Die Aehren

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Textdaten
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Autor: Hugo Salus
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Titel: Die Aehren
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 40–41
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Commons = Google-USA*
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Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu
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[40]

Die Aehren.

Der Abend war selbst wie ein Wunder der Liebe.
Sie gingen umschlungen und stumm vor Liebe
Aus den Feldern dem träumenden Dorfe zu.

Sie lehnte sich wärmer an ihn. Sie sagte

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So still, als wenn der Abendwind klagte:

»Im Korn, das war doch eine Sünde, du!«


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Er löst seine Hand und Wange von Wange:
»Und nennst du’s Sünde, dass ich dich umfange,
So liebst du mich nicht und liebst mich nicht!«

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Da schaut sie empor zu dem Zornigen, Wilden

Und sieht mit erschrockenen, hilflosen, milden
Augen dem Liebsten ins Angesicht.

Und lächelt in Thränen und regt die bleichen,
Bebenden Lippen und sagt mit weichen

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Worten zum Liebsten: »Das sagst du mir?«


Und schlingt den Arm um den trotzigen Knaben:
»Dass wir das Korn so zerbrochen haben,
Das war eine Sünde! Das sag’ ich dir!«

Hugo Salus.