische Journale. Leider ist diese Zeitschrift nach recht kurzem Dasein eingegangen. Vor einigen Tagen aber fanden wir unter den Brief- und Zeitungsstößen auf unserm Pulte einen Zeitungsbogen, welcher uns nicht nur in Erstaunen versetzte, sondern auch uns aufrichtige Freude bereitete. Da stand groß gedruckt auf der ersten Seite: „Das Capland. Deutsche Zeitung für Süd-Afrika.“ Neugierig lasen wir das Programm der jungen Collegin und waren in hohem Grade befriedigt, als wir den Passus fanden: „Was uns zunächst berührt, das sind Beziehungen zu unseren colonialen deutschen Mitbürgern und dem Vaterlande. Wir werden die Interessen der deutschen Einwanderung nach besten Kräften zu schützen suchen. Unser Blatt wird dem Auswanderer als Wegweiser dienen und ihm die gewünschte Belehrung über die hiesigen Verhältnisse bieten. Von hoher Wichtigkeit für uns erkennen wir alsdann die Aufgabe, dem Heimathslande durch eingehende Besprechungen über die hiesigen Verhältnisse neue Verkaufsgebiete zu erschließen. Wir werden es dabei nicht unterlassen, den deutschen Industriellen auf Dasjenige aufmerksam zu machen, was ihm häufig die Gunst des fremden Handels entzieht.“
Schon aus diesen wenigen Zeilen blickt die Macht und die Bedeutung der Presse hervor, die dazu berufen ist, die Nation mit festem Einheitsbande zu umschlingen. Sachverständige Anwälte der deutschen Sache in fernen Ländern sind solche Zeitungen. Wir rufen daher unsern Collegen jenseits des Aequators aus freudigem Herzen zu: „Glück auf!“