Die 5 elenden wandrer

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Textdaten
Autor: Hans Sachs
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Titel: Die 5 elenden wandrer
Untertitel: Ein fasnachtspiel mit sechs personen
aus: Dreizehn Fastnachtspiele aus den Jahren 1539–1550 von Hans Sachs
Herausgeber: Edmund Goetze
Auflage:
Entstehungsdatum: 1539
Erscheinungsdatum: 1881
Verlag: Max Niemeyer
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Erscheinungsort: Halle (Saale)
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Quelle: Scans auf Commons aus der Ausgabe von Goetze
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[1] [S 4 Bl. 67]

13. Ein fasnachtspiel mit sechs personen:
Ein wirt, kerner, kremer, petelmünich,
rewter vnd ein ziegeuner vnd haist:
Die 5 elenden wandrer.


Der wirt drit ein:
ICh pin ain wirt der armen gest,
Den ich doch thw das aller pest.
So vil der kumen in mein haus,
Der treib ich kainen von mir aus,

5
Sundr ich gieb im drincken vnd essen.

Vnd wen er ain weil ist gesessen
Int nacht, gieb ich im ain schlaffdrunck
Vnd leg in darnach warm genunck.
Vor er aufstet von seiner rw,

10
Schenck ich im drey pazen darzw,

Wo er die nacht in meinem haus
Der ermest gast ist vberaus
Vnter alln gestn, die pey mir waren.
Das hab ich trieben pey zwainzg jaren,

15
Hab an mein gesten nichs gewunen,

Jdoch ist mir nie gelz zerunen;
Ob ich gleich nit vil gelz thw lösen,
Duet mirs got dester pas ersprösen,
Die weil vnd ich mich thw erparmen

20
Vber die elenden vnd armen.


Der karren man drit ein vnd spricht:
Got grües den wirt vnd auch sein frawen!
Zw euch kum ich auf guet vertrawen,
[2] Weil man sagt, in dieser dafern
Herberg man vmb goz willen gern

25
Ellende wandrer spat vnd frw

Vnd geb auch ainem gelt darzw,
Nemlich ein pazen oder drey,
Welcher der ellenzt wandrer sey.
Aus dieser vrsach kum ich her:

30
Ich, der elendest wanderer,

Ker pey euch ein mit groser eil.

Der wirt spricht:
Mein menlein ste, verzewch ein weil! [Bl. 67’]
Sag, was dein gscheft vnd handel sey,
Das ich dein ellent spüer darpey.

35
Kumpt dan kein ellender wen dw,

So sag ich dir mein herberg zw
Vnd schenck dir morgen zw vererung
Drey pazen wider zw einr zerung.

Der karren man spricht:
Her wirt, mein ellent schawet an!

40
Ich pin ein armer karren man,

Ich far vnd paw im lant all stras.
Iz felt mir jens, iz felt mir das,
Far regen, wint vnd vngewitter,
Die dieffen schleg die seint mir pitter,

45
Wen ich daher far in dem dreck,

Oft sampt karren vnd roß pesteck.
Ich wuerff auch oft vmb meinen karren.
Den thw ich fluechen, scheltn vnd scharren,
Pis ich in wider aufgericht;

50
Da mir den dis vnd jens zerpricht

Vnd mich gleich ainer saw pescheis.
Stifl, hosen, kitel ich zereis,
Vom rimer, satler kum ich nit,
Der gleich vom wagner vnd dem schmit.

55
Vil dings vom karren ich verlewer;

Auch ist zerung vnd fueter dewer;
Vnd ee ich vertin mein furlon,
So ist es auf der stras verton.
[3] Wo den eim wirt ich schuldig pin,

60
Far ich ein zeitlang neben hin.

Gar oft mir auch ein groma stirbt
Oder zw einem schelm vertirbt.
Vil renck vnd müe ich den anker, [Bl. 68]
Pis ich ein anders pfert anschwer;

65
Den hab ich lang daran zw zaln.

Wen ich den haimkum zw vil maln,
Hat mein weib schuld darzw gemacht;
Des pin ich den so vngeschlacht,
Wan sie fert auch mit irem gschirr

70
Die weil daheimen in der irr –

Der hencker thw irs roß auspannen! –
Dut mich darzw schewzlich anzannen,
Das ich nur pald far wider hin.
Mein frumer wirt, schawt, ob ich pin

75
Nicht der aller elendest wandrer!


Der kremer kumpt; so spricht
der wirt:

Verzewch! schaw, da kumbt noch ein ander.
Las hören, was auch dieser clag.

