Die Brautschau (Meier)

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Textdaten
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Autor: Ernst Meier
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Titel: Die Brautschau
Untertitel:
aus: Deutsche Volksmärchen aus Schwaben, S. 110
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1852
Verlag: C. P. Scheitlin
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Erscheinungsort: Stuttgart
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Quelle: Google und Scans auf Commons
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Begriffsklärung Andere Ausgaben unter diesem Titel siehe unter: Die Brautschau.


[110]
30. Die Brautschau.

Ein Mann wollte sich aus drei Schwestern, die ihm alle recht gut gefielen, eine Frau auswählen und lud sie in’s Wirthshaus und aß mit ihnen zu Mittag. Er wünschte aber, eine recht tüchtige Hausfrau zu bekommen, und diese wollte er daran erkennen, wie sie den Käse eßen würde. – Als der Käse nun gebracht wurde, schnitt die älteste die Rinde so dick herab, daß noch viel Gutes daran blieb und verloren gieng. „Die wird zu viel verbrauchen und Alles aushausen, dachte der Mann; die darfst du nicht nehmen!“

Als darauf die zweite Schwester den Käse bekam, so verschlang sie ihr Stück ohne es abzuputzen mit Allem, was an einer Käserinde nur sitzen mag. „Das ist auch keine Frau für dich, die wird unreinlich sein!“ dachte der Mann. – Dann kam der Käse an die jüngste Schwester. Die schabte ihr Stückchen ganz fein und rein ab, so daß nicht zu viel und nicht zu wenig davon verloren gieng, und ließ sich’s dann schmecken. Da dachte der Freier: „die ist die rechte!“ und hat sie auch richtig geheirathet.

Anmerkung des Herausgebers

[308] 30. Die Brautschau. Mündlich aus Derendingen. Ebenso in Grimm’s Kinder-Märchen: die Brautschau. Vgl. Müllenhoff’s Sagen, Märchen u. s. w. S. 413 und 586.