Die Hexenwäsche

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Textdaten
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Autor: Bernhard Baader
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Titel: Die Hexenwäsche
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 347
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
Die Quelle in Mones Anzeiger: Digitalisat
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Die Hexenwäsche.

In Karlsruhe war einst eine Magd, die, wenn sie Nachts waschen mußte, von Niemanden sich dabei helfen ließ, dennoch aber am Morgen allemal mit der ganzen Wäsche schon fertig war. Ihrer Herrschaft kam dies so bedenklich vor, daß sie einem Bedienten den Auftrag gab, bei nächster Gelegenheit die Magd scharf zu beobachten. Er that es und sah in der Waschküche eine Menge Katzen um den Zuber auf den Hinterbeinen stehen und emsig waschen, während die Magd nur das Feuer unterhielt und öfters zu einer schwarzen Katze, der größten von allen sagte: „Mohrle, nur sauber!“ Nachdem der Bediente seinen Herrn herbeigeholt und Beide eine Weile unbemerkt zugesehen hatten, begaben sie sich wieder zu Bette. Am Morgen hing, wie jedesmal, sämmtliche Wäsche blendend weiß auf dem Trockenseil; aber als noch am selben Tag die Magd ihren Abschied erhalten und, ohne nach der Ursache zu fragen, das Haus verlassen hatte, fand man die Wäsche wieder so schmutzig, als ob sie gar nicht gewaschen worden wäre.

Von dieser Geschichte rührt die in Karlsruhe noch übliche Ermahnungsweise her: „Mohrle, nur sauber!“

(Nach mündlicher Ueberlieferung mitgetheilt von Bernhard Baader in Mone’s „Anzeiger für die Kunde der teutschen Vorzeit.“ Jahrg. 1839.)