Der kremer spricht:
Mein lieber wirt, hort, was ich sag.
Der kerner ist ein voller zapf,

80
Fuelt sich im wirzhaus wie ein krapf.

Wen er auswartet seinem gaul,
Wie er fuellet sein hals vnd mawl,
So stünds pas vmb sein karren fart.
Er ist einr fawlen, schleffring art,

85
Wil zw lang in der herberg rasten,

Sein pfert mues oft sant Jörgen fasten,
Das es die hawt kaum dragen kan.
Er wer ein gueter karren man,
Wen er seins dings wer ein warnemer.

Der kerner
greift in plozen, spricht:

90
Was gez dich an, dw sunnen kremer?

Ich pin gleich hewr der ferdig kerner. [Bl. 68’]

[4] Der kremer spricht:
Mein lieber wirt, hört mich noch ferner,
Das ich ein armer kremer pin!
Mit groser müe vnd klainem gwin

95
Von eim lant ich ins ander lawff

Vnd nach dem duezet mir ein kauff
Nestel, harpant vnd schlötterlein,
Pfeiffen, leckuechen, prenten wein.
Das mues ich dragen auf meim rüecken,

100
Mein korb mich leidenhart duet drüecken.

Von einer kirchweich zw der andern
Vnd all jarmerck mues ich durch wandern,
In allen dörffern in dem krais,
Den winter kalt, den sumer hais,

105
Pis ich mein narung thw erholn.

Auch wirt mir leichnam vil gestoln,
Als zucker vnd leckuchen daffeln.
Die müecken thun mir vil verpaffeln;
Vil pöeser schuld hab ich pein pawren.

110
Oft duet ein schnaphan auf mich lawren,

Nempt mir, was ich lang hab gewunnen.
Des mues ich drincken aus dem prunnen,
Vbel essen vnd hart liegen,
Pis ich ein anders thw erkriegen.

115
Weil mein kremerey dreget wenig,

Auf dem lant spizig ist der pfenig,
Des get mein haupt guet sampt dem gwin
Deglichen mit der zerung hin.
Vnd wen ich wandr ein ganzes jar,

120
Pin ich der kremer gleich wie var.

Ich pin, mein wirt, ein wanderer,
Dreymal vil elender, wan er,
Er sitzt vnd fert auf seinem karren. [Bl. 69]

Der wirt spricht:
Kremer, dw muest ein weillen harren,

125
Da kumpt noch ein wandrer gezogen.


[5] Der münich
kumpt vnd spricht:

Her wirt, der kremer ist vertrogen;
Ich hab es in der peicht erfaren,
Wie er hat lang her vor vil jaren
Grose pescheyßerey getrieben,

130
Zigelmel vntern saffran grieben

Vnd mewsdreck vntern pfeffer ton.
Er felscht nieswurz vnd encion,
Geit peterlein vür ragwurz hin;
Hat im lang dragen grosen gwin.

135
Die alten pewrin pscheist er me,

Geit in ein wurz vür den zanwe,
Die grebt er hinter einem zaun.
Auch hat er verkauft ein alraun,
Hat er aus einem rettig gmacht.

140
Er hat vil gelz zwsamen pracht:

Guet pehemisch wol auf drey schock
Hat er verneet in seinem rock.
Er ist kein ellent wanderer,
Er hat mer gelz wan ir vnd der;

145
Der geiz hat pey im sein geleger.


Der kremer
greuft int wer, spricht:

Ach, dw peschorener keß jeger,
Wie thuest so schentlich auf mich liegen?

Der pettelmünich spricht:
Herr wirt, es zimpt mir nicht zw kriegen.
Mein ellent merckt ir wol darpey:

150
Ich zewch vmb auf der termaney

Ein dorff auf vnd das ander ab. [Bl. 69’]
Kein zerung ich im pewtel hab,
Sol samlen haller, flachs vnd kes.
Die pewrin sint mit worten res,

155
Haisen mich ainen fawlen schlüeffel,

Ein stüelpen esl vnd groben püeffel.
Ich sol arbeiten, sie mich plagen
Vnd thun mir stez vom Luter sagen.
[6] Der gleich die groben pawren knollen

160
Haisn mich ein nolprueder, ein vollen,

Vnd droen mir den auszwschneiden.
Solchs als ich dulden mues vnd leiden.
Vnd wern die altn müeterlein nicht,
Ich würt noch vbler ausgericht,

165
Die halten mir noch trewlich schuez,

Thun mir werlich noch alles guez,
Thun mir noch imerdar zw stosen.
Ich legt per deum sunst ein plosen.
Thw ich zw weng erterminiren,

170
So thuet mein prior mich castiren;

Wan es ist iz in vnsrem orden
Ein heftig prior erwelt worden,
Der hat ein poesen schelling laun
Vnd legt mich oft in die prisaun,

175
Da mues ich essen wassr vnd prot.

Ist sunst im closter angst vnd not:
Die schmalzig kuechen ist gediegen,
Der keler ist schier gar versiegen.
Das fasten thuet mich triebulirn,

180
Auch mues ich wachn vnd hart erfriern

Im ampt, vesper, complet vnd metten,
Auch lieg ich auf kain federpetten,
Halt auch silencium an mitel,
Wirt hart geschlagen im capitel.

185
Her wirt, da spüert ir wol darpey, [Bl. 70]

Das ich der elenzt wandrer sey.
Vor andern herbergt ir mich pillich.

Der wirt spricht:
Dich zw herbergen pin ich willich.
Las mich den wandrer auch verhören!

Der rewter' kumpt vnd spricht:

190
Herr wirt, o last euch nicht pedören!

Die kueten kan den schalck wol pergen,
Thuet das vnzifer nicht herbergen.
Im kloster hat er fawle tag,
Hat schir all nacht sant Vrbans plag

195
[7] Vnd stecket vol gleich wie ein zeck,

Hat in seinr zellen guet geschleck,
Darff weder weib noch kint versorgen,
Schleft die nacht in rue pis auf morgen.
Wen er nach kes get terminiren,

200
Das selb ist im nur ein spaciren.

Aufm lant durch streunt er alle ecken
Vnd tuet die pawren maid auf wecken
Vnd stöst in haimlich zw vil haller.
Er ist ein hinterlistig waller.

205
Den halben tail kes stilt er ab,

Das er auch ein zerpfennig hab,
Den pewrin den kirchtag zw kawffen,
Im wirzhaus zw spilen vnd sauffen.
Er hat mer gelz wan wir all vir.

210
Drum jagt in aus vnd volget mir,

Den schmaichler, gleisner vnd den hewchler,
Den dueckischen, hemischen meuchler,
Ein poes krawt vber alle krewter!

Der pettel münich spricht:
Las mich gen, dw lawsiger rewter!

215
Oder dw muest in schweren pan. [Bl. 70’]


Der rewter spricht:
Herr wirt, ich pin ein rewters man,
Pin meim junckhern zw hoff geriten,
Hab auf gnad dint nach rewters siten,
Mein hofklaid im herr dinst zerissen.

220
Wie hart habn mich die lews oft pissen!

Ich pin alnacht im stall gelegen,
Pin auch geritten wint vnd regen,
Det manchen winter hart erkalten.
Hab vil necht im harnisch gehalten

225
Vnd manig gferlich rais gedient.

Wais nit, wie ich mich hab vergient,
Das mir mein junckher vrlab gab.
Nun ich kain herren wais vnd hab.
Auch thet mirs pfert in paren springen.

230
Den wemmer we mues ich iz singen,

[8] Wan ich hab weder pfant noch gelt
Vnd trab zw fuesen vbers felt,
Durch reiff vnd wint vnd kalten schne.
Auch thuet das gen mir marter we.

235
Wo ich hin reit an satl vnd pfert,

Pin ich den wirten gar vnwert,
Porgt mir von keim mal zw dem andern.
Rock, stifl, sporn mues ich verwandern.
Wo ich nach dienst frag pey den herrn,

240
Weist er mich von im in die ferrn,

Maint, ich hab ein poes stüeck gemacht.
Pein pawren pin ich auch veracht;
Die purger sich auch vor mir schewen.
Die hoff suppen mues ich wol dewen

245
Vnd mues die peren klaen saugen.

Meines ellenz kan ich nit laugen. [Bl. 71]
Derhalben ich hie vnter in
Der aller ellendzt wandrer pin.
Ich hoff, ich hab herberg pey euch.

Der 'wirt spricht:

250
Mein rewter, noch ein klain verzewch!

Hie kumpt noch ein wandrer zu clagen.

Der ziegeuner kumpt, nempt dem rewter sein hant
vnd spricht:

Mein rewter, ich dir war wil sagen.
Dich hat erstlich ellent gemacht,
Dw schir hast zechet alle nacht,

255
Dw gern hast gspilt vnd selten gwunen,

Dw gern puelst, dir oft gelt ist zrunen,
Dw vil entlehest, lewt petreugest,
Dw dich vil rüemest, geren lewgest,
Dw hoffertig pist, marter arm,

260
Dw ein waidman pist, kül vnd warm,

Dw e ein laus fechst, den ein hasen.
Dw manchem hast in puesen plasen,
Das ime ausdrang der angst schwais,
Dein pfert den furlewtn daschn abais,

265
Dw herrisch pist, pleibst in keim dinst;

[9] Des hastw weder rent noch zinst.
Dw wenger hast hewer, den fert.
Dw rewter pist, doch an ein pfert.

Der rewter grewft an sein schwert vnd spricht:
Was gheist mich? wolst mein darzw lachen?

270
Ich dörft ein schwertschaidn aus dir machen.

Potz marter, mainst, ich sey ein narr?

Der wirt spricht:
Ey rewters man, verzewch vnd harr! [Bl. 71’]
Die weil er dir hat war gesagt,
Hör auch, was er von im selb clagt!

Der ziegeuner spricht:

275
Her wirt, ich kum auch zw dir her,

Der aller elentzt wanderer.
Mein wandern, das wert imer zw
Durch alle lant an rast vnd rw.
Hab darzw weder karrn noch wagen.

280
Mein plunder mues ich selbert dragen

In hiz vnd kelt, gen tal vnd perg.
Nimant mir geren geit herwerg.
Wo ich schleich etwan in ein haus,
Sech man mich lieber gen hinaus.

285
Man trawt mir nit, wo ich hin kum,

Vnd pin gar vnwert vmadum.
Mit kauffn, verkawffen man mich schewcht.
Jungs vnd altz sich vor mir verkrewcht.
Pawren ir hunt oft an mich hetschen.

290
Pald mues ich aus eim dorff mich fetschen.

Wo ich nachtz vberkum ein stro,
Pin ich mit weib vnd kinden fro.
Darpey, mein herr, dw wol ermis,
Das ich hart lieg vnd vbel is!

295
Guet het ichs noch vor alten tagen:

Da nert ich mich mit dem warsagen;
Das warsagen wil nimer gelten.
Man thuet mich darob schlagn vnd schelten.
Wer iz hewchlen vnd schmaichlen kan,

300
Ist in der welt ein werder man

[10] Vnd pringt wol mit im hin ein gawl,
So ich gar kaum pring hin das mawl [Bl. 72]
Sampt eim so hartseligen leben.
Mein herr, wölst mir heint herberg geben

305
Sampt meinem weib vnd klainen kinden,

Kaum wirst elender wandrer finden.
Dreib nur die all vier wider aus!

Der kerner spricht:
Her wirt, was wilt des diebs im haws?
Er kan all deine schlos aufton

310
Vnd stilt als, was er kumet an.

Hat nun meim weib ein pewtl abgschniten
Vnd meim nachtpaurn ein ros hin ritten,
Hat meinr gfatern etwas eingrabn,
Das wir all mit ir zschaffen habn.

315
Er pscheist vnd stilt, zaubert vnd lewgt,

Angsicht der awgen ain petrewgt.
Er hat vil geltz, das wais ich wol,
Ein seckel kronen, pazen vol;
Thuet denoch grose armuet clagen.

320
Ach thw den schalck zum haus ausjagen!

Dw kumpst von im nicht vnpeschissen.

Der wirt peschlewst:
Hört zw! ir solt all füenffe wissen:
Ist einr elender, wen der ander,
So seit ir doch ellent alsander.

325
Das kan ich warlich nicht verneinen;

Ich erkenn eur not pey der meinen.
Weil ich meim hantwerck nach det wandern
Crewzweis von eim lant zw dem andern,
Wart ich oft helich, müed vnd schwach,

330
Fro war ich, wen ein stat ich sach.

Vnd wart auch oft irr auf der strassen,
Ging den wolff vnd an fuesen plassen. [Bl. 72’]
Fant oft lang einen maister hart,
Verzert, was ich lang het erspart.

335
Dahin ging geltlich vnd die klaider;

Da war ich auch oft ellent laider.
[11] Weil sich mein ellent hat verkert
Vnd mir got hat hat ein narung pschert,
So gieb ich alzeit herberg gern

340
Ellend wandrern in meinr dafern.

Des seit all füenf heint meine gest!
Ich wil euch aufdragen das pest!
Euch sanft legen vnd decken warm,
Weil ir seit ellent, müed vnd arm,

345
Vnd morgen iden drey pazen schencken,

Im pesten mein auch zw gedencken.
Darumb vergest als vngemachs,
Seit fro vnd frum! wünscht euch Hans Sachs.

Anno salutis 1539

am 15 tag Decembris.


Auszug aus dem Vorwort des Herausgebers zu diesem Fastnachtspiel

[IV] 13) Nach der Handschrift des H. Sachs, dem vierten Spruchbuche (S 4), welches im Besitze des Zwickauer Rathsarchivs sich befindet. Während das Stück von V. 21 an auf Bl. 67–72’ aufgezeichnet ist, hatte der Dichter auf Bl. 249’ die Begrüssungsworte des Wirthes erst in folgender Fassung geschrieben:

Der wirt drit ein vnd spricht:
Hail vnd gelüeck sey meinen gesten!
Weil ir seit kumen her im pesten
Ein schlaffdrunck zw thun in meim haus,
Wil ich euch gleich nicht dreiben aus,
Wiwol ich alzeit wie auch hewt
Nur herberg elent wandret lewt,
[V] Der ich mich auch erparmen thw.
Darumb sezt euch vnd habent rw,
So wil ich gen aufdragen wein
Vnd mit euch allen frölich sein.

Später gab er ihnen die Form, wie sie in dem zweiten Folioband (1560) (A) 4, 3, danach bei Keller 9, 12 und hier am Anfang des Fastnachtspieles gedruckt stehen. Unter die obenangeführten Verse schrieb er sie mit dem Bemerk: Der eingang zun 5 ellenden wandrer ist pesser:

Einen Einzeldruck führt E. Weller, Hans-Sachs-Bibliographie S. 83 Nr. 191 nach Will-Nopitsch, Nürnbergisches Gelehrten-Lexicon VIII S. 17 an, ich habe ihn aber noch nicht gefunden.

Zu vergleichen ist der Meistergesang vom 13. October 1536, den Karl Goedeke, Dichtungen von Hans Sachs, I. Theil, Leipzig 1870, S. 97 abgedruckt hat, und das Spruchgedicht in Kellers Ausgabe 5, 282. In der Idee berührt sich das Stück mit dem 9. Fastnachtspiel.

Die Handschrift war an folgenden Stellen zu verbessern: V. 10 fehlt ich, aus A ergänzt; V. 57 ee S, eh A; ebenso V. 142 verneet S, verneht A, so dass es scheint, als wenn ee einen Laut darstellten; V. 75 wanderer: anderer S; V. 89 Wer er seins dings ein warnemer S, nach A vervollständigt; V. 115 dregt S, treget A; V. 146 peschorner S, beschorener C; V. 156 esel SA–K, esl?; V. 163 alten S–K, altn?; V. 167 imer SA, imerdar C, imer was K; V. 170 mich hart S, hart mit A ausgelassen; V. 172 erwellet S, erwelt A; V. 201 Auf S, Auffm A; V. 259 pist vnd S, vnd mit A weggelassen; V. 262 in aus A zugefügt; V. 263 im S, ime A; nach V. 268 aus S, an A; V. 313 meiner S–K, meinr?; V. 315 er zaubert S–K, er weggelassen?; V. 322 füenff S, füenffe A; V. 340 wandrer S, wandrern A; V. 345 morgen S, morgn?.

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